Islam im Alltag
Etwa 90 % der Ägypter sind sunnitische Muslime, und der Islam prägt den Alltag auf eine Weise, die für europäische Besucher ungewohnt sein kann: Der Gebetsruf (Adhan) erschallt fünfmal am Tag aus Tausenden Moscheen (in Kairo buchstäblich gleichzeitig — ein Klangteppich, der überwältigend sein kann). Viele Geschäfte schließen zum Freitagsgebet. Alkohol ist nicht verboten, aber wenig verbreitet (nur in Hotels, lizenzierten Restaurants und Duty-Free-Shops).
Der Ramadan (der Fastenmonat, bei dem von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nicht gegessen, getrunken oder geraucht wird) verändert das Land radikal: Tagsüber ist das Tempo gedrosselt, viele Restaurants geschlossen. Aber nach Sonnenuntergang explodiert das Leben — die Iftar-Mahlzeiten sind festlich, die Straßen bis spät in die Nacht lebendig, Ramadan-Laternen (Fanous) schmücken die Städte. Wer im Ramadan reist, sollte aus Respekt nicht in der Öffentlichkeit essen oder trinken.