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Regionen · Kapitel 7

Ostbali

Bali Reiseführer

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RegionenKapitel 7: Ostbali
Regionen · Kapitel 7

Ostbali

Der ruhige, ursprüngliche Osten Balis ist das Gegenprogramm zum touristischen Süden: Hier taucht man am legendären USAT-Liberty-Wrack, wandert durch die schönsten Reisterrassen der Insel, besucht den heiligsten Tempel Balis und erlebt in jahrhundertealten Dörfern eine Kultur, die sich seit der Majapahit-Ära kaum verändert hat. Ostbali belohnt Reisende, die sich Zeit nehmen — mit Stille, Schönheit und echten Begegnungen.

Amed & die Nordostküste

Amed ist eigentlich kein einzelner Ort, sondern eine Kette aus sieben kleinen Fischerdörfern entlang einer 14 km langen Küstenstraße im äußersten Nordosten Balis. Die Gegend ist das, was Bali vor 30 Jahren überall war: ruhig, einfach, atemberaubend schön. Hinter schwarzen Vulkanstränden steigt das Land steil an zum majestätischen Gunung Agung (3.142 m), während vor der Küste einige der besten Tauch- und Schnorchelplätze Balis liegen.

Die Dörfer — Amed, Jemeluk, Bunutan, Lipah, Lean, Selang und Banyuning — leben traditionell vom Fischfang und der Salzgewinnung. Die jahrhundertealte Tradition der Meersalzherstellung, bei der Salzwasser in ausgehöhlten Palmstämmen verdunstet, ist faszinierend zu beobachten und ergibt ein aromatisches Flocken-Salz, das mittlerweile in Gourmet-Restaurants weltweit geschätzt wird.

Amed ist der ideale Ort zum Entschleunigen: morgens schnorcheln, nachmittags in einer Hängematte liegen, abends frisch gegrillten Fisch am Strand essen und den Sonnenuntergang über dem Gunung Agung beobachten. Die touristische Infrastruktur ist bewusst klein gehalten — keine Ketten, keine Clubs, keine Hektik.

Plane mindestens 3-4 Nächte ein, um die Ruhe wirklich zu genießen.

Tipp

Die Anfahrt von Südbali dauert 3-3,5 Stunden. Buche einen privaten Fahrer (ca. 500.000-600.000 IDR) statt eines Taxis — er kann unterwegs am Tirta Gangga oder der Sidemen-Schlucht halten. Alternativ fährt der Perama-Shuttle von Kuta/Ubud nach Amed.

Schnorcheln & Tauchen★★★

Tauchen ab 350.000 IDR, Schnorcheln 50.000 IDR

USAT Liberty Wrack (Tulamben)

Das berühmteste Tauch- und Schnorchelziel Balis liegt nur 25 Minuten westlich von Amed: das Wrack der USAT Liberty, eines amerikanischen Frachtschiffs, das 1942 von einem japanischen U-Boot torpediert wurde. Das 120 m lange Schiff wurde an den Strand von Tulamben geschleppt, wo es 1963 beim Ausbruch des Gunung Agung ins Meer rutschte — und seitdem in 5-30 m Tiefe liegt.

Das Wrack ist direkt vom Strand aus erreichbar — kein Boot nötig! Schon beim Schnorcheln sieht man in 3-5 m Tiefe die oberen Decks, überwuchert von Weich- und Hartkorallen. Rund 400 Fischarten leben hier: Napoleonfische, Barrakudas, Fledermausfische, Muränen und mit Glück sogar der seltene Sonnenfisch (Mola Mola) in den Monaten Juli bis Oktober.

Für Taucher ist das Liberty-Wrack ein Paradies: Die Sicht beträgt oft 20-30 m, die Strömung ist minimal, und man kann das gesamte Schiff betauchen — durch Laderäume, über die Brücke und entlang der Bug- und Heckkanonen. Selbst Open-Water-Taucher mit wenig Erfahrung können hier sicher tauchen.

Tauchgang ab 350.000 IDR (ca. 20€) mit lokaler Tauchschule. Schnorchel-Ausrüstung am Strand: 50.000 IDR/Tag. Beste Zeit: April-November (ruhige See, 25-30 m Sicht). Morgens vor 8 Uhr oder nachmittags ab 15 Uhr, wenn die Tagesausflügler weg sind.

Tipp

Der absolute Geheimtipp: Geh um 5:30 Uhr morgens zum Wrack — vor Sonnenaufgang. Viele nachtaktive Meeresbewohner sind dann noch aktiv, und du hast das Wrack komplett für dich allein. Mehrere Tauchschulen in Tulamben bieten "Dawn Dives" an.

Jemeluk Bay & Korallengarten★★

Die hufeisenförmige Jemeluk Bay, nur 2 km östlich von Amed, ist der beste Schnorchelspot direkt vor der Haustür. Das Riff beginnt wenige Meter vom Strand und fällt steil ab — ein Unterwassergarten aus Tischkorallen, Fächerkorallen und Hirschhornkorallen in leuchtenden Farben.

Hier tummeln sich Clownfische in Anemonen, Drückerfische, Papageienfische, Kugelfische und regelmäßig auch Schildkröten. Am Nordende der Bucht liegt ein japanisches Wrack aus dem Zweiten Weltkrieg in 6-12 m Tiefe — perfekt für Schnorchler mit etwas Mut zur Tiefe.

Nachmittags, wenn die Sonne tief steht, ist das Licht unter Wasser besonders magisch. Abends kehren die traditionellen Jukung-Auslegerboote der Fischer zurück — ein wunderschönes Fotomotiv vor der Kulisse des Gunung Agung.

Übernachtung & Essen in Amed

Budget: Einfache Bungalows direkt am Meer gibt es ab 150.000-300.000 IDR (8-17€) pro Nacht — oft mit Frühstück und Meerblick. Empfehlenswert: Amed Café & Bungalows in Jemeluk und Galang Kangin in Bunutan.

Mittelklasse: Stilvolle Boutique-Unterkünfte mit Pool für 500.000-1.000.000 IDR (28-56€). Blue Moon Villas bieten spektakuläre Infinity-Pool-Ausblicke über die Bucht. Griya Villas in Bunutan verbinden balinesische Architektur mit modernem Komfort.

Essen: Die Warungs am Strand servieren den frischesten Fisch Balis — der Fang vom Morgen liegt auf Eis, du suchst dir deinen Fisch aus, er wird gegrillt und mit Sambal, Reis und Gemüse serviert. Warung Enak in Amed und Sails Restaurant in Jemeluk sind Favoriten. Rechne mit 40.000-80.000 IDR (2-4€) für ein komplettes Fischessen.

Sidemen — Reisterrassen abseits der Massen★★★

Wenn Tegallalang bei Ubud die Instagram-berühmten Reisterrassen sind, dann ist Sidemen das bestgehütete Geheimnis Balis. Das Sidemen-Tal im Osten, überragt vom mächtigen Gunung Agung, bietet die vielleicht schönsten Reislandschaften der gesamten Insel — und einen Bruchteil der Besucher.

Das schmale Tal zieht sich von Süd nach Nord, flankiert von steil aufsteigenden Bergen. Die Hänge sind in unzählige Reisterrassen gemeißelt, die je nach Wachstumsphase in Smaragdgrün, Gold oder erdigem Braun schimmern. Dazwischen Kokospalmen, Bananenstauden, kleine Tempel und Bauern, die noch mit Wasserbüffeln pflügen.

Der Ort Sidemen selbst ist ein verschlafenes Dorf mit einer Handvoll Warungs und Homestays. Der Reiz liegt nicht in Sehenswürdigkeiten, sondern im Eintauchen in das bäuerliche Bali: Wanderungen durch die Reisfelder, Gespräche mit Bauern, das Beobachten traditioneller Webkunst (Sidemen ist berühmt für Songket und Endek-Ikat-Stoffe) und Yoga-Retreats mit Vulkanblick.

Der legendäre Walter Spies, deutscher Maler und Bali-Pionier der 1930er Jahre, lebte zeitweise in Sidemen und sagte: „Dies ist der schönste Ort auf der ganzen Insel."

Tipp

Die schönste Wanderung führt vom Dorf Iseh (4 km nördlich von Sidemen) durch Reisfelder hinunter zum Fluss Unda und zurück — ca. 3 Stunden, kein Guide nötig. Morgens starten, wenn der Agung wolkenfrei ist und das Licht die Terrassen golden färbt.

Aktivitäten im Sidemen-Tal

Reisfeld-Wanderungen

Es gibt keine markierten Wanderwege — und das ist der Charme. Lauf einfach los entlang der schmalen Pfade zwischen den Feldern. Die Bauern freuen sich über ein freundliches „Selamat pagi!" (Guten Morgen). Für längere Touren (4-6 Stunden) zum Gunung-Agung-Aussichtspunkt empfiehlt sich ein lokaler Guide (ca. 200.000-300.000 IDR).

Weberei-Besuch

Sidemen ist eines der letzten Zentren der traditionellen balinesischen Songket-Weberei — kunstvolle Stoffe mit eingewebten Gold- und Silberfäden, die bei Zeremonien getragen werden. Mehrere Familienwerkstätten öffnen für Besucher: Du siehst die Frauen an einfachen Holzwebstühlen arbeiten und kannst Tücher und Schals direkt kaufen (ab 150.000 IDR für einen Schal). Die Qualität ist deutlich besser und der Preis fairer als in den Touristenshops.

Rafting auf dem Telaga Waja

Der Telaga Waja ist Balis aufregendster Rafting-Fluss — Klasse III-IV-Stromschnellen durch eine tiefe Schlucht mit Wasserfällen. Die 16-km-Tour startet nördlich von Sidemen und dauert ca. 2,5 Stunden. Anbieter: Sobek, Mega Rafting. Ab 450.000 IDR (ca. 25€) inklusive Transfer und Mittagessen.

Übernachtung in Sidemen

Budget: Einfache Homestays mit Reisfeldblick ab 200.000 IDR (11€). Darmada Eco Resort bietet einfache Bambus-Bungalows inmitten der Reisfelder.

Mittelklasse: Surya Shanti Villa — wunderschöne Villa mit Infinity-Pool und direktem Agung-Blick (ab 800.000 IDR). Samanvaya Luxury Resort — das beste Haus im Tal mit Spa, Yoga-Pavillon und Gourmet-Restaurant (ab 1.500.000 IDR).

Essen: Die Warungs im Dorf servieren authentisches balinesisches Essen: Nasi Campur, Mie Goreng, Sate Lilit. Preise: 20.000-40.000 IDR. Warung Godogan am Hauptstraßenrand hat die beste Küche im Ort.

Tirta Gangga — Wasserpalast★★

Jl. Abang-Amlapura, Karangasem
Täglich 7:00-18:00 Uhr
50.000 IDR (Erwachsene), Schwimmbecken extra 10.000 IDR

Der Tirta Gangga („Heiliges Wasser des Ganges") ist einer der bezauberndsten Orte Ostbalis: ein königlicher Wasserpalast aus dem Jahr 1946, angelegt vom letzten Raja von Karangasem, Anak Agung Anglurah Ketut Karangasem. Die Anlage erstreckt sich über mehrere Ebenen mit Teichen, Springbrunnen, Skulpturen und üppigen tropischen Gärten — ein Ort von märchenhafter Schönheit.

Das Herzstück sind die Trittsteinteiche: Steinplatten, die über das Wasser führen, umgeben von Koi-Karpfen und Lotusblüten, mit dem Gunung Agung als Hintergrund. Darüber ein 11-stöckiger Brunnenturm, aus dem Wasser in alle Richtungen fließt — ein Symbol des balinesischen Konzepts von Wasser als Quelle des Lebens.

Im oberen Bereich gibt es ein natürliches Süßwasser-Schwimmbecken, gespeist von einer heiligen Quelle — kristallklar und erfrischend kühl. Ein Bad hier, umgeben von Frangipani-Bäumen und steinernen Götterstatuen, ist eines der unvergesslichsten Erlebnisse Balis.

Der Palast wurde 1963 beim Ausbruch des Gunung Agung schwer beschädigt und liebevoll wiederaufgebaut. Heute ist er sowohl Touristenattraktion als auch aktiver Zeremonienort — balinesische Hindus kommen hierher für rituelle Reinigungen.

Tipp

Komm morgens vor 9 Uhr — dann hast du die Trittsteinteiche fast für dich allein. Das Licht ist früh am schönsten, und die Koi sind aktiver. Bringe eine Badehose mit für das Schwimmbecken oben.

Pura Besakih — Muttertempel Balis★★★

Besakih, Rendang, Karangasem
Täglich 8:00-17:00 Uhr
60.000 IDR (Erwachsene), Sarong-Verleih 10.000 IDR

Pura Besakih ist der heiligste und größte Tempel Balis — und einer der bedeutendsten Hindu-Tempel weltweit. Die gewaltige Anlage liegt auf 1.000 m Höhe am Südwesthang des Gunung Agung, des höchsten und heiligsten Berges Balis, und besteht aus 23 miteinander verbundenen Tempeln, die sich über sechs Terrassen den Berghang hinaufziehen.

Der älteste Teil des Tempels stammt möglicherweise aus dem 8. Jahrhundert. Die drei Hauptheiligtümer sind den drei Gottheiten der Hindu-Trinität gewidmet: Pura Penataran Agung (Shiva, im Zentrum), Pura Kiduling Kreteg (Brahma, links) und Pura Batu Madeg (Vishnu, rechts). Jeder Bezirk, jede Kaste und jede Berufsgruppe Balis hat hier ihren eigenen Schrein.

Der Tempel überlebte den Vulkanausbruch von 1963 auf wundersame Weise: Die Lavaströme teilten sich und flossen beidseitig am Tempel vorbei — für die Balinesen ein Zeichen göttlichen Schutzes. Über 1.700 Menschen kamen beim Ausbruch ums Leben, aber Besakih blieb unversehrt.

Besakih ist kein Museum, sondern ein lebendiger Zeremonienort. An mindestens 70 Tagen im Jahr finden hier Feste statt, das größte ist das Eka Dasa Rudra, das nur alle 100 Jahre gefeiert wird (zuletzt 1979).

Achtung

Besakih ist leider auch berüchtigt für aufdringliche „Guides", die behaupten, du dürftest den Tempel nur mit Führer betreten. Das stimmt nicht — der Tempel ist für alle zugänglich (mit Sarong und Schärpe). Lass dich nicht unter Druck setzen. Sage höflich aber bestimmt „Tidak, terima kasih" (Nein, danke). Den offiziellen Eintritt zahlst du am Kassenhaus.

Tipps für den Besuch

Anreise: Von Klungkung ca. 45 Minuten, von Ubud 1,5 Stunden, von Kuta/Seminyak 2 Stunden. Eigener Fahrer empfohlen — öffentliche Busse fahren nur bis Klungkung. Parkplatz: 5.000 IDR (Motorrad), 10.000 IDR (Auto).

Kleidung: Sarong und Schärpe sind Pflicht — am Eingang auszuleihen (10.000 IDR) oder selbst mitbringen. Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Frauen während der Menstruation dürfen den Tempel nach balinesischer Tradition nicht betreten.

Beste Besuchszeit: Morgens zwischen 8:00 und 10:00 Uhr, bevor die Reisebusse kommen. Der Nebel lichtet sich meist gegen 9 Uhr und gibt den Blick auf den Agung frei. Nachmittags zieht fast immer Wolkendecke auf.

Dauer: Plane 2-3 Stunden ein, um die gesamte Anlage in Ruhe zu erkunden. Die meisten Touristen bleiben nur am Haupttempel — die kleineren Tempel weiter oben sind deutlich ruhiger und oft genauso beeindruckend.

Karangasem (Amlapura)

Karangasem (die Stadt heißt offiziell Amlapura) war einst das Zentrum des mächtigsten Königreichs auf Bali. Heute ist es eine verschlafene, authentische Kleinstadt, die kaum ein Tourist besucht — und genau das macht ihren Reiz aus. Die Überreste der königlichen Vergangenheit sind überall sichtbar.

Der Puri Agung Karangasem (Königspalast) im Stadtzentrum ist ein faszinierendes Ensemble aus balinesischer, chinesischer und europäischer Architektur — der letzte Raja war ein weitgereister Kosmopolit, der Elemente aus London, Amsterdam und Shanghai in seinen Palast integrierte. Das Bale Kambang (schwimmender Pavillon) im Lotussteich und der Maskerdam-Pavillon (benannt nach Amsterdam!) sind die Highlights.

Amlapura eignet sich als ruhige Basis für die Erkundung Ostbalis: Tirta Gangga (15 Min.), Besakih (1 Std.), Amed (45 Min.) und Padangbai (45 Min.) sind von hier bequem erreichbar. Der Morgenmarkt von Amlapura (täglich ab 5 Uhr) ist ein lebhaftes Spektakel mit Obst, Gemüse, Gewürzen und Blumen für Tempelopfer.

Padangbai — Fähren & Tauchen

Padangbai ist Balis Fährhafen für die Überfahrt nach Lombok und zu den Gili-Inseln — aber den verschlafenen Fischerort nur als Transitpunkt zu nutzen, wäre ein Fehler. Die kleine Bucht hat sich zu einem entspannten Backpacker-Treff mit hervorragenden Tauchplätzen, versteckten Stränden und einer gemütlichen Atmosphäre entwickelt.

Die Hauptbucht mit dem Fährterminal ist nicht zum Baden geeignet, aber wenige Gehminuten entfernt liegen zwei wunderschöne Buchten:

Blue Lagoon Beach (10 Minuten Fußweg östlich): Eine kleine, geschützte Bucht mit weißem Sand, klarem Wasser und einem vorgelagerten Riff, das direkt vom Strand schnorchelbar ist. Schildkröten, Clownfische und Blaupunktrochen sind regelmäßige Gäste. Tagsüber Liegen und Warungs verfügbar.

Bias Tugel Beach (auch „Secret Beach", 15 Minuten Fußweg über den Hügel östlich): Der schönste Strand der Gegend — weißer Sand, türkises Wasser, kaum Leute. Kein Schatten und kein Warung, also Wasser und Sonnenschutz mitbringen.

Tipp

Padangbai ist einer der günstigsten Orte zum Tauchen auf ganz Bali. Zwei Tauchgänge mit Ausrüstung kosten ab 700.000 IDR (ca. 40€) — deutlich günstiger als in Sanur oder Nusa Lembongan. Die Tauchschulen Water Worx und OK Divers sind empfehlenswert.

Fähren & Schnellboote

Nach Lombok (Lembar): Die staatliche Fähre von Padangbai nach Lembar fährt stündlich, rund um die Uhr. Überfahrt 4-5 Stunden. Preis: 46.000 IDR (ca. 2,60€) pro Person, Motorrad 130.000 IDR, Auto 600.000 IDR. Einfach zum Hafen kommen und das nächste Boot nehmen — keine Reservierung nötig.

Nach Gili Islands / Lombok (Senggigi): Schnellboote fahren täglich (1 Abfahrt morgens, ca. 9:00 Uhr). Überfahrt 1,5-2 Stunden nach Gili Trawangan. Preis: 350.000-600.000 IDR (20-34€) je nach Anbieter. Achtung: Bei starkem Seegang (besonders Juli-August und Dezember-Februar) fallen Boote regelmäßig aus oder die Überfahrt wird sehr rau. Buche über die Unterkunft oder einen seriösen Anbieter wie Bluewater Express oder Eka Jaya.

Achtung

Am Hafen gibt es aggressive Schlepper, die dir überteuerte Tickets verkaufen wollen. Geh direkt zum offiziellen Schalter. Für Schnellboote: Nur bei etablierten Anbietern buchen und auf den Zustand des Bootes achten — es gab in der Vergangenheit ernste Unfälle mit schlecht gewarteten Booten.

Tenganan — Bali-Aga-Dorf★★

Täglich zugänglich, am besten vormittags

Tenganan Pegringsingan ist eines der letzten Bali-Aga-Dörfer — Siedlungen der „ursprünglichen Balinesen", die ihre vorhindhuistische Kultur über Jahrhunderte bewahrt haben, als der Rest der Insel unter den Einfluss des javanischen Majapahit-Reichs geriet. Das Dorf liegt nur 5 km von Padangbai entfernt, ist aber eine Zeitreise um Jahrhunderte.

Tenganan ist streng autark und endogam organisiert: Die rund 600 Einwohner dürfen nur untereinander heiraten, Land darf nicht verkauft werden, und Entscheidungen trifft der Dorfrat nach uralten Regeln (awig-awig). Wer einen Außenstehenden heiratet, verliert das Recht, im Dorf zu leben.

Das Dorf ist berühmt für zwei einzigartige Handwerkskünste:

Geringsing: Die einzige Doppel-Ikat-Weberei der Welt (neben einigen wenigen in Japan und Indien). Beide Fadensysteme — Kette und Schuss — werden vor dem Weben separat gefärbt und so aufeinander abgestimmt, dass beim Verweben das Muster entsteht. Ein einziger Stoff kann mehrere Jahre Herstellungszeit erfordern. Geringsing-Tücher gelten als magisch und werden bei Zeremonien als Schutz getragen.

Lontar-Palmblatt-Malerei: Auf getrockneten Palmblättern werden mit Bambusnadeln feinste Muster und mythologische Szenen eingeritzt und mit Nussfarbstoff geschwärzt — eine Technik, die es nur in Tenganan gibt.

Jedes Jahr im Juni oder Juli findet das Mekare-Kare-Fest statt: Ein ritueller Kampf, bei dem junge Männer sich mit Pandanus-Blättern (die wie Rasierklingen schneiden) gegenseitig die Rücken aufritzen — ein Blutritual zu Ehren des Kriegsgottes Indra. Faszinierend und nichts für schwache Nerven.

Tipp

Der Eintritt ist eine Spende (Spendenbox am Eingang, 20.000-50.000 IDR angemessen). Besuche die Werkstätten im hinteren Teil des Dorfes — die Frauen, die Geringsing weben, erklären gern ihre Arbeit. Ein kleines Geringsing-Tuch kostet ab 300.000 IDR, ein großes kann mehrere Millionen kosten.

Ostbali praktisch

Fortbewegung: Ostbali ist ohne eigenes Fahrzeug oder privaten Fahrer schwer zu bereisen. Die Entfernungen zwischen den Highlights sind groß (Sidemen–Amed: 2 Stunden, Padangbai–Amed: 1,5 Stunden), und öffentliche Busse fahren selten und unzuverlässig. Die beste Option ist ein Roller (ab 70.000 IDR/Tag) oder ein privater Fahrer (ca. 500.000-700.000 IDR/Tag inklusive Benzin). Die Straßen sind überwiegend gut, aber die Küstenstraße nach Amed hat einige enge Kurven und steile Abschnitte.

Beste Reisezeit: April bis Oktober (Trockenzeit). Die Sicht auf den Gunung Agung ist morgens am besten. November bis März ist Regenzeit — die Reisfelder sind dann am grünsten, aber Vulkansicht oft durch Wolken verdeckt.

Geldautomaten: In Amed gibt es nur einen einzigen ATM (bei der Bank BRI, oft leer). In Amlapura und Padangbai mehrere Automaten. Bringe ausreichend Bargeld mit!

Mobilfunk: In Amed und Sidemen ist die Netzabdeckung lückenhaft — Telkomsel hat die beste Abdeckung. WLAN in Unterkünften ist meist vorhanden, aber langsam.

Achtung

Der Gunung Agung ist ein aktiver Vulkan. Er brach zuletzt 2017/2018 aus und kann jederzeit wieder aktiv werden. Beachte die Warnstufen des indonesischen Vulkanologiezentrums (PVMBG) und halte dich an Sperrzonen (meist 4-6 km Radius um den Gipfel). Besteigungen sind bei Warnstufe II und höher verboten.

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