Gáldar & die Cueva Pintada
Gáldar war einst die Hauptstadt des Guanartemato — des Königreichs der Ureinwohner (Altkanaren) auf der nördlichen Hälfte Gran Canarias. Noch heute spürt man die historische Bedeutung: Die Stadt hat ein stolzes Selbstbewusstsein, eine schöne Altstadt rund um die Plaza de Santiago und beherbergt eine der wichtigsten archäologischen Stätten der Kanaren.
Cueva Pintada (Bemalte Höhle)
Die Cueva Pintada ist das bedeutendste archäologische Monument Gran Canarias. Die Höhle enthält geometrische Wandmalereien der Ureinwohner — rote, weiße und schwarze Muster (Dreiecke, Kreise, Quadrate), deren Bedeutung bis heute nicht vollständig entschlüsselt ist. Das Museo y Parque Arqueológico Cueva Pintada wurde um die Fundstätte herum gebaut und zeigt neben der Höhle ein rekonstruiertes Dorf der Altkanaren mit Originalhäusern und Alltagsgegenständen. Die Führung (auf Spanisch und Englisch) dauert ca. 1 Stunde und ist hervorragend gemacht. Eintritt: 6€, Reservierung empfohlen.
Altstadt von Gáldar
Die Iglesia de Santiago de los Caballeros an der zentralen Plaza ist eine der schönsten Kirchen der Kanaren — neoklassizistischer Stil mit einer grünen Taufkapelle, in der angeblich die letzten altkanarischen Könige getauft wurden. Rund um die Plaza findest du hübsche Kolonialhäuser, Cafés und den kleinen Mercado Municipal mit lokalen Produkten.
Cenobio de Valerón
Etwa 5 km östlich von Gáldar liegt der Cenobio de Valerón — ein beeindruckendes System aus über 300 in den Fels gehauenen Kammern, die wie ein riesiger Bienenstock in einer steilen Klippe hängen. Lange als Kloster junger Priesterinnen (Harimaguadas) interpretiert, gilt er heute als kollektiver Getreidespeicher der Ureinwohner: ein Gemeinschaftslager, in dem die Ernte sicher vor Feinden und Witterung aufbewahrt wurde. Die Anlage ist über eine Treppe zugänglich und bietet einen faszinierenden Einblick in die Ingenieurskunst der Altkanaren. Eintritt: ca. 3€.
Sardina del Norte
Der kleine Strand Sardina del Norte (westlich von Gáldar) ist ein Geheimtipp: ein geschützter Naturstrand mit kristallklarem Wasser, ideal zum Schnorcheln und Tauchen (es gibt eine Tauchschule direkt am Strand). Wenig Touristen, dafür lokale Familien und ein paar Fischrestaurants. Ganz in der Nähe liegt der historische Faro de Sardina (Leuchtturm) mit Aussicht auf die Nordwestküste.