Anreise & Transport · Abschnitt 3/4

Mietwagen

🇬🇷 Griechenland Reiseführer

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Mietwagen

Ein Mietwagen ist in Griechenland die beste und flexibelste Art, Inseln und Festland zu erkunden — besonders auf Kreta, dem Peloponnes und den größeren Inseln. Die Hauptstraßen sind größtenteils gut ausgebaut, die Landschaft an jeder Kurve atemberaubend, und viele der schönsten Strände, Klöster und Bergdörfer sind nur mit dem Auto erreichbar. Allerdings gibt es ein paar griechische Eigenheiten, die du kennen solltest.

Preise & Buchung

ZeitraumKleinwagen/TagKompakt/TagSUV/Tag
Nebensaison (Nov–Apr)15–25€20–35€30–50€
Schultersaison (Mai, Sep–Okt)25–40€35–55€50–80€
Hochsaison (Jun–Aug)40–80€55–100€80–150€

Anbieter

International: Sixt, Europcar, Hertz, Avis, Enterprise — an allen Flughäfen und in größeren Städten verfügbar. Teurer, aber besser für Einwegmieten (z.B. Heraklion abholen, Chania abgeben), Beschwerden und Versicherungsfälle.

Lokal (oft günstiger und persönlicher): Auf Kreta z.B. Autoway, Blue Island Rentals, Crete Rental; auf den Kykladen gibt es oft nur lokale Anbieter. Der Inhaber persönlich steht am Hafen oder Flughafen, bringt dir das Auto, erklärt die besten Strände und gibt dir seine Handynummer für Notfälle. Das ist griechische Gastfreundschaft auf vier Rädern.

Vergleichsportale: CHECK24, billiger-mietwagen.de, rentalcars.com, discovercars.com — hier findest du die besten Preise und kannst Vollkasko ohne Selbstbeteiligung direkt dazubuchen.

⚠️ Griechischer Fahrstil — eine ehrliche Warnung

Sagen wir es diplomatisch: Griechen fahren kreativ. Sehr kreativ. Das ist kein Klischee, sondern gelebte Realität. Überholmanöver in unübersichtlichen Kurven sind an der Tagesordnung, Motorroller ohne Licht bei Nacht sind keine Seltenheit, Stoppschilder werden eher als freundliche Vorschläge betrachtet, rote Ampeln in der Provinz als Dekoration, und auf engen Bergstraßen begegnen dir Ziegenherden, Gegenverkehr auf deiner Spur und rückwärts fahrende Lkw. Das klingt dramatischer als es ist — nach ein paar Stunden gewöhnst du dich dran, und die Unfallrate ist niedriger als man denken würde. Aber:

  • Defensiv fahren. Immer, ausnahmslos, mit dem Unerwarteten rechnen.
  • Bergstraßen: Hupen vor unübersichtlichen Kurven. Kein Witz, sondern Standard und erwartet.
  • Überholen lassen: Langsamere Fahrzeuge weichen auf den Standstreifen (oder das Bankett) aus, damit Schnellere überholen können. Das wird auch von dir erwartet — blinke rechts und weiche aus, wenn jemand drängelt.
  • Nachts: Besondere Vorsicht — unbeleuchtet parkende Autos am Straßenrand, Motorroller ohne Licht, Schlaglöcher, und auf Inseln auch Esel auf der Straße.
  • Alkohol: 0,5 Promille-Grenze. Wird kontrolliert, besonders auf Inseln in der Hochsaison.

Inseln: Auto, Roller oder Quad?

  • Kleine Inseln (Koufonisi, Folegandros, Hydra, Symi): Kein Auto nötig oder möglich. Hydra ist komplett autofrei! Zu Fuß, per Boot, Esel oder lokalem Minibustaxi.
  • Mittlere Inseln (Naxos, Paros, Milos, Zakynthos, Tinos): Ein kleines Auto (Fiat Panda, Hyundai i10, Suzuki Jimny) reicht völlig. Viele Straßen sind eng, Parkplätze winzig. SUV nur nötig, wenn du abseits befestigter Straßen zu Geheim-Stränden willst.
  • Große Inseln (Kreta, Rhodos, Korfu, Kefalonia, Lefkada): Auto dringend empfohlen. Kreta ohne Auto ist fast unmöglich, wenn du die Südküste oder das Hinterland sehen willst — die Entfernungen sind viel größer als man denkt (Heraklion → Chania = 170 km!).
  • Roller/Scooter (50-125ccm): Ab 15-25€/Tag die beliebteste und günstigste Variante auf vielen Inseln. Perfekt für Naxos, Paros, Milos, Santorini. ABER: Roller-Unfälle sind die mit Abstand häufigste Touristenverletzung in Griechenland! Nur mit Erfahrung, immer mit Helm, nie auf Schotter, nie betrunken. Internationaler Führerschein kann verlangt werden für 125ccm+.
  • Quads/ATVs: Beliebt auf Mykonos, Santorini und Kos. Ehrlich gesagt überbewertet und gefährlicher als sie aussehen (hoher Schwerpunkt, keine Knautschzone). Lieber einen kleinen Mietwagen nehmen — komfortabler, sicherer, und oft kaum teurer.

Wichtige Tipps für Mietwagen in Griechenland

  • Vollkasko ohne Selbstbeteiligung: Unbedingt abschließen! Schotterstraßen zu Traumstränden, enge Gassen mit spiegellosen Gegenverkehr und kreative griechische Fahrer fordern ihren Tribut. Viele Reise-Kreditkarten (Barclays Visa, DKB Visa, Advanzia Mastercard Gold) inkludieren eine Mietwagen-Vollkasko — prüfe deine Karte!
  • Fährüberfahrt mit Auto: Nicht jeder Vermieter erlaubt die Mitnahme auf Inselfähren. Vorher vertraglich klären! Lokale Inselvermieter sind hier flexibler als internationale Ketten. Bei manchen ist die Inselfähre automatisch erlaubt.
  • Tanken: 1,60-1,80€/Liter (teurer als in Deutschland!). Auf kleinen Inseln gibt es oft nur 1-2 Tankstellen, die abends um 20 Uhr schließen und am Sonntag zu sind. Nie mit leerem Tank losfahren!
  • Parken in Athen: Vergiss es. Absoluter Wahnsinn. Nimm die Metro und miete erst ein Auto, wenn du Athen verlässt.
  • Unbefestigte Straßen: Auf vielen Inseln führen die schönsten Strände über Schotterstraßen. Im normalen Kleinwagen sehr langsam und vorsichtig fahren. Reifenschäden und Unterbodenschäden auf Schotter sind in den meisten Mietverträgen NICHT versichert!
  • Kratzer-Protokoll: Bei Übernahme JEDEN vorhandenen Kratzer und jede Delle fotografieren und dokumentieren lassen. Griechische Vermieter sind da manchmal ... kreativ bei der Rückgabe.

💡 Tipp

Mietwagen auf Inseln am besten beim lokalen Anbieter direkt am Hafen oder Flughafen buchen — die sind oft günstiger, persönlicher, flexibler bei Fährüberfahrten und geben dir die besten Geheimtipps für Strände und Tavernen. In der Hochsaison trotzdem vorbuchen, sonst ist auf beliebten Inseln buchstäblich kein Auto mehr verfügbar!

Achtung

Roller-Unfälle sind die Nr. 1 unter Touristenverletzungen in Griechenland. Mehrere Hundert deutsche Touristen landen jährlich wegen Roller-Unfällen im Krankenhaus — oft mit schweren Schürfwunden, Knochenbrüchen oder Kopfverletzungen. Immer Helm tragen, nie ohne Erfahrung fahren, nie auf Schotterpisten, und nie nach Alkohol. Die Versicherung beim Roller-Verleih deckt in der Regel fast nichts ab.

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