Die Highlands — Glencoe & Loch Ness★★★
Die Scottish Highlands sind eine der letzten großen Wildnisse Europas — endlose Moore, dramatische Glens (Täler), zerklüftete Munros (Berge über 914 m — es gibt 282 davon, und die Schotten sammeln sie wie Briefmarken) und eine Stille, die dich nach dem Trubel der Städte ergreift. Hier leben mehr Rothirsche als Menschen.
Glencoe — Schottlands dramatischstes Tal
Glen Coe ist das Tal, das du von jedem Schottland-Foto kennst: steile Berghänge, die sich zu beiden Seiten der A82 erheben, Wasserfälle, die bei Regen von den Klippen stürzen, und eine Atmosphäre, die gleichzeitig majestätisch und melancholisch ist. 1692 fand hier das Massaker von Glencoe statt — Regierungstruppen des Clan Campbell ermordeten 38 Angehörige des Clan MacDonald, nachdem sie deren Gastfreundschaft genossen hatten. Der Vertrauensbruch wiegt bis heute schwerer als die Zahl der Toten.
Für Wanderer: Die Three Sisters (drei markante Bergspitzen) bieten Tageswanderungen aller Schwierigkeitsgrade. Der Lost Valley (Hidden Valley der MacDonalds, 4 km, 2–3 Stunden) ist die populärste Wanderung — ein verstecktes Hochtal zwischen den Bergen.
Loch Ness
Loch Ness braucht keine Vorstellung — der 37 km lange, bis zu 230 m tiefe See ist die Heimat des berühmtesten Seeungeheuers der Welt. Ob Nessie existiert? Die Wissenschaft sagt Nein (ein DNA-Test 2019 fand keine unbekannten Arten), aber die Schotten lassen die Frage gerne offen — und das ist auch gut so. Das Loch Ness Centre in Drumnadrochit (8,95 £) erzählt die Geschichte der Sichtungen und Expeditionen mit einer charmanten Mischung aus Wissenschaft und Augenzwinkern.
Schöner als das Touristendorf Drumnadrochit: Die Ruine von Urquhart Castle am Westufer, von der aus du den klassischen Loch-Ness-Blick hast. Die B862 am weniger befahrenen Ostufer ist der Geheimtipp — ruhiger, wilder, mit Wasserfällen (Foyers Falls) und Panoramapunkten.
Fort William & Ben Nevis
Fort William am Fuß des Ben Nevis (1.345 m, höchster Berg Großbritanniens) ist das Tor zu den westlichen Highlands. Die Besteigung des Ben Nevis über den Mountain Track (17 km, 7–9 Stunden) ist bei gutem Wetter machbar, aber der Berg hat eigenes Wetter — Nebel, Schneefelder und Temperatursturz sind auch im Sommer möglich. Von Fort William fährt der Jacobite Steam Train (der „Harry Potter Zug") über das berühmte Glenfinnan Viaduct nach Mallaig — eine der fotogensten Zugstrecken der Welt.
Achtung
Die Highlands sind kein Disneyland — das Wetter kann plötzlich umschlagen, die Straßen sind einspurig (Single Track Roads mit Passing Places), und Mobilfunkempfang ist in vielen Tälern nicht vorhanden. Packe warme Kleidung, Regenzeug, Snacks und eine Offline-Karte ein. Tanke immer rechtzeitig — Tankstellen können 50 km auseinander liegen.