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Kultur & Lebensart · Abschnitt 3/3

Santería — Die verborgene Religion

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Santería — Die verborgene Religion

Santería (offiziell: Regla de Ocha) ist Kubas faszinierendste kulturelle Besonderheit — eine afro-kubanische Religion, die den Yoruba-Glauben westafrikanischer Sklaven mit dem Katholizismus der spanischen Kolonialherren verschmilzt. Geschätzt 70–80% der Kubaner praktizieren in irgendeiner Form Santería — oft parallel zum Katholizismus.

Die Orishas

Im Zentrum stehen die Orishas — Gottheiten, die jeweils einem katholischen Heiligen zugeordnet wurden (um die Verehrung vor den Kolonialherren zu verbergen):

  • Yemayá (Meeresgöttin) = Virgen de Regla. Farbe: Blau.
  • Changó (Gott des Donners, Krieges, der Männlichkeit) = Santa Bárbara. Farbe: Rot.
  • Oshún (Göttin der Liebe, des Süßwassers) = Virgen de la Caridad del Cobre. Farbe: Gelb.
  • Elegguá (Herr der Kreuzungen, Türöffner) = San Antonio. Farbe: Schwarz-Rot.
  • Obatalá (Schöpfergott) = Virgen de las Mercedes. Farbe: Weiß.

Im Alltag sichtbar

Santería ist in Havanna überall sichtbar: Menschen in komplett weißer Kleidung (Iyawó — frisch Initiierte, die ein Jahr lang Weiß tragen), Perlenketten in Orisha-Farben, Opfergaben an Straßenecken (Essen, Münzen, Rum), Altäre in Wohnungen. Es ist keine Folklore — es ist gelebter Glaube.

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