Die italienische Esskultur
Essen ist in Italien Kultur, Identität und Leidenschaft. Es gibt Regeln, die Italiener für selbstverständlich halten und die Touristen regelmäßig verletzen:
- Cappuccino nur morgens. Nach 11 Uhr trinkt man Espresso (caffè), Macchiato oder Caffè Lungo. Milch im Kaffee nach dem Essen? Für Italiener ein kulinarisches Verbrechen.
- Pasta ist ein Primo, kein Beilagengericht. Ein traditionelles italienisches Essen hat eine klare Reihenfolge: Antipasto → Primo (Pasta, Risotto) → Secondo (Fleisch, Fisch mit Contorno/Beilage) → Dolce (Dessert) → Caffè. Man muss nicht alle Gänge bestellen, aber die Reihenfolge respektieren.
- Kein Parmesan auf Fischgerichte. Und keine Pasta als Beilage zum Fleisch. Und keine Spaghetti Bolognese (die gibt es in Bologna nicht — dort heißt es Ragù, und es wird mit Tagliatelle serviert).
- Brot ist kein Vorspeise. Brot wird zum Essen gereicht, um Soße aufzutuppen (fare la scarpetta — den kleinen Schuh machen). Es wird nicht mit Olivenöl und Balsamico als Vorspeise serviert — das ist eine amerikanische Erfindung.
- Das Abendessen beginnt frühestens um 20 Uhr. Im Süden eher 21 Uhr. Ein Italiener, der um 18 Uhr zu Abend isst, existiert nicht.