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Regionen · Kapitel 6

Mount Fuji & Zentraljapan

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RegionenKapitel 6: Mount Fuji & Zentraljapan
Regionen · Kapitel 6

Mount Fuji & Zentraljapan

Mount Fuji ist Japans heiligstes Symbol — ein perfekt geformter Vulkankegel, der seit Jahrhunderten Dichter, Maler und Pilger inspiriert. Rund um den Fuji und in Zentraljapan liegen Onsen-Kurorte, alte Samurai-Städte, UNESCO-Dörfer und der Große Buddha von Kamakura — eine Region, die das traditionelle Japan wie kaum eine andere verkörpert.

Hakone — Onsen mit Fuji-Blick★★★

Hakone, Ashigarashimo-gun, Kanagawa
Hakone Loop: ca. 9:00–17:00 je nach Saison
Hakone Free Pass: ¥6.100 (~38 €, 2 Tage) ab Shinjuku

Hakone ist Tokyos beliebtestes Wochenend-Ziel — ein Onsen-Kurort in den Bergen, nur 90 Minuten von der Hauptstadt entfernt, mit dampfenden heißen Quellen, einem glitzernden Bergsee und (bei klarem Wetter) einem postkartenperfekten Blick auf den Mount Fuji.

Der Hakone Free Pass (¥6.100 ab Shinjuku, 2 Tage gültig) ist der Schlüssel zu Hakone: Er inkludiert die Anfahrt mit dem Romancecar-Zug und alle Transportmittel im Hakone-Loop — eine Route, die dich durch verschiedene Verkehrsmittel führt:

  • Hakone-Tozan-Bahn: Bergbahn mit Switchbacks durch Hortensien-Wälder
  • Seilbahn (Ropeway): Über das Ōwakudani-Tal — ein dampfendes, schwefelgelbes Vulkantal mit Fumarolen. Hier isst man Kuro-Tamago (schwarze Eier, in Schwefelquellen gekocht, ¥500/5 Stück). Der Legende nach verlängert jedes Ei das Leben um sieben Jahre.
  • Piratenschiff auf dem Ashi-See: Kreuzfahrt über den Bergsee mit Fuji-Panorama im Hintergrund (wetterabhängig!)

Hakone hat Dutzende Onsen — von luxuriösen Ryokans mit privatem Outdoor-Bad (Rotenburo) über öffentliche Bäder (Sento) bis zum kostenlosen Fußbad am Bahnhof. Die Hakone Yuryo (¥1.500) ist ein modernes Tages-Onsen mit verschiedenen Becken und Fuji-Blick.

Für Kunstliebhaber: Das Hakone Open-Air Museum (¥1.600) zeigt Skulpturen von Picasso, Henry Moore und Niki de Saint Phalle in einem Bergpanorama — eines der ungewöhnlichsten Museen der Welt.

Tipp

Der Fuji ist am häufigsten morgens sichtbar (vor 10 Uhr) und an klaren Wintertagen. November bis Februar bieten die besten Chancen. Im Sommer versteckt er sich oft hinter Wolken. Übernachte in einem Ryokan mit privatem Onsen — das romantischste Erlebnis der Region.

Achtung

Das Ōwakudani-Gebiet wird bei erhöhter vulkanischer Aktivität gesperrt — das passiert mehrmals im Jahr. Vorab den Status prüfen (Hakone Navi App). Bei Asthma oder Atemproblemen ist der Schwefeldampf problematisch.

Fuji Five Lakes (Fujigoko)★★★

Fujikawaguchiko, Minamitsuru-gun, Yamanashi
Fuji-Klettersaison: Juli–Mitte September
Fuji-Eintritt: ¥2.000 | Berghütte: ¥8.000–10.000/Nacht

Die Fuji Five Lakes (富士五湖, Fujigoko) am Nordfuß des Mount Fuji bieten die schönsten und nächsten Blicke auf Japans heiligen Berg — perfekte Spiegelungen im stillen Wasser, Kirschblüten im Frühling, Herbstlaub im November.

Die fünf Seen

  • Kawaguchiko: Der beliebteste und am besten erschlossene See. Panoramablick auf den Fuji von der Nordseite, Seilbahn zum Mount Kachi Kachi (¥900), Retro-Buslinien zu allen Sehenswürdigkeiten. Hier liegt auch die berühmte Chureito-Pagode — rote Pagode mit Fuji im Hintergrund, eines der meistfotografierten Motive Japans (398 Stufen Aufstieg).
  • Saiko: Der ruhigste See, umgeben von Wald. Perfekt für Kajakfahren und die Aokigahara-Lavafelder.
  • Yamanakako: Der größte See, mit Wassersport und Camping.
  • Shōjiko: Der kleinste und ursprünglichste See.
  • Motosuko: Der tiefste See mit dem klarsten Wasser — die Fuji-Ansicht von hier ziert den 1.000-Yen-Schein!

Mount Fuji besteigen

Die Klettersaison ist kurz: Juli bis Mitte September. Vier Routen führen zum Gipfel (3.776 m), die beliebteste ist der Yoshida-Trail ab der 5. Station (2.305 m, per Bus erreichbar). Der Aufstieg dauert 5–7 Stunden, der Abstieg 3–4 Stunden. Viele starten nachmittags, übernachten in einer Berghütte (¥8.000–10.000 mit Abendessen) und steigen für den Sonnenaufgang (Goraiko) zum Gipfel auf.

Ausrüstung: Gute Wanderschuhe, warme Kleidung (am Gipfel 5–10 °C selbst im Sommer), Stirnlampe, Wasser, Bargeld für die Hütten. Seit 2024 ist eine Eintrittsgebühr von ¥2.000 und eine Online-Reservierung erforderlich.

Tipp

Die Chureito-Pagode in Fujiyoshida ist DAS Foto-Motiv — aber die 398 Stufen sind bei Hitze anstrengend. Geh morgens vor 8 Uhr für klaren Fuji-Blick und weniger Menschenmassen. Für den Fuji-Aufstieg: Die Berghütte Taishi-kan auf 3.000 m bietet den besten Blick zum Sonnenaufgang.

Achtung

Den Fuji NICHT außerhalb der offiziellen Klettersaison (Juli–September) besteigen — Schnee, Eis und extreme Winde machen den Berg lebensgefährlich. Auch in der Saison: Höhenkrankheit ist ab 3.000 m möglich. Langsam aufsteigen und viel trinken.

Kamakura — Der Große Buddha★★

Kamakura, Kanagawa
Daibutsu: 8:00–17:30 (Okt–Mär bis 17:00)
Daibutsu: ¥300 (~1,90 €) | Innenbesichtigung: ¥50

Kamakura war im 13.–14. Jahrhundert Japans politisches Zentrum — Sitz des ersten Shogunats und eine Tempelstadt, die mit Kyoto rivalisierte. Heute ist die kleine Küstenstadt ein perfekter Tagesausflug von Tokyo (1 Stunde per JR Yokosuka-Linie, ¥940).

Das Haupthighlight ist der Große Buddha (Daibutsu) im Kōtoku-in-Tempel — eine 13,35 Meter hohe, 121 Tonnen schwere Bronze-Statue aus dem Jahr 1252. Ursprünglich stand sie in einer Halle, die 1498 von einem Tsunami weggerissen wurde — seitdem sitzt der Buddha im Freien und meditiert unter freiem Himmel. Für ¥50 extra kannst du durch eine Tür in den hohlen Rücken der Statue klettern.

Weitere Highlights:

  • Tsurugaoka Hachiman-gū: Kamakuras wichtigster Schrein, am Ende einer breiten Allee mit Kirschbäumen. Im September findet hier Yabusame (berittenes Bogenschießen) statt — eines der spektakulärsten Festivals Japans.
  • Hasedera: Tempel mit der 9 Meter hohen, vergoldeten Kannon-Statue und einem Höhlengang mit Hunderten kleinen Buddha-Figuren. Der Garten bietet Meerblick.
  • Komachi-dōri: Lebhafte Einkaufsstraße zwischen Bahnhof und Schrein — Souvenirs, Matcha-Eis, Dango (Reisklöße).
  • Enoshima: Kleine Insel, per Brücke erreichbar (20 Min. per Zug von Kamakura). Höhlen, Schreine, Meerblick und bei klarem Wetter Fuji-Panorama.

Tipp

Kamakura hat auch wunderschöne Wanderwege durch die bewaldeten Hügel — der „Daibutsu Hiking Trail" verbindet den Großen Buddha mit dem Jōchi-ji-Tempel durch einen Wald (30 Min., leicht). Perfekt zur Kirschblüte und Herbstlaubzeit.

Nikkō — Pracht im Wald★★

2301 Sannai, Nikko, Tochigi
Tōshō-gū: 8:00–17:00 (Nov–Mär: 8:00–16:00)
¥1.300 (~8 €) für den Schrein-Komplex

Nikkō ist das Gegenteil von Zen-Minimalismus — hier ist mehr mehr. Der Tōshō-gū-Schrein, das Mausoleum des ersten Tokugawa-Shoguns Ieyasu, ist Japans opulentestes Bauwerk: über 2,4 Millionen Blattgold-Platten, 5.173 Schnitzereien, darunter die berühmten drei Affen (nichts sehen, nichts hören, nichts sagen) und die „schlafende Katze" (Nemuri-neko).

Der gesamte Schrein-Komplex (UNESCO-Welterbe) liegt in einem alten Zedernwald — die Kombination aus barocker Pracht und stiller Natur ist einzigartig. Die Yōmeimon (Sonnentor) allein hat über 500 Schnitzereien — man könnte einen ganzen Tag nur damit verbringen, die Details zu studieren.

Nikkō liegt 2 Stunden nördlich von Tokyo (Tobu Railway ab Asakusa, ¥2.800 Hin+Rück mit Nikko Pass). Die Umgebung bietet:

  • Kegon-Wasserfall: 97 Meter hoher Wasserfall, per Aufzug zur Aussichtsplattform (¥570).
  • Chūzenji-See: Bergsee auf 1.269 m Höhe, umgeben von Herbstlaub im Oktober.
  • Kinugawa Onsen: Onsen-Kurort in der Nähe.

Tipp

Der Nikko World Heritage Pass (¥2.120 ab Asakusa, 2 Tage) inkludiert Zugfahrt und Busse in Nikkō. Komm unter der Woche — am Wochenende ist der Tōshō-gū überlaufen. Im Herbst (Oktober) ist die Fahrt zum Chūzenji-See durch die Irohazaka-Serpentinen (48 Kurven) spektakulär.

Takayama — Klein-Kyoto in den Alpen★★

Takayama, Gifu Präfektur
Morgenmarkt: 6:00–12:00 täglich | Altstadt: jederzeit
Hida-Beef-Sushi: ¥600–1.000 | Sake-Verkostung: kostenlos

Takayama (高山) ist eine Perle in den japanischen Alpen — eine Bergstadt mit wunderschön erhaltener Edo-zeitlicher Altstadt, einem der besten Morgenmärkte Japans und einer Sake-Brauerei-Szene, die ihresgleichen sucht.

Die Sanmachi Suji (drei Altstadtgassen) sind das Herz Takayamas: dunkelbraune Holzhäuser aus dem 17.–19. Jahrhundert, Sake-Brauereien (erkennbar an den kugelförmigen Sugidama-Zedern über dem Eingang), Miso-Geschäfte und gemütliche Cafés. Die Atmosphäre erinnert an Kyoto vor 100 Jahren — nur ohne die Massen.

Der Miyagawa-Morgenmarkt (6:00–12:00, täglich) am Flussufer ist einer der ältesten Bauernmärkte Japans: eingelegtes Gemüse, lokaler Apfelsaft, Hida-Rindfleisch-Spieße (¥500–800), frische Mochi und Handwerkskunst. Die andere Sehenswürdigkeit ist das Takayama Festival (14./15. April und 9./10. Oktober) — eines der drei schönsten Festivals Japans mit kunstvollen Festwagen (Yatai) und Marionetten-Theater.

Hida-Rindfleisch ist Takayamas kulinarischer Star — ein Wagyu-Rind, das mit Kobe-Beef konkurriert, aber weniger bekannt und günstiger ist. Probiere Hida-Beef-Sushi auf der Hand (¥600–1.000) in den Altstadtgassen.

Tipp

Takayama lässt sich perfekt mit Shirakawa-gō verbinden (50 Min. per Bus). Plane eine Übernachtung ein — die Altstadt ist morgens und abends am stimmungsvollsten, wenn die Tagesausflügler weg sind. Sake-Fans: Fünf Brauereien bieten Gratisverkostungen an (suche nach dem Sugidama-Ball über der Tür).

Shirakawa-gō — UNESCO-Strohdächer★★★

Shirakawa-mura, Ōno-gun, Gifu
Dorf: 24h | Museen: 9:00–17:00
Eintritt frei (Museumshäuser: ¥300 je) | Aussichtspunkt Shuttle: ¥200

Shirakawa-gō (白川郷) ist ein UNESCO-Welterbe-Dorf in den japanischen Alpen — berühmt für seine Gasshō-zukuri-Bauernhäuser (合掌造り, „Hände zum Gebet gefaltet"), deren steile Strohdächer bis zu 60° geneigt sind, um die extremen Schneemassen der Region abgleiten zu lassen. Die Häuser sind bis zu 250 Jahre alt und manche haben vier Stockwerke.

Das Dorf liegt in einem tiefen Tal, umgeben von Bergen, und sieht aus wie ein japanisches Märchen — besonders im Winter, wenn die Strohdächer unter einer dicken Schneeschicht verschwinden und das Dorf bei der jährlichen Illumination (Januar/Februar, Samstagnächte) in warmes Licht getaucht wird. Diese Nächte sind so beliebt, dass man Monate vorher buchen muss — per Lotterie!

Das Wada-Haus und das Kanda-Haus sind als Museen zugänglich (¥300 jeweils) und zeigen, wie die Familien über Generationen in diesen Häusern lebten — mit Seidenraupen auf dem Dachboden und offenen Feuerstellen (Irori) im Erdgeschoss. Vom Shiroyama-Aussichtspunkt (15 Min. Aufstieg) hat man den postkartenperfekten Blick über das gesamte Dorf.

Anreise: Per Bus von Takayama (50 Min., ¥2.600) oder Kanazawa (75 Min., ¥2.000). Einige Gasshō-zukuri-Häuser sind heute Minshuku (Pensionen) — eine Übernachtung in einem 250 Jahre alten Strohhaus mit Irori-Abendessen ist ein unvergessliches Erlebnis (¥10.000–15.000/Person mit Halbpension).

Tipp

Die Winter-Illumination ist magisch, aber extrem schwer zu buchen. Alternative: Komm tagsüber im Winter an einem Wochentag — das verschneite Dorf ist auch ohne Illumination atemberaubend und deutlich ruhiger. Für Fotografen: Der Shiroyama-Aussichtspunkt morgens im Nebel ist surreal.

Kanazawa — Garten, Gold & Samurai★★

Kanazawa, Ishikawa Präfektur
Kenroku-en: 7:00–18:00 (Okt–Feb: 8:00–17:00)
Kenroku-en: ¥320 (~2 €) | 21st Century Museum: kostenlos (Außen)/¥1.200 (Ausstellungen)

Kanazawa (金沢, „Goldener Sumpf") ist Japans unterschätzteste Kulturstadt — eine ehemalige Burgstadt, die im Zweiten Weltkrieg nicht bombardiert wurde und daher historische Viertel, einen der drei schönsten Gärten Japans und ein lebendiges Kunsthandwerk bewahrt hat.

Das Herzstück ist Kenroku-en — einer der „drei perfekten Gärten" Japans (Nihon Sanmeien). 11 Hektar groß, mit Teichen, Brücken, Teehäusern und der berühmten Kotoji-Laterne (zweibeinge Steinlaterne, Kanazawas Wahrzeichen). Jede Jahreszeit bringt neue Schönheit — im Winter werden die Bäume mit Yukitsuri (Schnurschützschirmen) vor Schneelast geschützt, was einen einzigartigen geometrischen Anblick erzeugt.

Weitere Highlights:

  • Higashi Chaya District: Geisha-Viertel mit Teehäusern aus dem 19. Jahrhundert. Weniger touristisch als Kyotos Gion. Blattgold-Eis (¥891) ist Kanazawas Instagram-Sensation.
  • Nagamachi Samurai District: Erhaltene Samurai-Residenzen mit Lehmmauern und kleinen Gärten.
  • 21st Century Museum of Contemporary Art: Kreisrundes Glasgebäude mit Leandro Erlichs berühmtem „Swimming Pool" (Illusion, in die man von unten hineingeht). Eintritt zum Außenbereich kostenlos.
  • Ōmi-chō Market: Kanazawas Fisch- und Gemüsemarkt seit über 300 Jahren — frischer Kaisen-don (Meeresfrüchte-Reisschüssel) ab ¥1.500.

Anreise: 2,5 Stunden von Tokyo mit dem Hokuriku Shinkansen (im JR Pass inklusive).

Tipp

Kanazawa produziert 99 % des japanischen Blattgolds. Das Blattgold-Eis bei Hakuichi (Higashi Chaya) ist ein Muss — ein ganzes Blatt 24-Karat-Gold auf Vanilleeis. Sieht spektakulär aus und schmeckt... nach Vanilleeis (Gold hat keinen Geschmack).

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