🇯🇵
Regionen · Kapitel 3

Tokyo

Japan Reiseführer

Übersicht|
RegionenKapitel 3: Tokyo
Regionen · Kapitel 3

Tokyo

Tokyo ist eine Stadt, die jede Vorstellungskraft sprengt — eine Metropole mit 14 Millionen Menschen (38 Millionen in der Region), in der uralte Schreine zwischen Wolkenkratzern stehen, Roboter-Restaurants neben Zen-Gärten existieren und das beste Essen der Welt an winzigen Theken mit sechs Plätzen serviert wird. Tokyo ist nicht eine Stadt, sondern ein Dutzend Städte, die zufällig zusammengewachsen sind — jedes Viertel eine eigene Welt.

Shibuya & die berühmte Kreuzung★★★

Shibuya Station, Shibuya-ku, Tokyo
Shibuya Sky: 10:00–22:30 (letzter Einlass 21:20)
Kreuzung: kostenlos | Shibuya Sky: ¥2.000 (~12,50 €)

Shibuya Crossing ist das Bild, das die meisten mit Tokyo verbinden — die berühmteste Fußgängerkreuzung der Welt. Bei jeder Ampelphase strömen bis zu 3.000 Menschen gleichzeitig von allen Seiten über die Straße, umgeben von riesigen LED-Bildschirmen und Neonreklame. Es ist organisiertes Chaos in Perfektion, und trotz der Menschenmassen stößt niemand zusammen.

Der beste Blick auf die Kreuzung ist vom Shibuya Sky — der Aussichtsplattform auf dem Shibuya Scramble Square (230 m Höhe, ¥2.000/12,50 €). Alternativ kostenlos: das Starbucks an der Kreuzung (2. OG Tsutaya Building) oder das Mag's Park Rooftop des Shibuya 109 Gebäudes.

Vor dem Bahnhof steht die Bronze-Statue von Hachikō — dem treuen Akita-Hund, der neun Jahre lang täglich am Bahnhof auf sein verstorbenes Herrchen wartete (1925–1935). Die Geschichte wurde zum Film und zum Symbol japanischer Loyalität. Die Statue ist Tokyos beliebtester Treffpunkt.

Hinter der Kreuzung erstreckt sich ein Labyrinth aus Gassen mit Boutiquen, Izakayas, Karaoke-Bars und Restaurants. Die Shibuya Center-gai ist die belebteste Einkaufsstraße, Nonbei Yokocho (Säufergasse) eine enge Gasse mit winzigen Bars für jeweils sechs Gäste — perfekt für einen Abend mit Sake und Yakitori.

Tipp

Die Kreuzung ist bei Nacht am eindrucksvollsten, wenn die Neonlichter leuchten. Für das beste Foto: Shibuya Sky bei Sonnenuntergang buchen (Online-Tickets ¥1.800 statt ¥2.000 vor Ort). Freitag- und Samstagabend ist die Kreuzung am vollsten — perfekt für das Erlebnis.

Shinjuku — Wolkenkratzer & Nachtleben★★★

Shinjuku-ku, Tokyo
Aussichtsplattform Rathaus: 9:30–23:00 (kostenlos) | Shinjuku Gyoen: 9:00–16:30
Rathaus: kostenlos | Shinjuku Gyoen: ¥500 (~3 €)

Shinjuku ist Tokyos hyperaktives Herz — der meistgenutzte Bahnhof der Welt (3,5 Millionen Passagiere täglich), ein Wolkenkratzerviertel, das beste Nachtleben der Stadt und ein überraschend friedlicher japanischer Garten, alles innerhalb weniger Gehminuten.

Das Westliche Shinjuku ist Tokyos Manhattan: Dutzende Hochhäuser beherbergen Hotels und Büros. Im 45. Stock des Tokyo Metropolitan Government Building gibt es eine kostenlose Aussichtsplattform mit 360°-Panorama über Tokyo — bei klarem Wetter bis zum Mount Fuji. Einer der besten Gratis-Aussichtspunkte Asiens.

Das Östliche Shinjuku ist das Unterhaltungsviertel. Hier liegt Kabukichō, Tokyos berüchtigteste Vergnügungsmeile — Neonreklame, Karaoke, Spielhallen, Restaurants und Bars auf dutzenden Etagen. Das ikonische Godzilla-Head auf dem Hotel Gracery wacht über das Viertel. Seit 2023 lockt die neue Kabukichō Tower mit Entertainment auf 48 Stockwerken.

Für Ruhe: Der Shinjuku Gyoen ist einer der schönsten Parks Tokyos — mit japanischem Garten, englischem Landschaftspark und französischem Formalgarten. Zur Kirschblüte einer der Hotspots Tokyos (¥500 Eintritt, Alkohol verboten im Park).

Für Bar-Hopping: Golden Gai — ein Labyrinth aus über 200 winzigen Bars, manche mit nur vier Sitzen. Jede Bar hat ein eigenes Thema: Jazz, Punk, Manga, Filmklassiker. Einige berechnen ¥500–1.000 Eintritt (Sitzgebühr), was dann auf die Getränke angerechnet wird.

Tipp

Das Tokyo Metropolitan Government Building (Rathaus) bietet den besten KOSTENLOSEN Ausblick über Tokyo — und ist deutlich weniger überlaufen als der Tokyo Tower oder Skytree. Hingehen bei klarem Wetter am späten Nachmittag für Sonnenuntergang mit Fuji-Blick.

Asakusa & Sensō-ji★★★

2-3-1 Asakusa, Taito-ku, Tokyo
Haupthalle: 6:00–17:00 (Okt–Mär: 6:30–17:00) | Gelände: 24h
Eintritt frei

Sensō-ji ist Tokyos ältester und berühmtester Tempel — gegründet im Jahr 645, als zwei Fischer eine goldene Kannon-Statue (Göttin der Barmherzigkeit) aus dem Sumida-Fluss zogen. Ob die Geschichte stimmt, ist nebensächlich — der Tempel ist ein Meisterwerk und das spirituelle Herz des alten Tokyo.

Der Besuch beginnt am Kaminarimon (Donnertor) mit seiner riesigen roten Laterne — Tokyos meistfotografiertes Motiv. Durch das Tor führt die Nakamise-dōri, eine 250 Meter lange Einkaufsstraße mit über 90 Ständen, die seit Jahrhunderten Souvenirs, Reiscracker (Senbei), Melon Pan und traditionelles Handwerk verkaufen.

Am Ende der Nakamise steht das zweite Tor (Hōzōmon) und dahinter die imposante Haupthalle mit ihrer geschwungenen Dachsilhouette. Vor der Halle steht ein großes Räuchergefäß — Japaner fächeln sich den Rauch über den Körper, um Krankheiten zu heilen. Daneben die Omikuji-Stäbe: Für ¥100 ziehst du dein Schicksalslos. Wenn du ein schlechtes Los (Kyō) bekommst, binde es an den Drahtständer — so bleibt das Pech im Tempel und geht nicht mit dir.

Das Viertel Asakusa drumherum hat den Charme des alten Shitamachi (Unterstadt-Tokyo) bewahrt: kleine Handwerksbetriebe, traditionelle Süßigkeitenläden, Rikscha-Fahrer in Kimono und die Hoppy-dōri, eine Gasse voller Izakayas, wo Einheimische abends Hoppy (bierähnliches Getränk) trinken.

Tipp

Komm vor 7 Uhr morgens oder nach 19 Uhr abends — dann ist der Tempel fast menschenleer und magisch beleuchtet. Die Nakamise-Stände schließen um 17–18 Uhr, aber der Tempel selbst ist 24 Stunden zugänglich. Nachts ist Sensō-ji spektakulär beleuchtet und völlig ruhig.

Akihabara — Anime, Manga & Nerd-Kultur★★

Akihabara, Chiyoda-ku/Taito-ku, Tokyo
Geschäfte: meist 10:00–20:00 | Spielhallen: bis 23:00–24:00
Eintritt frei (Geschäfte/Spielhallen individuell)

Akihabara (秋葉原, kurz „Akiba") ist das Epizentrum der japanischen Otaku-Kultur — eine elektrisierende Mischung aus Anime-Shops, Manga-Läden, Retro-Spielhallen, Maid-Cafés und Elektronik-Kaufhäusern, die auf Dutzenden Etagen übereinander gestapelt sind.

Die Hauptstraße Chuo-dōri wird sonntags zur Fußgängerzone und verwandelt sich in ein Cosplay-Festival. In den Seitenstraßen findest du Mandarake (acht Etagen gebrauchte Manga, Anime-Figuren und seltene Sammlerstücke), Yodobashi Camera (neun Etagen Elektronik zu Steuerfreipreisen für Touristen) und Dutzende kleine Läden für Gashapon-Kapseln (Spielzeugautomaten ab ¥200).

Die Spielhallen (Game Centers) sind ein Erlebnis für sich: Taiko-Trommeln, Tanzmatten, UFO-Greifer, Foto-Kabinen mit Manga-Filtern und Retro-Arcade-Klassiker. Viele sind mehrstöckig und öffnen bis Mitternacht. Die berühmtesten: Super Potato (Retro-Games) und Sega/GiGO.

Maid-Cafés sind Akihabaras berühmteste Kuriosität: Kellnerinnen in Dienstmädchen-Kostümen begrüßen dich mit „Willkommen zu Hause, Herr/Frau!" und verzieren dein Essen mit Ketchup-Herzen. Bizarre, aber harmlose Unterhaltung. ¥1.500–3.000 für Getränk plus „Show".

Tipp

Akihabara ist überwältigend — plane 3–4 Stunden ein. Für Elektronik: Bring deinen Reisepass mit, viele Geschäfte bieten steuerfreien Einkauf (Tax Free) ab ¥5.000. Für Anime-Fans: Mandarake und Animate sind die Pflicht-Stops.

Harajuku & Meiji-Schrein★★★

Meiji-Jingū: 1-1 Yoyogikamizonocho, Shibuya-ku | Takeshita-dōri: Jingumae, Shibuya-ku
Meiji-Jingū: Sonnenaufgang–Sonnenuntergang | Geschäfte: 10:00–20:00
Schrein: Eintritt frei | Ema: ¥500

Harajuku ist Tokyos Schmelztiegel der Jugendmode — und gleichzeitig Heimat des heiligsten Schinto-Schreins der Hauptstadt. Dieser Kontrast ist typisch Tokyo: Von der quietschbunten Takeshita-dōri zum stillen Wald des Meiji-Jingū sind es nur drei Minuten zu Fuß.

Die Takeshita-dōri ist eine 400 Meter lange Fußgängerstraße, vollgestopft mit Mode-Boutiquen, Crêpe-Ständen, Süßigkeitenläden und Trend-Shops. Hier werden Japans Jugendtrends geboren — von Kawaii-Mode bis Streetwear. Am Wochenende ist die Straße so voll, dass man sich treiben lassen muss.

Direkt daneben, hinter einem massiven Torii-Tor aus Zypressenholz, beginnt der Meiji-Jingū (Meiji-Schrein) — Tokyos wichtigster Shinto-Schrein, eingebettet in einen 70 Hektar großen Wald mit 120.000 Bäumen. Der Wald wurde 1920 künstlich angelegt und ist heute ein lebendiges Ökosystem mitten in der Megacity. Der Weg zum Schrein führt durch das riesige Torii-Tor (12 m hoch, aus 1.500 Jahre alter taiwanischer Zypresse) und einen kiesbestreuten Pfad unter dem Blätterdach.

Der Schrein ehrt Kaiser Meiji und Kaiserin Shōken, die Japan im 19. Jahrhundert modernisierten. Am Neujahrstag kommen über 3 Millionen Besucher — die größte Versammlung Japans. Am Schrein kannst du Ema (Wunschtäfelchen) beschriften (¥500) und mit etwas Glück eine traditionelle Shinto-Hochzeit beobachten — das Brautpaar in weißem Kimono, eine Prozession mit Priestern und Miko (Schrein-Jungfrauen).

Für Mode-Fans: Die Omotesandō (Harajukus Champs-Élysées) ist eine breite Allee mit Flagship-Stores internationaler Designer in architektonisch beeindruckenden Gebäuden (Prada, Dior, Tokyu Plaza). Die Seitenstraßen (Cat Street, Ura-Harajuku) bieten Independent-Labels und Vintage-Shops.

Tipp

Kombiniere Meiji-Schrein (morgens, 1–1,5 Std.) mit Harajuku-Shopping (Takeshita-dōri + Omotesandō, 2–3 Std.). Der Schrein öffnet bei Sonnenaufgang — geh früh, wenn die Morgensonne durch die Bäume fällt. Am Wochenende triffst du manchmal Cosplayer auf der Jingū-Brücke.

Tsukiji Outer Market★★★

4-16-2 Tsukiji, Chuo-ku, Tokyo
Meiste Stände: 5:00–14:00 (viele schließen wenn ausverkauft)
Sushi-Set: ¥1.500–4.000 | Streetfood: ¥100–1.000 pro Stück

Obwohl der berühmte Thunfisch-Großmarkt 2018 nach Toyosu umzog, blieb der Tsukiji Outer Market (Tsukiji Jōgai Shijō) bestehen — und ist heute Tokyos bestes kulinarisches Erlebnis. Auf wenigen hundert Metern reihen sich über 400 Stände und Restaurants aneinander, die fangfrische Meeresfrüchte, Sushi, Tamagoyaki (japanisches Omelett), Wagyu-Spieße und süße Spezialitäten anbieten.

Der Markt ist am besten früh morgens (7:00–10:00 Uhr). Beginne mit einem Sushi-Frühstück an einer der legendären Theken — Sushi Dai und Daiwa Sushi (beide jetzt in Toyosu) waren berühmt, aber im Outer Market gibt es Dutzende hervorragende Alternativen. Ein Omakase-Set (Auswahl des Küchenchefs) kostet ¥2.000–4.000 (~12–25 €) — für Sushi dieser Qualität in Europa undenkbar.

Beim Schlendern probieren: frisch gegrillte Jakobsmuscheln (¥500), Uni (Seeigel, ¥600–1.000), Tamagoyaki (süßes Omelett am Stiel, ¥100), Wagyu-Spieße (¥800–1.500), Matcha-Mochi und frische Austern (¥400). Iss dich von Stand zu Stand durch — das ist der Sinn von Tsukiji.

Für die Thunfisch-Auktion: Diese findet jetzt im neuen Toyosu Market statt (Besucherbereich mit Glasscheiben, ab 5:30 Uhr, kostenlos). Toyosu ist hypermodern, aber klinisch — Tsukiji hat die Seele behalten.

Tipp

Komm zwischen 7 und 9 Uhr morgens — dann ist der Fisch am frischesten und die schlimmsten Massen sind noch nicht da. Bargeld mitbringen, viele Stände akzeptieren keine Karten. Dienstags und mittwochs sind einige Stände geschlossen — vorher online prüfen.

Tokyo Tower & Skytree★★

Tokyo Tower: 4-2-8 Shibakoen, Minato-ku | Skytree: 1-1-2 Oshiage, Sumida-ku
Tokyo Tower: 9:00–23:00 | Skytree: 10:00–21:00
Tower: ¥1.200–3.000 | Skytree: ¥2.100–3.100

Zwei Türme, zwei Epochen: Der Tokyo Tower (1958, 333 m) und der Tokyo Skytree (2012, 634 m) sind Tokyos vertikale Wahrzeichen — der eine ein nostalgisches Symbol des Wirtschaftswunders, der andere ein Hightech-Koloss und höchster Fernsehturm der Welt.

Tokyo Tower

Inspiriert vom Eiffelturm, rot-weiß gestrichen und 333 Meter hoch. Zwei Aussichtsplattformen: Main Deck (150 m, ¥1.200) und Top Deck (250 m, ¥3.000 mit Führung). Nachts spektakulär beleuchtet — besonders schön vom Shiba-Park aus gesehen. Der Tower hat mehr Charme als der modernere Skytree und ist weniger überlaufen.

Tokyo Skytree

Mit 634 Metern der höchste freistehende Fernsehturm der Welt. Zwei Plattformen: Tembo Deck (350 m, ¥2.100) und Tembo Galleria (450 m, ¥3.100 Kombi). An klaren Tagen Sicht bis zum Fuji. Am Fuß liegt Tokyo Solamachi — ein riesiges Einkaufszentrum mit über 300 Geschäften und einem Planetarium.

Welchen wählen? Der Skytree ist höher und moderner, aber teurer und oft überlaufen. Der Tokyo Tower ist nostalgischer, günstiger und hat kürzere Wartezeiten. Oder spare beides und geh auf die kostenlose Aussichtsplattform des Rathauses in Shinjuku.

Odaiba — Tokyos futuristische Insel

Odaiba, Minato-ku, Tokyo
Variiert je nach Attraktion
Miraikan: ¥630 (~4 €) | Gundam Base: kostenlos

Odaiba ist eine künstliche Insel in der Bucht von Tokyo — ein futuristisches Unterhaltungsviertel mit Einkaufszentren, Museen und dem besten Blick auf die Rainbow Bridge und die Skyline bei Nacht.

Die Anfahrt über die Yurikamome-Linie (fahrerlose Monorail, ab Shimbashi) ist bereits ein Erlebnis — der Zug schwebt über die Rainbow Bridge mit Panoramablick auf die Bucht. Auf der Insel: das TeamLab Borderless (seit 2024 im Azabudai Hills) war hier einst das berühmteste Digital-Art-Museum, aber Odaiba hat noch viel zu bieten.

Für Familien: Miraikan (Nationalmuseum für Zukunfts-Wissenschaft, ¥630), Legoland Discovery Center, Madame Tussauds. Der Oedo Onsen Monogatari war ein Onsen-Themenpark im Edo-Stil (geschlossen 2021, Nachfolger geplant).

Am Hafen steht eine lebensgroße Unicorn Gundam Statue (19,7 m) vor dem DiverCity-Einkaufszentrum — sie „transformiert" sich mehrmals täglich mit Licht- und Soundeffekten. Nebenan: Venus Fort (Einkaufszentrum im venezianischen Stil) und Palette Town mit dem Riesenrad.

Abends ist der Blick von der Odaiba-Promenade über die Bucht auf die beleuchtete Rainbow Bridge und die Skyline einer der schönsten Stadtblicke Tokyos — kostenlos und unübertroffen.

Tipp

Odaiba ist am besten bei Sonnenuntergang und abends. Nimm die Yurikamome-Linie ab Shimbashi und setz dich vorne in den fahrerlosen Zug für den Panoramablick über die Rainbow Bridge. Für Regen-Tage ideal wegen der vielen Indoor-Attraktionen.

Ueno — Museen, Park & Ameya-Yokochō★★

Ueno-Park, Taito-ku, Tokyo
Park: 5:00–23:00 | Nationalmuseum: 9:30–17:00 (Fr/Sa bis 21:00)
Park: kostenlos | Nationalmuseum: ¥1.000 (~6 €)

Ueno ist Tokyos Kulturviertel — ein riesiger Park mit Japans bedeutendsten Museen, einem malerischen Lotussee, dem ältesten Zoo des Landes und dem quirligen Markt Ameya-Yokochō direkt neben dem Bahnhof.

Der Ueno-Park (Ueno Kōen) ist 53 Hektar groß und beherbergt:

  • Tokyo Nationalmuseum (¥1.000) — Japans größtes und ältestes Museum mit über 110.000 Exponaten: Samurai-Rüstungen, Ukiyo-e-Holzschnitte, Buddha-Statuen, Keramik. Allein die Haupthalle (Honkan) braucht 2 Stunden.
  • Nationalmuseum für Westliche Kunst (¥500) — Ein Le-Corbusier-Gebäude (UNESCO-Welterbe!) mit Rodin-Skulpturen im Garten und Werken von Monet bis Pollock.
  • Ueno Zoo (¥600) — Japans ältester Zoo (seit 1882) mit Pandas als Star-Attraktion.
  • Shinobazu-no-Ike — Ein Lotussee mitten im Park, im Sommer mit riesigen rosa Lotusblüten bedeckt. Tretboote zum Mieten.

Zur Kirschblüte ist Ueno-Park einer der beliebtesten Hanami-Spots Tokyos — über 1.000 Kirschbäume, darunter eine Allee, die einen rosa Tunnel bildet. Picknicken unter den Bäumen mit Bento und Sake.

Die Ameya-Yokochō (Ameyoko) ist ein quirliger Straßenmarkt unter den Bahngleisen — fangfrischer Fisch, getrocknete Früchte, Süßigkeiten, Streetwear und Sneaker zu Schnäppchenpreisen. Laut, chaotisch, aufregend — das Gegenprogramm zu Tokyos polierter Oberfläche.

Tipp

Das Tokyo Nationalmuseum verdient einen ganzen Vormittag. Freitags und samstags bis 21 Uhr geöffnet (Abendstunden sind ruhiger). Für den Park: Morgens kommen, Museen besuchen, mittags Ameyoko für Streetfood, nachmittags den See genießen.

Essen in Tokyo — Kulinarische Hauptstadt der Welt★★★

Tokyo hat mehr Michelin-Sterne als jede andere Stadt der Welt — aber das Besondere ist, dass das beste Essen oft an den einfachsten Orten zu finden ist. Ein Ramen-Laden mit Ticketautomat, eine Sushi-Theke mit sechs Plätzen, ein Yakitori-Stand unter der Bahnlinie.

Sushi

Vom Conveyor-Belt-Sushi (Kaiten-zushi, ab ¥100/Teller) über Tsukiji-Markt-Frühstück (¥2.000–4.000) bis zum Omakase-Erlebnis am Ginza-Counter (¥15.000–50.000). Für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: Sushi Zanmai (Kette, 24h, ab ¥1.000) oder die Stände am Tsukiji Outer Market.

Ramen

Tokyos Seelenfutter. Jedes Viertel hat seinen Favoriten. Die großen Stile: Shoyu (Sojasoße, klassisch Tokyo), Tonkotsu (Schweineknochenbrühe, cremig), Miso (herzhaft), Shio (Salz, klar). Eine Schüssel kostet ¥800–1.200 — eines der besten Essen, die man für unter 10 € bekommen kann. Bestellt wird am Ticketautomaten vor dem Laden (japanisch, aber oft mit Bildern).

Yakitori

Gegrillte Hühnerteile auf Spießen — von Brust über Schenkel bis Herz und Knorpel. Die besten Yakitori-Gassen: Yurakucho (unter den Bahngleisen, nach der Arbeit voller Salaryman) und Omoide Yokochō in Shinjuku (Piss Alley — der Name ist Programm, aber die Spieße sind fantastisch).

Izakaya

Japans Antwort auf die Kneipe: gemütliche Lokale, in denen man Bier, Sake und Highball (Whisky Soda) trinkt und dazu kleine Gerichte teilt — Edamame, Karaage (frittiertes Hähnchen), Gyoza, Sashimi. Bestelle mit „Toriaezu Nama!" (Erstmal ein Bier!).

Konbini-Küche

Japans Convenience Stores (7-Eleven, Lawson, FamilyMart) sind kulinarische Wunder: frische Onigiri (¥120–200), Bento-Boxen (¥400–700), Sandwiches, Oden (Eintopf im Winter), Nikuman (Dampfbrötchen) — alles überraschend gut. Eine vollständige Mahlzeit für ¥500 (3 €) ist Alltag.

Tipp

Für Ramen: Lade die App „Ramen Beast" herunter — sie zeigt die besten bewerteten Ramen-Läden in deiner Nähe, nach Stil gefiltert. Für Sushi: Morgens in Tsukiji (7–9 Uhr) bekommst du Spitzenqualität zum halben Preis der Abendrestaurants.

Stadtrundgang

Tokyo Highlights zu Fuß

6–8 Stunden ~10 km (mit Metro-Abschnitten)

Von Asakusa über Akihabara bis Shibuya — die wichtigsten Viertel Tokyos an einem Tag, mit Metro-Verbindungen zwischen den Stationen.

1

Sensō-ji & Asakusa

Start am ältesten Tempel Tokyos. Durch das Kaminarimon, die Nakamise-dōri entlang, Räucherstäbchen am Tempel. Danach ein Senbei (Reiscracker) von einem der Stände.

1–1,5 Std.
2

Akihabara

Metro Ginza-Linie bis Ueno, dann JR Yamanote bis Akihabara (15 Min.). Anime-Shops, Spielhallen, Elektronik. Gashapon-Kapseln als Souvenir.

1–1,5 Std.
3

Meiji-Schrein & Harajuku

JR Yamanote bis Harajuku (20 Min.). Erst den Meiji-Schrein im Wald besuchen, dann Takeshita-dōri für Crêpes und Kawaii-Mode.

1,5 Std.
4

Omotesandō

Von Harajuku die elegante Allee mit Designer-Flagships und architektonischen Highlights entlanglaufen.

30 Min.
5

Shibuya Crossing & Hachikō

Zu Fuß oder eine Station mit der JR Yamanote. Die Kreuzung überqueren, Hachikō-Statue finden, optional Shibuya Sky für den Blick von oben.

1 Std.
6

Shinjuku Golden Gai

JR Yamanote bis Shinjuku (5 Min.). Abendessen in einem der winzigen Restaurants, dann Bar-Hopping in Golden Gai zum Abschluss.

2 Std.

War dieses Kapitel hilfreich?