Praktische Infos A–Z
7-Eleven & Konbini
Japans Convenience Stores (Konbini) sind die geheime Superkraft des Reisens. Über 56.000 Filialen (7-Eleven, Lawson, FamilyMart) bieten 24/7 Essen, Geldabheben, Toiletten, Tickets, Paketversand und mehr. → Ausführlich im Kapitel „Gesellschaft & Kultur".
Wichtigster Reise-Tipp: 7-Eleven-ATMs sind oft die einzigen, die ausländische Karten akzeptieren. Wenn deine Karte am Bankautomaten nicht funktioniert: zum nächsten 7-Eleven!
Bargeld — Japan ist Bargeldland!
Japan ist trotz aller Technologie erstaunlich bargeldlastig. Viele kleinere Restaurants, Tempel, Busse, Getränkeautomaten und lokale Geschäfte akzeptieren nur Bargeld. Seit COVID hat sich Kartenzahlung verbessert, aber verlasse dich nicht darauf.
Geld abheben
- 7-Eleven-ATMs: Die zuverlässigste Option für ausländische Karten (Visa, Mastercard). Englisches Menü verfügbar. Gebühr: ¥110 + Bankgebühren.
- Post-ATMs: In Postämtern (Yūbinkyoku), funktionieren ebenfalls gut mit ausländischen Karten.
- Bank-ATMs: Funktionieren oft NICHT mit ausländischen Karten — selbst wenn Visa/MC-Logo drauf ist.
Tipps
- Habe immer mindestens ¥10.000–20.000 in bar dabei
- Münzen sammeln sich schnell — Japan hat Münzen bis ¥500 (3 €!). Ein Münzbeutel ist hilfreich
- Wechselkurs (Stand 2026): ca. 1 € ≈ 160 ¥
- IC-Karten (Suica/Pasmo) sind eine gute Bargeld-Alternative für Kleinbeträge
Achtung
Verlass dich NICHT nur auf Kreditkarten in Japan! Besonders in Kyotos traditionellen Vierteln, kleinen Ramen-Läden, auf Märkten und bei Tempel-Eintritten brauchst du Bargeld. Am Ankunftstag am Flughafen mindestens ¥20.000 abheben.
Etikette-Kurzguide
Die wichtigsten Do's und Don'ts auf einen Blick:
✅ Do's
- Schuhe ausziehen beim Betreten von Häusern, Tempeln, Ryokans, manchen Restaurants (achte auf den Genkan/erhöhten Bereich)
- Verbeugung beim Grüßen, Danken, Entschuldigen (leichte 15° reicht für Touristen)
- Leise sein in Zügen, Tempeln, Onsen
- Schlange stehen — immer ordentlich, nie vordrängeln
- Müll mitnehmen — öffentliche Mülleimer sind selten. Japaner tragen ihren Müll nach Hause (oder zum Konbini)
- Beide Hände benutzen beim Geben und Nehmen (Geld, Visitenkarten, Geschenke)
❌ Don'ts
- Trinkgeld geben — NIE! Wird als Beleidigung empfunden. Service ist selbstverständlich in Japan.
- Im Gehen essen — gilt als unhöflich (Ausnahme: Festivalstände und Märkte)
- Stäbchen in den Reis stecken — erinnert an Beerdigungsrituale. Stäbchen immer auf die Ablage legen.
- Nase schnäuzen in der Öffentlichkeit — besser diskret Hochziehen (ja, wirklich)
- Laut telefonieren im Zug — Telefon auf Mana Mōdo (Manieren-Modus/stumm)
- Auf Tatami mit Schuhen treten — absolutes Tabu
Tipp
Das Wichtigste: Japaner wissen, dass Touristen die Regeln nicht kennen, und sind äußerst nachsichtig. Ein aufrichtiges „Sumimasen" (Entschuldigung) mit leichter Verbeugung löst fast jede Situation. Dein Versuch, die Regeln zu beachten, wird geschätzt.
IC-Karte (Suica/Pasmo)
Dein wichtigstes Alltagstool in Japan. Prepaid-Karte für Metro, Bus, Konbini, Automaten und mehr. → Ausführlich im Kapitel „Anreise & Transport".
Kurzfassung: Am Flughafen kaufen oder Mobile Suica auf dem iPhone einrichten (Apple Wallet). Aufladen am Automaten oder per App. Funktioniert landesweit.
Internet & Pocket WiFi
Japan hat gutes mobiles Internet, aber öffentliches WLAN ist lückenhaft. Drei Optionen:
Pocket WiFi (empfohlen)
Ein kleines Gerät, das ein WLAN-Netzwerk erzeugt — mehrere Geräte gleichzeitig verbinden. Miete: ¥500–1.000/Tag. Am Flughafen abholen und zurückgeben. Anbieter: Japan Wireless, Ninja WiFi, WiFi Rental Store. Vorbestellen empfohlen.
SIM-Karte / eSIM
Für Alleinreisende oft praktischer als Pocket WiFi. eSIM-Anbieter wie Ubigi, Airalo oder Mobal bieten Japan-Datenpakete ab ¥1.500/Woche. Am Flughafen gibt es auch physische SIM-Karten (Visitor SIM, nur Daten, keine Telefonie).
Kostenloses WLAN
- Konbinis: 7-Eleven, Lawson, FamilyMart haben kostenloses WLAN (begrenzte Nutzungsdauer)
- Bahnhöfe: Viele JR-Stationen haben „JR-EAST_FREE_Wi-Fi"
- Starbucks, McDonald's: Kostenloses WLAN
- Japan Connected (App): Vereinfacht den Zugang zu öffentlichem WLAN
Tipp
eSIM ist die einfachste Lösung — vor der Reise kaufen und am Flughafen aktivieren. Airalo bietet 3 GB für 7 Tage ab ~¥700. Für Familien oder Gruppen ist Pocket WiFi günstiger (ein Gerät für alle).
JR Pass
Der Japan Rail Pass ist das wichtigste Spartool für Fernreisen. → Ausführlich im Kapitel „Anreise & Transport".
Kurzfassung: 7/14/21-Tage-Pass für unbegrenzte JR-Züge (inkl. Shinkansen außer Nozomi/Mizuho). Lohnt sich ab einer Hin-und-Rückfahrt Tokyo–Kyoto. Online vorbestellen, am Flughafen aktivieren.
Klima
Japan erstreckt sich über mehrere Klimazonen:
- Hokkaido (Norden): Kalte Winter (-10 bis 0 °C), milde Sommer (20–25 °C). Viel Schnee.
- Tokyo/Kanto: Warm-gemäßigt. Sommer heiß-schwül (30–35 °C), Winter mild (2–10 °C).
- Kansai (Kyoto/Osaka): Ähnlich Tokyo, etwas wärmer. Sommer brutal schwül.
- Okinawa: Subtropisch. Ganzjährig warm (20–32 °C), Taifune im Sommer.
Regenzeit (Tsuyu): Mitte Juni bis Mitte Juli (außer Hokkaido). Regnerisch, aber nicht dauerhaft — Schirm reicht. Taifunsaison: August bis Oktober.
Onsen-Regeln
→ Ausführlich im Kapitel „Gesellschaft & Kultur" (Onsen-Etikette).
Kurzfassung: Nackt baden (Badekleidung verboten). Vor dem Becken gründlich duschen. Handtuch nicht ins Wasser. Leise sein. Tattoos können problematisch sein — private Onsen oder Abdeckpflaster nutzen.
Sicherheit
Japan ist eines der sichersten Länder der Welt. Die Kriminalitätsrate ist extrem niedrig — verlorene Geldbörsen werden regelmäßig mit dem gesamten Inhalt beim Fundbüro (Koban/Polizeibox) abgegeben.
- Diebstahl/Überfälle: Extrem selten. Trotzdem normale Vorsicht walten lassen.
- Nachts unterwegs: Auch spät nachts sind japanische Städte sicher — sogar allein reisende Frauen berichten von einem sehr hohen Sicherheitsgefühl.
- Naturgefahren: Erdbeben (Frühwarnsystem, „Safety Tips"-App), Taifune (August–Oktober), Vulkane (selten direkte Gefahr für Touristen)
- Koban: Japans Mini-Polizeiposten an fast jeder Ecke. Immer besetzt, extrem hilfsbereit — auch bei Fragen nach dem Weg.
Notruf: 110 (Polizei) / 119 (Feuerwehr & Ambulanz)
Tipp
Das größte „Sicherheitsproblem" in Japan: Dein Gepäck vergessen. Japaner lassen Taschen im Café stehen, um ihren Platz zu reservieren — Diebstahl ist so selten, dass das funktioniert. Trotzdem: Reisepass immer bei dir tragen (Ausweispflicht für Ausländer).
Strom & Steckdosen
Japan verwendet Typ-A-Steckdosen (zwei flache Stifte, wie in Nordamerika) mit 100 Volt / 50 Hz (Ost-Japan inkl. Tokyo) bzw. 60 Hz (West-Japan inkl. Osaka/Kyoto).
- Adapter: Du brauchst einen Adapter von Typ C/F (europäisch) auf Typ A. Günstig im Konbini oder Elektronikmarkt erhältlich (¥200–500).
- Geräte: Die meisten modernen Ladegeräte (Smartphone, Laptop) vertragen 100–240V und funktionieren problemlos — nur der Adapter fehlt.
- Föhn/Glätteisen: Können bei 100V schwächer laufen. Besser im Hotel/Ryokan leihen.
Tipp
Adapter vor der Reise kaufen (in Japan teilweise schwer zu finden) oder am Flughafen mitnehmen. Viele Hotels haben USB-Ladestationen am Bett — Adapter dann nur für andere Geräte nötig.
Trinkgeld — NICHT üblich!
In Japan gibt man KEIN Trinkgeld. Niemals. Nirgendwo. Nicht im Restaurant, nicht im Taxi, nicht im Hotel. Es wird als unhöflich empfunden — die Botschaft wäre: „Du brauchst mein Mitleid." Exzellenter Service ist in Japan selbstverständlich, nicht extra zu bezahlen.
Wenn du versuchst, Trinkgeld zu geben, wird es höflich zurückgewiesen. Insistierst du, wird es zu einer unangenehmen Situation. Spare dir das Geld und zeige deine Wertschätzung durch ein Lächeln und ein aufrichtiges „Arigatō gozaimasu!" (Vielen Dank!).
Einzige Ausnahme: In traditionellen Ryokans kann man dem Zimmermädchen (Nakai-san) ein kleines Geldgeschenk in einem Umschlag (nicht lose Scheine!) geben — ¥1.000–3.000. Aber auch das ist optional und wird nicht erwartet.
Visum & Einreise
Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen für Japan kein Visum für Aufenthalte bis 90 Tage (Tourismus). Bei der Einreise erhältst du einen Aufkleber im Pass und wirst fotografiert/fingerabgedruckt (biometrische Erfassung).
Einreise-Checkliste
- Reisepass: Mindestens 6 Monate gültig, maschinenlesbar
- Visit Japan Web: Online-Formular für Zoll und Immigration — vor der Reise ausfüllen (vjw-lp.digital.go.jp), spart Zeit am Flughafen
- Rückflugticket: Kann bei der Einreise verlangt werden (selten, aber möglich)
- Ausreichend finanzielle Mittel: Theoretisch nachzuweisen, in der Praxis selten gefragt
Aufenthalt verlängern: Die 90 Tage können um weitere 90 Tage verlängert werden — beim Einwanderungsbüro (Immigration Bureau) vor Ablauf beantragen. Nicht garantiert, aber bei Touristen meist problemlos.
Japanische Toiletten
Japanische Toiletten sind eine technologische Revolution — und eines der meistdiskutierten Themen unter Japan-Reisenden. Die „Washlets" (von TOTO) haben beheizte Sitze, Bidet-Funktion, Trockner, Geräuschüberdeckung (Oto-Hime — „Klangprinzessin") und manchmal Duftspender.
Die Knöpfe
Die Bedientafel sieht einschüchternd aus, aber die wichtigsten Funktionen:
- おしり / Rear: Bidet (Wasserstrahl hinten) — die Hauptfunktion
- ビデ / Front: Bidet (Wasserstrahl vorne)
- 止 / Stop: Wasserstrahl stoppen
- 水勢 / Water Pressure: Wasserdruck einstellen
- 乾燥 / Dry: Warmluft-Trockner
- 流す / Flush: Spülen (oft automatisch beim Aufstehen)
In manchen älteren Gebäuden oder ländlichen Gebieten gibt es noch Hocktoiletten (Squat Toilets) — man hockt über einer länglichen Schüssel. Die Frontseite (mit Spritzschutz) zeigt zur Wand.
Öffentliche Toiletten sind in Japan überall, kostenlos und fast immer sauber — in Bahnhöfen, Konbinis, Parks, Kaufhäusern. Toilettenpapier ist fast immer vorhanden, aber für Notfälle ein Taschentuch-Päckchen dabeihaben.
Tipp
Der beheizte Toilettensitz ist im Winter eine Offenbarung. Probiere die Washlet-Funktion aus — nach ein paar Tagen willst du nie wieder ohne. Die Oto-Hime-Taste (Geräuschüberdeckung) spielt ein Plätschergeräusch, um natürliche Geräusche zu überdecken — typisch japanische Diskretion.
War dieses Kapitel hilfreich?
