Geschichte der Niederlande · Abschnitt 2/4

Zweiter Weltkrieg

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Zweiter Weltkrieg

Am 10. Mai 1940 überfiel Nazi-Deutschland die neutralen Niederlande. Trotz verzweifelten Widerstands kapitulierte die niederländische Armee nach nur fünf Tagen — nachdem die Luftwaffe am 14. Mai das Zentrum von Rotterdam in Schutt und Asche gelegt hatte (über 800 Tote, 80.000 Obdachlose, die gesamte Innenstadt zerstört). Es war eine der ersten großflächigen Bombardierungen einer Stadt im Krieg.

Besatzung und Holocaust

Die fünfjährige Besatzung war brutal. Nirgendwo in Westeuropa war der Holocaust so verheerend wie in den Niederlanden: Von den rund 140.000 niederländischen Juden wurden über 100.000 ermordet — 75 % der jüdischen Bevölkerung, die höchste Quote in Westeuropa. Anne Franks Tagebuch ist das bekannteste Zeugnis dieser Tragödie, aber es gibt tausende andere Geschichten.

Der Hungerwinter 1944/45 war die letzte Katastrophe: Nach dem gescheiterten Befreiungsversuch bei Arnheim (Operation Market Garden, September 1944) hungerte der Westen der Niederlande. Über 20.000 Menschen starben an Hunger und Kälte. Tulpenzwiebeln und Zuckerrüben wurden zu Nahrungsmitteln.

Befreiung und Wiederaufbau

Am 5. Mai 1945 wurden die Niederlande befreit — hauptsächlich durch kanadische Truppen, denen die Niederländer bis heute dankbar sind. Der 5. Mai ist nationaler Feiertag (Bevrijdingsdag). Der Wiederaufbau war bemerkenswert: Rotterdam entschied sich, nicht zu rekonstruieren, sondern modern und mutig neu zu bauen — eine Entscheidung, die die Stadt zur Architektur-Hauptstadt Europas machte.

💡 Tipp

Das Nationaal Monument auf dem Dam Square in Amsterdam erinnert an die Kriegsopfer. Am 4. Mai (Dodenherdenking) versammeln sich tausende Menschen und halten um 20 Uhr zwei Minuten Stille — eines der bewegendsten öffentlichen Rituale Europas.

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