Jeepney Art & Tattoo-Tradition
Die Jeepney-Kunst ist die sichtbarste Form philippinischer Volkskunst. Jeder Jeepney ist ein fahrendes Kunstwerk: Chromverzierungen, bunte Airbrush-Gemälde (religiöse Motive, Superhelden, Familienporträts), Pferdefiguren auf der Motorhaube, Neonlichter und individuelle Slogans. Die Jeepney-Dekoration ist Ausdruck von Identität, Stolz und Kreativität — eine rollende Galerie auf Filipinos Straßen.
Die Tattoo-Tradition der Kalinga
Die Kalinga in den Bergen Nordluzons haben eine der ältesten Tätowier-Traditionen der Welt. Apo Whang-Od (geboren ca. 1917) im Dorf Buscalan ist die letzte Mambabatok (traditionelle Tätowiererin) — sie sticht noch immer Tattoos nach 1.000 Jahre alter Methode mit einem Dorn und Ruß. Mit über 100 Jahren ist sie eine lebende Legende, und Hunderte von Reisenden machen die beschwerliche Reise nach Buscalan (10+ Stunden von Manila), um sich von ihr tätowieren zu lassen. Die Wartezeit beträgt oft Stunden, die Prozedur ist schmerzhaft, das Ergebnis einzigartig.
Die vorkolonialen Pintados (die „Bemalten") der Visayas waren für ihre Ganzkörper-Tätowierungen berühmt — spanische Chronisten beschrieben sie als „die tätowiertesten Menschen der Welt". Diese Tradition ging unter der Kolonialisierung fast verloren, wird aber heute von Filipino-Tattoo-Künstlern wiederbelebt.