Bosa — Sardiniens farbigstes Dorf
Bosa ist eine der malerischsten Kleinstädte Sardiniens — und des gesamten Mittelmeers. Am Ufer des Fiume Temo (Sardiniens einzigem schiffbaren Fluss) schmiegen sich pastellfarbene Häuser in Rosa, Ocker, Himmelblau und Lavendel an einen Hügel, überragt von der Burg Malaspina (12. Jahrhundert, benannt nach der toskanischen Adelsfamilie). Das Bild von Bosa — der Fluss, die bunten Häuser, die Burg darüber — gehört zu den ikonischsten Sardiniens.
Die Altstadt (Sa Costa) besteht aus steilen, verwinkelten Gassen, die sich den Hügel zur Burg hinaufziehen. Hier stehen jahrhundertealte Steinhäuser, blühende Bougainvillea hängt über den Balkonen, und Katzen sonnnen sich auf warmen Treppenstufen. In der Burg Malaspina finden sich die Überreste einer gotischen Kapelle (Nostra Signora de Sos Regnos Altos) mit seltenen Fresken aus dem 14. Jahrhundert. Von den Zinnen bietet sich ein Panorama über die Dächer, den Fluss und die Berge im Hinterland.
Am Flussufer reihen sich die Sas Conzas — ehemalige Gerbereien aus dem 18./19. Jahrhundert, heute teils zu Kunstgalerien und Kulturzentren umgebaut. Bosa ist auch bekannt für seine Malvasia di Bosa — einen bernsteinfarbenen Dessertwein, der nach alter Methode in Kastanienfässern reift und zu den besten Süßweinen Italiens zählt. Eine Verkostung in einer der kleinen Kellereien gehört zum Bosa-Erlebnis.
Die Küstenstraße von Alghero nach Bosa (SP105, 45 km) ist eine der spektakulärsten Küstenstraßen Sardiniens: Sie schlängelt sich über Klippen, durch Macchia und vorbei an einsamen Buchten, mit dem tiefblauen Meer 100 Meter unter dir. Der Strand Bosa Marina am Flussmündungsgebiet ist breit, sandig und familienfreundlich, mit einer alten Inselkirche (Isola Rossa) am südlichen Ende.
💡 Tipp
Die Küstenstraße SP105 von Alghero nach Bosa ist Pflicht für jeden Sardinien-Roadtrip — eine Stunde pures Panorama. Am besten nachmittags Richtung Süden fahren, wenn das Licht die Klippen in Gold taucht. In Bosa angekommen: Malvasia-Verkostung und Abendessen am Flussufer.