Glencoe — Das Tal der Tränen
Glencoe ist der Ort, der Schottland in einem einzigen Anblick zusammenfasst. Wenn du durch das Tal fährst — steile, dunkle Berge links und rechts, Wolkenfetzen, die sich an die Gipfel klammern, Wasserfälle, die über Felsplatten stürzen — dann verstehst du, warum dieses Land Menschen seit Jahrhunderten in seinen Bann zieht.
Die Geschichte
Am 13. Februar 1692 ereignete sich hier das Massaker von Glencoe: Soldaten der Regierung, die zwei Wochen lang die Gastfreundschaft des MacDonald-Clans genossen hatten, ermordeten auf Befehl 38 Clan-Mitglieder im Schlaf. Der Verrat an der heiligen Gastfreundschaft (Highland hospitality) machte Glencoe zum Symbol für die Brutalität der englischen Krone gegenüber den Highlands. Die Erinnerung lebt bis heute — die MacDonalds haben den Campbells nie vollständig verziehen.
Wanderungen
- Lost Valley (Coire Gabhail): Eine versteckte Hochebene zwischen den Three Sisters, in der die MacDonalds ihr gestohlenes Vieh versteckten. 4 km, 2–3 Stunden, steil aber lohnend. Der „verlorene" Talkessel öffnet sich plötzlich hinter einer Felsenge — ein Wow-Moment.
- Pap of Glencoe: Der spitze Berg am Eingang des Tals. 3–4 Stunden, steil, fantastische Aussicht über Loch Leven und das Tal.
- Buachaille Etive Mòr: Der ikonische pyramidenförmige Berg am östlichen Ende des Tals — einer der meistfotografierten Berge Schottlands. Nur für erfahrene Bergsteiger.
💡 Tipp
Die A82 durch Glencoe ist schmal, kurvenreich und wird im Sommer von Touristenbussen und Campervans verstopft. Früh morgens (vor 9 Uhr) oder am späten Nachmittag fahren — dann hast du das Tal fast für dich allein und das Licht ist ohnehin am schönsten.