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Verstehen · Kapitel 12

Natur & Tierwelt

Zypern Reiseführer

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VerstehenKapitel 12: Natur & Tierwelt
Verstehen · Kapitel 12

Natur & Tierwelt

Von Schildkrötenstränden über Flamingo-Seen bis zum bewaldeten Troodos-Gebirge — Zyperns Natur überrascht mit Vielfalt auf kleinstem Raum.

Meeresschildkröten

Zypern ist einer der letzten wichtigen Nistplätze für Meeresschildkröten im Mittelmeer. Zwei Arten nisten an den Stränden:

  • Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas): Hauptnistplatz Lara Beach (Akamas) im Süden und Alagadi Beach bei Kyrenia im Norden.
  • Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta): Häufiger, nistet an mehreren Stränden der Süd- und Nordküste.

Nistsaison: Juni–August. Die Weibchen kommen nachts an Land, graben Nester und legen 80–120 Eier. Nach 45–60 Tagen schlüpfen die winzigen Jungtiere und krabbeln ins Meer — ein ergreifendes Naturschauspiel.

Das Lara Bay Turtle Conservation Project auf der Akamas-Halbinsel schützt die Nester und bietet manchmal geführte Nachtwanderungen an. Im Norden organisiert die SPOT (Society for Protection of Turtles) ähnliche Programme am Alagadi Beach.

Tipp

Wenn du zwischen Juni und August an einem Schildkröten-Strand bist: Keine Lichter am Strand, keine Löcher graben, Handtücher und Liegen abends wegräumen. Licht desorientiert die schlüpfenden Jungtiere — sie krabbeln dann nicht zum Meer, sondern zum Licht und sterben.

Flamingos & Salzseen

Jeden Winter (November–März) verwandeln sich Zyperns Salzseen in rosafarbene Spektakel: Tausende Flamingos rasten auf ihrem Weg zwischen Afrika und Europa.

  • Larnaka-Salzsee: Der berühmteste — direkt neben dem Flughafen! Bis zu 12.000 Flamingos. Daneben die wunderschöne Hala Sultan Tekke-Moschee.
  • Akrotiri-Salzsee: Bei Limassol, am Lady's Mile Beach. Oft noch mehr Flamingos als in Larnaka, weniger touristisch.
  • Oroklini-See: Kleiner, nördlich von Larnaka. Guter Vogelbeobachtungsspot für Reiher, Pelikane und Stelzenläufer.

Im Sommer trocknen die Seen komplett aus und werden zu weißen Salzflächen — ein surrealer Anblick.

Troodos-Ökosystem

Das Troodos-Gebirge ist ein geologisches Wunder: ein 90 Millionen Jahre altes Stück Ozeanboden (Ophiolith-Komplex), das durch tektonische Kräfte über den Meeresspiegel gehoben wurde. Geologen aus aller Welt kommen hierher, um die einzigartige Gesteinsformation zu studieren.

Flora

  • Schwarzkiefern (Pinus nigra): Die dominante Baumart im höheren Troodos, einige über 500 Jahre alt
  • Zypern-Zeder (Cedrus brevifolia): Eine endemische Art, nur im Cedar Valley (Koilada ton Kedron) westlich des Olympos vorkommend. Einer der seltensten Bäume des Mittelmeers.
  • Endemische Orchideen: 30+ Orchideenarten, davon mehrere nur auf Zypern — im Frühling (März–April) blühen die Hänge in allen Farben
  • Wildblumen: Im Frühling explodiert die Vegetation: Anemonen, Tulpen, Zyklamen, wilde Gladiolen

Fauna

  • Zyprischer Mufflon (Agrino): Das Wappentier der Insel — ein wildes Bergschaf, das nur auf Zypern vorkommt. Fast ausgerottet, durch Schutzprogramme auf ca. 3.000 Tiere erholt. Am besten im Paphos Forest zu sehen.
  • Eleonora-Falke: Brütet an den Klippen des Cape Greco und der Akamas. Elegant und selten.
  • Katzen: Zypern heißt nicht umsonst die „Katzeninsel". Der Legende nach brachte die Heilige Helena 1.000 Katzen auf die Insel, um die Schlangenpopulation zu kontrollieren. Heute leben hunderttausende halbwilde Katzen auf der Insel.

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