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Regionen · Kapitel 5

Nikosia & Troodos

Zypern Reiseführer

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RegionenKapitel 5: Nikosia & Troodos
Regionen · Kapitel 5

Nikosia & Troodos

Nikosia ist die letzte geteilte Hauptstadt der Welt — eine faszinierende Stadt zwischen EU und Nordzypern, zwischen griechisch-orthodoxen Kirchen und osmanischen Moscheen. Im Hinterland erhebt sich das Troodos-Gebirge mit UNESCO-Scheunendachkirchen, dem Kykkos-Kloster und kühlen Bergdörfern voller Weinkultur.

Nikosia entdecken

Nikosia (griechisch: Lefkosia, türkisch: Lefkoşa) ist mit 340.000 Einwohnern (gesamt, beide Seiten) die größte Stadt Zyperns — und die einzige geteilte Hauptstadt der Welt. Seit 1974 trennt die Green Line (UN-Pufferzone) die griechisch-zyprische Südstadt von der türkisch-zyprischen Nordstadt. An manchen Stellen ist die Pufferzone nur wenige Meter breit — man kann von einem Café aus in eine andere Welt schauen.

Die venezianischen Stadtmauern aus dem 16. Jahrhundert umschließen die Altstadt wie ein Stern — 11 Bastionen, perfekt symmetrisch. Innerhalb der Mauern: enge Gassen, restaurierte Stadthäuser, Museen, Kafenions und eine lebendige Kunstszene im Süden; Basare, Karawansereien und Moscheen im Norden.

Nikosia ist keine klassische Touristenstadt — und genau darin liegt ihr Reiz. Hier erlebt man das echte Zypern: die politische Komplexität, die kulturelle Tiefe, die Gastfreundschaft beider Seiten. Ein Besuch der Green Line ist ein unvergessliches Erlebnis.

Orientierung

Die Altstadt liegt innerhalb der sternförmigen venezianischen Mauern und ist kompakt zu Fuß erkundbar:

  • Laiki Geitonia: Das restaurierte Altstadtviertel im Süden. Kopfsteingepflasterte Gassen, Souvenirläden, Restaurants, Handwerksbetriebe. Touristisch, aber hübsch.
  • Faneromeni-Viertel: Östlich von Laiki Geitonia. Die hippe Seite Nikosias: Concept Stores, Bars, Street Art, junge Galerien. Rund um die Faneromeni-Kirche.
  • Ledra-Straße: Die Haupteinkaufsstraße, die direkt zum Grenzübergang Ledra Street führt. Shopping, Cafés, dann plötzlich: UN-Pufferzone.
  • Nordzypern (Lefkoşa): Jenseits der Green Line. Büyük Han (Karawanserei), Selimiye-Moschee (ehemalige Kathedrale), Bedesten, Bandabulya-Markt.
  • Neue Stadt: Außerhalb der Mauern — moderne Viertel, Shopping-Malls, das Zypern-Museum.

Tipp

Der Grenzübergang an der Ledra-Straße (Fußgänger) ist der einfachste Weg in den Norden. Personalausweis genügt, die Kontrolle dauert 2 Minuten. Kein Visum nötig für EU-Bürger.

Die Green Line — Zyperns Teilung erleben

★★★ Green Line & Grenzübergang

Die Green Line (Πράσινη Γραμμή / Yeşil Hat) ist die UN-überwachte Pufferzone, die seit 1974 den griechisch-zyprischen Süden vom türkisch-zyprischen Norden trennt. Der Name stammt von der grünen Linie, die ein britischer General 1964 auf eine Karte zeichnete, um die verfeindeten Volksgruppen zu trennen.

In Nikosia ist die Pufferzone an manchen Stellen nur 3–4 Meter breit. Verlassene Häuser, von der Natur zurückeroberte Gebäude, UN-Fässer und Stacheldraht stehen direkt neben belebten Cafés und Geschäften. Es ist surreal.

Seit 2003 können Zyprer und seit 2004 EU-Bürger die Green Line frei überqueren. Der beliebteste Grenzübergang für Touristen ist der Ledra-Straße-Übergang (nur Fußgänger) — man geht durch die Einkaufsstraße, zeigt seinen Ausweis, passiert die UN-Zone und steht plötzlich in einer anderen Welt: türkische Schilder, Moschee-Rufe, andere Währung.

Der Ledra Palace-Übergang (200 m westlich) erlaubt auch Fahrzeuge — aber Vorsicht: südzyprische Mietwagen sind im Norden nicht versichert!

Ledra-Straße, Altstadt. Personalausweis oder Reisepass. Geöffnet: 24/7 (Fußgänger). Kostenlos. Durchgang dauert 2–5 Minuten.

Tipp

Plane einen halben Tag für den Norden ein: Büyük Han, Selimiye-Moschee, Bandabulya-Markt, dann Mittagessen in einer der günstigen Lokantası im Norden. Zurück im Süden: Kaffee in einem Café am Faneromeni-Platz.

Sehenswürdigkeiten Süd-Nikosia

★★★ Zypern-Museum (Cyprus Museum)

Das bedeutendste archäologische Museum der Insel, untergebracht in einem neoklassizistischen Gebäude aus dem Jahr 1908. Die Sammlung umspannt 10.000 Jahre zyprischer Geschichte: neolithische Steinfiguren aus Choirokoitia, bronzezeitliche Keramik, die berühmte Aphrodite von Soli (1. Jh. v. Chr.), byzantinische Silberschätze und die rätselhaften Terrakotta-Figuren aus den Heiligtümern von Ayia Irini.

Das Museum ist die perfekte Vorbereitung für die archäologischen Stätten der Insel — hier versteht man die Zusammenhänge.

Leoforos Mouseiou 1, außerhalb der Altstadt. 4,50€. Di–Fr 8:00–18:00, Sa 9:00–17:00, So 10:00–13:00, Mo geschl. 1,5–2 Stunden.

★★ Laiki Geitonia

Das liebevoll restaurierte Altstadtviertel innerhalb der venezianischen Mauern. Kopfsteingepflasterte Gassen, bunt bemalte Holzbalkone, traditionelle Handwerksläden (Silberschmied, Schuhmacher, Keramiker), gemütliche Tavernen und Kunstgalerien. Touristisch, ja — aber authentisch in seiner Architektur.

Südlich der Ledra-Straße. Frei zugänglich. Am schönsten am späten Nachmittag, wenn die Sonne schräg in die Gassen fällt.

★★ Venezianische Stadtmauern

Die sternförmigen Festungsmauern (1567–1570) wurden von den Venezianern gebaut, um sich gegen die Osmanen zu verteidigen — vergeblich, denn 1570 nahmen die Osmanen Nikosia nach nur 46 Tagen Belagerung ein. Die Mauern sind 4,5 km lang, 12 m hoch und haben 11 herzförmige Bastionen. Jede Bastion hat heute eine andere Nutzung: Park, Museum, Kulturzentrum, Café. Die Famagusta-Bastion beherbergt den Stadtgraben-Park, die Constanza-Bastion ein Open-Air-Veranstaltungszentrum.

★★ Erzbischöflicher Palast & Byzantinisches Museum

Der imposante Palast (1960, neobyzantinischer Stil) beherbergt die größte Sammlung byzantinischer Ikonen auf Zypern. Höhepunkt: die Mosaiken und Fresken aus der Panagia Kanakaria-Kirche (6. Jh.) im Norden, die nach Plünderung und illegalem Verkauf aufwändig zurückgeholt wurden. Ein bewegendes Zeugnis des Kulturerbe-Schutzes.

Plateia Archiepiskopou Kyprianou. 4€. Mo–Fr 9:00–16:00, Sa 9:00–13:00. 45–60 Min.

★ Shacolas-Turm (Ledra Museum Observatory)

Ein Aussichtspunkt auf dem Dach eines Kaufhauses an der Ledra-Straße — der beste 360°-Blick über die geteilte Stadt. Von hier sieht man die Green Line, die Minarette im Norden und die Kirchenkuppeln im Süden. Dazu eine kleine Ausstellung über die Geschichte der Teilung.

Ledra & Arsinois. 2€. Mo–Sa 10:00–19:00. 15–20 Min.

★ Leventis Museum

Kleines, aber exzellentes Stadtmuseum, das die Geschichte Nikosias von der Bronzezeit bis heute erzählt. Besonders sehenswert: die Abteilung über die Teilung 1974 und das tägliche Leben in der geteilten Stadt. Eintritt frei!

Ippokratous 17, Laiki Geitonia. Frei. Di–So 10:00–16:30.

Sehenswürdigkeiten Nord-Nikosia

Jenseits der Green Line liegt eine andere Welt. Die Straßen haben türkische Namen, aus den Moscheen ertönt der Gebetsruf, in den Lokantası wird türkisch gekocht, und die Währung ist die Türkische Lira (Euro werden aber fast überall akzeptiert).

★★★ Büyük Han (Große Karawanserei)

Die schönste osmanische Karawanserei Zyperns (1572), erbaut kurz nach der Eroberung durch die Osmanen. Ein quadratischer Innenhof mit einem kleinen Moschee-Pavillon in der Mitte, umgeben von zwei Stockwerken mit Arkadengängen. Einst Herberge für Händler und Reisende, heute ein Kulturzentrum mit Kunsthandwerk-Werkstätten, Galerien, einem Café im Innenhof und einem kleinen Restaurant auf dem Dach. Einer der stimmungsvollsten Orte Nikosias.

Asmaaltı Sok., Nord-Nikosia. Frei. Mo–Fr 8:00–20:00, Sa–So 10:00–18:00. 30–60 Min.

★★★ Selimiye-Moschee (Sophienkathedrale)

Dieses Gebäude ist das perfekte Symbol für Zyperns vielschichtige Geschichte: eine gotische Kathedrale, umgewandelt in eine Moschee. Die Sophienkathedrale wurde zwischen 1209 und 1326 im Stil der französischen Gotik erbaut — die fränkischen Lusignan-Könige Zyperns wurden hier gekrönt. Nach der osmanischen Eroberung 1570 wurden zwei Minarette angebaut und die Kathedrale zur Moschee. Der Innenraum: gotische Spitzbögen und Kreuzrippengewölbe, aber ohne Kirchenbänke, mit Gebetsteppichen bedeckt. Atemberaubend.

Selimiye Meydanı, Nord-Nikosia. Frei (als aktive Moschee — Schuhe ausziehen, angemessene Kleidung). Außerhalb der Gebetszeiten besuchbar.

★★ Bandabulya (Belediye Pazarı)

Der überdachte Markt aus der britischen Kolonialzeit wurde aufwändig restauriert und ist heute eine Mischung aus Markthalle und Food Court. Frisches Obst, Gewürze, türkische Süßigkeiten, Kebab-Stände und kleine Cafés. Günstiger als im Süden und sehr atmosphärisch.

Neben der Selimiye-Moschee. Mo–Sa 7:00–18:00.

★★ Bedesten

Ehemalige griechisch-orthodoxe Nikolauskirche (14. Jh.), von den Osmanen als überdachter Markt (Bedesten) umfunktioniert. Heute wechselnde Ausstellungen im atmosphärischen gotisch-osmanischen Raum. Direkt neben der Selimiye-Moschee gelegen.

★ Kumarcilar Han (Spieler-Han)

Kleinere Karawanserei aus dem 17. Jahrhundert, weniger touristisch als der Büyük Han. Heute Sitz des Tourismus-Büros und gelegentlicher Ausstellungen. Der schattige Innenhof mit Springbrunnen ist ein ruhiger Rückzugsort.

Troodos-Gebirge

Das Troodos-Gebirge ist das geologische und spirituelle Herz Zyperns — ein Massiv aus 90 Millionen Jahre altem Ophiolith-Gestein (ozeanische Kruste, die an die Oberfläche gedrückt wurde), das sich bis auf 1.952 m (Olympos/Chionistra) erhebt. Hier oben ist es im Sommer 10–15°C kühler als an der Küste, im Winter fällt Schnee — am Mount Olympos gibt es sogar einen kleinen Skilift.

★★★ Scheunendachkirchen (UNESCO)

10 kleine byzantinische Bergkirchen sind seit 1985 UNESCO-Welterbe. Von außen unscheinbar — einfache Steingebäude mit steilen Holzdächern, die gegen den Troodos-Schnee schützen. Innen offenbart sich ein Schatz: Fresken vom 11. bis 16. Jahrhundert von außergewöhnlicher Qualität und Farbkraft. Die besten:

  • Panagia tou Arakou, Lagoudera: Die spektakulärsten Fresken (1192). Die Darstellung der Muttergottes mit Kind gilt als Meisterwerk der Komnenoszeit.
  • Agios Nikolaos tis Stegis, Kakopetria: Fresken vom 11.–17. Jahrhundert in einer einzigen Kirche übereinandergeschichtet — ein Palimpsest der byzantinischen Kunst.
  • Panagia Podithou, Galata: Italo-byzantinische Fresken (1502) mit westeuropäischen Einflüssen — Renaissance trifft Byzanz.
  • Archangelos Michael, Pedoulas: Fresken von 1474, leicht zugänglich im hübschen Kirschblüten-Dorf Pedoulas.

Verstreut über die Troodos-Dörfer. Frei oder 1–2€. Öffnungszeiten unregelmäßig — der Schlüsselwart (Kleidofylakas) wohnt meist nebenan. Geduld mitbringen. Eine Troodos-Rundfahrt zu 3–4 Kirchen dauert einen ganzen Tag.

★★★ Kykkos-Kloster (Moni Kykkou)

Das reichste und berühmteste Kloster Zyperns thront auf 1.318 m Höhe an der Westflanke des Troodos. Gegründet um 1100 n. Chr., beherbergt es eine Ikone der Jungfrau Maria, die der Tradition nach vom Apostel Lukas selbst gemalt wurde — eine von drei Lukas-Ikonen weltweit. Die Ikone ist so heilig, dass sie mit einem Silbervorhang bedeckt ist und niemand sie sehen darf.

Das Kloster selbst ist ein Komplex aus Kreuzgängen, Mosaiken, vergoldeten Holzschnitzereien und einem exzellenten Museum mit byzantinischen Handschriften, Ikonen und liturgischen Gegenständen. Der erste Präsident Zyperns, Erzbischof Makarios III., wurde hier als Novize ausgebildet — sein Grab liegt auf dem Throni-Hügel oberhalb des Klosters.

65 km westlich von Nikosia, 1.318 m Höhe. Frei (Museum 5€). Täglich 10:00–16:00 (Nov–Mai), 10:00–18:00 (Jun–Okt). Angemessene Kleidung (lange Hosen, bedeckte Schultern). 1–2 Stunden.

Bergdörfer im Troodos

★★ Kakopetria

Das beliebteste Bergdorf des Troodos — ein perfekt restauriertes Steindorf auf 700 m Höhe mit der UNESCO-Kirche Agios Nikolaos tis Stegis. Enge Gassen, Steinbrücken, Mühlen, Forellen-Restaurants. Im Sommer ein kühler Rückzugsort, im Herbst spektakuläre Laubfärbung.

★★ Platres

Der bekannteste Bergort Zyperns auf 1.100 m Höhe, einst Sommerresidenz der britischen Kolonialherren und des ägyptischen Königs Farouk. Heute: Hotels, Wanderwege, die Kaledonia-Wasserfälle (3 km Wanderung), Forellen aus der eigenen Zucht und eine Schokoladenfabrik (Mavros). Ausgangspunkt für den Olympos-Gipfel.

★ Lefkara

Berühmt für zwei Dinge: Lefkaritika-Spitze (UNESCO-Weltkulturerbe der immateriellen Kultur) und Loukoumi. Die Frauen von Lefkara klöppeln seit Jahrhunderten feinste Spitzendecken — angeblich kaufte Leonardo da Vinci hier ein Tuch für den Mailänder Dom. Dazu: charmante Steinhäuser, ein kleines Spitzenmuseum und Silberschmiedewerkstätten.

40 km südwestlich von Nikosia, 650 m Höhe. Spitzenmuseum 1€. Ideal als Zwischenstopp auf der Fahrt Larnaka–Troodos.

★ Pedoulas

Idyllisches Kirschblüten-Dorf auf 1.100 m Höhe am Nordhang des Troodos. Berühmt für die UNESCO-Kirche Archangelos Michael, Kirschplantagen (Ernte Juni) und das Byzantinische Museum. Guter Ausgangspunkt zum Kykkos-Kloster (35 Min.).

Wandern im Troodos

Der Troodos bietet einige der besten Wanderwege Zyperns — durch Kiefern- und Zedernwälder, vorbei an Wasserfällen und durch Bergdörfer.

Top-Wanderungen

WegStartLängeDauerSchwierigkeit
Artemis Trail (Olympos-Rundweg)Troodos-Platz7 km2,5–3hLeicht
Kaledonia-WasserfälleTroodos-Platz/Platres3 km (one-way)1,5hLeicht–Mittel
Atalante TrailTroodos-Platz14 km5–6hMittel
Myllomeris-WasserfallPlatres1,5 km30 Min.Leicht
Madari-Gipfel RundwegKyperounta13 km5hMittel

Die Wege sind gut markiert (vom Forstamt). Beste Jahreszeit: April–Juni und September–November. Im Hochsommer erträglicher als an der Küste, aber trotzdem Sonnenschutz und viel Wasser mitnehmen.

Tipp

Der Artemis Trail um den Olympos-Gipfel ist der beliebteste Wanderweg — und der einfachste. 7 km auf 1.850 m Höhe durch alten Schwarzkiefernwald mit Panoramablicken. Morgens starten, dann ist die Luft am klarsten.

Essen & Trinken

Empfohlene Restaurants (Süd-Nikosia)

★★★ Zanettos

Die legendärste Meze-Taverne Nikosias, seit Jahrzehnten eine Institution. 25+ Gänge traditionelle Meze — kein Menü, es kommt, was der Wirt für gut befindet. Halloumi, Koupepia, Sheftalia, Kleftiko, Afelia (Schweinefleisch in Koriander-Wein), Loukoumades zum Schluss. In einem alten Steinhaus in der Altstadt.

Trikoupi 65, Altstadt. Meze ca. 22€/Person. Nur abends, Mo–Sa. Reservieren!

★★ Inga's Veggie Heaven

Nikosias bestes vegetarisches Restaurant — eine Seltenheit auf der fleischlastigen Insel. Kreative Gerichte mit lokalen Zutaten, exzellente Salate, hausgemachte Limonaden.

Stasikratous 34. Hauptgerichte 9–14€.

★★ Hamam Omerye (Café im alten Hammam)

Kaffee trinken in einem restaurierten osmanischen Badehaus aus dem 16. Jahrhundert. Das Hammam ist noch in Betrieb (Dampfbad ab 25€) — aber auch das Café im Innenhof unter der historischen Kuppel ist ein Erlebnis.

Plateia Tillirias 8. Hammam Di–So 10:00–21:00.

Empfohlene Restaurants (Nord-Nikosia)

★★ Bereket Türk Mutfağı

Authentische türkische Küche direkt neben dem Büyük Han. Günstig, ehrlich, lecker: Kebab, Pide, Lahmacun, Ayran. Mittagessen für unter 10€.

★ Sabor Latin Café (Büyük Han)

Guter Kaffee, frisch gepresster Granatapfelsaft und leichte Snacks im Innenhof der Karawanserei. Der perfekte Ort für eine atmosphärische Pause.

Troodos-Spezialitäten

  • Forelle: Frisch aus den Gebirgsbächen, gegrillt oder gebraten — das Signature Dish der Bergdörfer
  • Afelia: Schweinefleisch mariniert in Koriandersamen und Rotwein — ein Troodos-Klassiker
  • Palouze: Traubenmus-Pudding aus eingedicktem Traubensaft, bestreut mit Zimt und Nüssen
  • Soutzoukos: Nüsse an einer Schnur, eingetaucht in Traubensirup — das zyprische „Wurst"-Süßigkeit
  • Mahalepi: Milchpudding mit Rosenwasser und Mandeln — ein Sommer-Dessert

Praktische Infos

Anreise

Nikosia hat keinen Flughafen (der alte liegt in der UN-Pufferzone). Larnaka (LCA) ist der nächste Flughafen (50 km, 40 Min.). Intercity-Bus: 7€, Taxi: 40–50€. Busse ab Limassol (4€, 1:15h) und Paphos (7€, 2h).

Unterkunft

Altstadt: Am stimmungsvollsten. Empfehlung: The Landmark (Boutique, renoviertes Altstadthaus), Classic Hotel (Mittelklasse, zentral). Wenig Hostels — Nikosia ist kein Backpacker-Ziel.

Nord-Nikosia: Deutlich günstiger. Boutique-Hotels in der Altstadt ab 40–60€/Nacht.

Die meisten Zypern-Reisenden besuchen Nikosia als Tagesausflug von Limassol, Larnaka oder der Südküste. Das funktioniert gut, aber eine Übernachtung lohnt sich für das Abendleben und die authentische Atmosphäre.

Tagesausflüge ab Nikosia

  • Troodos & Kykkos-Kloster: Ganztag, 1,5h Fahrt. Kombination mit Scheunendachkirchen.
  • Lefkara: Halbtag, 45 Min. Fahrt. Spitze, Loukoumi, Steinarchitektur.
  • Macheras-Kloster: Halbtag, 40 Min. In den Bergen südlich Nikosias, stimmungsvoll und wenig besucht.
  • Tamassos & Idalion: Antike Stadtkönigreich-Ruinen in der Mesaoria-Ebene. Für Archäologie-Fans.

Achtung

Nikosia im Juli/August ist extrem heiß (40°C+). Sightseeing nur früh morgens oder abends. Immer Wasser dabei haben. Die klimatisierten Museen sind der perfekte Mittagsplan.

Stadtrundgang

Nikosia: Beide Seiten der Green Line

4–5 Stunden 5 km

Von der griechisch-zyprischen Altstadt über die Green Line in den türkisch-zyprischen Norden und zurück — Zyperns Teilung hautnah.

1

Zypern-Museum

Start außerhalb der Mauern. Die beste Einführung in 10.000 Jahre zyprische Geschichte.

60–90 Min.
2

Laiki Geitonia

Durch das Paphos-Tor in die restaurierte Altstadt. Kaffee in einer Taverne.

20 Min.
3

Ledra-Straße & Grenzübergang

Die Einkaufsstraße entlang bis zur Green Line. Ausweis zeigen, durchgehen.

10 Min.
4

Selimiye-Moschee

Gotische Kathedrale, umgewandelt zur Moschee. Das Symbol der geteilten Stadt.

20 Min.
5

Büyük Han

Kaffee im Innenhof der osmanischen Karawanserei. Kunsthandwerk stöbern.

30–45 Min.
6

Bandabulya-Markt

Frische Gewürze, türkische Süßigkeiten, günstiges Mittagessen.

20 Min.

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