Reykjavík & Umgebung
Reykjavík entdecken
Reykjavík ist die kleinste Hauptstadt Europas — und genau das macht ihren Charme aus. Die gesamte Innenstadt lässt sich zu Fuß erkunden, und hinter jeder Ecke wartet eine Überraschung: ein winziges Café mit dem besten Kaffee der Welt, ein Laden für isländischen Strick, ein Streetart-Mural an einer Wellblechfassade oder ein heißer Pot, in dem Einheimische ihren Feierabend verbringen.
Die Stadt wurde um 874 n. Chr. vom norwegischen Wikinger Ingólfur Arnarson gegründet, der die Bucht „Rauchbucht" (Reykjavík) nannte — wegen der dampfenden heißen Quellen. Heute ist sie das pulsierende Herz Islands: Zwei Drittel aller Isländer leben im Großraum Reykjavík.
Plane 2–3 Tage für Reykjavík und Umgebung ein. Die Stadt verdient mehr als nur eine Durchreise zum Flughafen.
Was viele nicht erwarten: Reykjavík hat eine erstaunlich kosmopolitische Atmosphäre. Die Kunstszene ist lebendig, die Musikszene hat Weltgrößen wie Björk, Sigur Rós, Of Monsters and Men und Kaleo hervorgebracht. Im November findet das Iceland Airwaves-Festival statt — eines der besten Indie-Musikfestivals der Welt, bei dem in jeder Bar, Kirche und Buchhandlung Konzerte gespielt werden. Und die Design- und Modeszene ist trotz der geringen Stadtgröße international beachtet.
Hallgrímskirkja★★★
Islands Wahrzeichen
Die Hallgrímskirkja ist das markanteste Gebäude Islands und sichtbar von fast überall in der Stadt. Die 74,5 Meter hohe lutherische Kirche wurde von 1945 bis 1986 erbaut — über 41 Jahre! — und ihre Fassade aus Betonsäulen erinnert an die Basaltsäulen, die man überall in Islands Natur findet.
Der Architekt Guðjón Samúelsson entwarf die Kirche 1937, erlebte ihre Fertigstellung aber nicht mehr. Die expressionistische Architektur spaltet die Gemüter: Manche finden sie brutalistisch, andere sehen in ihr die perfekte Verbindung von isländischer Natur und Architektur — die aufstrebenden Säulen imitieren die hexagonalen Basaltsäulen, wie man sie an Reynisfjara, Svartifoss und Dverghamrar findet.
Der Turm (Aufzug + wenige Stufen) bietet das beste 360°-Panorama über Reykjavík: Die bunten Dächer der Stadt, das Meer, die Berge und bei klarem Wetter sogar den Snæfellsjökull-Gletscher 120 km entfernt. Vor der Kirche steht die Statue von Leifur Eiríksson, dem Wikinger, der Amerika 500 Jahre vor Kolumbus entdeckte — ein Geschenk der USA von 1930 zum 1.000. Jahrestag des Alþingi.
Die Klais-Orgel — ein Meisterwerk
Im Inneren beeindruckt neben der schlichten Eleganz die gewaltige Klais-Orgel mit 5.275 Pfeifen, die 1992 von der deutschen Orgelbaufirma Johannes Klais aus Bonn installiert wurde. Sie ist 15 Meter hoch und wiegt 25 Tonnen. Die Akustik in der hohen Kirche ist außergewöhnlich — regelmäßig finden Orgelkonzerte statt (Donnerstag und Sonntag, Eintritt ca. 3.500 ISK/23€). Die Klais-Orgel macht die Hallgrímskirkja zu einem der bedeutendsten Konzertsäle Islands für klassische Musik.
Sonntags um 11 Uhr findet ein Gottesdienst mit Orgelmusik statt — auch für Nicht-Gläubige ein stimmungsvolles Erlebnis.
Tipp
Komme morgens früh (9 Uhr) auf den Turm — dann hast du das Panorama fast für dich allein. Bei Sonnenuntergang ist es am schönsten, aber auch am vollsten. Die Orgelkonzerte am Donnerstagmittag (12:30 Uhr, 30 Min.) sind ein Geheimtipp — kurz, kostenlos und wunderschön.
Harpa Konzerthaus★★★
Architektonisches Meisterwerk am Hafen
Das Harpa Konzert- und Kongresshaus am alten Hafen ist Islands beeindruckendstes modernes Gebäude. Die von dem dänisch-isländischen Künstler Ólafur Elíasson entworfene Fassade besteht aus 714 unregelmäßigen Glaswaben in einem quasi-kristallinen Muster, das er „quasi-bricks" nannte. Die Waben sind mit farbigen LED-Leuchten hinterlegt und leuchten je nach Lichteinfall und Tageszeit in unterschiedlichen Farben — ein Kaleidoskop, das die Nordlichter auf die Erde bringt. Nachts ist die Lichtinstallation ein Spektakel, das die gesamte Hafenfront illuminiert.
Die Architektur stammt vom dänischen Büro Henning Larsen Architects und dem Ingenieurbüro Batteriið Architects. Das Gebäude wurde 2011 eröffnet, mitten in der Nachwehe der Finanzkrise 2008. Der Bau hatte fast nicht überlebt — nach dem Crash stand das Projekt vor dem Aus, und viele Isländer protestierten gegen die Kosten. Heute ist das Harpa ein Symbol für Islands Wiederaufstieg und gewann 2013 den renommierten Mies van der Rohe Award der EU für zeitgenössische Architektur.
Das Gebäude beherbergt das Isländische Symphonieorchester (Sinfóníuhljómsveit Íslands), die Isländische Oper und mehrere Konzertsäle (der größte fasst 1.800 Personen). Auch ohne Konzert lohnt der Besuch: Die Eingangshalle mit ihren geometrischen Lichtmustern ist frei zugänglich, und das Restaurant Kopar im Erdgeschoss bietet erstklassige Küche mit Hafenblick.
Im Harpa Shop gibt es ausgewähltes isländisches Design — von Keramik über Schmuck bis zu Vinyl von isländischen Bands. Ein qualitativ deutlich besserer Souvenirladen als die meisten auf dem Laugavegur.
Tipp
Besuche die Harpa bei Sonnenuntergang oder nachts — die beleuchtete Fassade ist am eindrucksvollsten bei Dunkelheit. Die kostenlosen Mittagskonzerte (manchmal am Wochenende) sind ein Geheimtipp. Check das Programm auf harpa.is.
Perlan — Museum & Aussicht★★
Islands Natur unter einer Glaskuppel
Das Perlan („Die Perle") thront auf dem Öskjuhlíð-Hügel südlich des Stadtzentrums und ist unverkennbar: Eine glitzernde Glaskuppel ruht auf sechs ehemaligen Heißwasser-Speichertanks aus den 1930er Jahren, die einst die Geothermie-Versorgung der Stadt sicherten. Heute beherbergt das Gebäude eines der modernsten Naturkunde-Museen Islands.
Die Ausstellung „Wonders of Iceland" ist hervorragend gemacht und ideal, um sich vor der eigentlichen Reise über Islands Natur zu informieren:
- Eishöhle: Ein begehbarer, 100 Meter langer Tunnel aus echtem Eis, der das Innere eines Gletschers simuliert — mit Eisskulpturen, blauem Licht und Temperaturen unter null. Perfekt, wenn du keine echte Eishöhle im Vatnajökull schaffst
- Planetarium: Nordlichter-Show in einer 360°-Kuppel — die nächstbeste Alternative, falls du keine echten Nordlichter erwischst
- Unterwasserwelt: Interaktive Ausstellung über Islands Meeresökosystem, Wale und Fischerei
- Vulkanausstellung: Filme und Simulationen zu Islands aktivsten Vulkanen
Die 360°-Aussichtsplattform auf der Kuppel (im Museumsticket enthalten) bietet einen fantastischen Rundumblick über Reykjavík, die Berge und das Meer — neben dem Hallgrímskirkja-Turm der beste Aussichtspunkt der Stadt. Im Erdgeschoss gibt es ein Café, und der umliegende Öskjuhlíð-Wald (einer der wenigen Wälder Islands) ist ideal für einen Spaziergang.
Tipp
Perlan ist der perfekte Schlechtwetter-Plan — wenn es draußen stürmt und regnet, verbringst du 2–3 Stunden in der Ausstellung. Die Eishöhle und das Planetarium begeistern auch Kinder. Der Besuch lohnt sich besonders VOR deiner Reise entlang der Ringstraße, weil du danach weißt, worauf du achten musst.
National Museum of Iceland★★
1.200 Jahre isländische Geschichte
Das Þjóðminjasafn Íslands (Nationalmuseum) nahe der Universität Reykjavík erzählt die komplette Geschichte Islands von der Wikingerzeit bis heute — und ist dabei überraschend modern und gut aufbereitet. Die permanente Ausstellung „Þjóðveldið til lýðveldis" (Vom Volksstaat zur Republik) führt chronologisch durch die Epochen:
- Wikingerzeit (874–1262): Originale Schwerter, Schmuck, Werkzeuge und das berühmte Bronzetürchen von Valþjófsstaður (um 1200) — eines der bedeutendsten mittelalterlichen Kunstwerke Islands mit Szenen aus der Ritterromantik
- Mittelalter & Fremdenherrschaft: Kirchenkunst, das harte Leben unter dänischer Herrschaft, Pest und Vulkankatastrophen
- Moderne: Unabhängigkeitsbewegung, die Fischerei-Revolution, der NATO-Stützpunkt in Keflavík, die Finanzkrise 2008
Besonders eindrucksvoll: Die Originalmanuskripte der Sagas, alte Webstühle und die Nachbildung eines Wikingerlanghauses. Das Museum hat auch eine hervorragende Abteilung zur isländischen Textilkunst — die berühmten Lopapeysa-Strickpullover haben hier ihren historischen Kontext.
Laugavegur & Innenstadt★★
Die Haupteinkaufsstraße
Der Laugavegur ist das Herz von Reykjavík — die Hauptstraße, die von der Hallgrímskirkja hinunter zum Hafen führt, gesäumt von Boutiquen, Cafés, Buchläden, Galerien und Restaurants. Hier pulsiert das Leben der Stadt, und hier beginnt auch der legendäre Rúntur — die isländische Kneipentour am Wochenende.
Der Name bedeutet „Waschweg" — im 19. Jahrhundert trugen die Frauen ihre Wäsche zum Waschen zu den heißen Quellen in Laugardalur, und der Laugavegur war ihr Weg dorthin.
Bemerkenswerte Orte entlang des Laugavegur und in der Umgebung:
- Skólavörðustígur: Die Seitenstraße, die hoch zur Hallgrímskirkja führt — Galerien, Designläden, das berühmte Handknitting Association of Iceland (Handprjónasambandið), wo du echte Lopapeysa-Pullover bekommst (ab ca. 20.000–30.000 ISK/133–200€ — handgestrickt aus isländischer Schafwolle)
- Tjörnin: Der kleine See im Zentrum mit Schwänen und Enten. Perfekt für einen Spaziergang. Im Winter zugefroren — Schlittschuhlaufen!
- Rathaus (Ráðhús): Am Tjörnin gelegen, mit einer riesigen 3D-Reliefkarte von Island im Foyer (kostenlos) — perfekt, um die Reiseroute zu planen
- Austurvöllur: Der zentrale Platz vor dem Alþingi (Parlament) — Treffpunkt, Sonnenbaden (ja, im Sommer!) und historischer Ort der Proteste. Hier fand 2008 die „Kochtopfrevolution" statt
- Grandi-Hafenviertel: Das aufstrebende Viertel am alten Hafen mit der Whales of Iceland-Ausstellung (lebensgroße Walmodelle!), der FlyOver Iceland-Simulation und trendigen Restaurants
- Sólfarið (Sonnenfahrt): Die ikonische Edelstahlskulptur am Uferweg von Jón Gunnar Árnason (1990) — ein abstraktes Wikingerschiff, das zum Meer und zu den Bergen blickt. Islands meistfotografiertes Kunstwerk und der perfekte Sonnenuntergang-Spot
Street Art & Murals★
Reykjavíks bunte Wände
Für eine Stadt ihrer Größe hat Reykjavík eine erstaunlich lebendige Street-Art-Szene. Die bunten Wellblechhäuser bieten perfekte Leinwände, und die Stadt ermutigt Wandmalerei aktiv. Die besten Murals findest du in folgenden Vierteln:
- Laugavegur & Seitenstraßen: Rund um die Hauptstraße und die Hverfisgata findest du die größte Dichte an Murals — von riesigen Walgemälden über abstrakte Kunst bis zu politischen Statements
- Grandi-Hafenviertel: Die alten Lagerhallen und Fischfabriken werden zunehmend mit großflächigen Wandgemälden geschmückt
- Breiðholt & Grafarvogur: In den Vororten gibt es überraschend gute Street Art, die die meisten Touristen verpassen
Besonders bekannt sind die Werke von Sara Riel, Guido van Helten (dessen fotorealistisches Portrait einer isländischen Fischerin auf einer Hauswand in Grandi weltbekannt wurde) und dem Kollektiv Urban Nation. Jedes Jahr im Sommer findet das Wall Poetry Festival statt, bei dem internationale Künstler neue Murals schaffen.
Die Marshall House Galerie am Hafen beherbergt neben zeitgenössischer Kunst auch ein Studio von Ólafur Elíasson (dem Harpa-Designer) und die Gallery Kling og Bang — Islands wichtigste Adresse für zeitgenössische Kunst.
Tipp
Es gibt kostenlose Street-Art-Walking-Tours (auf Trinkgeldbasis), die jeden Tag um 14 Uhr ab der Hallgrímskirkja starten. Der Guide zeigt die besten Murals und erzählt die Geschichten dahinter — eine tolle Art, die Stadt jenseits der Touristenpfade kennenzulernen.
Nauthólsvík Geothermalstrand★
Strandfeeling am Polarkreis
Es klingt absurd, aber Reykjavík hat einen Strand mit warmem Wasser. Am Nauthólsvík, einer kleinen Bucht südlich des Perlan, wurde ein Geothermalbecken angelegt, das mit heißem Wasser auf angenehme 15–19°C beheizt wird (im Sommer). Dazu gibt es einen künstlichen Sandstrand mit importiertem gelbem Sand, Hot Pots (38–40°C) am Rand und ein Umkleidehaus.
An sonnigen Sommertagen (ja, die gibt es!) sind die Isländer hier in Badekleidung, spielen Volleyball und genießen die Mitternachtssonne — ein surreales Bild auf 64° Nord. Im Winter kommen die Hartgesottenen zum Eisschwimmen im eisigen Meer und wärmen sich danach in den heißen Pots auf.
Kolaportið Flohmarkt★
Islands einziger Flohmarkt
Der Kolaportið ist Reykjavíks legendärer Flohmarkt — der einzige des Landes — und findet jeden Samstag und Sonntag in einer alten Lagerhalle am Hafen statt. Hier findest du ein chaotisches, wundervolles Durcheinander:
- Secondhand-Kleidung: Vintage-Lopapeysa (Wollpullover) für einen Bruchteil des Neupreises — manchmal ab 3.000–5.000 ISK (20–33€) statt 25.000+ ISK im Laden
- Bücher & Vinyl: Gebrauchte isländische Bücher, Sagas-Ausgaben, Vinyl von isländischen Bands
- Isländische Kuriositäten: Altes Geschirr, Lava-Schmuck, handgemachte Seifen
- Lebensmittel: Hákarl (fermentierter Hai — probiere hier ein kleines Stück, bevor du ein ganzes Gericht bestellst!), Harðfiskur (Trockenfisch), Brennivín, selbstgemachte Marmeladen
Die Atmosphäre ist authentisch isländisch — hier kommen Einheimische hin, nicht nur Touristen. Es wird gefeilscht (unüblich in Island sonst!), und die Verkäufer erzählen gerne Geschichten zu ihren Waren.
Tipp
Der Kolaportið ist DER Ort, um einen gebrauchten Lopapeysa-Pullover zu kaufen — die handgestrickten Wollpullover kosten neu 130–200€, gebraucht oft nur 20–40€. Und probiere am Hákarl-Stand ein kleines Stückchen fermentiertem Hai — es ist die günstigste und unverbindlichste Art, Islands berüchtigtestes Gericht zu testen.
Hot Pots & Thermalbäder★★★
Islands liebste Tradition
Das Baden in heißem Wasser ist für Isländer kein Touristen-Gimmick, sondern Alltagskultur. Jedes noch so kleine Dorf hat ein öffentliches Schwimmbad (Sundlaug) mit heißen Becken (Hot Pots), und in Reykjavík sind die „Pools" der soziale Treffpunkt schlechthin — hier wird getratscht, diskutiert und entspannt. Die Pools sind für Isländer das, was für Deutsche die Stammkneipe ist: der Ort, an dem die Gemeinschaft funktioniert.
Blaue Lagune (Blue Lagoon)
Das bekannteste Thermalbad der Welt liegt 20 Minuten vom Flughafen Keflavík entfernt auf der Reykjanes-Halbinsel. Das milchig-türkise Wasser (38–40°C) ist reich an Kieselsäure, Algen und Mineralien und entsteht als Nebenprodukt des nahegelegenen Svartsengi-Geothermalkraftwerks — das warme Wasser wird nach der Stromproduktion in das Lavafeld geleitet und sammelt sich in der Lagune. Die Lage inmitten schwarzer Lavafelder ist surreal, besonders bei Schnee oder Nordlichtern.
Das Comfort-Paket (ab 12.990 ISK/87€) ist das Einstiegsticket, Premium (ab 16.990 ISK) bietet Bademantel, Slipper und zweites Getränk. Das exklusive Retreat Spa (ab 79.990 ISK/533€) ist ein separater Luxusbereich mit Unterwasser-Lava-Tunnel, privaten Umkleiden und mehrstündigem Spa-Erlebnis.
Sky Lagoon
Die neuere Alternative zur Blauen Lagune, nur 15 Minuten vom Zentrum entfernt in der Bucht von Kársnes. Die Infinity-Kante bietet einen atemberaubenden Blick über das offene Meer bis zu den Bergen der Reykjanes-Halbinsel. Das Skjól-Ritual (7 Schritte Wellness: warmes Bad → kaltes Becken → Sauna → kühler Nebel → Dampfbad → Meersalz-Peeling → warme Entspannung) ist ein Highlight und im Pure Pass (ab 9.990 ISK/67€) enthalten.
Vorteile gegenüber der Blauen Lagune: Näher an der Stadt, moderner, weniger überlaufen, günstigerer Einstiegspreis, und der Meerblick ist spektakulär.
Öffentliche Pools in Reykjavík
Viel authentischer und günstiger als die Blaue Lagune — und das echte isländische Erlebnis:
- Vesturbæjarlaug: Klein, ruhig, mit Blick auf die Berge. Der Geheimtipp der Einheimischen. Drei Hot Pots mit verschiedenen Temperaturen (38°, 40°, 42°C) und ein Dampfbad
- Laugardalslaug: Der größte Pool der Stadt mit Wasserrutsche, 50m-Becken und mehreren Hot Pots. Perfekt für Familien. Der Eingang liegt neben dem Botanischen Garten
- Sundhöllin: Islands ältestes Schwimmbad (1937), zentral am Laugavegur. Kürzlich renoviert mit neuem Rooftop-Hot-Pot — der vielleicht best-gelegene Hot Pot der Stadt
- Nautholsvik Beach: Geothermisch beheizter Meeresstrand (nur im Sommer)
- Árbæjarlaug: Im Vorort, familienfreundlich mit Rutsche und Spielbereich
Eintritt: ca. 1.200 ISK (8€) — ein Bruchteil der Blauen Lagune. Und du badest mit den Einheimischen!
Wilde Hot Pots
Abseits der kommerziellen Thermalbäder gibt es in Island hunderte wilde heiße Quellen, die frei zugänglich sind. Einige der besten nahe Reykjavík:
- Reykjadalur: 45 Minuten Wanderung (3 km) durch ein dampfendes Tal bei Hveragerði — am Ende ein heißer Bach, in dem du auf natürliche Weise badest. Das beliebteste Naturerlebnis nahe Reykjavík
- Seljavallalaug: Ein 25m-Pool aus den 1920er Jahren, in eine Bergwand am Fuß des Eyjafjallajökull gebaut. 15 Min. Wanderung, kostenlos, surreal
- Landbrotalaug: Winziger natürlicher Hot Pot auf der Snæfellsnes-Halbinsel — Platz für 2–3 Personen, aber die Lage ist magisch
Tipp
In isländischen Pools ist es Pflicht, sich VOR dem Baden OHNE Badekleidung gründlich zu duschen — die Waschbereiche sind offen und es gibt Aufpasser. Das ist keine Schikane, sondern Hygienekultur. Und: Beginne im heißesten Hot Pot und arbeite dich nach unten — der Temperaturunterschied ist das halbe Erlebnis.
Achtung
Die Blaue Lagune ist so beliebt, dass du WOCHEN im Voraus buchen musst — besonders in der Hochsaison. Ohne Reservierung kein Einlass! Buche direkt nach der Flugbuchung auf bluelagoon.com. Achtung: Seit den Vulkanausbrüchen auf der Reykjanes-Halbinsel (2023/2024) kann es zu temporären Schließungen kommen — check die Website vorher.
Walbeobachtung★★
Wale direkt vor Reykjavík
Von Reykjavíks altem Hafen starten ganzjährig Walbeobachtungstouren in die Faxaflói-Bucht. Die Chancen auf Sichtungen liegen bei 90–95% im Sommer und 70–80% im Winter. Häufig gesichtet werden:
- Minkwale: Die häufigste Art, ganzjährig. Kompakt und schnell, oft neugierig gegenüber Booten
- Weißschnauzendelfine: In großen Gruppen, spielfreudig. Springen oft neben dem Boot
- Buckelwale: Besonders Mai–September, spektakuläre Sprünge und Schwanzflossen-Shows
- Orcas: Selten, aber möglich (eher im Winter in der Breiðafjörður-Bucht)
Anbieter
Die drei großen Anbieter ab Reykjavík:
- Elding: Der größte Anbieter, große Boote, Klassiker-Tour 3h (ab 13.490 ISK/90€). Auch Nordlichter-Bootstouren im Winter
- Special Tours: Ähnlich, auch mit RIB-Schnellbooten (näher an den Walen, aber nasser und kälter)
- North Sailing: Umweltbewusst mit CO₂-neutralen Schiffen, auch ab Húsavík (die bessere Option für Walbeobachtung!)
Whales of Iceland — das Museum
Falls das Wetter nicht mitspielt oder du die Wale vertiefen willst: Die Whales of Iceland-Ausstellung im Grandi-Hafenviertel zeigt 23 lebensgroße Walmodelle, darunter einen 25 Meter langen Blauwal. Audioguide (auch auf Deutsch), interaktive Stationen und VR-Erlebnisse. Besonders für Familien empfehlenswert.
Tipp
Für die beste Walbeobachtung fahr nach Húsavík in Nordisland — dort sind die Chancen auf Buckelwale deutlich höher und die Boote kleiner. Reykjavík ist bequem, aber Húsavík ist die Wal-Hauptstadt Islands. Falls du in Reykjavík bleibst: Buche die früheste Tour (weniger Wind, ruhigere See).
Essen & Nachtleben
Reykjavíks Foodszene
Für eine Stadt dieser Größe hat Reykjavík eine erstaunlich vielfältige Gastronomieszene. Von Michelin-empfohlenen Restaurants bis zum legendären Hotdog-Stand — hier isst du so gut wie nirgendwo sonst auf der Insel.
Die Klassiker
- Bæjarins Beztu Pylsur: Islands berühmtester Hotdog-Stand am Hafen (seit 1937). Der „Eina með öllu" (einer mit allem: Röstzwiebeln, rohe Zwiebeln, Ketchup, süßer Senf, Remoulade) ist Pflicht. 590 ISK (4€). Bill Clinton bestellte hier 2004 — ohne Senf. Die Isländer verziehen ihm nie
- Sægreifinn (Sea Baron): Am Hafen, berühmt für die Hummersuppe (Langoustine Soup) — ein Muss! Ca. 2.800 ISK (19€). Der rustikale Charme mit den Fischnetzen und alten Booten ist authentisch. Auch Walspieße und gegrillter Fisch auf Stäbchen
- Hlemmur Mathöll: Die Food Hall in der ehemaligen Busstation — verschiedene Stände mit isländischer, asiatischer, mexikanischer und internationaler Küche. Perfekt zum Probieren und deutlich günstiger als einzelne Restaurants. Highlights: Flatey Pizza (beste Pizza Islands) und Kröst (exzellentes Fried Chicken)
Fine Dining & gehobene Küche
- Dill: Islands einziges Michelin-Stern-Restaurant (seit 2017). Chef Gunnar Karl Gíslason serviert ein 7-Gänge-Menü (ab 24.900 ISK/166€) mit ausschließlich nordischen Zutaten — fermentiert, gepökelt, geräuchert und aus der Erde. Reservierung Wochen vorher nötig
- Grillið: Fine Dining im 8. Stock des Saga Hotels mit 360°-Panoramablick über Reykjavík. Seit Jahrzehnten die gehobene Institution der Stadt. Degustationsmenü ab 19.900 ISK (133€). Für besondere Anlässe — die Aussicht allein ist den Preis wert
- Grillmarkaðurinn (Grillmarket): Moderne isländische Küche mit lokalen Zutaten — Lamm, Fisch, Langoustine. Stilvolles Ambiente im Keller. 15.000–25.000 ISK pro Person (100–167€)
- Óx: Das exklusivste Erlebnis: Nur 11 Plätze, im Keller von Sumac. Der Chef kocht ein intimes Menü direkt vor dir. Ab 39.990 ISK (267€). Monate voraus buchen!
Mittelklasse & Empfehlungen
- Messinn: Fisch-Restaurant mit Pfannengerichten — frischer Fang des Tages in gusseisernen Pfannen. Fantastisches Preis-Leistung-Verhältnis für Reykjavík. Hauptgericht ab 3.900 ISK (26€)
- Café Loki: Direkt gegenüber der Hallgrímskirkja. Traditionelle isländische Küche: Plokkfiskur, Lammsuppe, Roggenbrot, und das berüchtigte Hákarl-Probierset (fermentierter Hai mit Brennivín). Der beste Ort, um mutig zu sein
- Snaps Bistro Bar: Französisch-isländische Küche, hervorragendes Mittagsmenü. Gemütliche Atmosphäre, bei Einheimischen beliebt
- Fish Market (Fiskmarkaðurinn): Sushi und isländische Fusion-Küche — klingt seltsam, funktioniert fantastisch. Besonders die Langoustine-Tempura
Budget-Tipps
- Noodle Station: Authentische thailändische Nudelsuppen für 1.890 ISK (13€) — das günstigste warme Essen in der Innenstadt
- Bónus Supermarkt: Der günstigste Supermarkt Islands (erkennbar am rosa Schweinchen-Logo). Hier kochen Backpacker
- Bakari Sandholt: Die beste Bäckerei Reykjavíks — Croissants, Zimtschnecken und Roggenbrot. Frühstück ab 1.500 ISK (10€)
Rúntur — Islands Kneipentour
Das isländische Nachtleben ist legendär — und bizarr. Unter der Woche ist die Innenstadt menschenleer. Aber am Freitag- und Samstagabend verwandelt sich Reykjavík:
- Die Isländer „vorglühen" zu Hause (Alkohol in Bars ist extrem teuer: 1.500–2.000 ISK/10–13€ pro Bier)
- Ab 23:30 Uhr füllen sich die Bars und Clubs am Laugavegur
- Das Feiern geht bis 4–5 Uhr morgens — der Rúntur (wörtlich: „Rundtour") bedeutet, von Bar zu Bar zu ziehen. Die Stimmung ist ausgelassen, offen und inklusiv
Craft Beer Szene
Bemerkenswert für ein Land, in dem Bier bis 1989 verboten war: Reykjavíks Craft-Beer-Szene ist explodiert. Die besten Adressen:
- Micro Bar: Die beste Auswahl an isländischem Craft Beer — 14 Zapfhähne mit wechselnden Bieren von Borg, Einstök, Gæðingur und mehr. Klein, gemütlich, kenntnisreiche Barkeeper
- Skúli Craft Bar: 14 Hähne, dazu Hunderte Flaschenbiere. Die besten IPAs Islands
- Kaldi Bar: Die Hausbrauerei von Kaldi (Islands beliebteste Craftbier-Marke aus Árskógssandur in Nordisland). Gemütlich, gutes Essen
- Bjórgarðurinn (Beer Garden): Der biergarten-ähnlichste Ort Reykjavíks mit großer Terrasse
- Kaffibarinn: Die kultigste Bar Reykjavíks — einst Miteigentümer von Damon Albarn (Blur/Gorillaz). Tagsüber Café, nachts Club. Am Wochenende Schlange vor der Tür
- Lebowski Bar: Big-Lebowski-Thema, White Russians und Bowlingkugel-Lampen. Skurril und sympathisch
Tipp
Kaufe Alkohol im Duty Free am Flughafen Keflavík bei der Ankunft — das ist der mit Abstand günstigste Ort auf Island. Die staatlichen Alkoholläden (Vínbúðin) sind teuer, und in Bars zahlst du 10–13€ pro Bier. Supermärkte verkaufen kein Bier mit mehr als 2,25% Alkohol. Für den Rúntur: Vorglühen zu Hause ist keine Schande, sondern isländische Tradition!
Walking Tour: Reykjavík zu Fuß
Dauer: 3–4 Stunden | Distanz: ca. 4 km | Beste Zeit: Vormittags (10–14 Uhr)
1. Hallgrímskirkja (Start)
Beginne am Wahrzeichen Islands. Fahre mit dem Aufzug auf den Turm (1.200 ISK/8€) für das 360°-Panorama über die Stadt. Bei klarem Wetter siehst du den Snæfellsjökull 120 km entfernt. Vor der Kirche: die Leifur-Eiríksson-Statue.
2. Skólavörðustígur (5 Min.)
Die hübscheste Straße Reykjavíks führt bergab Richtung Zentrum. Stopp beim Handknitting Association für einen Original-Lopapeysa, und bei Rammagerðin für hochwertiges isländisches Design.
3. Laugavegur (2 Min.)
Biege links ab auf die Hauptstraße. Bummel durch Boutiquen, Buchläden und Cafés. Kaffeepause im Reykjavík Roasters (bester Kaffee der Stadt) oder bei Sandholt Bakari (beste Bäckerei).
4. Hlemmur Mathöll (5 Min.)
Am östlichen Ende des Laugavegur: die Food Hall in der ehemaligen Busstation. Perfekt für einen Snack — Flatey Pizza, Kröst Chicken oder eine isländische Fischsuppe.
5. Tjörnin & Rathaus (10 Min.)
Geh zurück und biege zum See Tjörnin ab. Schwäne und Enten, bunte Häuser ringsum. Im Rathaus: die fantastische 3D-Reliefkarte von Island (kostenlos). Im Sommer blüht der kleine Park.
6. Austurvöllur & Alþingi (5 Min.)
Der zentrale Platz vor dem Parlament. Hier fand 2008 die Kochtopfrevolution statt. Die kleine Dómkirkja (Kathedrale) ist bescheiden, aber historisch bedeutsam (geweiht 1796).
7. Bæjarins Beztu Pylsur (3 Min.)
Pflichtprogramm: „Eina með öllu" (einen mit allem) bestellen. 590 ISK für Reykjavíks berühmtesten Hotdog. Die Schlange geht schnell.
8. Alter Hafen & Grandi (5 Min.)
Schlendere zum alten Hafen. Walbeobachtungsboote, Fischerboote, das Sægreifinn (Hummersuppe!). Weiter ins Grandi-Viertel: Whales of Iceland, Marshall House Galerie, hippe Restaurants und Brauereien.
9. Harpa (5 Min.)
Das Konzerthaus mit der Ólafur-Elíasson-Glasfassade. Geh hinein und bewundere die Lichtspiele. Der Shop hat gutes isländisches Design.
10. Sólfarið / Sun Voyager (10 Min.)
Spaziere die Uferpromenade Richtung Osten zur ikonischen Wikingerschiff-Skulptur. Der perfekte Abschluss — besonders bei Sonnenuntergang, wenn die Edelstahl-Skulptur golden leuchtet und die Berge jenseits der Bucht in violettes Licht getaucht werden.
Tipp
Diese Tour lässt sich wunderbar mit dem Rúntur am Abend kombinieren: Tagsüber die Sehenswürdigkeiten, abends die Bars — viele liegen am selben Weg. Im Sommer bei Mitternachtssonne kannst du die Tour auch um 22 Uhr machen — bei goldenem Licht und ohne Menschenmassen.
Stadtrundgang
Reykjavík — Die große Stadtrunde
Alle Highlights der Innenstadt in einer Runde: Von der Hallgrímskirkja über den Laugavegur, den See Tjörnin, das Parlament, den alten Hafen mit Harpa bis zur Sun-Voyager-Skulptur.
Hallgrímskirkja
Turm besteigen für 360°-Panorama. Leifur-Eiríksson-Statue.
30 Min.Skólavörðustígur
Hübscheste Straße Reykjavíks mit Designläden und Handknitting Association.
15 Min.Laugavegur
Haupteinkaufsstraße. Kaffeepause bei Reykjavík Roasters.
20 Min.Hlemmur Mathöll
Food Hall mit verschiedenen Ständen. Snack-Stopp.
20 Min.Tjörnin & Rathaus
Stadtsee mit Schwänen. 3D-Reliefkarte im Rathaus (kostenlos).
15 Min.Austurvöllur & Alþingi
Zentraler Platz vor dem ältesten Parlament der Welt.
10 Min.Bæjarins Beztu Pylsur
Isländischer Kult-Hotdog. „Eina með öllu" bestellen.
10 Min.Alter Hafen & Grandi
Fischerhafen, Walbeobachtung, Sægreifinn Hummersuppe, Whales of Iceland.
30 Min.Harpa Konzerthaus
Glaswaben-Fassade von Ólafur Elíasson. Shop mit isländischem Design.
15 Min.Sólfarið (Sun Voyager)
Ikonische Wikingerschiff-Skulptur am Ufer. Bester Sonnenuntergang-Spot.
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