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Regionen · Kapitel 5

Südküste

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RegionenKapitel 5: Südküste
Regionen · Kapitel 5

Südküste

Die spektakulärste Küstenstrecke Europas: Von Reykjavík aus reihen sich Wasserfälle, schwarze Strände, Gletscher und die magische Jökulsárlón-Eislagune wie Perlen an einer Schnur — ein Roadtrip der Superlative.

Die Südküste — Überblick

Die Strecke von Reykjavík entlang der Ringstraße (Route 1) nach Osten ist Islands meistbefahrene und spektakulärste Route. Auf rund 380 km bis zur Jökulsárlón-Gletscherlagune reihen sich die Highlights dicht aneinander:

  • Seljalandsfoss & Skógafoss — Zwei der berühmtesten Wasserfälle der Welt
  • Reynisfjara — Der schwarze Strand mit Basaltsäulen, regelmäßig zum schönsten nicht-tropischen Strand der Welt gewählt
  • Dyrhólaey — Das dramatische Kap mit Felsbogen und Papageitaucher-Kolonie
  • Fjaðrárgljúfur — Ein 100 Meter tiefer, moosbewachsener Canyon von atemberaubender Schönheit
  • Skaftafell — Der Nationalpark am Fuß des Vatnajökull mit dem Svartifoss und Gletscherwanderungen
  • Jökulsárlón & Diamond Beach — Islands magischster Ort

Du kannst die Highlights bis Vík an einem langen Tag sehen (Tagesausflug von Reykjavík, 12–14h). Für die komplette Strecke bis Jökulsárlón plane 2–3 Tage ein — es lohnt sich.

Die Südküste ist geologisch faszinierend: Du fährst am Fuß einer Kette von Gletschervulkanen entlang — Eyjafjallajökull, Mýrdalsjökull (mit dem gefürchteten Katla darunter) und Vatnajökull. Zur Linken die Berge und Gletscher, zur Rechten das offene Meer mit schwarzen Sandstränden, die sich bis zum Horizont erstrecken. Die flache Küstenebene (Sandur) wurde über Jahrtausende von katastrophalen Gletscherläufen (Jökulhlaup) geformt — gewaltigen Flutwellen, die bei subglazialen Vulkanausbrüchen entstehen.

Seljalandsfoss★★★

Parken: 800 ISK (5€). Eintritt frei

Der Wasserfall, den du umrunden kannst

Der Seljalandsfoss stürzt 60 Meter von einer ehemaligen Meeresklippe in ein Becken — und das Besondere: Ein Pfad führt komplett hinter den Wasserfall. Von der Rückseite durch den Wasserschleier auf die grüne Landschaft zu blicken, ist eines der ikonischsten Erlebnisse Islands.

Die Klippe war vor etwa 8.000 Jahren die tatsächliche Küstenlinie — seitdem hat sich das Meer durch Sedimentablagerungen und Landanhebung zurückgezogen, und der ehemalige Meeresklippe blieb als Stufe in der Landschaft stehen. Der Seljalandsá-Fluss, der vom Eyjafjallajökull-Gletscher gespeist wird, stürzt über diese Kante in die Tiefe.

Das Erlebnis hinter dem Wasserfall ist besonders bei Sonnenuntergang magisch: Das goldene Licht fällt durch den Wasserschleier und taucht alles in warme Farben. Im Winter bilden sich Eiszapfen am Rand, und der Pfad kann vereist und gesperrt sein — frage vorher beim Parkplatz nach.

Der Wasserfall liegt direkt an der Ringstraße, 120 km östlich von Reykjavík, und ist nicht zu übersehen. Parken: 800 ISK.

Geheimtipp: Gljúfrabúi

Nur 500 Meter nördlich des Seljalandsfoss versteckt sich der Gljúfrabúi — der „versteckte Wasserfall" oder „Bewohner der Schlucht". Er stürzt in eine enge Felshöhle, und du musst durch einen schmalen Spalt zwischen den Felsen waten (Wasser bis zu den Knien!), um ihn zu sehen. Das Licht, das durch die enge Öffnung oben fällt und den Wasserfall von oben beleuchtet, ist magisch — ein natürlicher Spot aus Licht, Gischt und moosbewachsenem Fels.

Viele Besucher übersehen den Gljúfrabúi komplett, weil er von außen fast unsichtbar ist — nur ein schmaler Spalt in einer Felswand deutet darauf hin. Wer ihn verpasst, hat einen der schönsten versteckten Orte Islands nicht gesehen. Bringe wasserdichte Schuhe oder Gummistiefel mit!

Weitere Wasserfälle an der Klippe

Was die meisten Besucher nicht wissen: Der Seljalandsfoss ist nur einer von über einem Dutzend Wasserfällen, die über dieselbe Klippenreihe stürzen. Wenn du vom Parkplatz nach Norden spazierst (am Gljúfrabúi vorbei), findest du weitere, teils namenlose Wasserfälle — ohne einen einzigen anderen Touristen. Ein 30-minütiger Spaziergang entlang der Klippe ist eine wunderbare Ergänzung.

Achtung

Der Pfad hinter dem Seljalandsfoss ist nass und rutschig — wasserdichte Kleidung und feste Schuhe sind Pflicht! Im Winter kann der Pfad vereist und gesperrt sein. Schütze deine Kamera vor dem Sprühnebel (Plastiktüte oder wasserdichte Hülle). Achtung: Der Gljúfrabúi erfordert das Durchwaten von kaltem Wasser — Gummistiefel empfehlenswert!

Skógafoss★★★

Eintritt und Parken kostenlos

Die Wand aus Wasser

Der Skógafoss ist eine 25 Meter breite, 60 Meter hohe Wand aus Wasser — gewaltig, donnernd, majestätisch. Er liegt direkt an der Ringstraße beim Dorf Skógar und ist einer der beeindruckendsten Wasserfälle Islands. Bei Sonnenschein bilden sich regelmäßig doppelte Regenbögen im Sprühnebel — die Gischt ist so dicht, dass Regenbögen hier häufiger zu sehen sind als an fast jedem anderen Wasserfall der Welt.

Die Wikinger-Legende

Der Legende nach versteckte der Wikinger Þrasi Þórólfsson eine Truhe voller Gold hinter dem Wasserfall. Jahrhunderte später fand ein Junge den Ring an der Seite der Truhe — er zog, aber der Ring riss ab, und die Truhe blieb verborgen. Der Ring ist heute im Skógar-Museum (direkt neben dem Wasserfall) zu sehen, aber der Schatz wurde nie gefunden. Manche sagen, er liegt noch immer dort, hinter der Wasserwand, wo kein Mensch hingelangen kann.

Skógar-Museum (Byggðasafnið á Skógum)

Direkt neben dem Wasserfall befindet sich eines der besten Freilichtmuseen Islands. Über 15.000 regionale Artefakte, darunter historische Torfhäuser, eine alte Schule, eine Kirche und Fischereigerätschaften. Kurator Þórður Tómasson sammelte über 50 Jahre lang — das Ergebnis ist ein faszinierendes Panorama des isländischen Landlebens der letzten Jahrhunderte. Eintritt: 2.500 ISK (17€).

Treppe und Fimmvörðuháls-Trail

Eine Treppe mit 370 Stufen (ja, man spürt jede einzelne!) führt auf die Klippe über dem Wasserfall — der Blick von oben über die Südküste, den Wasserfall und den endlosen schwarzen Sandstrand ist atemberaubend. Von hier startet auch der legendäre Fimmvörðuháls-Wanderweg (25 km, 8–10h), der zwischen den Gletschern Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull hindurch nach Þórsmörk führt.

Die Wanderung führt an 26 Wasserfällen vorbei (jeder kleiner als der vorherige, aber jeder für sich wunderschön), durch ein Lavafeld, das beim Eyjafjallajökull-Ausbruch 2010 entstand, und schließlich hinunter in das grüne Paradies Þórsmörk. Es ist eine der schönsten Tageswanderungen der Welt — aber nur im Sommer (Juli–August) und bei gutem Wetter machbar. Im Zweifel: Geführte Tour buchen.

Eyjafjallajökull im Hintergrund

Vom Skógafoss aus siehst du den Eyjafjallajökull in der Ferne — den Vulkan, der 2010 mit seiner Aschewolke den europäischen Flugverkehr für sechs Tage lahmlegte und 10 Millionen Passagiere strandete. Der Ausbruch selbst war geologisch eher klein, aber die Aschewolke wurde vom Jetstream über ganz Europa getragen. Die Isländer fanden die internationale Aufregung amüsant — und genossen es, dass Nachrichtensprecher weltweit an dem Namen scheiterten. Die richtige Aussprache: „EI-ja-fjat-la-JÖ-kutl".

Tipp

Komme früh morgens oder am späten Abend — im Sommer hast du dank Mitternachtssonne bis nach Mitternacht Licht. Die besten Regenbogen entstehen vormittags, wenn die Sonne von Osten auf den Wasserfall scheint. Die 370 Stufen nach oben sind anstrengend, aber der Blick lohnt sich — und oben beginnt einer der schönsten Wanderwege Islands.

Reynisfjara — Schwarzer Strand★★★

Eintritt und Parken kostenlos

Der dramatischste Strand der Welt

Reynisfjara ist kein Strand zum Baden — er ist ein Naturschauspiel. Kohlschwarzer Vulkansand erstreckt sich unter gewaltigen Basaltsäulen, die wie eine von Riesen gebaute Orgel aussehen. Vor der Küste ragen die Reynisdrangar aus dem Meer — drei Felsnadeln, die bis zu 66 Meter hoch sind und laut Legende versteinerte Trolle sind, die von der Morgensonne überrascht wurden, als sie versuchten, ein Schiff an Land zu ziehen.

Die Basaltsäulen

Die Basaltsäulen an der Hálsanefshellir-Höhle sind perfekt sechseckig und sehen aus, als hätte ein Architekt sie entworfen — es ist pure Geologie. Sie entstanden, als basaltische Lava langsam und gleichmäßig abkühlte. Die Abkühlung erzeugt Schrumpfungsrisse, die sich in regelmäßigen Abständen bilden — ähnlich wie Trocknungsrisse in Schlamm, nur dreidimensional. Das Ergebnis sind diese perfekten hexagonalen Säulen, die an eine Bienenwabe erinnern. Du findest ähnliche Formationen am Giant's Causeway in Nordirland und am Svartifoss im Skaftafell-Nationalpark.

Die Höhle selbst ist begehbar (bei Ebbe und ruhiger See!) und bietet von innen einen dramatischen Rahmenblick auf die Reynisdrangar-Felsen.

Der schwarze Sand

Der Sand ist so schwarz, weil er aus zermahlener Basaltlava besteht — das vulkanische Gestein, aus dem fast ganz Island gebaut ist. Die Brandung mahlt die Lavabrocken über Jahrtausende zu feinem, samtschwarzem Sand. An sonnigen Tagen absorbiert der schwarze Sand die Wärme und wird überraschend warm unter den Füßen.

Achtung

Reynisfjara ist GEFÄHRLICH! Die sogenannten „Sneaker Waves" — riesige Wellen, die ohne Vorwarnung den Strand hochrasen — haben schon Touristen ins Meer gerissen und getötet. Es gab mehrere Todesfälle in den letzten Jahren. Kehre dem Meer NIEMALS den Rücken zu, halte mindestens 30 Meter Abstand zur Wasserlinie, und gehe AUF KEINEN FALL ins Wasser. Die Strömung ist so stark, dass selbst gute Schwimmer keine Chance haben. Die Warnschilder sind ERNST GEMEINT!

Vík & Dyrhólaey★★

Vík í Mýrdal

Vík ist der südlichste Ort Islands (Einwohner: ca. 750) und der regenreichste Ort der Insel (über 2.000 mm Niederschlag pro Jahr). Die kleine weiße Víkurkirkja auf dem Hügel über dem Dorf bietet einen der fotogensten Blicke der Südküste: Die Kirche vor dem Hintergrund der schwarzen Strände, der Reynisdrangar-Felsnadeln und des tosenden Atlantiks.

Vík lebt unter einer stillen Bedrohung: Der Katla-Vulkan unter dem Mýrdalsjökull-Gletscher ist seit über 100 Jahren „überfällig" für einen Ausbruch (der letzte war 1918). Ein Ausbruch würde gewaltige Gletscherläufe (Jökulhlaup) auslösen, die das Dorf erreichen könnten. Das Dorf hat Evakuierungspläne — die Kirche auf dem Hügel dient als Zufluchtsort.

Das Dorf hat einen N1-Tankstelle (mit Restaurant — die Lammsuppe ist empfehlenswert!), einen kleinen Krónan-Supermarkt, das Icewear-Outlet (günstige Outdoor-Kleidung — oft 30–50% Rabatt!) und einige Guesthouses. Im Katla Geopark Visitor Center erfährst du alles über die Vulkane der Region und die Evakuierungspläne.

Von Vík aus starten Zipline-Touren über den schwarzen Strand und ATV/Quad-Touren auf dem schwarzen Sand — ein Adrenalinkick in surrealer Umgebung.

Dyrhólaey — Islands dramatischstes Kap

Das Kap Dyrhólaey (120 m hoch) liegt 15 km westlich von Vík und bietet eines der besten Panoramen der Südküste. Von der Spitze siehst du den schwarzen Strand Reynisfjara, die Reynisdrangar-Felsen, den endlosen schwarzen Sandstrand Richtung Osten und bei klarem Wetter den Mýrdalsjökull-Gletscher. Der Name bedeutet „Türlochinsel" — der gewaltige Felsbogen im Meer ist so groß, dass in den 1990er Jahren ein Kleinflugzeug durchflog (heute verboten).

Es gibt zwei Ebenen auf Dyrhólaey:

  • Untere Ebene (Kirkjufjara-Strand): Schwarzer Strand mit Basaltsäulen und Blick auf den Felsbogen von unten. Achtung: Felssturz-Gefahr, nicht zu nah an die Klippen!
  • Obere Ebene (Leuchtturm): Der alte Leuchtturm Dyrhólaeyjarviti (1910) auf der Spitze. Von hier das atemberaubende 360°-Panorama. Im Sommer Papageitaucher in den Klippen direkt unter dir

Papageitaucher auf Dyrhólaey

Von Mai bis Mitte August nisten hier Papageitaucher (Puffins) in den Klippen — Dyrhólaey ist einer der besten und zugänglichsten Orte auf dem Festland, um die knuffigen Vögel aus nächster Nähe zu beobachten. Die Vögel brüten in Erdhöhlen in den Klippen und sind am aktivsten morgens früh (vor 9 Uhr) und abends spät (nach 19 Uhr) — tagsüber sind sie auf See zum Fischen.

Während der Hauptbrutzeit (Mai–Juni) kann der Zugang zum oberen Leuchtturm eingeschränkt sein, um die Vögel zu schützen. Die Ranger informieren vor Ort. Halte mindestens 5 Meter Abstand zu den Nestern.

Tipp

Die Papageitaucher sind am aktivsten morgens früh und abends spät — tagsüber sind sie auf See zum Fischen. Bring ein Fernglas oder Teleobjektiv mit (200mm+ empfohlen). Die Vögel sind erstaunlich wenig scheu, aber halte Abstand zu den Nestern. Der beste Monat für Papageitaucher ist Juni — dann sind die Küken geschlüpft und die Eltern fliegen ständig mit Fisch (kleine Sandaale im Schnabel!) zum Nest.

Fjaðrárgljúfur Canyon★★

Parken: 800 ISK (5€). Eintritt frei

Islands schönster Canyon

Der Fjaðrárgljúfur (sprich ungefähr: „Fjathrau-gljuufur") ist ein 2 km langer, bis zu 100 Meter tiefer Canyon, der sich wie eine grüne Wunde durch die schwarze Lavalandschaft schneidet. Die Felswände sind steil und von üppig grünem Moos bedeckt, und ein türkisblauer Fluss (Fjaðrá) schlängelt sich durch die enge Schlucht am Boden.

Der Canyon entstand vor etwa 9.000 Jahren, als Schmelzwasser vom Vatnajökull-Gletscher sich durch das relativ weiche Palagonit-Gestein (eine Art vulkanisches Tuffgestein) grub. Die Erosion schuf die gewundenen, fast organisch wirkenden Formen der Schlucht.

Der Canyon wurde 2019 weltberühmt, als Justin Bieber hier sein Musikvideo zu „I'll Show You" drehte — was einen massiven Touristenansturm auslöste und die empfindliche Vegetation beschädigte. Der Canyon wurde daraufhin mehrfach temporär gesperrt, und heute gibt es einen gut ausgebauten Holzsteg entlang der Oberkante mit mehreren Aussichtspunkten.

Der Rundweg entlang der Kante ist 1,5 km lang (30–45 Min.) und bietet atemberaubende Blicke in die Tiefe. Am Ende des Weges: Ein kleiner Wasserfall, wo der Fjaðrá-Fluss in die Schlucht stürzt.

Achtung

Die Kanten des Canyons sind stellenweise ungesichert und der Boden kann nass und rutschig sein. Halte dich an die markierten Wege und Holzstege. Kinder an der Hand halten! Der Canyon wird bei starkem Regen oder Schneeschmelze gesperrt.

Skaftafell & Svartifoss★★★

Nationalpark: ganzjährig. Besucherzentrum: 10:00–17:00 (Winter), 9:00–19:00 (Sommer)
Eintritt frei. Parken: 750 ISK. Gletscherwanderung: ab 12.000 ISK (80€)

Am Fuße des Vatnajökull

Der Skaftafell-Nationalpark (seit 2008 Teil des Vatnajökull-Nationalparks) liegt am Fuß des größten Gletschers Europas und bietet einige der besten Wandermöglichkeiten Islands. Die Region ist ein Mikrokosmos aus Gletschern, Birken, Wasserfällen und weiten Ausblicken — erstaunlich grün für Island.

Svartifoss — Der schwarze Wasserfall

Das Highlight von Skaftafell ist der Svartifoss („Schwarzer Wasserfall"): Ein 20 Meter hoher Wasserfall, der von einem Amphitheater aus hexagonalen Basaltsäulen umrahmt wird — wie eine natürliche Orgel aus schwarzem Stein. Die Säulen hängen frei über den Wasserfall hinaus und brechen nach und nach ab, sodass am Fuß ein Haufen zerbrochener Säulen liegt.

Der Svartifoss war die Inspiration für das Design der Hallgrímskirkja in Reykjavík und des Nationaltheaters — Architekt Guðjón Samúelsson ließ sich von diesen natürlichen Basaltsäulen inspirieren. Die Wanderung zum Svartifoss (1,5 km, 30–45 Min. pro Richtung, leichter bis mittlerer Anstieg) führt durch einen Birkenwald — einer der wenigen natürlichen Wälder Islands.

Wanderungen in Skaftafell

  • Svartifoss (S1): 5,5 km Rundweg, 1,5–2h. Leicht bis mittel. Der beliebteste Weg — zum Svartifoss und zurück über Sjónarnipa mit Blick auf den Skaftafellsjökull
  • Skaftafellsjökull (S2): 3,7 km, 1h. Leicht. Zum Rand des Skaftafellsjökull-Gletschers. Eindrucksvoll, wie nah man der Eisfront kommt
  • Sjónarnípa (S3): 15 km Rundweg, 5–6h. Mittel. Panoramablick über den Vatnajökull, den Skeiðarársandur und die Gletscherzungen. Die beste Wanderung für den großen Überblick
  • Kristínartindar (S6): 16 km, 6–8h. Schwer. Aufstieg auf 1.126 m mit spektakulärem Rundumblick über den Vatnajökull und die Südküste

Gletscherwanderung am Svínafellsjökull

Von Skaftafell aus starten die meisten Gletscherwanderungen und Eishöhlen-Touren. Der Svínafellsjökull (15 Min. Fahrt vom Besucherzentrum) ist die beliebteste Gletscherzunge für geführte Touren — mit dramatischen Eisskulpturen, tiefen Blautönen und Ausblicken, die dir den Atem rauben. Die Gletscherzunge war auch Drehort für Interstellar (2014) und Batman Begins (2005).

Tipp

Plane mindestens einen halben Tag für Skaftafell ein — die Wanderung zum Svartifoss allein braucht 2 Stunden, und eine Gletscherwanderung dauert 3–5 Stunden. Kombiniere beides für einen vollen, unvergesslichen Tag. Das Campinggelände in Skaftafell ist eines der schönsten Islands — am Fuß des Gletschers, umgeben von Birken.

Jökulsárlón — Gletscherlagune★★★

Lagune: ganzjährig, 24h. Bootstouren: Mai–Oktober
Lagune: kostenlos. Amphibienboot: ab 6.500 ISK (43€), Zodiac: ab 11.900 ISK (79€)

Islands magischster Ort

Die Jökulsárlón-Gletscherlagune ist atemberaubend schön und gleichzeitig ein Zeugnis des Klimawandels. Am Rand des Vatnajökull (Europas größtem Gletscher) kalben riesige Eisberge in eine Lagune, die sich seit den 1930er Jahren ständig vergrößert — heute ist sie 25 km² groß und bis zu 248 Meter tief, der tiefste See Islands.

Die Lagune existierte vor 100 Jahren noch nicht — sie entstand erst, als der Breiðamerkurjökull-Gletscher sich zurückzog. Heute kalben täglich neue Eisberge, die langsam Richtung Meer treiben. Manche bleiben monatelang in der Lagune, andere verschwinden binnen Tagen.

Die Eisberge treiben langsam Richtung Meer, und ihre Farben sind unwirklich: Türkis, Kristallblau, Weiß und von Vulkanasche schwarz gestreift. Die schwarzen Streifen stammen von historischen Vulkanausbrüchen — die Asche wurde im Gletscher eingeschlossen und kommt nun, Jahrhunderte später, wieder zum Vorschein. Robben tummeln sich im eisigen Wasser, und mit Glück sieht man Polarfüchse am Ufer.

Die Lagune diente als Drehort für James Bond: Die Another Day (2002) und A View to a Kill (1985), für Tomb Raider (2001) und Batman Begins (2005).

Bootstouren auf der Lagune

  • Amphibienboot: 40 Min., fährt zwischen den Eisbergen. Ab 6.500 ISK (43€). Die Standard-Tour — das Amphibienboot fährt vom Land ins Wasser und zurück. Ideal für Familien und Einsteiger
  • Zodiac (Schlauchboot): 1h, näher an die Eisberge und den Gletscherrand. Ab 11.900 ISK (79€). Das Zodiac kann zwischen den Eisbergen manövrieren und fährt direkt an die Gletscherfront — du hörst das Eis knacken und knirschen. Intensiver und dringend empfohlen! Der Guide bricht ein Stück Gletschereis ab, das du anfassen (und kosten!) kannst — das Eis ist hunderte bis tausende Jahre alt

Beide Touren von Mai bis Oktober. Buche mindestens 1–2 Tage voraus, besonders im Hochsommer!

Die Ringstraßenbrücke

Die einspurige Brücke über den Abfluss der Lagune ins Meer ist ein Nadelöhr der Ringstraße. Hier kannst du Eisberge beobachten, die unter der Brücke hindurch ins offene Meer treiben — manchmal bleiben besonders große Exemplare für Tage stecken. Von der Brücke aus sieht man auch regelmäßig Robben, die auf den Eisbergen faulenzen.

Tipp

Für die besten Fotos: Komme am Morgen oder am Abend, wenn die Sonne tief steht und die Eisberge in Gold und Rosa leuchten. Die Lagune ändert ihr Gesicht ständig — jeder Besuch ist anders. Im Winter: Die Lagune bei Nordlicht ist eines der spektakulärsten Naturschauspiele Islands. Keine Bootstouren im Winter, aber der Uferweg ist ganzjährig zugänglich.

Diamond Beach & Gletscherwanderung★★★

Diamond Beach: kostenlos. Gletscherwanderung: ab 12.000 ISK (80€). Eishöhle: ab 25.000 ISK (167€)

Diamond Beach

Direkt gegenüber der Jökulsárlón-Lagune, auf der anderen Seite der Ringstraßenbrücke, liegt der Diamond Beach — einer der fotogensten Orte der Welt. Hier werden die aus der Lagune ins Meer getriebenen Eisblöcke von den Wellen zurück an den Strand gespült, wo sie auf dem kohlschwarzen Vulkansand liegen wie geschliffene Diamanten auf schwarzem Samt.

Die Eisblöcke glitzern im Sonnenlicht in Türkis, Blau und Kristallklar — kein Foto wird dem Anblick gerecht. Morgens und abends, wenn die Sonne tief steht, ist die Stimmung am intensivsten. Die Größe der Eisblöcke variiert von kleinen Stücken bis zu mannshohen Brocken, und jeder hat eine andere Form und Transparenz. Manche sind klar wie Glas, andere milchig-weiß, wieder andere zeigen schwarze Vulkanasche-Streifen.

Die Eisblöcke bestehen aus komprimiertem Gletschereis, das über Jahrhunderte bis Jahrtausende im Vatnajökull verdichtet wurde. Wenn du ein Stück in die Hand nimmst, hältst du buchstäblich Geschichte in den Händen — das Eis kann 800–1.000 Jahre alt sein.

Gletscherwanderung — Einmal aufs ewige Eis

Eine geführte Gletscherwanderung gehört zu den unvergesslichsten Erlebnissen auf Island. Die beliebtesten Gletscher für Wanderungen sind:

  • Sólheimajökull: Nah an Vík (2h von Reykjavík), 3h-Tour ab ca. 12.000 ISK (80€). Perfekt für Einsteiger. Gut erreichbar, auch als Tagesausflug von Reykjavík
  • Svínafellsjökull: Am Skaftafell im Vatnajökull-Nationalpark. Dramatischere Eisskulpturen und Ausblicke als Sólheimajökull. Interstellar-Drehort!
  • Falljökull: Ebenfalls ab Skaftafell. Steiler und wilder, für erfahrenere Wanderer

Die Touren beinhalten Steigeisen, Eispickel und Helm. Du wanderst auf dem Gletscher, siehst blaue Eisspalten (manche bis zu 30 Meter tief!), Gletschermühlen (Löcher, durch die Schmelzwasser in die Tiefe stürzt) und die zerklüftete Oberfläche aus nächster Nähe. Die Guides erklären die Gletschergeologie und zeigen, wie der Klimawandel den Gletscher verändert — viele Gletscher ziehen sich jährlich um 50–100 Meter zurück.

Eishöhlen — blau leuchtendes Wunder

Im Winter (November–März) werden zusätzlich Eishöhlen-Touren angeboten — natürlich geformte Höhlen im Gletschereis mit surrealem blauem Licht. Die Farbe entsteht, weil das verdichtete Gletschereis alle Farben des Lichtspektrums absorbiert außer Blau. Jede Höhle ist einzigartig und verändert sich von Jahr zu Jahr — manche verschwinden, neue entstehen. Die berühmteste, die Crystal Cave im Breiðamerkurjökull, hat Wände aus durchscheinend blauem Eis, die wie Buntglas leuchten.

Eishöhlen-Touren: Ab 25.000 ISK (167€). 3–5 Stunden inklusive Transport zum Gletscher (Super-Jeep). Im Winter 2–4 Wochen voraus buchen!

Tipp

Gletscherwanderungen und Eishöhlen-Touren IMMER mit einem zertifizierten Guide! Gletscher sind lebensgefährlich — versteckte Spalten, instabile Eisflächen und sich verändernde Bedingungen. Beliebte Anbieter: Arctic Adventures, Glacier Guides, Icelandic Mountain Guides. Im Winter (Eishöhlen) mindestens 2–4 Wochen voraus buchen — die beliebtesten Touren sind Monate im Voraus ausgebucht.

Westmännerinseln (Vestmannaeyjar)★★

Fähre: 1.700 ISK (11€). Eldheimar Museum: 2.500 ISK (17€)

Vulkaninsel vor der Südküste

Die Westmännerinseln (Vestmannaeyjar) sind eine Inselgruppe von 15 Inseln und 30 Felsnadeln vor der Südküste — nur eine davon ist bewohnt: Heimaey (4.500 Einwohner). Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs und erlebten zwei der dramatischsten Naturereignisse des 20. Jahrhunderts:

Der Ausbruch von 1973

Am 23. Januar 1973 öffnete sich mitten in der Nacht eine 1,5 km lange Eruptionsspalte am Rand der Stadt auf Heimaey. Lavafontänen schossen in den Himmel, und ein Lavastrom begann, den Hafen zu verschütten — die Lebensader der Fischergemeinde. Die gesamte Bevölkerung (5.300 Menschen) wurde innerhalb weniger Stunden per Boot auf das Festland evakuiert — eine logistische Meisterleistung.

Dann kam die genialste Idee der Vulkanbekämpfungsgeschichte: Die Isländer pumpten 6,3 Milliarden Liter Meerwasser auf die vorrückende Lava, um sie abzukühlen und den Lavastrom umzuleiten. Es funktionierte! Der Hafen wurde gerettet — und ist heute dank der erstarrten Lava sogar besser geschützt als vor dem Ausbruch. 400 Häuser wurden unter Lava und Asche begraben, aber die Stadt wurde wiederaufgebaut. Das Eldheimar-Museum zeigt ein ausgegrabenes Haus unter der Asche — Islands „Pompeji".

Surtsey — Die neueste Insel der Welt

Vor der Küste der Westmännerinseln entstand 1963–1967 durch einen Unterwasserausbruch die Insel Surtsey — die jüngste Insel der Erde. Benannt nach dem nordischen Feuerriesen Surtr, ist sie ein UNESCO-Welterbe und natürliches Labor: Wissenschaftler beobachten, wie das Leben eine komplett neue Insel besiedelt. Betreten ist streng verboten — nur Forscher mit Sondergenehmigung dürfen an Land.

Papageitaucher-Paradies

Die Westmännerinseln beherbergen die größte Papageitaucher-Kolonie der Welt. Im August, wenn die jungen Papageitaucher (Pysja) zum ersten Mal fliegen, verirren sie sich regelmäßig in die Stadt, angelockt von den Straßenlaternen. Die Kinder von Heimaey sammeln sie dann ein und bringen sie am nächsten Morgen an die Klippen, wo sie in die Freiheit geworfen werden — das Puffin Patrol, eine der herzerwärmendsten Traditionen Islands.

Anreise

Fähre Herjólfur von Landeyjahöfn (an der Südküste, nahe Seljalandsfoss): 35 Minuten, ca. 1.700 ISK (11€) pro Person. Auch mit Auto möglich. Im Winter bei Sturm wird die Fähre auf Þorlákshöfn (2,5h Überfahrt) umgeleitet. Alternativ: Flug von Reykjavík (20 Min.).

Tipp

Die Westmännerinseln sind ein perfekter Tagesausflug von der Südküste — oder eine Übernachtung wert. Das Eldheimar-Museum ist außergewöhnlich, und die Wanderung auf den Eldfell (Vulkan von 1973, 221m) bietet einen Panoramablick über die Inseln. An manchen Stellen ist die Erde unter deinen Füßen noch warm! Im August: Puffin Patrol mit den Kindern der Insel — ein unvergessliches Erlebnis.

Praktische Tipps Südküste

Übernachten entlang der Südküste

OrtEntfernung ab ReykjavíkOptionenBudget/Nacht
Hella/Hvolsvöllur110 kmGuesthouses, Camping. Guter Zwischenstopp vor der Südküsteab 80€ DZ
Vík186 kmGuesthouses, Hostel, Camping. Meiste Optionen an der Südküsteab 100€ DZ
Kirkjubæjarklaustur260 kmKleiner Ort zwischen Vík und Jökulsárlón. Ruhig, weniger touristischab 90€ DZ
Höfn450 kmFischerdorf nahe Jökulsárlón. Bekannt für Langoustine-Restaurantsab 110€ DZ

Wichtige Hinweise

  • Unterkünfte: An der Südküste IMMER vorbuchen — besonders in Vík und nahe Jökulsárlón. Im Sommer ist alles Monate voraus ausgebucht. Booking.com und Airbnb sind die besten Plattformen
  • Tanken: Tanke in Vík und Kirkjubæjarklaustur voll — die nächste Tankstelle kann 100+ km entfernt sein
  • Essen: Die N1-Tankstellen haben überraschend gute Restaurants mit Lammsuppe, Fish & Chips und Kaffee. Das Súpa-Restaurant in Vík (nur Suppen!) ist ein Geheimtipp
  • Wetter: Die Südküste bekommt den meisten Regen Islands ab. Wasserdichte Kleidung ist PFLICHT. Der Wind kann hier brutal sein
  • Fahrzeiten: Plane mehr Zeit ein als Google Maps anzeigt — du wirst an jedem Wasserfall anhalten wollen. Reykjavík → Vík: 2,5h reine Fahrzeit, realistisch mit Stops: 6–8h

Geführte Touren an der Südküste

Einige Erlebnisse an der Südküste sind nur mit zertifizierten Guides möglich — aus Sicherheitsgründen. Die wichtigsten geführten Aktivitäten:

AktivitätAnbieterDauerPreis (ab)
Gletscherwanderung SólheimajökullArctic Adventures, Troll Expeditions, Icelandic Mountain Guides3–5h12.990 ISK (87€)
Gletscherwanderung SkaftafellGlacier Guides, Icelandic Mountain Guides3–5h12.490 ISK (83€)
Eishöhlen-Tour (Vatnajökull)Local Guide, Glacier Adventures3–4h19.900 ISK (133€)
Zodiac-Tour JökulsárlónGlacier Lagoon1h10.900 ISK (73€)
Amphibienboot JökulsárlónGlacier Lagoon40 Min.6.500 ISK (43€)
Schneemobil auf MýrdalsjökullArcanum, Mountaineers of Iceland2–3h26.900 ISK (179€)

Alle Touren sollten mindestens 1–2 Tage voraus gebucht werden, im Sommer 1–2 Wochen. Eishöhlen-Touren (nur November bis März) sind besonders schnell ausgebucht — buche diese 2–4 Wochen im Voraus.

Fotografie-Tipps Südküste

  • Seljalandsfoss: Bestes Licht am Abend (Gegenlicht von hinten). Im Winter mit Eiszapfen besonders fotogen. Schütze die Kamera mit einem Drybag — der Sprühnebel ist allgegenwärtig
  • Skógafoss: Morgens für Regenbogen (Sonne im Osten). Von oben (nach den 370 Stufen) für Überblick-Drohnenfotos
  • Reynisfjara: Bei Sonnenaufgang oder -untergang, wenn das Licht die Basaltsäulen golden färbt. Langzeitbelichtung der Wellen am schwarzen Strand
  • Jökulsárlón: Morgens für ruhiges Wasser und Spiegelungen, abends für warmes Licht auf den Eisbergen. Im Winter: Nordlichter über der Lagune
  • Diamond Beach: Bei Sonnenaufgang, wenn die Eisblöcke im goldenen Licht glitzern. Langzeitbelichtung der Wellen um die Eisblöcke herum

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