Westfjorde & Snæfellsnes
Westfjorde — Überblick
Die Westfjorde (Vestfirðir) sind Islands abgelegenste und raueste Region — eine zerklüftete Halbinsel im Nordwesten, die sich wie eine ausgestreckte Hand mit tiefen Fjorden ins Meer streckt. Nur etwa 10% der Island-Besucher kommen hierher, und genau das macht den Reiz aus: keine Touristenbusse, keine überfüllten Parkplätze, nur du, die Straße und die wildeste Natur Islands.
Die Westfjorde sind geologisch der älteste Teil Islands — das Gestein ist bis zu 16 Millionen Jahre alt, während der Rest der Insel maximal 20 Millionen Jahre auf dem Buckel hat. Keine aktiven Vulkane, keine Geysire, dafür: Dramatische Klippen, die hunderte Meter senkrecht ins Meer abfallen, einsame Fjorde, in denen Robben auf den Felsen faulenzen, und eine Flora, die nirgendwo sonst in Island zu finden ist.
Anreise & Logistik
Die Westfjorde erfordern Planung:
- Straßen: Viele Straßen sind ungeteert, einspurig und kurvig. Ein 4x4 ist empfehlenswert (nicht zwingend, aber deutlich komfortabler). Geschwindigkeit: Oft nur 30–50 km/h möglich
- Entfernungen: Reykjavík → Ísafjörður: 460 km (6h über Hólmavík) oder Fähre Baldur von Stykkishólmur nach Brjánslækur + 2h Fahrt
- Flug: Inlandsflug Reykjavík → Ísafjörður (40 Min., ab 11.000 ISK/73€) — die schnellste Option
- Zeitbedarf: Mindestens 3–4 Tage für die Highlights, 5–7 Tage für die gesamte Region
- Saison: Viele Straßen sind nur Juni bis September befahrbar. Im Winter sind die Westfjorde oft wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten
Achtung
Die Westfjorde sind kein Anfängergebiet! Die Straßen sind eng, ungeteert und oft an steilen Klippen. Kein Handyempfang in weiten Teilen. Tanke IMMER voll, wenn du eine Tankstelle siehst (die nächste kann 200 km entfernt sein). Melde deine Route auf safetravel.is an.
Dynjandi — Brautschleier der Westfjorde★★★
Der schönste Wasserfall Islands?
Der Dynjandi (auch Fjallfoss genannt) ist für viele der schönste Wasserfall Islands — und er liegt so abgelegen, dass ihn nur wenige Besucher zu Gesicht bekommen. Er stürzt in einer 100 Meter hohen, fächerförmigen Kaskade einen Berghang hinunter, wobei er sich von oben (30 Meter breit) nach unten (60 Meter breit) immer weiter auffächert — wie ein gigantischer Brautschleier aus Wasser.
Der Name Dynjandi bedeutet „der Donnernde", und aus der Ferne hört man das Tosen, bevor man den Wasserfall sieht. Wenn du um die letzte Kurve der Fjordstraße biegst und der Dynjandi plötzlich vor dir auftaucht — diese Mischung aus Überraschung und Ehrfurcht ist unbeschreiblich.
Der Aufstieg zum Dynjandi führt an sechs kleineren Wasserfällen vorbei (jeder mit eigenem Namen: Háifoss, Úðafoss, Göngufoss, Hundafoss, Strompgljúfrafoss, Bæjarfoss), die zusammen ein Wasserfall-Ensemble ergeben, das es nirgendwo sonst gibt. Der Pfad ist steil, aber gut markiert (20–30 Min. nach oben). Oben angekommen stehst du neben der Oberkante und blickst über den Fjord — atemberaubend.
Tipp
Besuche den Dynjandi am Vormittag — dann steht die Sonne optimal und beleuchtet die Kaskade. Der Campingplatz am Fuß des Wasserfalls (kostenlos, nur Toilette) ist einer der spektakulärsten Campingplätze Islands — du schläfst mit dem Donnern des Wasserfalls im Ohr und dem Blick auf den Fjord.
Látrabjarg — Europas westlichster Punkt★★★
Papageitaucher bis zum Horizont
Látrabjarg ist Europas westlichster Punkt (24°32'W) und eine der größten Vogelklippen der Welt: 14 km lange, bis zu 441 Meter hohe Klippen, die senkrecht ins Meer abfallen. Hier nisten Millionen von Seevögeln, und das Erlebnis ist überwältigend — der Lärm, die Bewegung, der Geruch, der schiere Umfang der Kolonie.
Die Papageitaucher (Puffins) sind der Hauptgrund für den Besuch: An keinem anderen zugänglichen Ort der Welt kommst du den knuffigen Vögeln so nahe. Die Vögel brüten in Erdhöhlen in der Klippenkante und sind an Menschen gewöhnt — sie sitzen oft nur 1–2 Meter entfernt und lassen sich in aller Ruhe fotografieren. Mit ihren bunten Schnäbeln, dem tollpatschigen Gang und den schnell flatternden kurzen Flügeln sind sie unwiderstehlich.
Neben Papageitauchern nisten hier auch Trottellummen (Guillemots), Tordalken, Dreizehenmöwen, Basstölpel und Eissturmvögel — insgesamt Millionen von Brutpaaren.
Beste Zeit: Mitte Mai bis Mitte August (Brutzeit). Die Papageitaucher sind am aktivsten morgens und abends. Die Anfahrt ist lang und mühsam (50 km Schotterstraße von Patreksfjörður), aber das Erlebnis ist es absolut wert.
Heldengeschichte: Die Rettung der Dhoon
1947 strandete das britische Frachtschiff Dhoon am Fuß der Látrabjarg-Klippen. Die Bauern der umliegenden Farmen seilten sich in einer waghalsigen Rettungsaktion die 200 Meter hohen Klippen hinunter und retteten alle 12 Besatzungsmitglieder — bei Dunkelheit und Sturm, mit nur Seilen und roher Muskelkraft. Die Rettung wurde zum Symbol für den isländischen Gemeinschaftsgeist. Ein Monument am Klippenrand erinnert daran.
Achtung
Die Klippen sind ungesichert! Der Wind kann extrem stark sein (Böen bis 100+ km/h), und der Boden an der Klippenkante ist von Papageitaucher-Höhlen durchlöchert — Einbruchgefahr! Halte mindestens 2 Meter Abstand von der Kante. Niemals bei Sturm besuchen.
Hornstrandir — Letzte Wildnis★★
Islands ultimatives Wildniserlebnis
Das Hornstrandir-Naturreservat auf der äußersten Nordwestspitze der Westfjorde ist der abgelegenste bewohnte — nein, unbewohnte — Ort Islands. Seit den 1950er Jahren lebt hier niemand mehr permanent: Die letzten Bewohner gaben auf, als die Lebensbedingungen zu hart wurden. Seitdem hat die Natur das Land zurückerobert.
Das Ergebnis: Eine unberührte Wildnis, in der Polarfüchse bis auf Armlänge herankommen (sie haben hier keine Angst vor Menschen!), die Klippen von Seevögeln bedeckt sind und die Stille nur vom Wind und den Wellen gebrochen wird. Es gibt keine Straßen, keine Häuser, keine Infrastruktur — nur markierte Wanderwege und die Überreste verlassener Farmen.
Die Polarfüchse (Alopex lagopus) sind hier so zahm, dass sie als das beste Wildtier-Erlebnis Islands gelten. Die scheuen Tiere, die anderswo sofort fliehen, liegen hier an Wanderwegen und beobachten die Wanderer neugierig. Die Population ist gesund und geschützt — Jagd ist im Reservat verboten.
Wandern in Hornstrandir
Das Reservat ist nur per Boot erreichbar — Fähren ab Ísafjörður (2–3h) bringen Wanderer zu verschiedenen Landungspunkten. Die beliebtesten Mehrtageswanderungen:
- Hornvík-Bucht: 2–3 Tage. Die spektakulärste Bucht mit den Hornbjarg-Klippen (534m). Papageitaucher, Polarfüchse, absolute Einsamkeit
- Hesteyri: 1–2 Tage. Verlassenes Dorf mit restaurierten Häusern. Der zugänglichste Teil von Hornstrandir. Tagestouren möglich
- Komplette Durchquerung: 5–7 Tage. Für erfahrene Trekker mit Zelt, GPS und Selbstversorgung
Achtung
Hornstrandir ist ECHTE Wildnis — kein Handyempfang, keine Rettungswege, unberechenbares Wetter. Nur für erfahrene Wanderer mit Zelterfahrung, GPS und Notfallausrüstung. Melde dich IMMER bei safetravel.is an! Geführte Touren empfohlen für Erstbesucher.
Ísafjörður — Hauptstadt der Westfjorde★
Kultur in der Abgeschiedenheit
Ísafjörður (Einwohner: 2.600) ist die größte Stadt der Westfjorde und liegt dramatisch auf einer Sandbank im Skutulsfjörður, umgeben von steilen Bergen und Fjorden. Die Stadt hat eine überraschend lebendige Kulturszene für ihre Größe:
- Westfjorde Heritage Museum (Byggðasafn Vestfjarða): In einem der ältesten Häuser Islands (1734–1784). Fischerei- und Seefahrtsgeschichte der Region. Eintritt: 1.500 ISK (10€)
- Edinborg Kulturhaus: Konzerte, Ausstellungen, Café. Das kulturelle Herz der Westfjorde
- Aldrei fór ég suður Festival: „Ich ging nie nach Süden" — Islands coolstes Musikfestival (Ostern). Kostenlos! Isländische Bands spielen in einer Fischhalle. Eintritt frei, Stimmung unbezahlbar
Von Ísafjörður starten Bootstouren in den Jökulfirðir-Fjord (Robben, Seevögel) und zum Vigur-Inselchen (Papageitaucher, Eiderenten-Farm). Die Stadt ist auch Ausgangspunkt für Hornstrandir-Expeditionen.
Restaurants: Tjöruhúsið (das beste Fischrestaurant der Westfjorde — frischer Fang in gusseisernen Pfannen, unbegrenztes Buffet, in einem historischen Holzhaus am Hafen) und Húsið (gehobene Küche mit Fjordblick).
Snæfellsnes-Halbinsel
Island in Miniatur
Die Snæfellsnes-Halbinsel westlich von Reykjavík (2h Fahrt) wird oft als „Island in Miniatur" bezeichnet — auf nur 90 km Länge findest du alles, was die Insel ausmacht: einen Gletscher (Snæfellsjökull), dramatische Klippen, schwarze Strände, Lavafelder, heiße Quellen, Fischerdörfer und eine mystische Atmosphäre.
Die Halbinsel ist weniger überlaufen als der Golden Circle oder die Südküste und eignet sich perfekt als Tagesausflug von Reykjavík oder als 2-Tages-Ergänzung zur Ringstraße. Die Route 54 umrundet die gesamte Halbinsel (ca. 180 km).
Kirkjufell — Islands Postkartenberg★★★
Der meistfotografierte Berg Islands
Der Kirkjufell (463 m) bei Grundarfjörður ist Islands meistfotografierter Berg — und du erkennst ihn sofort: Die symmetrische, spitz zulaufende Form erinnert an eine Kirchturmspitze (daher der Name: „Kirchberg") oder an einen Pfeilkopf. Er steht allein am Ufer des Fjords und ist von fast jeder Seite perfekt fotogen.
Der berühmteste Blickwinkel: Vom Kirkjufellsfoss, einem kleinen, dreistufigen Wasserfall direkt gegenüber. Das klassische Foto zeigt den Wasserfall im Vordergrund und den Kirkjufell dahinter — eines der ikonischsten Bilder Islands. Im Winter mit Nordlichtern über dem Berg wird dieses Motiv zum Traumbild jedes Landschaftsfotografen.
Game-of-Thrones-Fans kennen den Kirkjufell als den „Pfeilspitzen-Berg" (Arrowhead Mountain) — jenseits der Mauer, wo die Armee der Toten marschiert. Der Hound (Sandor Clegane) sieht den Berg in einer Vision im Feuer.
Der Berg ist besteigbar (463 m, 1,5–2h), aber der Aufstieg ist steil und teilweise ausgesetzt — nur für erfahrene Bergwanderer bei gutem Wetter! Der Blick vom Gipfel über den Fjord und die Halbinsel ist atemberaubend.
Tipp
Die besten Fotos entstehen bei Sonnenaufgang (die Sonne beleuchtet den Berg von der Seite) oder bei Nordlichtern (September–März). Im Sommer bei Mitternachtssonne hast du den Wasserfall und Berg oft für dich allein, wenn du nach 22 Uhr kommst. Für das klassische Foto: Positioniere dich am Fuß des Kirkjufellsfoss und verwende ein Weitwinkelobjektiv.
Snæfellsjökull-Nationalpark★★
Jules Vernes Eingang zum Mittelpunkt der Erde
Der Snæfellsjökull ist ein 1.446 Meter hoher Stratovulkan, dessen Gipfel von einer Gletscherkappe bedeckt ist. Bei klarem Wetter ist er von Reykjavík aus (120 km entfernt) sichtbar — ein majestätischer Kegel am Horizont. Der Vulkan wurde weltberühmt als Eingang zum Mittelpunkt der Erde in Jules Vernes Roman „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" (1864).
Der Nationalpark (gegründet 2001) umfasst die Westspitze der Snæfellsnes-Halbinsel und bietet:
- Gletscherwanderung: Geführte Touren auf den Snæfellsjökull (6–8h, anspruchsvoll, nur im Sommer). Ab 25.000 ISK (167€)
- Vatnshellir-Lavahöhle: Eine 8.000 Jahre alte Lavahöhle, die man auf einer geführten 45-Minuten-Tour erkunden kann. Treppen führen 35 Meter in die Tiefe, wo bizarre Lavaformationen, Stalaktiten und absolute Dunkelheit warten. 3.750 ISK (25€)
- Djúpalónssandur: Ein schwarzer Kieselstrand mit vier „Kraftsteinen" (Lifting Stones), mit denen Fischer ihre Stärke testeten, um auf einem Boot anheuern zu dürfen: Fullsterkur (155 kg), Hálfsterkur (100 kg), Hálfdrættingur (54 kg) und Amlóði (23 kg). Rostende Schiffswrackteile am Strand erinnern an die britische Trawler Epine, die 1948 hier strandete
- Lóndrangar: Zwei markante Basaltfelsnadeln (75 und 61 m), die wie Burgtürme aus dem Meer ragen — Überreste eines ehemaligen Vulkankraters, den das Meer erodierte. Ein kurzer Wanderweg führt zu einem Aussichtspunkt
Arnarstapi & Búðakirkja★★
Arnarstapi — Klippen & Basaltkunst
Das winzige Dorf Arnarstapi an der Südküste der Snæfellsnes-Halbinsel ist berühmt für seine dramatische Küstenlinie: Basaltfelsformationen, natürliche Felsbögen, Meereshöhlen und eine felsige Küste, an der die Brandung spektakulär aufläuft. Am Hafen steht eine riesige Steinskulptur von Bárður Snæfellsás — dem mythischen Halbriesen und Schutzgeist der Halbinsel.
Die Küstenwanderung von Arnarstapi nach Hellnar (2,5 km, 45 Min.) gehört zu den schönsten kurzen Wanderungen Islands: Entlang der Klippen, vorbei an Felsbögen, Seevögel-Kolonien und einer natürlichen Basaltsäulen-Kathedrale. In Hellnar am Endpunkt wartet das Fjöruhúsið Café — eines der stimmungsvollsten Cafés Islands, direkt an der Brandung mit Blick auf die Klippen.
Búðakirkja — Die schwarze Kirche
Die Búðakirkja ist eine kleine, komplett schwarz gestrichene Kirche (1848, renoviert 1987), die einsam auf einem Lavafeld mit Blick auf das Meer und den Snæfellsjökull steht. Sie ist eines der meistfotografierten Motive Islands — die schwarze Kirche vor dem grünen Moos, dem blauen Meer und dem Gletscherkegel im Hintergrund. Im Winter mit Schnee oder Nordlichtern: Absolut surreal.
Die Kirche ist gelegentlich für Besucher geöffnet (das weiße Interieur kontrastiert dramatisch mit dem schwarzen Äußeren), und sie ist ein beliebter Ort für isländische Hochzeiten.
Ytri-Tunga — Robben am Strand
Am Ytri-Tunga an der Südküste der Halbinsel lebt eine Kolonie von Seehunden, die sich regelmäßig auf den Felsen sonnen. Von Juni bis August sind sie am besten zu beobachten — bringe ein Fernglas mit und halte Abstand (50m). Der Strand ist golden (nicht schwarz!) und einer der wenigen Sandstrände Westislands.
Tipp
Die Búðakirkja ist besonders bei Sonnenuntergang oder unter Nordlichtern fotogen — im Winter kommen Fotografen von weit her. Die Küstenwanderung Arnarstapi–Hellnar ist leicht und familienfreundlich, und das Café Fjöruhúsið in Hellnar ist der perfekte Endpunkt (die hausgemachte Fischsuppe ist excellent).
Praktische Tipps
Westfjorde — Logistik & Planung
| Route | Entfernung | Fahrzeit | Straße |
|---|---|---|---|
| Reykjavík → Ísafjörður (via Hólmavík) | 460 km | 6h | Teils ungeteert |
| Ísafjörður → Dynjandi | 80 km | 1,5h | Ungeteert |
| Ísafjörður → Látrabjarg | 180 km | 3,5h | Ungeteert, eng |
| Stykkishólmur → Brjánslækur (Fähre) | Fähre | 2,5h | Fähre Baldur |
Fähre Baldur — Die Abkürzung
Die Fähre Baldur verbindet Stykkishólmur auf der Snæfellsnes-Halbinsel mit Brjánslækur in den Westfjorden (2,5h Fahrt, mit Stopp auf der winzigen Insel Flatey). Die Fähre spart hunderte Kilometer Fahrt und bietet spektakuläre Ausblicke über den Breiðafjörður. Buchung empfohlen, besonders mit Auto (ca. 6.000 ISK/40€ pro Person, 10.000 ISK/67€ pro Auto). Die Insel Flatey (3 Einwohner im Winter, ca. 15 im Sommer) ist ein Juwel: Bunte Holzhäuser, eine winzige Kirche mit modernen Fresken von Baltasar Samper, und absolute Stille. Man kann bei der Hinfahrt auf Flatey aussteigen und bei der Rückfahrt wieder einsteigen.
Snæfellsnes-Halbinsel — Planung
- Tagesausflug ab Reykjavík: Möglich, aber anstrengend (2h Fahrt pro Richtung + 180 km Halbinsel-Umrundung). Plane 12–14 Stunden ein
- Empfohlen: 2 Tage/1 Nacht — Übernachtung in Grundarfjörður (nahe Kirkjufell), Ólafsvík oder Stykkishólmur. So hast du Zeit für die Highlights ohne Stress
- Übernachten: Hotel Framnes in Grundarfjörður (ab 130€, mit Kirkjufell-Blick!), Hótel Búðir (Luxus, ab 280€, neben der schwarzen Kirche), Fosshotel Stykkishólmur (ab 150€)
- Essen: Bjargarsteinn Mathús in Grundarfjörður (gehobene Küche mit Fjordblick), Sjávarpakkhúsið in Stykkishólmur (Fisch-Restaurant im alten Packhaus)
Reitkurs: Islandpferde auf Snæfellsnes
Die Snæfellsnes-Halbinsel ist einer der besten Orte für Reitausflüge auf Islandpferden. Mehrere Farmen bieten Touren an — von einstündigen Ausritten (ab 9.000 ISK/60€) bis zu mehrtägigen Trecks. Du reitest durch Lavafelder, entlang der Küste und durch grüne Täler, und die Pferde beherrschen den berühmten Tölt — den unglaublich bequemen Viertaktgang, bei dem du fast regungslos im Sattel sitzt.
Empfohlene Anbieter: Stóri-Kambur (bei Grundarfjörður) und Lýsuhóll (im Südwesten der Halbinsel, mit heißer Quelle!). Vorkenntnisse sind für kurze Touren nicht nötig — die Pferde sind gutmütig und trittsicher.
Stykkishólmur — Das Tor zu den Westfjorden
Stykkishólmur (Einwohner: 1.200) an der Nordküste der Snæfellsnes-Halbinsel ist ein malerisches Fischerdorf mit bunten Häusern auf einem Hügel, einem geschützten Hafen und Blick auf die Inseln des Breiðafjörður. Fans kennen es als Drehort für „The Secret Life of Walter Mitty" (2013) mit Ben Stiller — die Szene, in der Walter Mitty den Leuchtturm hinaufsteigt und den Blick über den Fjord genießt, wurde hier gedreht.
Im Norska Húsið (Norwegisches Haus, 1832) befindet sich das Regionalmuseum, und die Vatnshellir-Bibliothek ist eine der schönsten kleinen Bibliotheken Islands. Von Stykkishólmur starten Kajak-Touren zwischen den Inseln des Breiðafjörður — eine der friedlichsten Erfahrungen auf Island.
Flatey — Die vergessene Insel
Die Fähre Baldur von Stykkishólmur in die Westfjorde hält auf dem Weg am winzigen Flatey — einer nur 2 km langen Insel im Breiðafjörður mit ganzen 5 (!) Ganzjahreseinwohnern. Im Sommer kommen einige wenige Besucher, die durch die Wiesen mit wildblühenden Blumen wandern, in der winzigen Kirche die Deckenmalereien bewundern (gemalt von dem katalanischen Künstler Baltasar Samper, 1962), und in der historischen Bibliothek die Flateyjarbók betrachten — eine der bedeutendsten mittelalterlichen Handschriften Islands (das Original ist in Reykjavík, aber eine Reproduktion wird hier ausgestellt).
Flatey hat keine Autos, kein WLAN und keinen Supermarkt. Übernachten kann man im charmanten Hótel Flatey (einzige Unterkunft, ca. 200€/Nacht, reserviere Monate voraus!) mit hauseigenem Restaurant, das lokalen Fisch, Muscheln und Lammfleisch serviert. Ein Aufenthalt auf Flatey fühlt sich an, als wäre die Zeit stehengeblieben — der perfekte Kontrast zum Rest einer Island-Reise.
Tipp
Die Fähre Baldur fährt täglich (im Sommer 2x) von Stykkishólmur nach Brjánslækur in den Westfjorden, mit Halt auf Flatey. Du kannst einen Tag auf Flatey verbringen: Mit der Morgen-Fähre hin, mit der Abend-Fähre weiter. Oder übernachte im Hótel Flatey und fahre am nächsten Tag weiter — eines der ungewöhnlichsten Hotelerlebnisse Islands. Buche die Fähre im Sommer mindestens 2 Wochen voraus auf seatours.is!
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