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Planung · Kapitel 1

Willkommen auf Island

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PlanungKapitel 1: Willkommen auf Island
Planung · Kapitel 1

Willkommen auf Island

Alles, was du über Island wissen musst, bevor du losfährst — von den Highlights über die beste Reisezeit bis zur Kostenplanung für eines der teuersten Reiseländer Europas.

Warum Island?

Island ist ein Land der absoluten Extreme — und nur rund 3,5 Flugstunden von Deutschland entfernt. Auf einer Insel knapp unter dem Polarkreis erlebst du eine Naturgewalt, die es nirgendwo sonst auf der Erde gibt:

  • Nordlichter (Aurora Borealis) — von September bis März tanzen grüne, violette und rote Lichtvorhänge über den Nachthimmel. Ein Erlebnis, das sprachlos macht
  • Mitternachtssonne — im Juni und Juli geht die Sonne praktisch nicht unter. 24 Stunden Tageslicht verwandeln die Insel in ein surreales Wunderland
  • Geysire & heiße Quellen — Island sitzt auf einem vulkanischen Hotspot. Der Strokkur-Geysir schießt alle 5–10 Minuten kochendes Wasser 30 Meter in die Höhe, und überall im Land dampft es aus der Erde
  • Gletscher & Eisberge — der Vatnajökull ist der größte Gletscher Europas (8.100 km²). An der Jökulsárlón-Gletscherlagune treiben türkisfarbene Eisberge ins Meer, und am Diamond Beach liegen Eisblöcke wie geschliffene Diamanten auf schwarzem Vulkansand
  • Wasserfälle — Island hat tausende Wasserfälle. Gullfoss, Seljalandsfoss (den du hintergehen kannst!), Skógafoss, Goðafoss, Dettifoss (der mächtigste Europas) — jeder einzelne eine Sensation
  • Die Ringstraße (Route 1) — 1.322 km Abenteuer führen einmal um die gesamte Insel. Die legendärste Roadtrip-Route Europas
  • Vulkane — über 30 aktive Vulkansysteme. Der Eyjafjallajökull legte 2010 den europäischen Flugverkehr lahm, und auf der Reykjanes-Halbinsel brechen seit 2021 immer wieder neue Spalten auf

Island ist eines der sichersten Länder der Welt — keine Armee, praktisch keine Kriminalität, eine stabile Demokratie mit dem ältesten Parlament der Welt (gegründet 930 n. Chr.). Die Isländer sind freundlich, gebildet und sprechen nahezu alle fließend Englisch.

Was Island einzigartig macht: Die ungezähmte, rohe Kraft der Natur. Hier kollidieren die Eurasische und Nordamerikanische Kontinentalplatte, Vulkane erschaffen neue Landschaften, Gletscher schnitzen Täler, und heiße Quellen dampfen neben eisigen Flüssen. Es fühlt sich an, als wäre die Erde hier noch nicht fertig mit ihrer Schöpfung.

Island auf einen Blick

ThemaDetails
Offizieller NameRepublik Island (Lýðveldið Ísland)
Fläche103.000 km² (etwas größer als Bayern und Baden-Württemberg zusammen)
Einwohnerca. 390.000 (2025) — das am dünnsten besiedelte Land Europas
HauptstadtReykjavík (ca. 140.000 im Großraum — zwei Drittel aller Isländer)
AmtsspracheIsländisch; Englisch als Zweitsprache nahezu universell
WährungIsländische Krone (ISK) — 1€ ≈ 150 ISK (2025)
ZeitzoneUTC+0 (ganzjährig, keine Sommerzeit)
Strom230V, Typ C/F (Eurostecker passt)
TrinkwasserLeitungswasser ist ausgezeichnet — eines der reinsten der Welt!
ReligionCa. 62% Evangelisch-Lutherisch (Staatskirche), wachsend: Ásatrú (nordische Götter)
Telefonvorwahl+354
Internet-TLD.is
VisumKein Visum nötig für EU/DACH (Schengen-Raum)
StaatsformParlamentarische Republik — ältestes Parlament der Welt (Alþingi, seit 930)

Regionen im Überblick

Island lässt sich für Reisende in fünf Hauptregionen einteilen. Die Ringstraße verbindet sie alle:

Reykjavík & Umgebung

Für wen: Stadtentdecker, Kulturliebhaber, Erstbesucher
Die nördlichste Hauptstadt der Welt überrascht mit einer lebendigen Kulturszene, exzellenten Restaurants, bunten Häusern und der ikonischen Hallgrímskirkja. Von hier starten die meisten Touren, und die Blaue Lagune liegt nur 45 Minuten entfernt auf der Reykjanes-Halbinsel.

Goldener Kreis (Golden Circle)

Für wen: Tagesausflügler, Naturfreunde, Einsteiger
Die drei Highlights Þingvellir (tektonische Platten + UNESCO), Geysir/Strokkur und Gullfoss-Wasserfall lassen sich bequem als Tagesausflug von Reykjavík erleben. Die kompakteste Dosis Island-Magie.

Südküste

Für wen: Abenteurer, Fotografen, Wasserfall-Liebhaber
Die spektakulärste Küste Europas: Seljalandsfoss und Skógafoss, der schwarze Strand von Reynisfjara, das Kap Dyrhólaey mit Papageitauchern, und am Ende die magische Jökulsárlón-Gletscherlagune mit dem Diamond Beach.

Nordisland

Für wen: Walbeobachter, Naturliebhaber, Off-the-beaten-path-Reisende
Die „Hauptstadt des Nordens" Akureyri, der mystische Mývatn-See mit seinen Pseudokratern und Lavafeldern, die gewaltigen Wasserfälle Goðafoss und Dettifoss, und Húsavík — die Walbeobachtungshauptstadt Europas.

Westfjorde & Hochland

Für wen: Abenteurer, Einsamkeitssuchende, erfahrene Reisende
Die abgelegensten Regionen Islands: Die Westfjorde bieten dramatische Klippen, einsame Fjorde und den Dynjandi-Wasserfall. Das Hochland (nur im Sommer mit 4x4 zugänglich) ist Islands letzte Wildnis — Landmannalaugar mit seinen bunten Rhyolithbergen ist das Highlight.

Top 12 Erlebnisse

  1. Die Ringstraße umrunden — 1.322 km einmal um die Insel: Gletscher, Vulkane, Wasserfälle, heiße Quellen, schwarze Strände. Der ultimative Roadtrip braucht mindestens 8–10 Tage. → Kap. Anreise & Transport
  2. Nordlichter jagen — Von September bis März erscheinen die Aurora Borealis am dunklen Himmel. Am besten fernab der Stadtlichter bei klarem Wetter. Ein Erlebnis, das man nie vergisst. → Kap. Beste Reisezeit
  3. In einer heißen Quelle baden — Von der weltberühmten Blauen Lagune über die neue Sky Lagoon bis zu wilden Hot Pots mitten in der Natur: Island ist ein riesiges Thermalbad. → Kap. Reykjavík
  4. Vor dem Strokkur-Geysir stehen — Alle 5–10 Minuten explodiert eine Fontäne aus kochendem Wasser 30 Meter in die Höhe. Die Spannung beim Warten ist fast so gut wie der Ausbruch selbst. → Kap. Goldener Kreis
  5. Hinter den Seljalandsfoss gehen — Der einzige große Wasserfall Islands, den man komplett umrunden kann. Von hinten durch den Wasserschleier die Landschaft sehen — magisch (und nass!). → Kap. Südküste
  6. Am Diamond Beach staunen — Glitzernde Eisblöcke liegen auf schwarzem Vulkansand wie Diamanten auf Samt. Gegenüber treibt die Jökulsárlón-Lagune ihre Eisberge ins Meer. → Kap. Südküste
  7. Wale beobachten in Húsavík — Die Walhauptstadt Europas bietet fast garantierte Sichtungen von Buckelwalen, Minkwalen und mit Glück sogar Blauwalen. → Kap. Nordisland
  8. Zwischen den Kontinentalplatten tauchen (Silfra) — Im kristallklaren Gletscherwasser der Silfra-Spalte in Þingvellir zwischen Europa und Amerika schweben. Sichtweite: bis zu 100 Meter. → Kap. Goldener Kreis
  9. Papageitaucher beobachten — Von Mai bis August nisten Millionen der knuffigen Vögel an Islands Klippen. Dyrhólaey, Látrabjarg und die Westmännerinseln sind die besten Spots. → Kap. Natur
  10. Auf einem Gletscher wandern — Eine geführte Gletscherwanderung auf dem Sólheimajökull oder Skaftafellsjökull. Steigeisen, Eispickel und eine Welt aus blauem Eis. → Kap. Südküste
  11. Den Dettifoss erleben — Europas mächtigster Wasserfall donnert mit 500 m³/Sekunde in eine 44 Meter tiefe Schlucht. Die rohe Kraft ist überwältigend — nicht umsonst war er Drehort für „Prometheus". → Kap. Nordisland
  12. Isländischen Hotdog essen — Der Pylsur (Hotdog mit Lamm, Röstzwiebeln und drei Saucen) von Bæjarins Beztu ist Kult. Bill Clinton hat hier schon gegessen. 590 ISK für pures Glück. → Kap. Essen & Trinken

Beste Reisezeit & Klima

Island hat ein ozeanisches Klima, das deutlich milder ist, als der Name vermuten lässt — dank des Golfstroms. Aber: Das Wetter ist extrem wechselhaft. „Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte fünf Minuten" ist das isländische Motto.

Sommer: Juni–August (Hauptsaison)

Die beste Reisezeit für die meisten Besucher:

  • Temperaturen: 10–15°C (kann bis 20°C steigen), Nächte um 5–8°C
  • Mitternachtssonne: Fast 24 Stunden Tageslicht — am 21. Juni geht die Sonne in Reykjavík praktisch nicht unter
  • Alle Straßen offen: Die Hochlandpisten (F-Straßen) sind nur im Sommer (ca. Juni–September) befahrbar
  • Papageitaucher: Von Mai bis Mitte August an den Klippen
  • Nachteil: Höchste Preise, meiste Touristen, keine Nordlichter

Winter: November–Februar (Nordlichtsaison)

  • Temperaturen: -2 bis 4°C in Reykjavík (milde dank Golfstrom), im Norden kälter
  • Nordlichter: Die Hauptattraktion! Dunkelheit ab 16 Uhr bietet perfekte Bedingungen
  • Eishöhlen: Die spektakulären blauen Eishöhlen im Vatnajökull sind nur von November bis März zugänglich
  • Einschränkungen: Nur 4–5 Stunden Tageslicht, Hochland gesperrt, einige Straßen im Norden schwierig

Schultersaison: Mai & September–Oktober

Der perfekte Kompromiss: Weniger Touristen, günstigere Preise, und je nach Monat sowohl lange Tage als auch Nordlicht-Chancen. September bietet oft die stabilste Wetterlage.

Klimatabelle: Reykjavík

MonatTag °CNacht °CSonnenstd.RegentageBewertung
Januar2-2113⭐⭐⭐ (Nordlichter!)
Februar3-2212⭐⭐⭐ (Nordlichter!)
März3-1413⭐⭐⭐
April61610⭐⭐⭐
Mai10479⭐⭐⭐⭐
Juni13779⭐⭐⭐⭐⭐
Juli14969⭐⭐⭐⭐⭐
August138510⭐⭐⭐⭐⭐
September105411⭐⭐⭐⭐
Oktober72212⭐⭐⭐ (Nordlichter!)
November40112⭐⭐⭐ (Nordlichter!)
Dezember2-2014⭐⭐⭐ (Nordlichter!)

Tipp

Für Nordlichter und Mitternachtssonne: September–Oktober oder Februar–März bieten einen guten Kompromiss zwischen Tageslicht und Nordlicht-Chancen. Die beliebteste App zum Nordlichter-Jagen ist „My Aurora Forecast" — sie zeigt den KP-Index (ab 3 wird es interessant) und die Wolkenbedeckung.

Budget & Kosten

Island ist eines der teuersten Reiseländer der Welt. Die Preise liegen deutlich über dem deutschen Niveau — rechne mit dem Doppelten bis Dreifachen für Essen und Trinken. Aber: Mit der richtigen Strategie lässt sich auch Island mit kleinerem Budget bereisen.

Tagesbudget pro Person

Stil€/TagUnterkunftEssenTransport
Backpacker80–120€Camping/HostelSelbst kochenCamping-Van
Budget120–180€GuesthouseMix kochen/essenMietwagen (klein)
Mittelklasse180–300€3★-HotelRestaurantsMietwagen (Komfort)
Komfort300–500€4★-Hotel/BoutiqueGehobene RestaurantsSUV + Touren
Luxus500€+5★-Design-HotelFine DiningSuper-Jeep-Touren

Preisbeispiele (2025/2026)

PostenPreis
Hotdog (Pylsur) am Stand590 ISK (ca. 4€)
Suppe im Café2.500–3.500 ISK (17–23€)
Hauptgericht Restaurant4.000–7.000 ISK (27–47€)
Bier im Restaurant (0,5l)1.500–2.000 ISK (10–13€)
Cappuccino700–900 ISK (5–6€)
Benzin (pro Liter)350–400 ISK (2,30–2,70€)
Mietwagen pro Tag (Klein)8.000–15.000 ISK (53–100€)
Mietwagen pro Tag (4x4)20.000–40.000 ISK (133–267€)
Blaue Lagune (Comfort)12.990 ISK (ca. 87€)
Gletscherwanderung (3h)15.000–20.000 ISK (100–133€)
Campingplatz pro Person2.000–3.000 ISK (13–20€)
Hostel-Bett6.000–10.000 ISK (40–67€)
Doppelzimmer Guesthouse20.000–35.000 ISK (133–233€)
Doppelzimmer 4★-Hotel40.000–70.000 ISK (267–467€)

Tipp

Der größte Spartipp für Island: Selbst kochen! Der Bonus-Supermarkt ist am günstigsten. Kaufe im Duty-Free am Flughafen Keflavík Alkohol — in Restaurants kostet ein Bier 10–13€. Und nutze die Camping Card (ca. 200€ für 28 Nächte auf 40+ Campingplätzen) — das senkt die Übernachtungskosten dramatisch.

Packliste für Island

Island erfordert eine durchdachte Packliste — das Wetter ist extrem wechselhaft, und gute Ausrüstung kann den Unterschied zwischen einem traumhaften und einem miserablen Erlebnis machen. Hier die essentiellen Dinge, die in keinem Island-Rucksack fehlen dürfen:

Kleidung — Das Zwiebelprinzip

SchichtEmpfehlungWarum
Basisschicht2–3x Merinowolle-Unterwäsche (Oberteil + Leggings)Reguliert Temperatur, trocknet schnell, riecht nicht. KEINE Baumwolle — wird nass und kühlt aus
Isolierschicht1–2x Fleecejacke oder leichte DaunenjackeWärme bei Pausen und abends. Synthetik-Daune ist bei Regen besser als echte Daune
Außenschicht1x Wind- und wasserdichte Hardshell-Jacke + RegenhoseDAS wichtigste Teil! Gore-Tex oder gleichwertig. Versiegelte Nähte, sturmfeste Kapuze
SchuheWasserdichte Wanderschuhe (knöchelhoch)Pflicht für Gletscherwanderungen (Steigeisen), Wanderungen, nasse Pfade. Vorher einlaufen!
ExtrasMütze, Handschuhe, Buff/SchalAuch im Sommer! Auf Gletschern und Bergen wird es kalt und windig

Ausrüstung

  • Sonnenbrille: Unverzichtbar — die Sonne steht tief und reflektiert auf Gletschern, Wasser und Schnee. UV-Schutz 400
  • Sonnencreme (LSF 50): Die UV-Strahlung ist auf Island durch die dünne Atmosphäre und Reflexion auf Eis überraschend stark — selbst bei bewölktem Himmel
  • Trinkflasche: Das Leitungswasser ist eines der reinsten der Welt — fülle deine Flasche überall kostenlos auf. Kein Plastikwasser kaufen!
  • Kopflampe/Stirnlampe: Essentiell im Winter (kurze Tage), nützlich für Eishöhlen und Nordlichterjagd
  • Powerbank: Die Kälte saugt Akkus leer. Eine gute Powerbank (20.000 mAh+) hält dein Handy für Fotos, Navigation und die vedur.is-Wetter-App am Leben
  • Drybag/Packsack: Für Kamera, Handy und Wertsachen bei Wasserfall-Besuchen und Bootstouren. Am Seljalandsfoss und Skógafoss wirst du nass!
  • Badesachen + schnelltrocknendes Handtuch: Für Hot Pots, Thermalbäder und die wilden heißen Quellen. Du wirst öfter baden, als du denkst
  • Adapter: Nicht nötig! Island nutzt Typ C/F (Eurostecker) — der gleiche wie in Deutschland

Für Camper zusätzlich

  • Schlafsack: Komforttemperatur -5°C oder wärmer. Selbst im Sommer können die Nächte auf 2–3°C sinken
  • Isomatte: R-Wert mindestens 3,0 für Sommercamping, 5,0+ für Schultersaison. Der Boden ist kalt!
  • Campingkocher + Gas: Gaskartusche am Flughafen oder in Reykjavík kaufen (nicht im Flugzeug erlaubt!). Die Marke „Primus" ist überall erhältlich
  • Geschirrspülmittel + Schwamm: Auf den meisten Campingplätzen vorhanden, aber nicht immer

Sommer vs. Winter

PostenSommer (Jun–Aug)Winter (Nov–Mär)
JackeLeichte Regenjacke + FleeceWarme Winterjacke (isoliert + wind-/wasserdicht)
HoseWanderhose + RegenhoseThermohose + Schneehose
SchuheWanderschuhe + SandalenWinterstiefel (isoliert, rutschfest) + Grödel/Spikes
HandschuheDünne FleecehandschuheSki-/Fäustlinge + Unterhandschuhe
ExtrasSonnenbrille, Mückenschutz (Mývatn!)Sturmhaube/Balaclava, Hand-/Zehenwärmer, Stirnlampe

Tipp

Packe WENIGER Kleidung und MEHR Schichten ein. In Island geht es nicht um Mode, sondern um Funktion. Die Isländer haben ein Sprichwort: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung" (Það er ekkert slæmt veður, bara slæm klæðnaður). Und: Vergiss die Badesachen nicht — du wirst sie JEDEN Tag brauchen, ob in Hot Pots, Thermalbädern oder wilden heißen Quellen.

Gesundheit & Medizinische Versorgung

Island hat ein erstklassiges Gesundheitssystem — die Lebenserwartung gehört zu den höchsten der Welt (84 Jahre). Die medizinische Versorgung ist modern und flächendeckend, allerdings in abgelegenen Gebieten eingeschränkt.

Medizinische Versorgung

  • Landspítali (Universitätskrankenhaus Reykjavík): Das Hauptkrankenhaus Islands mit Notaufnahme — rund um die Uhr geöffnet. Adresse: Hringbraut, 101 Reykjavík, Tel: +354 543 1000
  • Akureyri-Krankenhaus: Das zweitgrößte Krankenhaus im Norden. Für Notfälle im Nordisland
  • Gesundheitszentren (Heilsugæslustöðvar): In fast jedem größeren Ort. Öffnungszeiten meist Mo–Fr 8–16 Uhr. Ohne Termin möglich, aber mit Wartezeit
  • Apotheken (Apótek): In Reykjavík und allen größeren Orten. Viele Medikamente, die in Deutschland rezeptfrei sind, sind in Island verschreibungspflichtig

EHIC-Karte (Europäische Krankenversicherungskarte)

Als EU/EWR-Bürger hast du mit der EHIC-Karte (auf der Rückseite deiner deutschen Krankenkassenkarte) Anspruch auf medizinische Grundversorgung zu den gleichen Konditionen wie Isländer. Das heißt: Du zahlst den isländischen Eigenanteil (ca. 6.000–10.000 ISK / 40–67€ für einen Arztbesuch). Eine Auslandskrankenversicherung ist trotzdem dringend empfohlen — sie deckt Rücktransport, Bergrettung und Behandlungskosten über die Grundversorgung hinaus ab.

Typische Gesundheitsrisiken

  • Kälte und Unterkühlung: Das häufigste Problem, besonders bei Wanderungen und Gletschertouren. Nasse Kleidung + Wind = gefährlich. Zwiebelprinzip und Reservekleidung im Rucksack!
  • Verbrennungen durch heiße Quellen: Die zweithäufigste Touristenverletzung. Geothermalwasser kann 80–100°C heiß sein. NIEMALS in unmarkierte Quellen steigen, immer erst die Temperatur testen
  • Sonnenbrand: Ja, auch auf Island! Die UV-Strahlung ist durch die dünne Atmosphäre und Reflexion auf Gletschern und Schnee überraschend stark. Sonnencreme (LSF 50) und Sonnenbrille gehören ins Gepäck
  • Blasen: Bei langen Wanderungen auf unebenem Gelände. Wanderschuhe vorher einlaufen, Blasenpflaster mitnehmen
  • Mücken am Mývatn: Der Name bedeutet „Mückensee" — und das ist kein Witz. Im Sommer (Juni–August) können die Mückenschwärme extrem sein. Ein Kopfnetz und DEET-Spray helfen. Die Mücken stechen nicht, aber sie kriechen in Augen, Nase und Mund
  • Höhenkrankheit: Kein Risiko auf Island — der höchste Punkt ist der Hvannadalshnjúkur mit nur 2.110 Metern

Reiseapotheke

Empfohlene Mittel für die Island-Reise:

  • Schmerzmittel (Ibuprofen/Paracetamol)
  • Pflaster, Blasenpflaster (Compeed), Wunddesinfektion
  • Mittel gegen Reiseübelkeit (für Walbeobachtungstouren und raue See!)
  • Sonnencreme LSF 50 + Lippenpflege mit UV-Schutz
  • Insektenschutz (DEET) für die Mývatn-Region
  • Augentropfen (gegen Wind und Sand)
  • Persönliche Dauermedikation in ausreichender Menge

Tipp

Schließe UNBEDINGT eine Auslandskrankenversicherung ab, die auch Bergrettung und Hubschrauber-Rettung abdeckt. Eine Rettung aus dem Hochland oder von einem Gletscher kann zehntausende Euro kosten. Die ICE-SAR-Rettungsteams retten dich kostenlos, aber der Hubschraubereinsatz und die Krankenhausbehandlung werden in Rechnung gestellt. Gute Reiseversicherungen gibt es ab 10€ pro Reise.

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