Havanna
Havanna entdecken
Havanna (La Habana) mit seinen 2,1 Millionen Einwohnern ist eine der faszinierendsten Städte der Welt — nicht trotz, sondern wegen seines Verfalls. Gegründet 1519, war die Stadt Jahrhunderte lang das Tor zur Neuen Welt: Hier liefen die Silberflotten aus Mexiko und Peru ein, hier wurde geraucht, getrunken und gefeiert, hier hinterließen Spanier, Amerikaner und Revolutionäre ihre Spuren.
Die Altstadt Habana Vieja (UNESCO-Welterbe seit 1982) ist das Herzstück: ein labyrinthisches Gewirr aus Kolonialpalästen, barocken Kirchen, verwitterten Plazas und bröckelnden Balkonen, aus denen Wäsche hängt und Salsa-Musik dringt. Seit den 1990ern wird hier behutsam restauriert — ein Block perfekt renoviert, der nächste kurz vor dem Einsturz. Diese Mischung aus Verfall und Wiedergeburt macht Havannas einzigartigen Charme aus.
Plane mindestens 3–4 volle Tage für Havanna ein. Die Stadt hat weit mehr zu bieten als die obligatorische Oldtimer-Fahrt: eine lebendige Kunst- und Musikszene, hervorragende Paladares (Privatrestaurants), Kubas bestes Nachtleben und Geschichten an jeder Ecke. Havanna ist keine Stadt, die man „abarbeitet" — man lässt sich treiben.
Orientierung
Havanna erstreckt sich über 30 km entlang der Küste, aber die touristisch relevanten Gebiete sind kompakt:
- Habana Vieja (Altstadt): Das UNESCO-Welterbe östlich des Capitolio. Vier zentrale Plazas (Armas, Catedral, Vieja, San Francisco), Festungen, Museen, Bars. Hier verbringt man die meiste Zeit.
- Centro Habana: Zwischen Altstadt und Vedado. Authentisch, rau, wenig restauriert. Der Malecón beginnt hier. Barrio Chino (Chinatown), Capitolio, Gran Teatro. Kein Touristenviertel, aber voller Charakter.
- Vedado: Das Stadtviertel der 1930er–50er Jahre westlich von Centro. Hier stehen die großen Hotels (Nacional, Habana Libre), die Universität, die Plaza de la Revolución und die besten Paladares und Nachtclubs. Art-déco-Villen und breite Boulevards.
- Miramar: Westlich des Río Almendares. Botschaftsviertel mit Villen der ehemaligen Oberschicht. 5ta Avenida (Fünfte Allee) als Prachtboulevard. Hier liegen einige der besten Restaurants.
- Regla & Casablanca: Östlich der Bucht, per Fähre erreichbar. Regla ist Zentrum der Santería-Kulte, Casablanca bietet den Cristo de La Habana mit Panoramablick.
Tipp
Havanna ist eine Fußgängerstadt — in Habana Vieja und Centro brauchst du kein Taxi. Für die Strecke Altstadt → Vedado nimm ein Bicitaxi (3–5 €) oder ein Oldtimer-Sammeltaxi (20–50 CUP pro Person).
Habana Vieja (UNESCO-Altstadt)★★★
Havannas Altstadt ist das größte zusammenhängende Kolonialensemble Lateinamerikas und seit 1982 UNESCO-Welterbe. Auf knapp 2 km² drängen sich über 900 historische Gebäude — Barockkirchen, neoklassizistische Paläste, Art-déco-Häuser und maurisch beeinflusste Innenhöfe. Alles dazwischen: pulsierendes kubanisches Alltagsleben.
Die vier Plazas
Vier historische Plätze bilden das Skelett der Altstadt:
★★★ Plaza de la Catedral — Der eleganteste Platz Havannas. Dominiert von der Catedral de San Cristóbal (1777), deren asymmetrische Barockfassade Alejo Carpentier als „zu Stein gewordene Musik" beschrieb. Im ehemaligen Palacio del Marqués de Arcos ist heute die Galería de Arte untergebracht. Abends spielen Musiker unter den Arkaden, Cocktails gibt es im El Patio.
★★★ Plaza de Armas — Havannas ältester Platz (1520er) und ehemaliges Machtzentrum. Unter Königspalmen stehen täglich Bücherverkäufer mit Revolutionsliteratur und alten Postkarten. An der Ostseite: das Museo de la Ciudad im Palacio de los Capitanes Generales — Havannas bestes Museum für Stadtgeschichte (5 €). An der Westseite: das Castillo de la Real Fuerza (1577), Kubas älteste Festung, mit der Giraldilla-Wetterfahne auf dem Turm — dem Wahrzeichen Havannas, das auch das Havana-Club-Logo ziert.
★★ Plaza Vieja — Der Platz des Volkes: bunt, lebendig, fotografiert. Wunderschön restaurierte Kolonialhäuser aus vier Jahrhunderten umrahmen den Platz. Highlights: die Cámara Oscura (Dunkelkammer mit 360°-Liveprojektion der Stadt, 2 €), das Planetarium, und die Cervecería Antigua — Kubas erste Craft-Brauerei, in der man auf der Dachterrasse frisch gebrautes Bier trinkt.
★★ Plaza de San Francisco de Asís — Der ehemalige Handelsplatz am Hafen. Die Basílica Menor de San Francisco de Asís (1738) dient heute als Konzertsaal mit ausgezeichneter Akustik. Davor: der Fuente de los Leones (Löwenbrunnen) und die Bronzestatue des „Caballero de París", eines legendären Exzentrikers, den jeder Tourist an der Nase reibt (bringt angeblich Glück).
Tipp
Die vier Plazas lassen sich bequem in einem 2-stündigen Spaziergang verbinden. Starte morgens um 9 Uhr an der Plaza de la Catedral — dann hast du noch schönes Seitenlicht zum Fotografieren und die Kreuzfahrttouristen sind noch nicht da.
Der Malecón★★★
Der Malecón ist Havannas Seele — eine 8 km lange Ufermauer, die sich vom Castillo de la Punta in Habana Vieja bis zum Vedado-Viertel erstreckt. Gebaut ab 1901 unter der US-amerikanischen Besatzung, ist der Malecón weit mehr als eine Straße: Er ist Kubas Wohnzimmer, Bühne, Treffpunkt und Philosophenbank.
Tagsüber sitzen hier Angler, die ihre Schnüre ins türkisfarbene Wasser werfen. Kinder springen von den Felsen. Touristen posieren vor den Oldtimern, die am Ufer parken. Aber der Malecón wird erst bei Sonnenuntergang magisch: Dann strömen Hunderte Habaneros an die Mauer — Liebespärchen, Freundesgruppen, Musiker mit Gitarren, Familien mit Kindern. Rum wird aus Plastikflaschen geteilt, Reggaetón dröhnt aus Bluetooth-Boxen, und die Sonne versinkt in Orange und Gold hinter der Skyline von Vedado.
Die Gebäude entlang des Malecón sind ein architektonisches Kaleidoskop: neoklassizistisch, Art déco, Beaux Arts, eklektisch — und alle in verschiedenen Stadien des Verfalls. Das Salzwasser und der Wind nagen unaufhörlich an den Fassaden. Einige Häuser sind wunderschön restauriert, andere sind nur noch Skelette, in denen trotzdem Menschen wohnen.
Eine Oldtimer-Cabrio-Fahrt entlang des Malecón bei Sonnenuntergang ist Kubas ikonischstes Erlebnis — kitschig, ja, aber unvergesslich. Die Fahrer kennen die besten Fotospots und halten auf Wunsch an.
Tipp
Der beste Abschnitt für den Sonnenuntergang ist zwischen der Calle G und dem Hotel Nacional in Vedado. Bringe eine Flasche Havana Club und Limetten mit — Mojito auf der Mauer ist ein unvergessliches Erlebnis.
Capitolio & Centro Habana★★
Das Capitolio Nacional ist Havannas imposantestes Gebäude — eine 1929 fertiggestellte Nachbildung des US-Kapitols in Washington, die tatsächlich einen Meter höher ist als das Original. Die vergoldete Kuppel (91,7 m) dominiert die Skyline. Nach einer aufwendigen Restaurierung dient das Gebäude heute wieder als Sitz des kubanischen Parlaments. Im Inneren beeindrucken die 17 m hohe Statue der Republik (drittgrößte Bronzestatue der Welt in Innenräumen) und ein 25-Karat-Diamant im Boden, der den Kilometer Null aller kubanischen Straßen markiert.
Gran Teatro de La Habana „Alicia Alonso"
Direkt neben dem Capitolio steht eines der prächtigsten Theater der Welt (1838, neobarock). Benannt nach Kubas legendärer Primaballerina Alicia Alonso (1920–2019). Hier residiert das Ballet Nacional de Cuba — eines der besten der Welt. Führungen tagsüber (5 €), Vorstellungen abends ab 10 €.
Parque Central
Der elegante Park zwischen Capitolio und Altstadt ist Havannas „gute Stube". Unter Königspalmen steht die erste Statue José Martís (1905). An der „Esquina Caliente" (heiße Ecke) diskutieren täglich Männer leidenschaftlich über Baseball — Kubas wahrer Nationalsport.
Centro Habana
Das Viertel zwischen Altstadt und Vedado ist das echte, ungeschminkte Havanna: enge Gassen, bröckelnde Fassaden, Wäscheleinen zwischen den Häusern, Dominospieler auf dem Bürgersteig, der Duft von Knoblauch und Schweineschmalz aus offenen Küchenfenstern. Centro ist nicht restauriert — hier sieht man, wie die Mehrheit der Habaneros lebt. Das Barrio Chino (Chinatown) am Cuchillo de Zanja ist der Rest einer einst 100.000 Einwohner starken chinesischen Gemeinde — ein paar Restaurants und ein imposantes Eingangstor sind geblieben.
Plaza de la Revolución★★
Kubas berühmtester Platz ist eigentlich eher ein riesiger Parkplatz — aber einer mit ungeheurer symbolischer Wucht. Die Plaza de la Revolución (4,5 Hektar) war der Ort, an dem Fidel Castro seine legendären mehrstündigen Reden vor bis zu einer Million Kubanern hielt. Hier finden noch heute die wichtigsten politischen Veranstaltungen statt.
Das Herzstück ist das José-Martí-Denkmal — ein 109 m hoher Betonturm (Havannas höchstes Bauwerk) mit einer 18 m hohen Marmorstatue des kubanischen Nationalhelden an der Basis. Der Aussichtsturm (5 €) bietet den besten Panoramablick über Havanna.
An der gegenüberliegenden Seite: die ikonischen Wandbilder an den Fassaden des Innenministeriums (Che Guevara — „Hasta la Victoria Siempre") und des Kommunikationsministeriums (Camilo Cienfuegos — „Vas bien, Fidel"). Diese Stahlrelief-Porträts sind Kubas meistfotografierte Motive.
Der Platz selbst ist tagsüber fast menschenleer — eine surreale Weite aus Beton. Die Atmosphäre ist beeindruckend und etwas beklemmend zugleich: Man spürt die Macht, die von diesem Ort ausging. Am eindrucksvollsten ist ein Besuch am frühen Morgen, wenn das Licht die Che-Fassade beleuchtet.
Tipp
Verbinde den Besuch der Plaza mit dem nahegelegenen Cementerio de Colón (Kolumbus-Friedhof) — einer der beeindruckendsten Friedhöfe der Welt mit marmornen Mausoleen und Pantheons. Eintritt 5 €.
Vedado & Nachtleben
Vedado ist Havannas moderneres Gesicht — das Viertel entstand in den 1920er–50er Jahren, als amerikanisches Geld in die Stadt floss. Breite Boulevards, Art-déco-Villen, die Universität von Havanna (1728) auf einem Hügel, und die großen Hotels der Mafia-Ära: das Hotel Nacional de Cuba (1930), in dem Meyer Lansky, Frank Sinatra und Marlon Brando abstiegen, und das Habana Libre (ehemals Hilton), das Fidel Castro 1959 zum Revolutionshauptquartier machte.
Hotel Nacional de Cuba
Auch wer nicht hier übernachtet (ab 150 €/Nacht), sollte vorbeischauen: Der Garten mit Blick auf den Malecón und die Bucht ist einer der schönsten Orte Havannas. Im Keller: ein Museum über die Mafia-Geschichte. An der Bar: hervorragende Mojitos und Daiquirís (4–6 €). Sonntags spielen Bands im Garten.
Nachtleben
Havannas Nightlife ist legendär — und vielfältiger als die meisten denken:
- Fábrica de Arte Cubano (FAC): Kubas aufregendster Kulturort. Eine umgebaute Speiseölfabrik, in der auf mehreren Etagen gleichzeitig Kunstausstellungen, Live-Musik, DJs, Theater und Filmvorführungen stattfinden. Donnerstag bis Sonntag ab 20 Uhr, Eintritt 2 €. DAS Highlight des Havanna-Nachtlebens.
- Tropicana: Die legendäre Open-Air-Show (seit 1939) unter tropischen Bäumen. 200 Tänzerinnen und Tänzer in extravaganten Kostümen — purer Glamour aus einer anderen Ära. Ab 70 €/Person inkl. Cocktail und Show. Touristisch, aber atemberaubend.
- Casa de la Música (Centro): Live-Salsa mit den besten Bands Kubas. Abends ab 22 Uhr (5–15 €). Hier tanzen Kubaner und Touristen Seite an Seite.
- La Zorra y el Cuervo: Havannas bester Jazzclub in einem Keller im Vedado. Kleine Bühne, hervorragende Musiker, intime Atmosphäre. Eintritt 10 €.
Achtung
Im Vedado und besonders nachts am Malecón wirst du häufig von Jineteros angesprochen — Leuten, die dir Zigarren, Rum, Restaurants oder andere „Dienste" vermitteln wollen. Sei freundlich, aber bestimmt. In der Regel sind sie harmlos, aber die angebotenen Zigarren sind fast immer Fälschungen.
Fábrica de Arte Cubano★★★
Die Fábrica de Arte Cubano (FAC) ist Kubas kulturelles Wunder — und der beste Beweis, dass die Insel weit mehr ist als Oldtimer und Mojitos. Gegründet 2014 vom kubanischen Musiker X Alfonso in einer ehemaligen Speiseölfabrik im Vedado, hat sich die FAC zum wichtigsten Kulturort der Karibik entwickelt.
Das Konzept ist einzigartig: Auf mehreren Etagen und in verschiedenen Räumen finden gleichzeitig Kunstausstellungen, Live-Konzerte, DJ-Sets, Theateraufführungen, Filmvorführungen, Performances und Modenschauen statt. Man wandert von Raum zu Raum und entdeckt ständig Neues. Die Kunst ist provokant, politisch, international — hier zeigt Kuba sein zeitgenössisches Gesicht.
Die Atmosphäre ist elektrisierend: Kubaner und Ausländer mischen sich, die Getränke sind günstig (Mojito 2–3 €), und die Energie ist ansteckend. Es ist der Ort, an dem Havannas junge Kreative, Intellektuelle und Bohemiens zusammenkommen.
Geöffnet Donnerstag bis Sonntag ab 20 Uhr, Eintritt ca. 2 € (in CUP). Die Schlange kann lang sein — komme gegen 20:30 Uhr und meide Samstagnacht, wenn es am vollsten ist.
Tipp
Besuche die FAC am Donnerstag — dann ist es am ruhigsten und du kannst die Kunstausstellungen in Ruhe anschauen, bevor die Party losgeht. Nimm Bargeld in CUP mit — Karten werden nicht akzeptiert.
Rum & Zigarren
Rum
Kuba ist das Mutterland des Rums — und die beste Art, ihn zu erleben, ist im Museo del Ron Havana Club in Habana Vieja. Die geführte Tour (7 €) zeigt den Herstellungsprozess vom Zuckerrohr bis zur Flasche, mit Verkostung am Ende. Der Shop bietet Sorten, die es in Europa nicht gibt.
Die wichtigsten Marken:
- Havana Club 3 Años: Der Standard für Mojitos und Cuba Libre. In Kuba ab 4 € die Flasche
- Havana Club 7 Años: Zum pur Trinken. Karamell, Vanille, Tabak. 8–12 €
- Havana Club Selección de Maestros: Die Premiumlinie. 20–30 €
- Santiago de Cuba: Die Alternative aus dem Osten — für viele Kubaner der bessere Rum
Kubas drei Nationalcocktails: der Mojito (Rum, Limette, Minze, Zucker, Soda — angeblich von Hemingway in der Bodeguita del Medio populär gemacht), der Daiquiri (Rum, Limette, Zucker, Eis — Hemingways Liebling in der Floridita) und der Cuba Libre (Rum, Cola, Limette — nach der Unabhängigkeit 1898 benannt).
Zigarren
Kubanische Zigarren gelten als die besten der Welt — und Kuba ist der einzige Ort, wo man sie zum Bruchteil des europäischen Preises kaufen kann.
- Fábrica de Tabaco Partagás (Industriestraße, Centro): Die berühmteste Zigarrenfabrik Havannas. Führungen zeigen den gesamten Herstellungsprozess — vom Sortieren der Blätter über das Rollen bis zur Qualitätskontrolle. Führung 15 €, ca. 45 Min.
- Offizielle Shops (La Casa del Habano): Die einzige Garantie für echte Zigarren. In allen größeren Hotels und im Partagás-Gebäude. Preise: Cohiba Siglo I ab 8 €/Stück, Montecristo No. 4 ab 5 €/Stück. Eine Box Cohiba Esplendidos (25 Stück): ca. 350–450 €.
Achtung
Kaufe Zigarren NIEMALS auf der Straße! 99% aller auf der Straße angebotenen Zigarren sind Fälschungen — schlecht gerollte Blätter in gefälschten Boxen. Auch wenn der Preis verlockend ist: Nur in offiziellen La Casa del Habano Shops kaufen. Die offizielle Rechnung brauchst du auch für den Zoll.
Oldtimer-Tour
Die amerikanischen Straßenkreuzer der 1950er Jahre sind Kubas ikonischstes Wahrzeichen. Über 60.000 dieser „Almendrones" rollen noch durch die Straßen — Chevrolet Bel Air, Ford Fairlane, Buick Special, Pontiac Chieftain, Cadillac DeVille. Sie existieren, weil nach der Revolution 1959 keine neuen Autos mehr importiert werden durften. Seitdem halten kubanische Mechaniker sie mit Kreativität und sowjetischen Ersatzteilen am Laufen — unter der Haube stecken oft Lada-Motoren und Dieselaggregate.
Eine Oldtimer-Tour im Cabrio gehört zum Havanna-Pflichtprogramm. Die Standardroute führt über den Malecón, durch Habana Vieja, vorbei am Capitolio und durch Vedado. Die Autos sind in bonbonfarben restauriert — rosa, türkis, gelb, knallrot — und blitzen in der Sonne.
Preise & Buchung
| Tour | Dauer | Preis (ganzes Auto) |
|---|---|---|
| Malecón & Altstadt | 1 Std. | 30–50 € |
| Klassische Stadtrundfahrt | 2 Std. | 50–80 € |
| Havanna komplett + Christo | 3 Std. | 80–120 € |
| Sonnenuntergangs-Tour Malecón | 1,5 Std. | 40–60 € |
Buche über die Casa Particular oder direkt mit Fahrern am Parque Central. Preise sind verhandelbar — besonders in der Nebensaison. Cabrios kosten mehr als geschlossene Autos.
Tipp
Die beste Zeit für die Oldtimer-Tour ist eine Stunde vor Sonnenuntergang. Das goldene Licht macht die besten Fotos, und die Fahrt endet mit Sonnenuntergang am Malecón. Frag den Fahrer nach einem Halt am Castillo del Morro für den Panoramablick.
Auf Hemingways Spuren
Ernest Hemingway lebte über 20 Jahre auf Kuba (1939–1960) und schrieb hier „Der alte Mann und das Meer" und „Wem die Stunde schlägt". Seine Lieblingsorte sind zu Pilgerstätten geworden:
La Bodeguita del Medio
„My mojito in La Bodeguita, my daiquiri in La Floridita" — dieses angebliche Hemingway-Zitat (wahrscheinlich erfunden) ziert die Wand der engen Bar in Habana Vieja. Die Bodeguita ist touristisch, teuer und immer voll — aber die Atmosphäre ist authentisch kubanisch. Jeden Nachmittag spielen Musiker Son, die Wände sind mit Unterschriften und Graffiti bedeckt, und der Mojito (5 €) wird seit 1942 nach dem gleichen Rezept gemixt.
El Floridita
Die „Wiege des Daiquiri" am Anfang des Obispo. Eine Art-déco-Bar, in der eine Bronzestatue von Hemingway an seinem Stammplatz lehnt. Der Daiquirí (5–7 €) ist hervorragend — besonders der „Papa Doble" (doppelter Rum, ohne Zucker, Hemingways Spezialbestellung). Live-Band ab 12 Uhr.
Finca Vigía
Hemingways Landhaus in San Francisco de Paula, 15 km südöstlich von Havanna. Hier lebte und schrieb er von 1939 bis 1960. Das Haus ist so erhalten, wie er es verließ: Bücher, Jagdtrophäen, Schreibmaschine, leere Gin-Flaschen. Man schaut durch die Fenster hinein (Betreten verboten). Im Garten: sein Boot Pilar und die Gräber seiner Katzen. Ein berührender, ruhiger Ort.
Eintritt 5 €, Mo geschlossen. Taxi ab Havanna 20–30 €. Mit Cojímar (Fischerort des „Alten Mannes") kombinierbar.
Essen & Trinken in Havanna
Havanna hat in den letzten Jahren eine gastronomische Revolution erlebt. Wo früher triste Staatsrestaurants mit identischem Menü standen, gibt es heute hunderte Paladares (private Restaurants), die kreative kubanische Küche servieren.
Top-Paladares
- La Guarida (Centro Habana) — Kubas berühmtestes Restaurant, in einem verfallenen Kolonialpalast über drei Etagen. Hier wurde der Film „Fresa y Chocolate" gedreht. Reservierung Pflicht, Preise 20–40 €/Person. Die Dachterrasse ist magisch.
- El del Frente (Habana Vieja) — Vom gleichen Besitzer wie die O'Reilly 304 Bar. Ceviche, Tacos, Cocktails auf der Dachterrasse mit Blick über die Altstadt. 15–25 €.
- Doña Eutimia (Plaza de la Catedral) — Hervorragende traditionelle kubanische Küche: Ropa Vieja, Bohnen, Platanos. Unschlagbare Lage. 10–20 €. Oft Schlange, aber es lohnt sich.
- San Cristóbal (Centro Habana) — Barack Obama aß hier bei seinem historischen Kuba-Besuch 2016. Kreative kubanische Küche in einem mit Memorabilia vollgestopften Raum. 15–30 €.
Günstig essen
- Casa-Particular-Küche: Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Abendessen 8–15 € mit Vorspeise, Hauptgang (oft Lobster!), Dessert und Getränk
- Straßenstände: Pizza cubana (20–50 CUP), Sandwich (30–50 CUP), frischer Fruchtsaft (10–20 CUP)
- Agropecuarios: Bauernmärkte für frisches Obst (Mango, Papaya, Guave) und Gemüse
Tipp
Reserviere La Guarida und San Cristóbal mindestens 2 Tage vorher — über die Casa Particular oder direkt per Telefon. Walk-ins sind fast unmöglich, besonders in der Hochsaison.
Stadtrundgang
Altstadt-Rundgang: Das Beste von Habana Vieja
Dieser Rundgang verbindet die vier historischen Plazas mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Bars und versteckten Ecken der UNESCO-Altstadt. Perfekt für den ersten Tag in Havanna.
Plaza de la Catedral
Start am elegantesten Platz Havannas. Die asymmetrische Barockfassade der Kathedrale bewundern, durch die Galerien in den Arkaden stöbern. Ein erster Café con Leche im El Patio.
20 Min.Calle Empedrado → Bodeguita del Medio
Durch die enge Calle Empedrado zur legendären Bar. Noch ist es ruhig genug für einen Mojito in Ruhe. Die mit Unterschriften übersäten Wände bestaunen.
15 Min.Plaza de Armas
Havannas ältester Platz mit den täglichen Bücherständen. Das Museo de la Ciudad im Palacio de los Capitanes Generales ist das beste Geschichtsmuseum der Stadt (5 €). Daneben: das Castillo de la Real Fuerza mit der Giraldilla.
30 Min.Calle Obispo
Havannas belebteste Fußgängerzone. Buchhandlungen, Galerien, Musikläden, Hotels mit offenen Bars. Hier pulsiert das Leben.
15 Min.El Floridita
Am Ende des Obispo: die Wiege des Daiquiri. Hemingways Bronzestatue lehnt am Tresen. Ein Papa Doble (doppelter Daiquiri ohne Zucker) ist Pflicht.
20 Min.Plaza Vieja
Der bunteste Platz der Altstadt. Hoch zur Cámara Oscura (2 €) für die 360°-Projektion der Stadt. Danach ein frisch gebrautes Bier auf der Dachterrasse der Cervecería Antigua.
30 Min.Plaza de San Francisco
Der ehemalige Handelsplatz am Hafen. Die Bronzestatue des Caballero de París anfassen (bringt Glück). Blick auf die Kreuzfahrtschiffe am Terminal Sierra Maestra.
15 Min.Museo del Ron Havana Club
Abschluss mit einer Führung durch das Rum-Museum (7 €). Die Verkostung am Ende rundet den Tag perfekt ab. Im Shop gibt es Sonderabfüllungen.
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