Strände & Cayos
Varadero★★
Varadero ist Kubas bekanntester Strandort und einer der längsten Strände der Karibik: 20 km puderzuckerweißer Sand auf der schmalen Halbinsel Hicacos, 140 km östlich von Havanna. Das Wasser ist flach, warm und in allen Schattierungen von Türkis bis Smaragdgrün. Ein Traumstrand — keine Frage.
Allerdings ist Varadero auch Kubas touristischster Ort: Entlang der Halbinsel reihen sich über 60 All-Inclusive-Resorts aneinander. Hier erlebt man Karibik pur, aber wenig Kuba. Die Hotels gehören überwiegend spanischen (Meliá, Iberostar) und kubanischen Ketten. Die Strände sind öffentlich (auch für Nicht-Hotelgäste), aber das kubanische Alltagsleben findet hier kaum statt.
Für wen geeignet?
- All-Inclusive-Urlauber: Die Hotels bieten soliden Standard (3–5★, ab 80–200 €/Nacht all-inclusive). Unbegrenztes Essen und Trinken, Poollandschaften, Animation
- Familien: Flaches Wasser, gut organisierte Hotels mit Kinderclubs
- Kombination: 1 Woche Rundreise + 4–5 Tage Varadero zum Abschalten ist eine beliebte Kombination
Abseits des Resorts
Auch Varadero hat Ecken, die einen Blick wert sind: das Parque Josone (ein hübscher Park im Stadtzentrum mit See und Restaurants), die Cueva de Ambrosio (Höhle mit präkolumbianischen Felszeichnungen, 5 €), und am östlichen Ende der Halbinsel das Reserva Ecológica Varahicacos (kleiner Naturpark mit Kakteen und Leguanen).
Preise All-Inclusive (pro Person/Nacht, DZ)
| Kategorie | Nebensaison | Hochsaison |
|---|---|---|
| 3★ | 50–80 € | 80–120 € |
| 4★ | 80–130 € | 130–200 € |
| 5★ (Meliá, Iberostar) | 120–180 € | 180–300 € |
Tipp
Der Strandabschnitt östlich des Hotel Meliá Internacional (am Punta Hicacos) ist der schönste und ruhigste Teil Varaderos — weniger Hotels, feiner Sand, kristallklares Wasser. Perfekt zum Schnorcheln.
Cayo Coco & Cayo Guillermo★★★
Die Cayos vor Kubas Nordküste sind die Karibik aus dem Bilderbuch: unbewohnte (oder fast unbewohnte) Inseln mit blendend weißen Stränden, die über Dammstraßen mit dem Festland verbunden sind. Cayo Coco und das benachbarte Cayo Guillermo (durch eine Brücke verbunden) bilden das zweitwichtigste Strandresort-Gebiet nach Varadero.
Cayo Coco
Die 370 km² große Insel (davon der Großteil Naturschutzgebiet) bietet 22 km Strand und etwa ein Dutzend All-Inclusive-Resorts. Die Playa Larga und Playa Las Coloradas gehören zu den schönsten Stränden Kubas: feiner, weicher Sand, kristallklares Wasser, kaum Algen. Flamingos waten in den Lagunen im Inselinneren — ein surrealer Anblick.
Vor der Küste liegt eines von Kubas besten Schnorchelgebieten: Das Barriereriff ist nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt. Bootstouren zum Riff ab 25 €.
Cayo Guillermo
Die kleinere Nachbarinsel (13 km²) war Hemingways Lieblings-Angelplatz — er jagte hier Marline. Heute stehen hier einige der exklusivsten Resorts. Die Playa Pilar wird regelmäßig als Kubas schönster Strand gekürt: 1 km feiner, weißer Sand, Sanddünen (bis 15 m hoch!), das türkisfarbene Meer dahinter. Atemberaubend und weniger überlaufen als Varadero.
Anreise
Per Dammstraße (Pedraplén) vom Festland — 17 km über das Meer, eine surreale Fahrt. Mautstelle am Anfang (nur für Touristen). Der Flughafen Cayo Coco (CCC) empfängt Charterflüge aus Kanada und Europa. Ab Havanna: Flug (1 Std.) oder Auto/Bus (8 Std. via Morón).
Tipp
Playa Pilar auf Cayo Guillermo ist der schönste Strand Kubas — und der einzige, der auch ohne Hotelaufenthalt leicht zugänglich ist. Früh morgens ist man oft allein. Bringe Proviant mit, es gibt nur einen kleinen Kiosk.
Cayo Santa María★★
Cayo Santa María ist Kubas neuestes Strandresort-Gebiet — die meisten Hotels wurden erst in den 2010er Jahren eröffnet. Die 13 km lange Insel liegt vor der Nordküste der Provinz Villa Clara und ist über einen 48 km langen Damm (Pedraplén) mit dem Festland verbunden — die längste Dammstraße Kubas, eine spektakuläre Fahrt über flaches, türkisfarbenes Wasser.
Die Strände sind makellos: feiner, weißer Sand, kristallklares Wasser und fast kein Seegang dank des vorgelagerten Riffs. Die Hotels sind neueren Datums und in besserem Zustand als viele Varadero-Anlagen. Etwa 15 Resorts (überwiegend Gaviota/Meliá/Iberostar) reihen sich entlang der Nordküste.
Besonderheiten
- Pueblo La Estrella: Ein künstliches Touristendorf am Damm mit Restaurants, Bars, einem Delphinarium und Souveniershops — der Versuch, etwas „kubanisches Flair" in die Resort-Welt zu bringen
- Schnorcheln: Das vorgelagerte Riff ist in hervorragendem Zustand. Bootstouren ab 30 €
- Tagesausflüge: Nach Santa Clara (Che-Mausoleum, 2,5 Std.) oder Remedios (koloniales Städtchen mit den berühmten Parrandas-Festen im Dezember, 1,5 Std.)
Preise
All-inclusive ab 80–150 €/Person/Nacht. In der Nebensaison (Mai–Oktober) deutlich günstiger. Die Hotels sind insgesamt neuer und besser gepflegt als in Varadero.
Cayo Largo del Sur★★
Cayo Largo ist Kubas abgelegenster Strandort — eine 25 km lange, unbewohnte Insel südlich des Festlands, nur per Flug erreichbar (kein Damm). Genau diese Abgeschiedenheit macht den Reiz aus: Die Strände gehören zu den unberührtesten der gesamten Karibik.
Die Playa Sirena (2 km) und Playa Paraíso (1 km) sind von betörender Schönheit: puderzuckerweißer Sand, der so fein ist, dass er zwischen den Zehen quietscht, flaches, kristallklares Wasser in unwirklichem Türkis, keine Felsen, kein Seetang, kein Mensch — man hat das Gefühl, auf einer Werbung für das Paradies gelandet zu sein.
Besonderheiten
- Schildkröten: Zwischen Mai und September nisten Meeresschildkröten (Grüne Meeresschildkröte und Karettschildkröte) an den Stränden. Die Aufzuchtstation am Strand kann besucht werden
- FKK: An einigen Strandabschnitten ist Nacktbaden erlaubt — für Kuba ungewöhnlich
- Tauchen: Hervorragend! Steilwand, Korallenriffe, Wracks. 30+ Tauchplätze. Ab 35 €/Tauchgang
- Leguane: Hunderte Iguanas bewohnen die Insel — an der „Iguana Island" kann man sie aus nächster Nähe beobachten
Anreise
Nur per Flug: Ab Havanna (40 Min., ab 80 € retour) oder als Tagesausflug ab Varadero/Trinidad (Charterflug). Wenige Hotels (3–4★, all-inclusive). Für 2–3 Tage Strandparadies ideal, länger wird es eintönig.
Tipp
Cayo Largo ist perfekt für einen 2–3 Tage Strand-Abschluss einer Rundreise. Die Charterflüge ab Trinidad oder Havanna kosten ab 80 € retour und sparen die lange Busfahrt nach Varadero.
Guardalavaca & Playa Pesquero★★
Guardalavaca (Provinz Holguín) ist die Strandregion des kubanischen Ostens — 800 km von Havanna, aber nur 60 km vom Flughafen Holguín entfernt. Der Name bedeutet angeblich „hüte die Kuh" — weil die spanischen Kolonisten hier einst ihre Viehherden vor Piraten schützten.
Die Region hat drei Hauptstrände:
Playa Guardalavaca
Der Hauptstrand: 1,5 km feiner Sand in einer geschützten Bucht. Flaches, ruhiges Wasser, ideal für Familien. Mehrere Hotels (3–4★), direkt am Strand. Die Umgebung ist hügeliger und grüner als Varadero — man sieht Palmen und tropische Vegetation statt Bettenburgen.
Playa Pesquero
5 km westlich: ein längerer, weitläufigerer Strand mit neueren 5★-Resorts (Iberostar, Gaviota). Oft als bester Hotel-Strand in Ostkuba bezeichnet. Weniger überlaufen als Guardalavaca.
Playa Esmeralda
Zwischen den beiden, zugänglich über die Hotels. Kleiner, intimer Strand in einer Bucht mit besonders klarem Wasser.
Ausflüge
- Bahía de Naranjo: Naturbucht mit Bootstouren, Schnorcheln und einem (umstrittenen) Delphinarium
- Museo Chorro de Maíta: Einziger archäologischer Taíno-Friedhof Kubas (2 km entfernt). Skelette der Ureinwohner in situ. Beeindruckend und nachdenklich stimmend. 3 €.
- Kolumbus-Landeplatz: An der Bahía de Bariay landete Christoph Kolumbus am 28. Oktober 1492 erstmals auf Kuba und schrieb: „Das schönste Land, das Menschenaugen je erblickten." Ein Denkmal markiert die Stelle.
Tipp
Guardalavaca ist ideal für alle, die Strand und Kultur kombinieren wollen: Santiago de Cuba (2,5 Std.) und Baracoa (4 Std.) sind als Tagesausflüge oder Weiterreise erreichbar. Das Chorro-de-Maíta-Museum sollte man nicht verpassen.
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