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Verstehen · Kapitel 12

Musik & Tanz

Kuba Reiseführer

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VerstehenKapitel 12: Musik & Tanz
Verstehen · Kapitel 12

Musik & Tanz

Kuba ist Musik — in keinem anderen Land der Welt ist Musik so allgegenwärtig, so lebendig und so tief in der Kultur verwurzelt. Von Son bis Salsa, von Buena Vista bis Reggaetón.

Son Cubano — Die Mutter aller Rhythmen

Der Son Cubano ist das Fundament der kubanischen Musik — und Vater von Salsa, Mambo, Cha-Cha-Chá und einem Dutzend anderer Genres. Entstanden Ende des 19. Jahrhunderts im Osten Kubas (Oriente), vereint der Son spanische Gitarrentradition mit afrikanischen Rhythmen: der Tres (kubanische Dreisaitengitarre) gibt die Melodie, die Claves (zwei Holzstäbe) den Rhythmus, Bongos und Maracas die Perkussion, Bass und Trompete kamen später dazu.

Der Son wurde in den 1920ern durch das Sexteto Habanero und das Trío Matamoros in ganz Kuba populär. In den 1940ern entwickelten Musiker wie Arsenio Rodríguez den Son weiter — mehr Instrumente, komplexere Arrangements — und legten damit den Grundstein für die Salsa, die ab den 1970ern in New York explodierte.

Der beste Ort, Son live zu erleben, ist die Casa de la Trova in Santiago de Cuba — das Mutterhaus des Genres. Hier spielen Musiker, die die Tradition seit Jahrzehnten pflegen, in einem kleinen Raum voller Fotos und Geschichte.

Buena Vista Social Club

1996 brachte der amerikanische Gitarrist Ry Cooder eine Gruppe vergessener kubanischer Musiklegenden in den Egrem-Studios in Havanna zusammen — Musiker, die in den 1940ern und 50ern Stars gewesen waren und nach der Revolution in Vergessenheit geraten waren. Das Ergebnis war das Album „Buena Vista Social Club" — eine Aufnahme, die die Welt im Sturm eroberte.

Ibrahim Ferrer (Sänger, damals 71, arbeitete als Schuhputzer), Compay Segundo (Gitarrist, 89, bereits im Ruhestand), Rubén González (Pianist, 77, hatte kein Klavier mehr) und Omara Portuondo (Sängerin, damals 66, die einzige noch Lebende) — sie alle wurden über Nacht zu Weltstars. Wim Wenders' Dokumentarfilm (1999) machte sie noch berühmter.

Das Album verkaufte über 8 Millionen Exemplare und löste eine weltweite Begeisterung für kubanische Musik aus. Es brachte den Son zurück ins Bewusstsein und machte Kuba zum Sehnsuchtsort für Musikliebhaber.

Die Egrem-Studios (Calle San Miguel, Centro Habana) können besichtigt werden — gelegentlich gibt es hier Konzerte. Der Buena Vista Social Club als Club existiert nicht mehr (das Gebäude wurde abgerissen), aber der Name lebt als Konzept und Marke weiter.

Salsa, Rumba & Reggaetón

In Kuba heißt Salsa offiziell Timba — und ist aggressiver, komplexer und rhythmisch wilder als die „polierte" New Yorker oder kolumbianische Salsa. Bands wie Los Van Van, NG La Banda und Charanga Habanera sind die Stars. Die Timba verbindet Son, Jazz, Funk und afrikanische Perkussion zu einem explosiven Sound, zu dem man nicht stillsitzen kann.

Rumba

Die Rumba ist der afrikanischste kubanische Musikstil — reine Perkussion (Congas, Cajones) und Gesang, entstanden in den Armenvierteln Havannas und Matanzas unter den Nachfahren der Sklaven. Es gibt drei Formen:

  • Yambú: Langsam, elegant, für ältere Tänzer
  • Guaguancó: Schneller, mit dem berühmten „vacunao" — einer symbolischen erotischen Geste des Mannes, die die Frau abzuwehren versucht
  • Columbia: Solo-Tanz der Männer, virtuos und akrobatisch

Die beste Rumba erlebt man sonntags im Callejón de Hamel (Centro Habana) — einer mit Santería-Kunst bemalten Gasse, in der ab 12 Uhr Rumba-Gruppen spielen und das Viertel tanzt.

Reggaetón

Die kubanische Jugend hört Reggaetón — den bassbetonten Latin-Urban-Sound, der aus Puerto Rico kam und Kuba erobert hat. Obwohl von der älteren Generation und teilweise von der Regierung kritisch gesehen, ist Reggaetón in Clubs und auf Straßen allgegenwärtig. Kubas größter Star: Gente de Zona (bekannt für „Bailando" mit Enrique Iglesias).

Tipp

Für Live-Musik musst du nicht in teure Touristenbars gehen. In jeder kubanischen Stadt gibt es eine Casa de la Trova (traditionelle Musikbar) und eine Casa de la Música (Salsa/Timba). Eintritt meist 1–5 €, die Musik ist erstklassig.

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