Kubanische Küche
Typische Gerichte
Die kubanische Küche ist die Fusion aus spanischer, afrikanischer und karibischer Kochtradition. Sie ist einfach, aber geschmackvoll — basierend auf Reis, Bohnen, Schweinefleisch und Kochbananen. In den letzten Jahren hat sich eine kreative Paladar-Szene entwickelt, die traditionelle Gerichte neu interpretiert.
Die Klassiker
- Ropa Vieja („alte Kleidung") — DAS Nationalgericht: Zartes, in Fäden gezogenes Rindfleisch in einer würzigen Tomaten-Paprika-Sauce mit Zwiebeln und Knoblauch. Serviert mit Reis und Bohnen. Der Name kommt von den „Fäden", die wie alte Kleidung aussehen. In jedem Restaurant und jeder Casa auf der Karte.
- Moros y Cristianos („Mauren und Christen") — Schwarze Bohnen mit weißem Reis, zusammen gekocht. Die Basis fast jeder kubanischen Mahlzeit. Die „Mauren" (schwarz) und „Christen" (weiß) sind eine kulinarische Erinnerung an die spanische Reconquista.
- Lechón Asado — Ganzes Spanferkel, über Stunden am Spieß oder in einer Erdgrube (horno) gegart. Das Festessen für Geburtstage, Silvester und die Fiesta. Knusprige Haut, zartes Fleisch, mariniert mit Bitterorangen, Knoblauch und Kreuzkümmel.
- Tostones & Maduros — Kochbananen in zwei Varianten: Tostones (grün, doppelt frittiert, knusprig, salzig) und Maduros (reif, süß, karamellisiert). Beilagen zu fast allem.
- Yuca con Mojo — Gekochte Maniokwurzel mit einer Sauce aus Knoblauch, Bitterorangen-Saft und Olivenöl. Einfach und köstlich.
- Langosta (Lobster) — Kubanischer Spiny Lobster ist hervorragend und im Vergleich zu Europa absurd günstig: 12–18 € für ein ganzes Dinner mit Lobster in einer Casa Particular. In Paladares 20–35 €.
Frühstück
Das typische kubanische Frühstück in der Casa: frische tropische Früchte (Mango, Papaya, Guave, Ananas), Eier (Rührei oder Spiegelei), Toast mit Butter und Marmelade, frisch gepresster Fruchtsaft und starker kubanischer Kaffee. Kein opulentes Büffet, aber frisch und liebevoll zubereitet.
Rum & Cocktails
Kuba ist der Geburtsort der wichtigsten Cocktails der Welt — und Rum ist hier nicht nur ein Getränk, sondern Kulturerbe.
Die drei Nationalcocktails
Mojito — Kubas berühmtester Export (nach Zigarren). Weißer Rum, frische Minze (Hierba buena), Limettensaft, Zucker und Sodawasser. Die perfekte Balance aus süß, sauer, minzig und alkoholisch. In Havanna an jeder Ecke erhältlich, der „Original-Mojito" wird in der Bodeguita del Medio gemixt (ob Hemingway wirklich dort trank, ist umstritten). Preis: 2–5 € je nach Location.
Daiquiri — Erfunden im gleichnamigen Dorf bei Santiago de Cuba (1898). Weißer Rum, Limettensaft, Zucker, Eis — gemixt, nicht geschüttelt. Hemingway machte den Daiquiri in der Floridita in Havanna berühmt, wo er seinen „Papa Doble" trank: doppelter Rum, halber Limettensaft, kein Zucker, Grapefruitsaft. Preis: 3–7 €.
Cuba Libre — Rum, Cola, Limette. Der Name stammt von 1898: US-Soldaten tranken kubanischen Rum mit Coca-Cola und riefen „¡Por Cuba Libre!" (Auf das freie Kuba!). Der einfachste und meistgetrunkene Cocktail der Insel. Preis: 1–3 €.
Kubanischer Kaffee
Kubanischer Kaffee ist stark, süß und klein — ein Cafecito (Espresso mit Zucker) ist das Nationalgetränk des Alltags. Ein Cortadito (mit einem Schuss Milch) oder Café con Leche (mit heißer Milch) zum Frühstück. Der Kaffee ist exzellent — vor allem aus den Bergen der Sierra Maestra und der Sierra del Escambray.
Tipp
Bestelle deinen Mojito in den kleinen Bars abseits der Touristenpfade — dort kostet er 1–2 € statt 5 € und ist oft besser, weil die Barkeeper weniger Zucker und mehr frische Minze verwenden.
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