Prä-hispanische Philippinen
Lange bevor die Europäer kamen, waren die Philippinen alles andere als ein „unentdecktes" Land. Austronesische Seefahrer besiedelten die Inseln vor über 30.000 Jahren — der „Tabon Man" auf Palawan ist der älteste Fund menschlicher Überreste in den Philippinen.
Die vorkoloniale Gesellschaft war in Barangays organisiert — autonome Gemeinschaften von 30 bis 100 Familien, geführt von einem Datu (Häuptling). Es gab Handelsbeziehungen mit China, Japan, Indien, Arabien und dem Königreich Srivijaya. Das Laguna Copperplate Inscription (900 n. Chr.) — die älteste schriftliche Aufzeichnung der Philippinen — belegt regen Handel und ein komplexes Rechtssystem.
Die Philippinen hatten ein eigenes Schriftsystem (Baybayin), eine differenzierte Sozialstruktur (Adel, Freie, Schuldknechte), ausgeprägte Tätowierkunst (die Visayas-Krieger waren als „Pintados" — die Bemalten — berühmt) und einen reichen Schatz an mündlicher Literatur und Mythologie. Der Islam kam im 14. Jahrhundert über Händler aus Borneo auf die südlichen Inseln — das Sultanat von Sulu (1457) war ein mächtiges muslimisches Reich, dessen Vermächtnis bis heute auf Mindanao spürbar ist.