Familie, Glaube & Karaoke
Drei Säulen bestimmen das philippinische Leben:
Familie (Pamilya)
Die Familie ist das Fundament der philippinischen Gesellschaft — und „Familie" meint hier nicht Mutter-Vater-Kind, sondern den gesamten Clan: Großeltern, Tanten, Onkel, Cousins dritten Grades, Pateneltern (Ninong/Ninang). Familiäre Verpflichtungen gehen über alles. Wer Geld verdient, unterstützt die Familie — das gilt besonders für die 10 Millionen OFWs (Overseas Filipino Workers), die weltweit arbeiten und regelmäßig Geld nach Hause schicken. Diese Remittances machen über 8 % des BIP aus.
Katholizismus
Die Philippinen sind das einzige katholische Land Asiens — über 80 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, ein Erbe der 333-jährigen spanischen Kolonialherrschaft. Der Glaube durchdringt alles: Kirchen sind voll (auch unter der Woche), religiöse Feste (Fiestas) bestimmen den Kalender, und in jedem Jeepney hängt ein Rosenkranz. Die Karwoche wird mit dramatischen Passionsspielen gefeiert — inklusive echter Kreuzigungen mit Nägeln in einigen Provinzen.
Karaoke
Die Philippinen sind die Karaoke-Nation der Welt. In jedem Dorf steht eine Karaoke-Maschine, und die Filipinos singen mit einer Leidenschaft und Stimmgewalt, die Europäer sprachlos macht. „My Way" von Frank Sinatra hat sogar zu Todesfällen geführt (kein Witz — die „My Way Killings" waren ein Phänomen, bei dem schlechte Sänger erschossen wurden). Karaoke ist kein Hobby, es ist eine Lebenseinstellung. Sei bereit, das Mikrofon gereicht zu bekommen — und sing mit. Die Filipinos werden dich anfeuern, egal wie schlecht du bist.