Jeepney-Kultur & OFW
Zwei Phänomene, die die Philippinen einzigartig machen:
Jeepneys — Fahrende Kunstwerke
Die Jeepneys sind das Nationalsymbol der Philippinen — umgebaute US-Militärjeeps aus dem Zweiten Weltkrieg, die zum günstigsten und farbenfrohsten Massentransportmittel der Welt wurden. Jeder Jeepney ist ein individuelles Kunstwerk: Chromverzierungen, religiöse Motive, Pferdestatuen auf der Motorhaube, Neonlichter und Slogans wie „God Bless Our Trip" oder „Born to be Wild".
Die Regierung modernisiert das Jeepney-System seit 2017 — alte Diesel-Jeepneys werden durch „E-Jeepneys" (elektrisch, klimatisiert) ersetzt. Das Modernisierungsprogramm ist politisch umstritten: Es verbessert die Luftqualität, bedroht aber die Lebensgrundlage der Jeepney-Fahrer, die sich die neuen Modelle nicht leisten können.
OFW — Helden der Nation
Über 10 Millionen Filipinos arbeiten als Overseas Filipino Workers (OFW) im Ausland — als Krankenschwestern, Seefahrer, Hausangestellte, IT-Fachleute, Ingenieure. Sie schicken jedes Jahr über 30 Milliarden Dollar nach Hause und sind damit das wirtschaftliche Rückgrat des Landes. OFWs werden offiziell als „Bagong Bayani" (Neue Helden) der Nation verehrt.
Die Schattenseite: Familien werden über Jahre getrennt, Kinder wachsen ohne Eltern auf, die Arbeitsbedingungen (besonders in den Golfstaaten) sind oft ausbeuterisch. Das OFW-Phänomen ist gleichzeitig Stolz und Wunde der philippinischen Gesellschaft.