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Regionen · Kapitel 6

Madeira

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RegionenKapitel 6: Madeira
Regionen · Kapitel 6

Madeira

Madeira ist der schwimmende Garten Europas — eine subtropische Vulkaninsel mitten im Atlantik, die mit zerklüfteten Berggipfeln über den Wolken, uralten Lorbeerwäldern, spektakulären Levada-Wanderwegen und dem vielleicht besten Klima Europas lockt. Hier gibt es keine Sandstrände, dafür dramatische Steilküsten, Naturpools aus Lavagestein und eine Blütenpracht, die ihresgleichen sucht. Dazu Funchal, eine der charmantesten Hauptstädte des Atlantiks, mit Madeirawein, frischem Fisch und der legendären Korbschlittenfahrt von Monte.

Funchal & Altstadt★★★

Rua de Santa Maria / Mercado dos Lavradores, Funchal
Markt: Mo–Do 7–19 Uhr, Fr 7–20 Uhr, Sa 7–14 Uhr
Markt und Altstadt kostenlos

Funchal ist das Herz Madeiras — eine Stadt, die sich wie ein Amphitheater an die Berghänge über dem Hafen schmiegt. Rund 110.000 Einwohner leben hier, etwa die Hälfte der gesamten Inselbevölkerung. Der Name kommt von „funcho" (Fenchel), der hier bei der Entdeckung 1419 wild wuchs. Heute ist Funchal eine überraschend kosmopolitische Stadt mit hervorragenden Restaurants, lebhaften Märkten und einer Altstadt voller Street Art und Charakter.

Das Herzstück ist der Mercado dos Lavradores — die Art-déco-Markthalle von 1940, ein Fest für alle Sinne. Im Erdgeschoss stapeln sich exotische Früchte, die es auf dem europäischen Festland nicht gibt: Annona (Cherimoya), Maracuja-Bananen, Tamarillo und die winzigen, süßen Madeira-Bananen. Im Obergeschoss: frischer Fisch (darunter der schwarze Degenfisch Espada, Madeiras Spezialität), Blumen und handgemachte Korbwaren. Unbedingt die kostenlosen Fruchtproben annehmen, aber Vorsicht: Die Händler versuchen danach gern, überteuerte Fruchtpackungen zu verkaufen.

Die Zona Velha (Altstadt) rund um die Rua de Santa Maria ist Funchals hippstes Viertel. Seit dem Projekt „Portas Abertas" (2010) haben über 200 Künstler die Türen der alten Häuser in bunte Kunstwerke verwandelt — ein begehbares Open-Air-Museum. Hier reihen sich Tapas-Bars, Fado-Lokale und Restaurants aneinander. Abends ist die Stimmung fantastisch.

Die Sé Catedral (1514) ist eine der wenigen original erhaltenen manuelinischen Kirchen Portugals — besonders die Mudéjar-Holzdecke (maurisch beeinflusst, mit Elfenbein eingelegt) gilt als Meisterwerk. Eintritt frei. Direkt daneben lohnt das Museu de Arte Sacra (3 €) mit flämischen Gemälden aus dem 15./16. Jahrhundert, die einst gegen Zucker getauscht wurden.

Plane mindestens 1,5 Tage für Funchal ein — einen halben Tag für den Markt und die Altstadt, einen halben für die Seilbahn nach Monte (siehe Korbschlittenfahrt), und Zeit für die Restaurantszene am Abend.

Tipp

Den Mercado dos Lavradores am besten vormittags besuchen (vor 11 Uhr), wenn das Angebot am größten ist. Samstags ist es am vollsten, aber auch am authentischsten — dann kommen die Bauern aus den Bergen. Die exotischen Früchte kosten auf dem Markt das Doppelte bis Dreifache vom Supermarkt — besser beim Pingo Doce kaufen, aber die Atmosphäre auf dem Markt ist unbezahlbar.

Levada-Wanderungen — Top 5 Routen★★★

Verschiedene Startpunkte auf Madeira
Ganzjährig begehbar (wetterabhängig)
Kostenlos (Rabaçal-Shuttle 3 €)

Die Levadas sind Madeiras einzigartiges Bewässerungssystem — über 2.500 km Wasserkanäle, die seit dem 15. Jahrhundert Regenwasser von den feuchten Nordhängen zu den trockenen Südhängen leiten. Entlang dieser Kanäle verlaufen schmale Wartungspfade, die heute ein weltweit einzigartiges Wanderwegenetz bilden. Das Geniale: Da Levadas einem sanften Gefälle folgen, sind die Wege meist flach — perfekt für gemütliche Wanderungen durch sonst unzugängliche Schluchten und Urwälder.

1. Levada das 25 Fontes & Risco-Wasserfall (★★★)
Madeiras beliebteste Wanderung — und das aus gutem Grund. Der Weg führt durch den UNESCO-geschützten Lorbeerwald von Rabaçal zu einem türkisgrünen Naturbecken, in das 25 Wasserfälle stürzen. Der Abstecher zum Risco-Wasserfall (100 m Fallhöhe) lohnt sich. Distanz: 11 km (Hin und Rück), Dauer: 4–5 Stunden, Schwierigkeit: Mittel. Start: Rabaçal-Parkplatz (Shuttle ab Parkplatz ER110, 3 € Hin/Rück).

2. Levada do Caldeirão Verde (★★★)
Die wildeste Levada-Wanderung: durch Tunnel (Taschenlampe mitbringen!), entlang steiler Felswände und durch dichten Lorbeerwald zu einem smaragdgrünen Kessel mit einem 100-Meter-Wasserfall. Wer weiter bis zum Caldeirão do Inferno geht, erlebt noch dramatischere Landschaft, muss aber mit 6–7 Stunden rechnen. Distanz: 13 km (Caldeirão Verde) oder 18 km (bis Inferno), Dauer: 5–7 Stunden, Schwierigkeit: Mittel bis Schwer. Start: Queimadas-Forsthaus bei Santana.

3. Vereda dos Balcões (★★)
Die perfekte Einsteiger-Levada: kurz, einfach und mit einem spektakulären Aussichtspunkt über das Tal der Ribeira da Metade, umrahmt von Madeiras höchsten Gipfeln. Ideal für Familien oder als Nachmittagswanderung. Distanz: 3 km (Hin und Rück), Dauer: 1 Stunde, Schwierigkeit: Leicht. Start: Ribeiro Frio.

4. Levada do Rei (★★)
Die „Königslevada" führt durch üppigen Lorbeerwald zu einem malerischen Bachlauf mit Wasserfällen. Weniger überlaufen als die 25 Fontes, aber genauso atmosphärisch. Distanz: 10 km (Hin und Rück), Dauer: 3–4 Stunden, Schwierigkeit: Leicht bis Mittel. Start: Parque Florestal das Queimadas bei São Jorge.

5. Levada do Norte — Eira do Serrado bis Curral das Freiras (★★)
Kombination aus Levada und Bergwanderung mit Blick auf das Nonnental (Curral das Freiras) — ein kreisrundes Tal, das von allen Seiten von 1.000-Meter-Felswänden umschlossen ist. Vom Aussichtspunkt Eira do Serrado hat man den besten Blick. Das Dorf im Tal ist für seine Kastaniengerichte bekannt. Distanz: 6 km (Abstieg), Dauer: 2–3 Stunden, Schwierigkeit: Mittel (steil bergab). Start: Eira do Serrado.

Tipp

Starte die beliebten Routen (25 Fontes, Caldeirão Verde) am frühen Morgen — ab 8:30 Uhr, vor den Busgruppen. Für die 25 Fontes gilt seit 2024 ein Online-Reservierungssystem in der Hochsaison — vorab auf ifcn.madeira.gov.pt buchen! Die Balcões-Wanderung ist die beste für Nebeltage — der Aussichtspunkt liegt oft über den Wolken.

Achtung

Sicherheitshinweis: Einige Levada-Wege sind schmal, mit steilen Abgründen und ohne Geländer. Festes Schuhwerk ist Pflicht, Wanderstöcke empfohlen. Bei Regen werden die Wege rutschig — besonders die Tunnel. Prüfe immer vorab auf visitmadeira.com, ob die Route offen ist. Die 25-Fontes-Route wird bei Starkregen gesperrt.

Pico do Arieiro & Pico Ruivo★★★

ER202, Pico do Arieiro, Madeira
Frei zugänglich, 24/7 (wetterabhängig)
Kostenlos, Parkplatz kostenlos

Die Königswanderung Madeiras: vom Pico do Arieiro (1.818 m), dem dritthöchsten Gipfel der Insel, zum Pico Ruivo (1.862 m), dem höchsten Punkt. Die Strecke führt über einen spektakulären Gratweg zwischen den Gipfeln — mit Abgründen zu beiden Seiten, durch Tunnel, über Treppen und Felsvorsprünge, oft über den Wolken. An klaren Tagen reicht die Sicht bis zur Nachbarinsel Porto Santo und zum über 200 km entfernten Horizont.

Der Pico do Arieiro ist per Auto erreichbar (Straße ER202, 30 Min. ab Funchal) und bereits das Erlebnis wert: Der Parkplatz liegt buchstäblich über den Wolken, und bei Sonnenaufgang färbt sich das Wolkenmeer golden und rosa — eines der unvergesslichsten Naturschauspiele Europas. Hier gibt es ein Café und eine Schutzhütte.

Die Wanderung zum Pico Ruivo ist 7 km lang (einfach), dauert 3–3,5 Stunden und ist als mittelschwer eingestuft — aber die Treppen und Höhenunterschiede (ca. 500 Höhenmeter kumuliert) machen sie anspruchsvoller als erwartet. Es gibt zwei Varianten: den kürzeren, steileren „östlichen Weg" und den längeren, leichteren „westlichen Weg". Am Gipfel wartet die Schutzhütte Abrigo do Pico Ruivo mit WC und Snacks.

Die meisten Wanderer gehen die gleiche Strecke zurück (insgesamt 14 km, 6–7 Stunden). Alternativ kann man am Pico Ruivo nach Achada do Teixeira absteigen (45 Min.) und dort ein Taxi zurück arrangieren. Diese Variante spart 3 Stunden, erfordert aber Logistikplanung.

Die beste Zeit für die Wanderung ist frühmorgens ab 7 Uhr — dann sind die Chancen auf klare Sicht am größten, bevor die Wolken aufsteigen. Wetter auf Madeiras Bergen ist unberechenbar: Es kann innerhalb von Minuten von strahlendem Sonnenschein zu dichtem Nebel und eisigem Wind wechseln. Auch im Sommer kann es auf den Gipfeln unter 10 °C kalt werden.

Tipp

Für den Sonnenaufgang am Pico do Arieiro: Fahre im Sommer gegen 5:30 Uhr los (Sonnenaufgang ca. 6:30 Uhr). Die Straße ist nachts offen und beleuchtet. Warme Kleidung ist auch im August Pflicht — oben hat es morgens oft nur 5–8 °C. Wer die Wanderung zum Pico Ruivo scheut: Allein der Sonnenaufgang am Arieiro-Parkplatz ist das frühe Aufstehen wert.

Câmara de Lobos★★

Câmara de Lobos, Madeira
Cabo Girão Skywalk: 9–21 Uhr (Sommer), 9–18 Uhr (Winter)
Skywalk kostenlos, Bus ab Funchal 2 €

Câmara de Lobos ist das fotogenste Fischerdorf Madeiras — und das ließ sich schon Winston Churchill nicht entgehen, der hier 1950 den Hafen malte. Der kleine Hafen mit seinen bunten Fischerbooten, eingerahmt von einer steilen Felswand und überschattet von der dramatischen Klippe Cabo Girão (580 m, eine der höchsten Steilklippen Europas), ist eine der ikonischsten Szenen der Insel.

Das Dorf liegt nur 10 Minuten westlich von Funchal (Bus Nr. 154, alle 30 Min., 2 €) und ist der Heimathafen der Espada-Fischer — die Fischer, die nachts mit Langleinen in über 800 m Tiefe den schwarzen Degenfisch (Espada) fangen, Madeiras kulinarisches Aushängeschild. Am frühen Morgen kann man die Boote bei der Rückkehr beobachten und den frischen Fang bestaunen.

Die Bar am Hafen ist der perfekte Ort für eine Poncha (siehe Kapitel Essen) — die Aussicht auf die bunten Boote, die hoch aufragende Klippe und den Atlantik ist unbezahlbar. Der Ort selbst hat enge Gassen mit traditionellen Häusern, eine kleine Kirche und eine Promenade, die am Meer entlangführt.

Von Câmara de Lobos aus lohnt ein Abstecher zum Cabo Girão Skywalk — eine gläserne Aussichtsplattform auf der 580 Meter hohen Klippe mit freiem Blick senkrecht nach unten auf den Ozean und die „fajãs" (fruchtbare Terrassen am Klippenfuß, nur per Seilbahn erreichbar). Der Skywalk ist kostenlos und ein Muss für Schwindelfreie. Erreichbar per Auto (10 Min.) oder Bus Nr. 154.

Tipp

Der beste Zeitpunkt für Câmara de Lobos ist der späte Nachmittag, wenn das Licht golden wird und die Fischer ihre Netze flicken. Am Hafen unbedingt eine Poncha bei „Bar Ponte Velha" trinken — die authentischste Bar des Dorfs, wo die Fischer selbst einkehren. Der Cabo Girão Skywalk ist früh morgens menschenleer, nachmittags kommen die Busgruppen.

Porto Moniz — Lavapools★★

Piscinas Naturais, Porto Moniz, Madeira
Naturbecken: 9–19 Uhr (Sommer), 9–17 Uhr (Winter)
3 € (Erwachsene), 1,50 € (Kinder)

An der wilden Nordwestküste Madeiras liegt Porto Moniz, bekannt für seine natürlichen Meeresschwimmbecken aus Lavagestein — eine der einzigartigsten Bademöglichkeiten Europas. Vor Jahrtausenden floss hier Lava ins Meer und formte natürliche Becken, die heute vom Atlantik gespeist werden: kristallklares Meerwasser, geschützt vor der Brandung, umgeben von schwarzem Vulkangestein und weißer Gischt.

Es gibt zwei Badebereiche: Die Piscinas Naturais (kommunale Naturbecken) mit Umkleiden, Duschen, Sonnenterrassen und Rettungsschwimmern kosten 3 € Eintritt (Kinder 1,50 €). Sie sind gepflegter und familienfreundlicher. Daneben liegen die frei zugänglichen Naturbecken (Cachalote-Bereich) — wilder, authentischer, aber ohne Infrastruktur und bei Wellengang nicht ungefährlich.

Porto Moniz ist von Funchal 90 Minuten mit dem Auto entfernt — die Fahrt über die Nordküstenstraße ER101 ist selbst ein Erlebnis, mit Tunneln, Wasserfällen, die direkt auf die Straße stürzen (besonders bei São Vicente), und dramatischen Küstenblicken. Die Alternative über die Hochstraße ER110 über Paul da Serra (Madeiras einzige Hochebene, 1.400 m) bietet ganz andere Landschaften — karge Heide statt tropischer Üppigkeit.

Im Ort selbst lohnt das Aquário da Madeira (7 €), ein kleines Aquarium in einer ehemaligen Festung mit lokalen Meerestieren. Und die Restaurants am Hafen servieren den frischesten Fisch der Nordküste — Polvo grelhado (gegrillter Oktopus) und Lapas (Napfschnecken mit Knoblauchbutter) sind die Spezialitäten. Ein Mittagessen mit Meerblick kostet 12–18 € pro Person.

Tipp

Kombination-Tipp für einen perfekten Tagesausflug: Funchal → ER110 über Paul da Serra → Rabaçal (25-Fontes-Wanderung, 4 Std.) → Porto Moniz (Lavapools + Mittagessen) → Rückfahrt über Nordküste ER101 via São Vicente. Insgesamt 8–9 Stunden, aber die schönste Tagestour der Insel. In Porto Moniz sind die Pools am besten bei Flut — dann spült frisches Meerwasser hinein.

Botanischer Garten★★

Caminho do Meio, 9064-512 Funchal
Täglich 9–18 Uhr (letzter Einlass 17:30)
6 € (Erwachsene), 2 € (Kinder 6–12)

Der Jardim Botânico da Madeira ist einer der schönsten botanischen Gärten Europas — auf Terrassen über Funchal gelegen, mit über 2.500 Pflanzenarten aus allen Erdteilen und einem atemberaubenden Blick über die Stadt und den Hafen. Der Garten wurde 1960 auf dem Gelände der ehemaligen Quinta do Bom Sucesso eröffnet und nutzt Madeiras subtropisches Klima, um Pflanzen zu zeigen, die sonst in keinem europäischen Garten gedeihen.

Die Highlights sind die geometrisch angelegten Blumenbeete am Eingang (ein Kaleidoskop aus Strelitzien, Orchideen, Protea und Hibiskus — das beliebteste Fotomotiv), die Kakteen- und Sukkulenten-Sammlung (eine der größten Europas), der Lorbeerwald-Abschnitt mit Originalbäumen der UNESCO-geschützten Laurisilva, und der Papageiengarten mit tropischen Vögeln. Ein eigener Bereich widmet sich den endemischen Pflanzen Madeiras — Arten, die nur auf dieser Insel vorkommen.

Der Garten ist über die Teleférico do Jardim Botânico (Seilbahn) erreichbar — eine separate Seilbahn, die vom Stadtviertel Babosas zum Garten führt (Einzelfahrt 5,50 €, Hin/Rück 9 €). Alternativ der Stadtbus Nr. 31 (3 €) oder ein Taxi (6–8 € ab Zentrum). Die Anlage ist weitläufig — plane 1,5–2 Stunden ein.

Direkt neben dem Botanischen Garten befindet sich der Jardim Orquídea (Orchideengarten, 5 €) mit über 50.000 Orchideen — ein separater, privat geführter Garten, der besonders im November bis Februar zur Orchideenblüte spektakulär ist. Und vom Botanischen Garten aus fährt eine weitere Seilbahn (Teleférico do Jardim Botânico–Babosas) hinunter nach Monte, wo man die Korbschlittenfahrt anschließen kann — ein perfekter halber Tag.

Tipp

Die beste Route: Mit der Monte-Seilbahn von Funchal nach Monte fahren (12,50 € Hin/Rück), dort den Tropischen Garten und die Kirche besuchen, dann die Verbindungs-Seilbahn zum Botanischen Garten nehmen (5,50 €), den Garten besuchen, und mit dem Bus zurück nach Funchal. So sieht man alles an einem Vormittag. Die Kombitickets (Monte-Seilbahn + Botanik-Seilbahn) gibt es für 25 € — lohnt sich!

Korbschlittenfahrt Monte★★

Caminho do Monte, Funchal (Start bei der Igreja do Monte)
Mo–Sa 9–18 Uhr, So geschlossen
30 € (1 Person), 50 € (2 Personen)

Die Carros de Cesto — die Korbschlitten von Monte — sind Madeiras berühmtestes und skurrilstes Transportmittel, ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert, als wohlhabende Einwohner Funchals sich in geflochtenen Weidenkörben auf Holzkufen den steilen Berg hinunter ins Stadtzentrum gleiten ließen, gesteuert von zwei „Carreiros" in weißen Hemden und Strohhüten, die den Schlitten mit ihren Gummistiefeln bremsen.

Heute ist die Fahrt eine touristische Attraktion, aber eine, die tatsächlich Spaß macht. Die Strecke führt von der Igreja do Monte (Wallfahrtskirche auf 600 m Höhe) über 2 km bergab durch die Straßen Funchals, mit Geschwindigkeiten von bis zu 38 km/h. Zwei Carreiros steuern den Korbschlitten mit Seilen und bremsen mit den Füßen — ein Vertrauensbeweis, der mit Adrenalin belohnt wird. Die Fahrt dauert 10 Minuten und endet im Stadtviertel Livramento (nicht im Zentrum — ein Taxi zurück kostet ca. 5 €).

Die Preise: 30 € für eine Person, 50 € für zwei Personen im selben Schlitten. Teuer für 10 Minuten? Ja. Einmalig? Definitiv. Die Carreiros arbeiten auf Trinkgeldbasis — 5 € zusätzlich sind angemessen. Der Betrieb läuft Mo–Sa von 9–18 Uhr (Sonntag Ruhetag), die Wartezeiten betragen im Sommer oft 30–60 Minuten.

Vor der Schlittenfahrt lohnt ein Besuch der Igreja de Nossa Senhora do Monte — Madeiras wichtigste Wallfahrtskirche. Hier liegt das Grab des letzten österreichisch-ungarischen Kaisers Karl I., der 1922 auf Madeira im Exil starb. Die Kirche ist frei zugänglich und bietet einen schönen Blick über Funchal. Direkt daneben liegt der Jardim Tropical Monte Palace (12,50 €) — ein üppiger Garten mit Azulejos, japanischen Skulpturen und tropischen Pflanzen in einem ehemaligen Hotelpark.

Tipp

Komme früh morgens (9:00 Uhr) oder zur Mittagszeit — dann sind die Wartezeiten am kürzesten. Am besten mit der Monte-Seilbahn hinauf (12,50 € Hin/Rück, oder 8,75 € einfach) und mit dem Korbschlitten hinunter. Die Rückfahrt ins Zentrum ab Livramento: Bus Nr. 20 oder 21 (1,95 €) oder ein Taxi (5 €). Fotografie während der Fahrt ist möglich, aber halte das Handy mit beiden Händen fest!

Essen & Poncha

Taberna da Poncha: Sítio da Serra de Água, Ribeira Brava
Taberna: Di–So 11–22 Uhr
Poncha 2,50–4 €, Espetada ab 12 €, Espada ab 13 €

Madeiras Küche ist deftig, meeresfrüchtereich und überraschend eigenständig — deutlich anders als auf dem Festland. Die Insel hat ihre eigenen Spezialitäten entwickelt, geprägt von der Abgeschiedenheit im Atlantik, dem subtropischen Klima und den Einflüssen der Seefahrer, die auf ihren Reisen exotische Gewürze und Zutaten mitbrachten.

Das Nationalgericht Madeiras ist Espetada — große Rindfleischstücke, mariniert in Knoblauch, Lorbeer und grobem Salz, aufgespießt auf einen Lorbeerzweig und über offener Flamme gegrillt. In traditionellen Restaurants wird die Espetada an einem Haken über dem Tisch aufgehängt, und das Fleisch tropft auf Bolo do Caco (Süßkartoffelbrot). Ein unvergessliches Erlebnis — Hauptgerichte ab 12–16 €.

Der Schwarze Degenfisch (Espada) ist Madeiras kulinarisches Wahrzeichen — ein Tiefseefisch aus über 800 m Tiefe, der nachts mit Langleinen gefangen wird. Er sieht angsteinflößend aus (lang, schwarz, mit riesigen Augen), schmeckt aber fein und buttrig. Die klassische Zubereitung: Espada com banana — panierter Degenfisch mit gebratener Banane und Maracuja-Soße. Klingt seltsam, schmeckt fantastisch. Ab 13 €.

Bolo do Caco ist das inoffizielle Nationalbrot — ein rundes Fladenbrot aus Weizenmehl und Süßkartoffel, auf einem heißen Basaltstein gebacken und mit Knoblauchbutter bestrichen. An Straßenständen ab 1,50 €, im Restaurant als Beilage meist kostenlos. Lapas (Napfschnecken) werden mit Knoblauchbutter gegrillt und sind ein beliebter Snack zum Bier (6–8 € die Portion).

Und dann ist da die Poncha — Madeiras Nationalgetränk: frisch gepresster Zitronensaft, Honig und Aguardente de Cana (Zuckerrohrschnaps), verrührt mit einem speziellen Holzquirl (Caralhinho). Die klassische Poncha ist scharf-süß-stark und gefährlich lecker. Varianten mit Maracuja, Orange oder Tangerine sind milder. Ein Glas kostet 2,50–4 €. Die beste Poncha der Insel gibt es angeblich in der Bar „O Velho" in Câmara de Lobos und in der Taberna da Poncha im Bergdorf Serra de Água — ein winziger Tresen, seit 1954 in Familienhand, wo Tausende Besucher ihre Unterschrift an den Wänden hinterlassen haben.

Tipp

Bestelle die Poncha niemals als „Cocktail" — das beleidigt den Barkeeper. Es ist ein Traditionsgetränk, kein Mixgetränk. Die Taberna da Poncha in Serra de Água ist ein Umweg wert: Das Bergdorf liegt 40 Minuten nördlich von Funchal, und die Bar ist seit 1954 eine Institution. Probiere die „Poncha Regional" mit Maracuja — süßer und zugänglicher als die klassische Zitronen-Poncha. Und: Nach drei Poncha merkt man den Aguardente nicht mehr — Vorsicht!

Santana & traditionelle Häuser

Santana, Madeira
Themenpark: 10–19 Uhr (Sommer), 10–18 Uhr (Winter)
Themenpark 6 €, Casas de Colmo frei

Das Städtchen Santana an der Nordküste ist berühmt für seine Casas de Colmo — die dreieckigen, strohgedeckten Häuser mit den bunten Türen und Fensterläden, die zum Symbol Madeiras geworden sind. Diese Häuser, einst die typische Bauform der Landbevölkerung, dienten als Wohn- und Stallgebäude gleichzeitig — die Tiere unten, die Familie oben unter dem Strohdach.

Heute stehen die meisten der verbliebenen Casas de Colmo im Parque Temático da Madeira (Themenpark, 6 €), einem familienfreundlichen Park am Ortsrand, der die Kultur, Geschichte und Natur Madeiras zeigt. Die original erhaltenen Häuser am Rathausplatz (frei zugänglich) sind fotogener, aber es sind nur noch wenige. Santana ist seit 2011 UNESCO-Biosphärenreservat.

Der eigentliche Grund für einen Besuch in Santana ist die umliegende Natur: Von hier starten die Levada-Wanderungen zum Caldeirão Verde (ab dem Queimadas-Forsthaus, 5 km westlich) und es gibt spektakuläre Küstenwege. Das Queimadas-Forsthaus selbst — ein märchenhaftes Gebäude mit Strohdach in einem moosüberwachsenen Wald — ist einen Besuch wert, auch ohne Wanderung.

Die Fahrt von Funchal nach Santana (40 Minuten über die VE4-Autobahn) ist bereits ein Erlebnis — die Landschaft wechselt von subtropisch zu alpin und wieder zu üppig-grün. Santana hat einige gute, günstige Restaurants: Cantinho da Serra serviert Espetada und Espada für unter 12 € — mit Blick auf die grünen Berge.

Tipp

Santana lässt sich perfekt mit der Caldeirão-Verde-Wanderung kombinieren: Morgens wandern (5 Stunden), Mittagessen in Santana, nachmittags die Casas de Colmo und das Queimadas-Forsthaus besichtigen. Das Forsthaus hat ein kleines Café mit Bolo do Caco — perfekte Stärkung vor oder nach der Wanderung.

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