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Regionen · Kapitel 5

Porto & Nordportugal

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Regionen · Kapitel 5

Porto & Nordportugal

Porto ist rau, authentisch und unwiderstehlich — eine Stadt, die sich an steile Granitfelsen über dem Douro klammert, mit barocken Kirchen, blauen Azulejo-Fassaden und dem betörenden Duft von gegrillten Sardinen in den Gassen. Dazu kommt der weltberühmte Portwein, eine der spektakulärsten Buchhandlungen der Welt und ein Hinterland, das mit dem Douro-Tal eines der schönsten Weinanbaugebiete Europas beherbergt. Nördlich erstreckt sich das Minho — grün, ursprünglich und voller Geschichte von Braga bis Guimarães.

Ribeira & Ponte Dom Luís★★★

Cais da Ribeira, Porto
Frei zugänglich, 24/7
Kostenlos (Bootsfahrt ab 15 €)

Das UNESCO-Welterbe Ribeira ist das historische Herz Portos — ein Labyrinth aus engen, steilen Gassen, die sich vom Ufer des Douro den Hang hinaufwinden. Hier stehen die ältesten Häuser der Stadt, viele davon mit bröckelnden Fassaden in warmen Ockerfarben, mit Wäscheleinen zwischen den Balkonen und dem Geruch von gegrilltem Fisch, der aus winzigen Tascas (Kneipen) dringt. Es ist laut, chaotisch, touristisch — und absolut unwiderstehlich.

Am Cais da Ribeira, der Uferpromenade, reihen sich Restaurants und Cafés aneinander. Hier sitzen Einheimische und Touristen nebeneinander, trinken Vinho Verde und schauen auf die bunten Rabelo-Boote, die einst die Portweinfässer aus dem Douro-Tal brachten. Der Platz Praça da Ribeira mit seiner modernen Skulptur ist der perfekte Ausgangspunkt für einen Spaziergang.

Die Ponte Dom Luís I ist Portos ikonischstes Bauwerk — eine doppelstöckige Eisenbogenbrücke von 1886, entworfen von Théophile Seyrig, einem Schüler Gustave Eiffels. Die obere Ebene (für die Metro und Fußgänger, 60 Meter über dem Douro) bietet einen der spektakulärsten Stadtblicke Europas: links die Ribeira, rechts die Portweinkeller von Vila Nova de Gaia, dazwischen der Douro, der silbern zum Atlantik glitzert. Die untere Ebene ist für den Straßenverkehr und ebenfalls begehbar.

Plane mindestens 2–3 Stunden für die Ribeira ein. Morgens ist es ruhiger, aber die Atmosphäre am Abend — wenn die Brücke beleuchtet wird und die Restaurants sich füllen — ist unschlagbar. Eine Douro-Bootsfahrt (ab 15 € für 50 Minuten, ab Cais da Ribeira) unter den sechs Brücken Portos gehört zum Pflichtprogramm.

Tipp

Die obere Ebene der Ponte Dom Luís ist zum Sonnenuntergang ein Traum — komme aber 30 Minuten vorher, denn der Platz wird schnell voll. Am besten von der Gaia-Seite (Jardim do Morro) aus, dann hast du die Ribeira im goldenen Licht vor dir. Achtung: Es kann windig sein, halte dein Handy gut fest!

Portweinkeller in Vila Nova de Gaia★★★

Av. Diogo Leite, Vila Nova de Gaia
Die meisten Kellereien: 10–18 Uhr (Sommer bis 19 Uhr)
15–60 € je nach Haus und Verkostung

Gegenüber von Portos Altstadt, am Südufer des Douro, liegt Vila Nova de Gaia — technisch gesehen eine eigene Stadt, aber untrennbar mit Porto verbunden. Hier reihen sich über 50 Portweinkellereien (Caves) den Hang hinauf, von den großen Namen wie Taylor's, Graham's, Sandeman, Cálem und Ferreira bis zu kleinen Boutique-Produzenten. Seit dem 17. Jahrhundert wird hier der Portwein gelagert und gereift — das kühle, feuchte Mikroklima am Fluss ist ideal.

Eine Kellerführung mit Verkostung ist das Highlight jedes Porto-Besuchs. Die meisten Häuser bieten 30- bis 60-minütige Touren durch die atmosphärischen Lagerkeller, in denen tausende Fässer in der Dunkelheit ruhen, gefolgt von einer Verkostung von 2–3 Portweinen (Ruby, Tawny, White). Die Preise beginnen bei 15–20 € für eine Standardtour, Premium-Verkostungen mit alten Tawnys oder Vintage-Ports kosten 30–60 €.

Taylor's hat die aufwändigste Tour mit interaktivem Museum und einer Terrasse mit atemberaubendem Blick auf Porto — allerdings auch die höchsten Preise (22 € Standard). Graham's besticht durch die elegante Lodge und das exzellente Restaurant Vinum auf der Terrasse. Sandeman ist der bekannteste Name (erkennbar am Zorro-artigen Logo) und bietet die günstigsten Touren (15 €). Cálem kombiniert die Führung mit einer Fado-Show (25 €) — kitschig, aber atmosphärisch.

Wer tiefer einsteigen möchte: Die Espaço Porto Cruz ist ein modernes Portwein-Erlebniszentrum mit Rooftop-Bar, Multimedia-Ausstellung und Restaurant. Und die kleine Kellerei Poças bietet persönlichere Führungen abseits der Massen.

Plane 2–3 Stunden ein, wenn du eine Kellerei besuchst. Im Sommer unbedingt vorher online reservieren — besonders Taylor's und Graham's sind oft ausgebucht.

Tipp

Besuche nicht nur die großen Namen! Die kleine Kellerei Augusto's in einer Seitengasse bietet persönliche Führungen auf Deutsch für nur 12 € mit großzügiger Verkostung. Geheimtipp: Die Teleférico de Gaia (Seilbahn, 7 € einfach) fährt vom Ufer zur oberen Brückenebene — spektakuläre Aussicht und spart den steilen Aufstieg.

Livraria Lello & Clérigos★★★

R. das Carmelitas 144 (Lello) / R. de São Filipe de Nery (Clérigos)
Lello: 9:30–19 Uhr, Clérigos: 9–19 Uhr (Sommer bis 23 Uhr)
8 € (Lello) / 8 € (Clérigos Turm)

Die Livraria Lello ist nicht einfach eine Buchhandlung — sie ist ein neogotisches Gesamtkunstwerk aus dem Jahr 1906. Die geschwungene rote Holztreppe, die sich wie eine Doppelhelix durch den Raum windet, die kunstvoll geschnitzten Holzregale bis zur Decke, das Buntglasfenster im Obergeschoss — all das hat sie zu einer der meistfotografierten Buchhandlungen der Welt gemacht. J.K. Rowling, die Anfang der 1990er in Porto Englisch unterrichtete, soll sich hier für die bewegenden Treppen in Hogwarts inspiriert haben.

Der Andrang ist enorm: An Spitzentagen kommen über 5.000 Besucher. Deshalb gibt es ein Ticketsystem — der Eintritt kostet 8 €, wird aber beim Buchkauf verrechnet. Die Tickets kauft man vorab online oder am Kiosk gegenüber. Trotz der Massen lohnt sich der Besuch: Die Schönheit des Raums ist überwältigend. Wer Bücher liebt, findet hier auch eine gute Auswahl portugiesischer Literatur in mehreren Sprachen.

Nur 300 Meter entfernt ragt der Torre dos Clérigos in den Himmel — mit 76 Metern der höchste Kirchturm Portugals und das Wahrzeichen Portos. Die barocke Clérigos-Kirche (1750) ist bereits beeindruckend, aber das eigentliche Erlebnis sind die 225 Stufen auf den Turm. Die enge Wendeltreppe ist nichts für Klaustrophobiker, aber die 360°-Aussicht über die Dächer Portos, den Douro und den Atlantik ist jede Stufe wert.

Im Untergeschoss der Kirche befindet sich die Clérigos-Ausstellung mit sakraler Kunst und dem ehemaligen Friedhof der Bruderschaft. Das Kombiticket (Turm + Ausstellung) kostet 8 €. Abends findet gelegentlich eine stimmungsvolle Lichtshow an der Fassade statt.

Tipp

Für die Livraria Lello: Kaufe das Online-Ticket für den frühesten Slot (9:30 Uhr) — dann hast du 15 Minuten fast allein im Laden. Tipp für den Clérigos-Turm: Komme kurz vor Sonnenuntergang, wenn das Licht golden über die Stadt fällt. Die Kombination Lello + Clérigos ist zu Fuß in 5 Minuten machbar.

Douro-Tal & Weinregion★★★

Pinhão / Peso da Régua, Douro-Tal
Quintas meist 10–18 Uhr (Voranmeldung empfohlen)
Weinprobe ab 15 €, Zugfahrt ab 13 €

Das Alto Douro Vinhateiro ist UNESCO-Welterbe und eines der ältesten abgegrenzten Weinanbaugebiete der Welt (seit 1756). Die terrassierten Weinberge, die sich an die steilen Schieferhänge des Douro klammern, sind ein Meisterwerk menschlicher Arbeit über Jahrhunderte. Im Herbst, wenn sich die Rebstöcke golden und rot färben, gehört dieses Tal zu den schönsten Landschaften Europas.

Von Porto aus erreicht man das Herz des Douro-Tals in 90 Minuten mit dem Auto oder — weit empfehlenswerter — in 3,5 Stunden mit dem Zug auf der legendären Linha do Douro. Diese Bahnstrecke (Porto São Bento → Pinhão oder Pocinho) folgt dem Fluss durch Schluchten und Tunnel und gilt als eine der schönsten Zugfahrten Europas. Einzelfahrt ab 13 €, am Fenster rechts sitzen!

Die Weinorte Pinhão und Peso da Régua sind die besten Basen. Pinhão ist winzig (unter 1.000 Einwohner), aber hat den berühmten Azulejo-Bahnhof und liegt inmitten der schönsten Weinterrassen. Von hier aus sind dutzende Quintas (Weingüter) in wenigen Minuten erreichbar. Quinta do Crasto, Quinta da Pacheca (mit Übernachtung in Weinfass-Suiten!) und Quinta do Bomfim (Symington) bieten hervorragende Verkostungen ab 15–25 €.

Eine Douro-Flusskreuzfahrt ist die luxuriöseste Art, das Tal zu erleben: Tagestouren ab Porto kosten 70–100 € inkl. Mittagessen und Weinprobe. Mehrtägige Kreuzfahrten (3–7 Nächte) starten bei ca. 800 € pro Person. Alternativ: ein Rabelo-Boot ab Pinhão für eine kürzere Fahrt (ab 25 €, 1 Stunde).

Die beste Reisezeit ist September/Oktober zur Weinlese (Vindima) — manche Quintas lassen Gäste beim Traubenstampfen mitmachen. Aber auch im Frühling (April/Mai) ist das Tal wunderschön, grüner und weniger überlaufen.

Tipp

Der Geheimtipp im Douro-Tal: Miete ein Auto und fahre die N222 von Peso da Régua nach Pinhão — sie wurde zur „schönsten Straße der Welt" gewählt. Jede Kurve bietet einen neuen Postkarten-Blick. Für Übernachtungen: Quinta da Pacheca bietet Suiten in riesigen Weinfässern (ab 280 €/Nacht) — absolut einmalig und Monate im Voraus ausgebucht.

Braga & Bom Jesus★★

Bom Jesus do Monte, 4715-056 Braga
Park: frei, 24/7. Standseilbahn: 9–20 Uhr (Sommer), 9–18 Uhr (Winter)
Standseilbahn 2 € (einfach), Kirche frei

Braga ist die älteste Stadt Portugals und das religiöse Zentrum des Landes — manchmal als „Portugiesisches Rom" bezeichnet. Mit über 2.000 Jahren Geschichte, einer der höchsten Kirchendichten Europas und dem spektakulären Wallfahrtsort Bom Jesus do Monte ist die Stadt ein lohnender Tagesausflug oder Zwischenstopp auf dem Weg nach Nordportugal. Von Porto ist Braga in 50 Minuten mit dem Zug (ab 3,50 €) erreichbar.

Das Herzstück ist die Sé de Braga, die älteste Kathedrale Portugals (gegründet 1070), ein faszinierender Mix aus Romanik, Gotik, Manuelinik und Barock. Der Kreuzgang und die Schatzkammer (5 €) lohnen sich. Die Altstadt drumherum ist kompakt, lebendig und voller Studenten — Braga hat eine große Universität, was für günstige Bars und Restaurants sorgt.

Der absolute Star ist das Bom Jesus do Monte, 5 km östlich der Stadt. Die barocke Treppenanlage von 1722 ist eine der ikonischsten Sehenswürdigkeiten Portugals: 577 Stufen im Zickzack den bewaldeten Hügel hinauf, vorbei an Kapellen, Brunnen und allegorischen Statuen, die die fünf Sinne und die sieben Tugenden darstellen. Oben thront die neoklassizistische Wallfahrtskirche mit Panoramablick. Wer die Stufen scheut, nimmt den Elevador do Bom Jesus — die älteste wassergetriebene Standseilbahn der Welt (1882), die noch heute funktioniert. Fahrt: 2 € pro Strecke.

Seit 2019 ist Bom Jesus UNESCO-Welterbe. Der umliegende Park mit See, Grotten und Picknickplätzen lädt zum Verweilen ein. Plane 2–3 Stunden nur für Bom Jesus ein, plus 2 Stunden für Bragas Altstadt.

Tipp

Die schönste Art, Bom Jesus zu erleben: Nimm die Standseilbahn hoch (2 €) und laufe die Treppen hinunter — so genießt du die Aussicht ohne die Anstrengung des Aufstiegs. In Braga unbedingt in der Rua do Souto (Fußgängerzone) einen Nata-Pastel essen — die Pastelaria Casa Grande hat die besten der Stadt für 1,20 €.

Guimarães — Wiege Portugals★★

Centro Histórico, 4800 Guimarães
Burg: 10–18 Uhr, Palast: 10–18 Uhr
Burg 2 €, Palast 5 €, Kombi 6 €

Aqui nasceu Portugal" — „Hier wurde Portugal geboren" steht auf der alten Stadtmauer, und diese Behauptung ist keine Übertreibung. In Guimarães wurde 1109 der erste König Portugals, Afonso Henriques, geboren, und von hier aus begann die Reconquista, die zur Gründung des unabhängigen Königreichs Portugal führte. Die UNESCO-geschützte Altstadt ist ein perfekt erhaltenes mittelalterliches Ensemble aus Granitbauten, engen Gassen und stimmungsvollen Plätzen.

Der Castelo de Guimarães (10. Jahrhundert) thront über der Stadt — eine trutzige Festung mit sieben Türmen, von deren Mauern man einen herrlichen Blick über die roten Dächer hat. Eintritt 2 €. Direkt daneben steht der Paço dos Duques de Bragança, der Palast der Herzöge von Braganza (15. Jahrhundert), ein imposanter Bau mit burgundischem Einfluss, der heute als Museum dient. Eintritt 5 €, Kombiticket mit Burg 6 €.

Die Altstadt gruppiert sich um zwei bezaubernde Plätze: den Largo da Oliveira mit der romanischen Kirche Nossa Senhora da Oliveira und dem gotischen Padrão do Salado, und den Praça de Santiago mit seinen Cafés unter Arkaden. Abends, wenn die Laternen leuchten und Gitarrenmusik aus den Bars dringt, fühlt man sich ins Mittelalter versetzt.

Die Teleférico da Penha (Seilbahn, 5 € Hin- und Rückfahrt) bringt dich auf den Monte da Penha — einen bewaldeten Hügel mit Granitfelsen, Wanderwegen und einem Wallfahrtsort. Von Porto ist Guimarães in 1 Stunde mit dem Zug (ab 3,25 €) erreichbar und lässt sich gut mit Braga an einem Tag kombinieren.

Tipp

Guimarães und Braga lassen sich perfekt als Tagesausflug kombinieren: Morgens Guimarães (Burg + Altstadt, 3 Stunden), dann den Bus nach Braga (40 Min., 2,50 €), nachmittags Bom Jesus und Bragas Altstadt, abends Zug zurück nach Porto. Freitags findet in Guimarães ein großer Markt statt — perfekt für Souvenirs.

Strände & Matosinhos★★

Praia de Matosinhos, Matosinhos
Strand: frei zugänglich. Restaurants: 12–23 Uhr
Fisch-Hauptgerichte ab 9–15 €

Porto selbst liegt zwar am Atlantik, aber die Küste hier ist rau — dramatische Felsen, starke Strömungen und kühles Wasser (14–18 °C im Sommer). Kein Mittelmeer also, aber dafür spektakuläre Landschaft und einige der besten Surfspots Europas. Der wichtigste Badeort für Porto-Besucher ist Matosinhos, nur 15 Minuten mit der Metro (Linie A) vom Zentrum entfernt.

Der Praia de Matosinhos ist ein breiter, langer Sandstrand mit Rettungsschwimmern, Duschen und Beach Bars. Anders als die felsigen Strände im Stadtzentrum (Praia dos Ingleses, Praia do Carneiro) ist Matosinhos sandig und familienfreundlich. Der Strand ist bei Surfern beliebt — Surfschulen bieten Anfängerkurse ab 35 € für 2 Stunden inkl. Ausrüstung.

Der eigentliche Grund für einen Besuch in Matosinhos ist aber das Essen. Die Rua Heróis de França ist Portos „Restaurant Row" — hier reihen sich über 20 Fischrestaurants aneinander, die den frischesten Fisch der Stadt servieren, direkt vom benachbarten Fischereihafen. Gegrillte Sardinen (Sardinhas assadas), Seebarsch (Robalo), Oktopus (Polvo) — alles auf dem Holzkohlegrill, dazu ein kühler Vinho Verde. Preise: Fisch-Hauptgerichte ab 10–15 €, deutlich günstiger als in der Ribeira.

Für Architekturliebhaber: Matosinhos beherbergt mehrere Werke von Álvaro Siza Vieira, Portugals berühmtestem Architekten — darunter das Schwimmbad Piscina das Marés in Leça da Palmeira, das in die Felsen gebaut wurde und als Meisterwerk gilt. Weiter nördlich liegt die Praia de Leça mit ihrem Leuchtturm und wilderem Charakter.

Tipp

Der Insider-Tipp für Fisch in Matosinhos: Gehe nicht in die touristischsten Restaurants direkt am Strand, sondern ein bis zwei Blocks landeinwärts. Das „Restaurante A Marisqueira de Matosinhos" in der Rua Tomás Ribeiro hat riesige Portionen gegrillten Fisch ab 9 € — Einheimische stehen Schlange. Samstags morgens lohnt der Fischmarkt am Hafen.

Portos Azulejo-Highlights★★

Praça de Almeida Garrett (São Bento)
Bahnhof: 24/7, Kirchen: ca. 9–18 Uhr
Bahnhof und Kirchen kostenlos

Nichts definiert Porto visuell so sehr wie die Azulejos — die handbemalten Keramikfliesen, die Kirchen, Bahnhöfe, Häuser und sogar ganze Straßenzüge in leuchtendem Blau-Weiß schmücken. In keiner anderen Stadt der Welt sind Azulejos so allgegenwärtig und so kunstvoll wie in Porto. Ein Azulejo-Spaziergang ist wie ein Gang durch ein Open-Air-Museum.

Das unangefochtene Highlight ist der Bahnhof São Bento — die Eingangshalle ist mit über 20.000 Azulejos des Künstlers Jorge Colaço (1905–1916) bedeckt. Die monumentalen Szenen zeigen die Geschichte Portugals: die Schlacht von Valdevez, die Einnahme von Ceuta, die Ankunft von König João I in Porto. Es ist einer der schönsten Bahnhöfe der Welt — und der Eintritt ist frei, da es ein funktionierender Bahnhof ist.

Die Igreja do Carmo (1768) hat eine der größten Azulejo-Fassaden Portugals — die gesamte Seitenwand ist mit einer riesigen blau-weißen Szene bedeckt, die die Gründung des Karmeliterordens darstellt. Direkt daneben steht die Igreja dos Carmelitas — zwischen beiden Kirchen liegt das schmalste Haus Portos (nur 1 Meter breit!), erbaut, um die beiden Gebäude zu trennen.

Die Capela das Almas in der Rua de Santa Catarina ist ein weiterer Hingucker: Die gesamte Außenfassade ist mit 15.947 Azulejos bedeckt, die Szenen aus dem Leben des Heiligen Franz von Assisi und der Heiligen Katharina zeigen. Und die Igreja de Santo Ildefonso nahe der Praça da Batalha glänzt mit 11.000 Azulejos von Jorge Colaço.

Für tieferes Verständnis lohnt ein Besuch im Museu Nacional Soares dos Reis (5 €), Portugals ältestem Kunstmuseum, oder ein Azulejo-Workshop (ab 45 € für 2 Stunden), bei dem man selbst Fliesen bemalt — ein wunderbares Souvenir.

Tipp

Die Capela das Almas in der Einkaufsstraße Rua de Santa Catarina wird von vielen Touristen übersehen, obwohl sie direkt an der Haupteinkaufsstraße liegt. Frühmorgens (vor 9 Uhr) kannst du die Fassade ohne Menschen fotografieren. Für die schönsten Azulejo-Fotos: Bahnhof São Bento bei bewölktem Himmel — dann gibt es keine Reflexionen auf den Fliesen.

Essen & Francesinha

Café Santiago: R. de Passos Manuel 226, Porto
Café Santiago: Mo–Sa 12–23 Uhr
Francesinha 8–14 €, Tagesmenü ab 7 €

Porto ist eine Essensstadt — bodenständig, großzügig und stolz auf ihre deftigen Traditionen. Vergiss Lissabons schicke Fusionsküche: Hier geht es um ehrliches Essen in riesigen Portionen, Wein für 2 € das Glas und Kellner, die beleidigt sind, wenn du keinen Nachschlag willst.

Das Nationalgericht Portos ist die Francesinha — ein episches Sandwich, das als „Herz-Kreislauf-Ereignis auf dem Teller" beschrieben werden kann. Zwischen zwei Scheiben Toastbrot: Schinken, Linguiça (geräucherte Wurst), frische Wurst, Steak und manchmal Garnelen. Das Ganze wird mit geschmolzenem Käse übergossen und in einer heißen Biersoße ertränkt, die jedes Restaurant als Geheimrezept hütet. Dazu Pommes, die in der Soße schwimmen, und ein kaltes Super Bock. Preis: 8–14 €.

Die besten Francesinhas der Stadt sind heftig umstritten — jeder Portista hat eine feste Meinung. Café Santiago (Rua de Passos Manuel) ist der Klassiker: seit Jahrzehnten, riesige Portionen, perfekte Soße. Immer Schlange, aber sie geht schnell. Cervejaria Brasão hat mehrere Filialen und eine exzellente, leicht würzige Variante. Bufete Fase ist der raue Insider-Tipp — ein unscheinbarer Tresen, an dem Taxifahrer und Arbeiter essen. Keine Touristen, fantastische Francesinha für 8 €.

Jenseits der Francesinha: Tripas à moda do Porto (Kutteln nach Porto-Art mit weißen Bohnen) ist das historische Gericht der Stadt — die Einwohner heißen deshalb „Tripeiros". Bacalhau à Gomes de Sá (Stockfisch mit Kartoffeln und Eiern) stammt ebenfalls aus Porto. Und zum Nachtisch: Pastel de Nata (überall, 1–1,50 €) und Leite-Creme (portugiesische Crème brûlée).

Für ein gehobenes Erlebnis: Cantinho do Avillez vom Starkoch José Avillez bietet kreative portugiesische Küche (Hauptgerichte 18–28 €). DOP im Palácio das Artes hat einen Michelin-Stern (Menü ab 75 €). Und für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: die Tascas (traditionelle Kneipen) in der Rua das Flores — Tagesgerichte ab 7 € mit Suppe, Hauptgang und Kaffee.

Tipp

Bestelle die Francesinha NIEMALS „especial" beim ersten Mal — die Spezialvariante hat ein Spiegelei obendrauf und ist noch üppiger. Teste erst die normale Version. Wichtig: Die Qualität der Francesinha hängt zu 90 % von der Soße ab, nicht vom Fleisch. Und: In Porto trinkt man zur Francesinha Super Bock, niemals Sagres — das ist fast ein Naturgesetz.

Nachtleben & Fado in Porto

Rua da Galeria de Paris, Porto
Bars: ab 18 Uhr, Fado: ab 18:30 Uhr
Bier ab 1,50 €, Fado-Show ab 15–20 €

Portos Nachtleben ist ungezwungen, günstig und überraschend vielfältig. Die Stadt hat keine Prunk-Clubs wie Lissabon, dafür eine authentische Barkultur, die von der großen Studentenpopulation geprägt ist. Das Epizentrum ist die Rua da Galeria de Paris und die angrenzenden Straßen im Viertel Clérigos/Galerias — hier reihen sich über 30 Bars auf engstem Raum aneinander, und an Wochenenden strömen die Menschen auf die Straße.

Fado in Porto unterscheidet sich vom Lissabonner Fado: Er ist weniger melancholisch und stärker von der Gitarra de Coimbra geprägt. Die besten Fado-Häuser sind intim und authentisch. Casa da Guitarra (Av. Vímara Peres) bietet täglich Shows um 18:30 und 21:30 Uhr (20 € mit einem Glas Portwein). Ideal Clube de Fado in der Rua das Flores hat eine lockere Atmosphäre und gelegentliche Live-Shows (Eintritt frei, Getränke ab 5 €). Für das volle Erlebnis: die Fado-Show bei Cálem in Gaia (25 € inkl. Kellerführung und Verkostung).

Für Bars: Aduela (Rua das Oliveiras) ist die Lieblingsbar vieler Einheimischer — winzig, vollgestopft mit Vintage-Möbeln, günstige Getränke. Café Candelabro ist eine Buchhandlung-Bar-Kombination mit Craft Beer und Literaturlesungen. BASE am Douro-Ufer bietet Cocktails mit Blick auf die Brücke. Und für Weinliebhaber: die Prova Wine Bar in der Rua de Ferreira Borges mit über 200 portugiesischen Weinen ab 4 € das Glas.

Wichtig zu wissen: In Porto beginnt das Nachtleben spät — vor 23 Uhr ist in den Bars wenig los, Clubs öffnen erst um Mitternacht. Das Galerias-Viertel ist donnerstags bis samstags am lebendigsten. Getränkepreise sind sehr fair: Bier ab 1,50 €, Wein ab 2 €, Cocktails ab 6 €.

Tipp

Die beste Art, Portos Nachtleben zu erleben: Beginne mit Fado um 18:30 Uhr bei Casa da Guitarra, dann Abendessen in der Rua das Flores, dann ab 23 Uhr in die Galerias-Bars. Donnerstag ist Studentenabend — dann ist die Atmosphäre am besten und die Preise am niedrigsten. Sonntags ist es ruhig.

Stadtrundgang

Porto Altstadt — Ribeira bis Clérigos

2,5–3 Stunden 3,5 km

Von der Douro-Uferpromenade durch die steilen Gassen der Altstadt hinauf zu den barocken Highlights — vorbei an Azulejo-Kirchen, der Kathedrale und der berühmtesten Buchhandlung der Welt.

1

Cais da Ribeira

Start an der Douro-Uferpromenade. Kaffee an einem der Cafés mit Blick auf die Rabelo-Boote und die Ponte Dom Luís. Morgens ruhig, abends atmosphärisch.

15 Min.
2

Ponte Dom Luís I (untere Ebene)

Kurzer Spaziergang über die untere Ebene der Brücke für Fotos. Blick auf die Ribeira und die Portweinkeller. Nicht die ganze Brücke überqueren, nur bis zur Mitte und zurück.

10 Min.
3

Sé do Porto (Kathedrale)

Den steilen Aufstieg durch die Gassen der Altstadt zur romanisch-gotischen Kathedrale (12. Jh.). Der Kreuzgang mit Azulejos kostet 3 €. Vom Vorplatz herrlicher Blick über die Dächer.

20 Min.
4

Bahnhof São Bento

Die prachtvolle Eingangshalle mit 20.000 Azulejo-Fliesen bestaunen. Kostenlos, da funktionierender Bahnhof. Die historischen Szenen erzählen Portugals Geschichte.

15 Min.
5

Rua das Flores

Portos schönste Straße — ehemals Goldschmiede-Gasse, heute gesäumt von Cafés, Restaurants und Boutiquen. Pastel de Nata bei Confeitaria do Bolhão (1.30 €) nicht verpassen.

15 Min.
6

Igreja do Carmo & das schmalste Haus

Die monumentale Azulejo-Seitenfassade bewundern und das nur 1 Meter breite Haus zwischen den beiden Kirchen suchen. Kostenloser Eintritt in die Kirche.

10 Min.
7

Livraria Lello

Die weltberühmte Buchhandlung (8 € Eintritt, wird beim Buchkauf verrechnet). Ticket vorab online kaufen! Die rote Wendeltreppe ist das Fotomotiv Portos.

20 Min.
8

Torre dos Clérigos (Ende)

Krönender Abschluss: 225 Stufen auf Portos Wahrzeichen für die beste 360°-Aussicht der Stadt. 8 € Eintritt. Danach in einer der Bars der Rua da Galeria de Paris einkehren.

25 Min.

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