Praktisch · Kapitel 15
Von der HolidayGenie-Redaktion ·
Schweizerdeutsch ist kein Dialekt, sondern eine eigene Welt — selbst Deutsche verstehen am Anfang kein Wort. Hier die wichtigsten Ausdrücke, die dir helfen, Sympathie zu gewinnen und den Alltag zu meistern.
Schweizerdeutsch Basics
Was sind die Grundlagen des Schweizerdeutsch?
Schweizerdeutsch (Schwyzerdütsch) ist die gesprochene Alltagssprache in der Deutschschweiz — mit Hunderten lokaler Varianten. Schriftsprache ist Hochdeutsch, aber im Alltag, in SMS, E-Mails und sogar in der Werbung dominiert Dialekt. Für Deutsche klingt Schweizerdeutsch anfangs wie eine Fremdsprache — die Melodie, die Vokale und viele Wörter sind völlig anders.
Die wichtigsten Ausdrücke
| Schweizerdeutsch | Hochdeutsch | Aussprache |
|---|---|---|
| Grüezi | Guten Tag (formell) | grüe-zi |
| Hoi | Hallo (informell) | hoj |
| Merci (vilmal) | Danke (vielmals) | mär-si (vil-mal) |
| Uf Widerluege | Auf Wiedersehen | uf wider-lue-ge |
| Adie | Tschüss | a-djee |
| Bitte | Bitte | bit-te |
| Exgüsi | Entschuldigung | ex-güü-si |
| Wie gaht's? | Wie geht's? | wie gaats? |
| Guet, merci | Gut, danke | guet, mär-si |
| Proscht! | Prost! | proscht |
| En Guete! | Guten Appetit! | en gue-te |
| Ich verstah nöd | Ich verstehe nicht | ich ver-schtah nöd |
| Chönted Si mir helfe? | Können Sie mir helfen? | chön-ted si mir hel-fe |
| Wo isch...? | Wo ist...? | wo isch...? |
| Was choschtet das? | Was kostet das? | was chosch-tet das? |
| S'Znacht | Das Abendessen | s-z-nacht |
| S'Zmorge | Das Frühstück | s-z-mor-ge |
| S'Znüni | Der Vormittagssnack | s-z-nü-ni |
Typische Unterschiede zu Hochdeutsch
- Kein „ck": „Brücke" → „Brugg", „Stück" → „Stuck"
- Ch statt K: „Kind" → „Chind", „Kuchen" → „Chueche"
- Li statt Lein/Chen: „Brötchen" → „Brötli", „Häuschen" → „Hüsli"
- Französische Lehnwörter: „Merci" (danke), „Velo" (Fahrrad), „Billet" (Fahrkarte), „Trottoir" (Gehweg), „Coiffeur" (Friseur)
- Andere Wörter: „Natel" (Handy), „Spital" (Krankenhaus), „Pneu" (Reifen), „Kondukteur" (Schaffner)
Die Begrüßungsküsschen (Drei!)
In der Deutschschweiz begrüßt man sich unter Freunden und Bekannten mit drei Küsschen auf die Wangen: links, rechts, links. In der Romandie: ebenfalls drei. In Deutschland und Österreich: meist nur eins oder zwei. Beim ersten Treffen reicht ein Handschlag — die drei Küsschen sind für Bekannte reserviert. Nicht erschrecken, wenn es passiert!
Tipp
Ein „Grüezi" am Morgen an der Hotelrezeption, ein „Merci vilmal" im Restaurant und ein „Uf Widerluege" beim Abschied — mit diesen drei Ausdrücken gewinnst du sofort Sympathiepunkte. Die Schweizer schätzen es, wenn Gäste ihre Sprache respektieren. Und: Sage nie „Guten Tag" wie ein Deutscher — sage „Grüezi" (gesprochen: grüe-zi mit langem ü).
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