Sri-Lankische Küche
Rice & Curry — das Nationalgericht
Rice & Curry ist nicht einfach ein Gericht — es ist eine Institution. Zum Mittagessen (und oft auch zum Abendessen) wird ein Teller Reis serviert, umgeben von 5–8 verschiedenen Curries: Gemüse-Curry, Dhal (Linsencurry), ein Fleisch- oder Fischcurry, Sambol (scharfes Kokosnuss-Chutney), Papadams und oft noch ein paar überraschende Beilagen.
Jede Region, jede Familie hat ihre eigenen Rezepte. Was alle verbindet: Die großzügige Verwendung von Ceylon-Zimt, Kardamom, Kurkuma, Curryblättern, Pandanblättern, Rampe (Zitronengras-Verwandter) und natürlich Kokosmilch. Das Ergebnis ist aromatischer und vielschichtiger als alles, was man aus europäischen Sri-Lanka-Restaurants kennt.
Preise: Rice & Curry im lokalen Restaurant: 400–800 LKR (1,14–2,28 €). Im Touristenrestaurant: 1.000–2.500 LKR (2,85–7,14 €).
Tipp
Iss mit den Händen (der rechten Hand!) wie die Einheimischen — der Reis wird mit den Fingerspitzen mit den Curries vermischt und zum Mund geführt. Es schmeckt tatsächlich anders als mit Besteck. Trau dich! In jedem Restaurant steht ein Waschbecken bereit.
Hoppers — das perfekte Frühstück
Hoppers (Appa/Appam) sind Sri Lankas genialste kulinarische Erfindung: schalenförmige Pfannkuchen aus fermentiertem Reis- und Kokosmilchteig, in einer gewölbten Pfanne gebacken — knusprig am Rand, weich und schwammig in der Mitte.
Varianten
- Plain Hopper: Pur, als Schale für Curries und Sambols
- Egg Hopper: Mit einem Spiegelei in der Mitte — das perfekte Frühstück. 80–150 LKR.
- Milk Hopper: Süßer, mit Kokosmilch — als Dessert oder Snack
- String Hoppers (Idiyappam): Feine Reisnudeln zu einem runden Nest gedämpft — werden mit Curry und Dhal gegessen. Ein völlig anderes Gericht trotz des ähnlichen Namens.
Tipp
Die besten Hoppers gibt es nicht in Restaurants, sondern an kleinen Straßenständen und in einfachen Lokalen, die nur morgens öffnen. Frage im Hotel nach dem nächsten „Hopper Shop" — es wird dein bestes Frühstück in Sri Lanka.
Kottu Roti — das Klang-Erlebnis
Kottu Roti ist Sri Lankas lautestes Gericht: Roti-Fladenbrot wird auf einer heißen Platte mit Gemüse, Eiern, Gewürzen und wahlweise Hähnchen oder Käse rhythmisch mit zwei Metallklingen gehackt und vermischt. Das klackende Geräusch der Klingen auf dem Metall ist der Soundtrack Sri Lankas — abends hört man es aus jedem zweiten Restaurant.
Kottu Roti ist Fast Food, sri-lankischer Stil: deftig, sättigend, günstig (500–900 LKR / 1,43–2,57 €) und überall verfügbar. Die „Cheese Kottu"-Variante mit geschmolzenem Käse ist bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt.
Ceylon-Tee — Weltruhm aus dem Hochland
Ceylon-Tee ist nach wie vor eines der bekanntesten Exportprodukte Sri Lankas und genießt Weltruhm. Der Anbau begann 1867, als der Schotte James Taylor die ersten Teesträucher auf seiner Plantage in Loolecondera pflanzte — nachdem eine Pilzkrankheit die bis dahin dominierenden Kaffeeplantagen vernichtet hatte.
Die Teeregionen
- Nuwara Eliya (High Grown, über 1.200 m): Leichter, heller Tee mit delikatem Aroma — der „Champagner" unter den Ceylon-Tees
- Kandy (Mid Grown, 600–1.200 m): Kräftig und vollmundig, guter Allrounder
- Ruhuna (Low Grown, unter 600 m): Dunkler, malziger Tee mit viel Körper
Tee trinken in Sri Lanka: „Plain Tea" (schwarzer Tee mit Zucker) wird überall für 30–100 LKR serviert. „Milk Tea" (mit Kondensmilch) ist die populärere Variante. In den Touristengebieten gibt es auch Grüntee, Kräutertee und alle erdenklichen Variationen.
Tipp
Kaufe Tee direkt auf den Plantagen oder in den Fabrikshops — deutlich günstiger und frischer als in den Souvenir-Läden. Achte auf die Qualität: „BOP" (Broken Orange Pekoe) und „FBOP" (Flowery Broken Orange Pekoe) sind gute Alltagstees, „Silver Tips" und „Golden Tips" sind die teuersten Raritäten.
Arrack & weitere Getränke
Arrack ist Sri Lankas Nationalschnaps — ein Kokosblütendestillat, das in seiner besten Form überraschend mild und komplex ist, weit entfernt vom scharfen Fusel, den man vielleicht erwartet. Guter Arrack (Old Arrack, VSOA, Extra Special) wird pur oder mit Ginger Beer getrunken — der „Arrack Sour" (Arrack, Limettensaft, Zuckersirup) ist Sri Lankas Cocktail-Klassiker.
Weitere Getränke
- Lion Lager: Sri Lankas bekanntestes Bier — ein solides Lagerbier. 600–1.000 LKR (1,70–2,85 €) im Restaurant.
- King Coconut (Thambili): Orangefarbene Kokosnüsse, die überall für 50–100 LKR am Straßenrand verkauft werden — das beste natürliche Elektrolyt-Getränk gegen die Hitze.
- Fruchtsäfte: Frisch gepresster Mango-, Ananas- oder Papayasaft ab 200 LKR.
- Toddy: Fermentierter Kokosnussblütensaft — leicht alkoholisch, herb, ein erworbener Geschmack.
- Faluda: Rosa Milchgetränk mit Basilikumsamen, Gelatine, Eis und Rosensirup — ein Favorit bei sri-lankischen Kindern und mutigen Touristen.
Achtung
An Poya-Tagen (Vollmondtagen) ist der Verkauf von Alkohol verboten — Bars und Liquor Shops sind geschlossen. Hotels servieren oft trotzdem an Hotelgäste, aber nicht immer. Prüfe den Mondkalender und decke dich bei Bedarf vorher ein.
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