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Regionen · Kapitel 7

Hawaii

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RegionenKapitel 7: Hawaii
Regionen · Kapitel 7

Hawaii

Hawaii ist der exotischste Teil der USA — ein vulkanischer Archipel mitten im Pazifik, 3.800 km vom Festland entfernt, wo polynesische Kultur auf amerikanischen Lifestyle trifft. Sechs Hauptinseln, jede mit eigenem Charakter: vom urbanen Waikiki auf Oahu über die dramatischen Klippen Kauais bis zu den aktiven Vulkanen auf Big Island. Hier wird gesurft, geschnorchelt, gewandert und Poke gegessen — alles unter einem Regenbogen, der so häufig erscheint, dass er auf den Nummernschildern abgebildet ist.

Oahu — Das Herz Hawaiis

Oahu ist die drittgrößte, aber bei weitem bevölkerungsreichste Insel Hawaiis — rund 70 % aller Einwohner des Bundesstaates leben hier. Die Hauptstadt Honolulu ist eine moderne Großstadt mit Wolkenkratzern, erstklassigen Restaurants und dem weltberühmten Waikiki Beach. Aber Oahu ist weit mehr als Waikiki: Die North Shore bietet Weltklasse-Surf, Pearl Harbor ist ein bewegender Geschichtsort, und das Landesinnere überrascht mit sattgrünen Bergen und versteckten Wanderwegen.

Waikiki Beach & Honolulu

Waikiki ist Hawaiis Touristen-Epizentrum — ein 3 km langer Sandstrand, gesäumt von Hochhaushotels, Shopping-Malls und dem ikonischen Blick auf Diamond Head im Hintergrund. Ja, es ist touristisch. Ja, es ist überlaufen. Und ja, es ist trotzdem wunderschön — das warme, türkise Wasser, die sanften Wellen (perfekt für Surf-Anfänger) und der Sonnenuntergang über dem Pazifik sind einfach magisch.

In Honolulu selbst: Das Bishop Museum ist das beste Museum zur polynesischen und hawaiianischen Kultur weltweit. Der Iolani Palace ist der einzige königliche Palast auf amerikanischem Boden — hier regierte die hawaiianische Monarchie bis zu ihrem Sturz 1893. Und der Diamond Head-Krater bietet nach einer kurzen, steilen Wanderung (2,6 km, 1–1,5 Std., 5 $ Eintritt + 10 $ Parking) einen 360°-Blick über Waikiki und den Pazifik.

Pearl Harbor

Am 7. Dezember 1941 griff Japan den Marinestützpunkt Pearl Harbor an — der Angriff, der die USA in den Zweiten Weltkrieg brachte. Heute ist Pearl Harbor eine National Historic Landmark mit mehreren Gedenkstätten:

  • USS Arizona Memorial — Ein weißes Denkmal, das über dem versunkenen Schlachtschiff schwebt, in dem noch immer 1.177 Seeleute ruhen. Kostenlose Tickets, aber begrenzt — unbedingt online reservieren (recreation.gov), oft Wochen im Voraus ausgebucht.
  • USS Missouri — Das Schlachtschiff, auf dem Japan 1945 die Kapitulation unterzeichnete. Führungen durch das Schiff: 35 $.
  • Pearl Harbor Aviation Museum — In den originalen Hangars mit Einschusslöchern von 1941. Faszinierend auch für Nicht-Militärfans: 26 $.

North Shore

Im Winter (November–Februar) rollen an der North Shore die größten Wellen der Welt heran — 10–15 m hohe Monster an Banzai Pipeline, Sunset Beach und Waimea Bay, die nur von den besten Surfern der Welt geritten werden. Im Sommer verwandeln sich dieselben Strände in ruhige, glasklare Lagunen zum Schnorcheln. Das Surferstädtchen Haleiwa hat charmante Shrimp-Trucks (die Giovanni's Shrimp Truck-Garlic-Shrimp sind legendär, 14 $), Shavedice-Stände und Surf-Shops.

Die Banzai Pipeline ist das Mekka des Wellenreitens — hier finden im Winter die Triple Crown of Surfing statt. Auch ohne selbst zu surfen: Die Wellen von der Straße aus zu beobachten, ist spektakulär.

Tipp

Der Kailua Beach auf der Windward-Seite (Ostküste) von Oahu ist der schönste Strand der Insel — puderweißer Sand, türkises Wasser, kaum Touristen im Vergleich zu Waikiki. 30 Minuten von Honolulu über den Pali Highway, der selbst eine Sehenswürdigkeit ist (Aussichtspunkt am Nuuanu Pali Lookout!).

Maui — Die magische Insel

Maui wird oft als die vielseitigste und romantischste Insel Hawaiis bezeichnet — und das zu Recht. Auf einer Fläche kleiner als das Saarland findest du: goldene Sandstrände im Westen, den über 3.000 m hohen Haleakalā-Vulkan, den legendären Road to Hana durch tropischen Regenwald und einige der besten Schnorchelplätze der Welt. Maui ist die Hochzeitsreise-Insel Hawaiis — aber auch für Abenteurer ein Paradies.

Road to Hana

Die Hana Highway (Highway 360) ist eine der aufregendsten Straßen der Welt: 84 km, 620 Kurven und 59 einspurige Brücken entlang der Nordostküste Mauis. Die Fahrt dauert mindestens 3 Stunden (ohne Stopps), aber plane einen ganzen Tag ein — die Stopps sind das eigentliche Erlebnis:

  • Twin Falls (km 3) — Leichte 15-Minuten-Wanderung zu zwei Wasserfällen mit Badebecken.
  • Keanae Peninsula (km 27) — Ein vulkanischer Vorsprung mit Taro-Feldern und einem Blick auf die wilde Küste. Der Bananenbrot-Stand am Straßenrand ist legendär.
  • Wai'anapanapa State Park (km 50) — Hawaiis berühmtester schwarzer Sandstrand, umgeben von Lava-Klippen und tropischem Grün. Reservierung und Parkgebühr (5 $) nötig.
  • Hana — Das verschlafene Städtchen am Ende der Straße. Der Hamoa Beach (James Michener nannte ihn den schönsten Strand der Welt) ist weniger überlaufen als die Westküste.
  • Pools of Oheo (Seven Sacred Pools) (km 68, hinter Hana) — Gestufte Süßwasserbecken, die ins Meer fließen, im Haleakalā National Park. Eintritt 30 $ pro Auto.

Haleakalā

Der Haleakalā (3.055 m) ist ein riesiger Schildvulkan, dessen Krater 11 km lang, 3 km breit und 800 m tief ist — „groß genug, um ganz Manhattan hineinzulegen", wie Mark Twain schrieb. Der Sonnenaufgang auf dem Gipfel ist ein geradezu spirituelles Erlebnis: Du stehst über den Wolken und beobachtest, wie die Sonne langsam den Krater in Gold und Rot taucht. Reservierung Pflicht (recreation.gov, 1 $ pro Auto, plus 30 $ Parkeintritt, mindestens 60 Tage vorher buchen). Es ist oben eiskalt (oft unter 0°C bei Sonnenaufgang) — warme Kleidung ist absolut notwendig!

Strände & Schnorcheln

Mauis Westküste bietet die besten Strände und Schnorchelplätze:

  • Ka'anapali Beach — 5 km langer Traumstrand mit dem berühmten Black Rock, von dem jeden Abend bei Sonnenuntergang ein Cliff-Diver springt (hawaiianische Tradition).
  • Molokini Crater — Ein halbversunkener Vulkankrater vor der Südküste mit kristallklarem Wasser und über 250 Fischarten. Nur per Boot erreichbar (Schnorcheltouren ab 80 $). Frühmorgens buchen, bevor der Wind aufkommt.
  • Honolua Bay — Der beste Schnorchelplatz Mauis, kostenlos zugänglich. Marine-Schutzgebiet mit Schildkröten, Rochen und tropischen Fischen.

Tipp

Fahre die Road to Hana nur in eine Richtung (hin über die Nordküste, zurück über die Südküste via Piilani Highway — Mietwagenanbieter verbieten das oft, aber die Straße ist befahrbar und spektakulär). So vermeidest du Gegenverkehr auf den einspurigen Brücken. Starte vor 7 Uhr morgens!

Achtung

Die Walbeobachtungssaison auf Maui ist von Dezember bis April — Buckelwale kommen zum Kalben in die warmen Gewässer. Von der Küste aus sichtbar, aber Bootstouren (ab 45 $) bringen dich hautnah heran. Es ist eines der eindrucksvollsten Naturschauspiele Hawaiis.

Big Island — Vulkane & Kontraste

Big Island (offiziell: Hawai'i Island) ist die größte und jüngste Insel des Archipels — und geologisch die aktivste. Hier steht der Kīlauea, einer der aktivsten Vulkane der Erde, und der Mauna Kea (4.207 m), der höchste Berg des Pazifiks (und gemessen vom Meeresboden der höchste Berg der Welt mit über 10.000 m!). Big Island ist so vielfältig, dass sie alle Klimazonen der Erde enthält — von tropischem Regenwald über Wüste bis zu Schnee auf den Gipfeln.

Hawai'i Volcanoes National Park

Der Volcanoes National Park an der Südostküste ist der Höhepunkt jeder Big-Island-Reise. Hier erlebst du aktiven Vulkanismus hautnah:

  • Kīlauea-Krater (Halema'uma'u) — Der Hauptkrater des Kīlauea hat sich nach der dramatischen Eruption von 2018 komplett verändert. Ob du glühende Lava siehst, hängt von der aktuellen vulkanischen Aktivität ab — prüfe die Website des Parks (nps.gov/havo) vor dem Besuch. Aber auch ohne Lava: Der dampfende, schwefelgelbe Krater ist beeindruckend.
  • Crater Rim Drive — Die Straße um den Krater mit mehreren Aussichtspunkten und Wanderwegen.
  • Thurston Lava Tube — Ein begehbarer Lavatunnel, der bei einer früheren Eruption entstanden ist. 500 m lang, beleuchtet, faszinierend.
  • Chain of Craters Road — 30 km Straße durch erkaltete Lavafelder bis zur Küste. Am Ende: die Hōlei Sea Arch, ein natürlicher Felsbogen über dem Meer.

Mauna Kea

Die Fahrt zum Gipfel des Mauna Kea (4.207 m) ist ein surreales Erlebnis: Du startest am Strand bei 30°C und stehst 2 Stunden später über den Wolken bei 0°C, umgeben von den größten Observatorien der Welt. Die Sternwarten am Gipfel (13 Teleskope aus 11 Ländern) nutzen die extrem klare, trockene Luft — der beste Ort der Welt für astronomische Beobachtungen. Der Sonnenuntergang auf dem Gipfel ist surreal: Die Wolkendecke unter dir verwandelt sich in ein orangefarbenes Meer.

Die Gipfelstraße erfordert ein 4WD-Fahrzeug. Mietwagenanbieter verbieten die Fahrt meist — spezialisierte Tour-Anbieter (ab 200 $) sind die beste Option. Auf 4.207 m Höhe ist die Luft dünn — Menschen mit Herz- oder Lungenproblemen sollten nicht zum Gipfel fahren.

Kona Coast

Die sonnige Westküste rund um Kailua-Kona ist das touristische Zentrum: Hier liegen die besten Strände (Hapuna Beach und Mauna Kea Beach gehören zu den schönsten Hawaiis), die besten Schnorchelplätze (Kealakekua Bay, wo Captain Cook 1779 getötet wurde — nur per Kajak oder Boot erreichbar), und die berühmten Kona-Kaffeeplantagen im Hinterland (kostenlose Verkostungen!). Big Island produziert den einzigen kommerziellen Kaffee der USA.

Tipp

Auf Big Island sind die beiden Seiten der Insel komplett verschieden: Kona (Westen) ist sonnig und trocken, Hilo (Osten) ist der regenreichste Ort der USA. Plane Strandtage für Kona und Vulkan/Regenwald-Tage für die Hilo-Seite. Du brauchst einen Mietwagen — es gibt keinen öffentlichen Nahverkehr.

Kauai — Die Garteninsel

Kauai ist die älteste und grünste der hawaiianischen Hauptinseln — und vielleicht die schönste. Über Millionen von Jahren hat die Erosion aus dem Vulkan eine Landschaft geformt, die atemberaubender ist als alles, was Hollywood sich ausdenken könnte (und tatsächlich wurde hier mehr gefilmt als auf jeder anderen Insel: „Jurassic Park", „Avatar", „Pirates of the Caribbean", „South Pacific"). Der Mount Waialeale im Zentrum der Insel ist mit über 11.000 mm Niederschlag pro Jahr einer der regenreichsten Orte der Erde — was erklärt, warum Kauai so unglaublich grün ist.

Nā Pali Coast

Die Nā Pali Coast an der Nordwestküste ist Hawaiis dramatischste Landschaft: 27 km zerklüftete, von tropischen Tälern durchzogene Klippen, die bis zu 1.200 m senkrecht aus dem Meer aufragen. Es gibt keine Straße — die Küste ist nur zu Fuß, per Boot oder per Helikopter zugänglich.

  • Kalalau Trail — Die legendäre 35 km lange Wanderung (hin und zurück) entlang der Küste bis zum abgelegenen Kalalau Beach. Permit Pflicht (gohaena.com, 35 $/Person/Nacht, oft Monate im Voraus ausgebucht). Die ersten 3,2 km bis Hanakapi'ai Beach sind ohne Permit möglich und geben einen Vorgeschmack.
  • Bootstouren — Katamaran-Touren entlang der Küste (ab 130 $) mit Schnorchelstopp und Delfin-Sichtungen. Nur im Sommer (Mai–September) möglich, im Winter ist das Meer zu rau.
  • Helikopter-Flüge — Der spektakulärste Weg, die Nā Pali Coast und den Waimea Canyon zu sehen (ab 250 $ pro Person, 45–60 Minuten). Teuer, aber ein Lebenserlebnis.

Waimea Canyon

Mark Twain nannte ihn den „Grand Canyon des Pazifiks" — und das ist kaum übertrieben. Der Waimea Canyon ist 16 km lang, 1,6 km breit und über 1.000 m tief, mit Schichten in Rot, Grün, Braun und Violett. Der Waimea Canyon Drive führt zu mehreren Aussichtspunkten, der beste ist der Waimea Canyon Lookout. Am Ende der Straße: der Kalalau Lookout mit einem atemberaubenden Blick auf die Nā Pali Coast von oben (wenn die Wolken es zulassen — komme morgens für die besten Chancen).

Strände

Kauais Strände sind weniger entwickelt als auf Maui oder Oahu — und genau das macht ihren Charme aus. Poipu Beach an der Südküste ist der zuverlässigste Sonnenstrand (die Südküste ist trockener). Hanalei Bay an der Nordküste ist einer der schönsten Strände der Welt — eine perfekte Halbmondbucht mit grünen Bergen im Hintergrund. Und Tunnels Beach (Makua Beach) bei Haena bietet das beste Schnorcheln der Insel.

Tipp

Kauai hat kein Gebäude, das höher ist als eine Kokospalme — ein ungeschriebenes Gesetz, das die Insel vor Verschandelung bewahrt hat. Die Insel hat nur eine Straße rund um die Küste, die im Norden und Westen endet (Nā Pali Coast ist unpassierbar). Plane deine Tagesausflüge entsprechend.

Welche Insel passt zu dir?

Die häufigste Frage bei der Hawaii-Planung: Welche Insel soll ich besuchen? Hier eine ehrliche Übersicht:

Oahu — Für Erstbesucher & Stadtliebhaber

Pro: Das volle Hawaii-Erlebnis in einer Insel — Waikiki, Pearl Harbor, North Shore. Beste Infrastruktur, günstigste Hotels, bestes Nachtleben, bestes Essen. Die meisten Direktflüge aus Europa. Contra: Am touristischsten, am dichtesten besiedelt. Waikiki kann überwältigend sein.

Maui — Für Paare & Vielseitigkeit

Pro: Die ausgewogenste Insel — großartige Strände, Road to Hana, Haleakalā, Walbeobachtung. Luxuriöse Resorts, romantische Atmosphäre. Contra: Teurer als Oahu, Mietwagen Pflicht, die Road to Hana ist anstrengend.

Big Island — Für Abenteurer & Naturliebhaber

Pro: Aktive Vulkane, schwarze Sandstrände, Sternbeobachtung auf dem Mauna Kea, Kona-Kaffee. Die vielfältigste Landschaft. Contra: Riesig (zwei Stunden Fahrt von Kona nach Hilo), Strände nicht so spektakulär wie auf Maui, lange Fahrtzeiten.

Kauai — Für Naturpuristen & Wanderer

Pro: Die dramatischste Landschaft (Nā Pali Coast, Waimea Canyon), am wenigsten entwickelt, am grünsten, am ruhigsten. Contra: Regen (besonders Nordküste), eingeschränkteres Nachtleben und Restaurant-Angebot, weniger Strände zum Schwimmen.

Unsere Empfehlung

Erstbesuch (10–14 Tage): Oahu (3–4 Tage) + Maui (5–6 Tage). Zweiter Besuch: Big Island + Kauai. Hochzeitsreise: Nur Maui (7 Tage). Abenteuer: Big Island + Kauai. Nur eine Woche: Maui oder Oahu, je nach Interesse. Inter-Island-Flüge mit Hawaiian Airlines oder Southwest kosten 50–150 $ und dauern 30–45 Minuten.

Surfen & Schnorcheln

Hawaii ist der Geburtsort des Surfens — die alten Hawaiianer nannten es „he'e nalu" (Wellengleiten) und es war ein Sport der Könige. Heute ist Hawaii nach wie vor das Mekka des Wellenreitens und gleichzeitig eines der besten Schnorchelreviere der Welt.

Surfen

Anfänger: Die besten Spots für Einsteiger sind Waikiki Beach (Oahu) — die sanften, langen Wellen sind perfekt zum Lernen. Surfstunden gibt es an jedem Strandstand (2 Stunden Gruppenunterricht ab 80 $, Privatstunden ab 150 $). Auch Lahaina auf Maui und Poipu Beach auf Kauai eignen sich für Anfänger.

Fortgeschrittene: Die North Shore von Oahu ist das Nonplusultra — Pipeline (die perfekteste Tube der Welt), Sunset Beach und Waimea Bay bieten im Winter (November–Februar) Wellen von 4–15 Metern Höhe. Aber Vorsicht: Diese Wellen sind lebensgefährlich für Unerfahrene. Auf Maui ist Jaws (Pe'ahi) einer der größten Big-Wave-Spots der Welt — nur per Jet-Ski erreichbar und nur für Profis.

Schnorcheln

Hawaiis Riffe beherbergen über 680 Fischarten, von denen 30 % nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen. Die besten Schnorchelplätze:

  • Hanauma Bay (Oahu) — Ein erloschener Vulkankrater, der sich mit Meerwasser gefüllt hat. Über 400 Fischarten in kristallklarem Wasser. Reservierung Pflicht, Eintritt 25 $, Dienstag geschlossen.
  • Molokini Crater (Maui) — Halbversunkener Krater mit Sichtweiten bis 45 m. Nur per Boot erreichbar.
  • Kealakekua Bay (Big Island) — Hawaiis reichstes Riff mit Delfinen und Mantarochen. Nur per Kajak oder Boot erreichbar.
  • Tunnels Beach (Kauai) — Labyrinthartiges Riff direkt vom Strand aus erreichbar. Grüne Meeresschildkröten fast garantiert.

Manta-Ray-Nachtschnorcheln

Vor der Kona-Küste (Big Island) kommen jeden Abend Mantarochen (Spannweite bis 5 m!) zum Fressen ans Riff. Du schwimmst mit Neoprenanzug und Schnorchel an der Oberfläche, hältst dich an einer beleuchteten Plattform fest und beobachtest die Mantas, die direkt unter dir durch das Plankton gleiten. Es ist eines der unvergesslichsten Naturerlebnisse der Welt. Touren: ab 100 $, täglich ab Keauhou Bay oder dem alten Flughafenstrand.

Tipp

Trage beim Schnorcheln in Hawaii nur „Reef-Safe" Sonnencreme (ohne Oxybenzon und Octinoxat) — seit 2021 sind chemische Sonnencremes, die Korallen schädigen, in Hawaii per Gesetz verboten. Mineralische Sonnencreme (Zinkoxid) ist die beste Wahl.

Hawaiianische Küche

Hawaiis Küche ist eine faszinierende Fusion aus polynesischer Tradition, japanischen, chinesischen, koreanischen, philippinischen und portugiesischen Einflüssen — ein Spiegel der Einwanderungsgeschichte der Inseln. Hier isst man anders als auf dem Festland: frischer, vielfältiger und mit einer Liebe zu Reis, Fisch und Schweinefleisch, die alles durchdringt.

Poke

Poke (ausgesprochen „Poh-keh") ist Hawaiis Nationalgericht: Würfel aus rohem Ahi-Thunfisch (oder Lachs, Oktopus, Tofu), mariniert in Sojasauce, Sesamöl, Frühlingszwiebeln, Seetang und Chili. Auf dem Festland und in Europa als gehypter Food-Trend bekannt, ist Poke in Hawaii Alltagsessen — jeder Supermarkt hat eine Poke-Theke mit 10–20 Varianten (ab 12 $ pro Pfund). Die besten Poke Bowls: Ono Seafood in Honolulu, Tamura's Fine Wine & Liquors auf Maui (ja, ein Spirituosenladen mit dem besten Poke der Insel) und Suisan Fish Market in Hilo.

Plate Lunch

Das Plate Lunch ist Hawaiis günstigste und sättigendste Mahlzeit: Ein Hauptgericht (Teriyaki Chicken, Kalbi Short Ribs, Katsu, Laulau) mit zwei Scoops Reis und einem Scoop Macaroni Salad. Klingt simpel, ist aber unglaublich befriedigend und ein echtes Stück Hawaii-Kultur. Überall erhältlich, von Drive-Ins bis zu Foodtrucks, für 10–15 $. Die besten: Rainbow Drive-In in Honolulu (seit 1961) und Zippy's (die hawaiianische Fast-Food-Kette, eine Institution).

Loco Moco

Hawaiis ultimatives Comfort Food: Ein Hamburger-Patty auf einer Schicht Reis, übergossen mit Bratensauce (Gravy) und einem Spiegelei obendrauf. Erfunden 1949 im Café 100 in Hilo (Big Island), wo es noch heute das Original gibt — für unter 5 $. Klingt unelegant, schmeckt himmlisch.

Lūʻau

Ein Lūʻau ist ein traditionelles hawaiianisches Fest mit Essen, Musik und Tanz. Das Herzstück ist Kālua Pig — ein ganzes Schwein, das stundenlang in einem Erdofen (Imu) gegart wird, bis das Fleisch butterweich zerfällt. Weitere traditionelle Gerichte: Poi (violetter Taro-Brei, gewöhnungsbedürftig), Laulau (Schweinefleisch in Taro-Blättern gedämpft), Haupia (Kokos-Pudding). Touristische Lūʻaus kosten 100–200 $ pro Person — das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet das Old Lahaina Lūʻau auf Maui.

Shave Ice

Nicht zu verwechseln mit „Shaved Ice" (das ist etwas anderes!) — hawaiianisches Shave Ice ist federleichtes, hauchdünnes Eis, übergossen mit tropischen Sirupen (Lilikoi/Passionsfrucht, Guave, Mango, Li Hing Mui). Die Premium-Version hat eine Kugel Eis oder Azuki-Bohnen auf dem Grund. Das beste der Inseln: Matsumoto Shave Ice in Haleiwa (Oahu, seit 1951) und Ululani's auf Maui.

Tipp

Hawaiis Lebensmittel sind teuer — fast alles muss vom Festland importiert werden. Ein Restaurantbesuch kostet schnell 30–50 $ pro Person. Spare mit Plate Lunches, Poke vom Supermarkt und den Food Trucks, die überall auf den Inseln stehen. Farmers Markets (besonders der KCC Farmers Market am Samstag in Honolulu) bieten frische Tropenfrüchte zu fairen Preisen.

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