Der Südwesten
Grand Canyon
Der Grand Canyon ist das größte Naturwunder Nordamerikas — und keine Beschreibung, kein Foto und kein Video kann dich auf den Moment vorbereiten, wenn du zum ersten Mal am Rand stehst. Der Colorado River hat hier über sechs Millionen Jahre eine Schlucht in die Erde gegraben, die 1,6 km tief, bis zu 29 km breit und 450 km lang ist. Die freigelegten Gesteinsschichten erzählen fast zwei Milliarden Jahre Erdgeschichte — ein Drittel des Alters unseres Planeten.
South Rim
Der South Rim ist der am besten zugängliche und meistbesuchte Teil des Canyons — hier kommen über 90 % aller Besucher hin. Das hat gute Gründe: ausgezeichnete Infrastruktur, zahlreiche Aussichtspunkte, der kostenlose Shuttle-Bus und mehrere Hotels und Restaurants direkt am Rand. Der South Rim ist ganzjährig geöffnet.
Die besten Aussichtspunkte am South Rim:
- Mather Point — Der erste Stopp für die meisten Besucher und einer der eindrucksvollsten. Nur 5 Gehminuten vom Visitor Center. Besonders überwältigend beim ersten Blick in die Schlucht.
- Yavapai Point & Geology Museum — Panoramablick mit einem kleinen Museum, das die geologische Geschichte erklärt. Großartig bei Sonnenaufgang.
- Desert View Watchtower — Am östlichen Ende des South Rim. Der 21 m hohe Wachturm (1932 von Mary Colter im Pueblo-Stil entworfen) bietet den weitesten Blick über den Canyon und den Colorado River. Allein die Fahrt hierher (40 km von Grand Canyon Village) lohnt sich.
- Hopi Point — Der beliebteste Sonnenuntergangspunkt. Nur per Shuttle (Hermit Road Route) erreichbar.
Die Rim Trail (21 km, überwiegend gepflastert und flach) verbindet die meisten Aussichtspunkte am South Rim und ist auch für Familien und weniger fitte Wanderer geeignet.
North Rim
Der North Rim liegt 300 Meter höher als der South Rim und empfängt nur 10 % der Besucher — dabei ist er in vielerlei Hinsicht noch spektakulärer. Dichtere Wälder (Fichten, Tannen, Espen statt Kiefern), kühlere Temperaturen, und ein Blick in den Canyon, der wegen der steileren Klippen noch dramatischer wirkt. Der North Rim ist nur von Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet (die Zufahrtsstraße wird im Winter gesperrt).
Der Bright Angel Point Trail (0,8 km, leicht) führt zu einem atemberaubenden Aussichtspunkt. Der Cape Royal Trail (1,3 km) endet an einem Punkt, von dem aus man den Colorado River sehen kann. Der North Kaibab Trail ist der einzige offizielle Abstiegsweg von der Nordseite — und deutlich anspruchsvoller als die Südseite.
Abstieg in den Canyon
Der Abstieg zum Colorado River ist das ultimative Grand-Canyon-Erlebnis — aber auch eine ernsthafte Unternehmung. Die beliebtesten Trails:
- Bright Angel Trail (South Rim) — 15,3 km bis zum Fluss, 1.340 m Höhenunterschied. Die meisten Wanderer gehen nur bis zum Indian Garden (7,2 km, 915 m Abstieg) und kehren um.
- South Kaibab Trail — Kürzer (11,3 km bis zum Fluss), steiler, aber mit besseren Ausblicken. Kein Wasser auf dem Weg!
Tipp
Wandere im Grand Canyon NIEMALS in einem Tag zum Fluss und zurück — jedes Jahr werden Hunderte Wanderer mit Hubschraubern gerettet (Kosten: ab 5.000 $), und es gibt regelmäßig Todesfälle durch Erschöpfung, Hitzschlag und Dehydration. Die Temperaturen am Fluss können 20°C höher sein als am Rim. Plane eine Übernachtung am Phantom Ranch (Monate vorher reservieren!) oder einen Zwei-Tages-Trip.
Achtung
Im Sommer (Juni–August) können die Temperaturen im inneren Canyon 50°C erreichen. Trinke mindestens 1 Liter Wasser pro Stunde beim Wandern. Beginne bei Tagesanbruch und sei spätestens um 10 Uhr morgens wieder auf dem Aufstieg.
Las Vegas
Las Vegas ist die unwirklichste Stadt der Welt — eine glitzernde Neon-Oase mitten in der Mojave-Wüste, die rein gar nichts in dieser Landschaft zu suchen hat und genau deshalb funktioniert. Der berühmte Strip (Las Vegas Boulevard) ist eine 6,8 km lange Halluzination aus Mega-Casinos, Nachbauten des Eiffelturms und der Freiheitsstatue, Fontänen, die zur Musik von Sinatra tanzen, und einer Energie, die 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche nie nachlässt.
Der Strip
Die wichtigsten Casino-Resorts von Süd nach Nord:
- Luxor — Die schwarze Pyramide mit dem stärksten Lichtstrahl der Welt an der Spitze.
- MGM Grand — Das größte Hotel der USA (6.852 Zimmer!).
- Bellagio — Die legendären Fontänen tanzen alle 15–30 Minuten zu Musik (kostenlos). Innen: eine Galerie mit Gemälden von Picasso, Monet und van Gogh, und das berühmte Poker-Room.
- Caesars Palace — Röm isches Prunk-Casino mit dem Forum Shops, einer der umsatzstärksten Shopping-Malls der USA.
- The Venetian / The Palazzo — Nachbau von Venedig inklusive Markusplatz und Gondelfahrten auf dem Indoor-Kanal (29 $ pro Person).
- Wynn / Encore — Die luxuriösesten Resorts am Strip. Der Wynn-Garten ist ein Kunstwerk.
Shows & Entertainment
Las Vegas ist auch ohne Glücksspiel einen Besuch wert — die Shows sind Weltklasse:
- Cirque du Soleil — Sechs verschiedene Shows in Vegas, von „O" (Wasser-Akrobatik im Bellagio, die beste Show der Stadt) bis „Love" (Beatles-Tribute im Mirage). Ab 70 $.
- Residencies — Top-Künstler wie Adele, Usher und Garth Brooks haben feste Shows in Vegas. Karten ab 100 $, oft Monate im Voraus ausverkauft.
- MSG Sphere — Die größte kugelförmige Konstruktion der Welt mit der höchstauflösenden LED-Fassade. Im Inneren ein immersives Audio-Video-Erlebnis, das es so nirgendwo sonst gibt.
Abseits des Strips
Die Fremont Street Experience in Downtown Vegas ist das Original — wo Las Vegas 1905 begann. Ein riesiges LED-Dach überspannt die Straße, klassische Casinos wie das Golden Nugget (mit einem Hai-Aquarium im Pool!) bieten günstigere Tische und lockerere Atmosphäre. Die Arts District (18b) südlich von Downtown hat sich zur Galeriemeile entwickelt. Und das Neon Museum („Neon Boneyard") zeigt ausgemusterte Casino-Schilder aus den goldenen Jahrzehnten — besonders eindrucksvoll bei der Abendtour mit Beleuchtung (28 $).
Tipp
Hotels am Strip sind unter der Woche (Mo–Do) oft lächerlich günstig — 40–80 $ für 5-Sterne-Häuser, die am Wochenende 300 $+ kosten. Vermeide Feiertage und Convention-Wochen (CES im Januar!). Das Frühstücksbuffet im Wynn (55 $) ist das beste der Stadt — und eine Mahlzeit reicht bis abends.
Monument Valley
Monument Valley ist kein Nationalpark, sondern ein Navajo Tribal Park — heiliges Land der Navajo-Nation und gleichzeitig eine der ikonischsten Landschaften der Welt. Die riesigen Sandsteinfelsen (Buttes und Mesas), die aus der flachen Wüstenebene aufragen, sind das Bild des amerikanischen Westens schlechthin. John Ford drehte hier ab 1939 seine Western mit John Wayne, und seitdem ist Monument Valley in unzähligen Filmen, Werbespots und Musikvideos aufgetaucht — von „Forrest Gump" bis „2001: Odyssee im Weltraum".
Was erwartet dich
Die Hauptattraktion ist der 17-Mile Scenic Drive — eine unbefestigte Schotterstraße, die in einer Schleife durch das Valley führt und an allen wichtigen Formationen vorbeikommt. Du brauchst ein Fahrzeug mit Bodenfreiheit (kein Sportwagen!), und die Fahrt dauert 2–3 Stunden mit Fotostopps. Die berühmtesten Formationen:
- West and East Mitten Buttes — Die „Handschuhe" sind das Postkartenmotiv schlechthin.
- Merrick Butte — Der massive Tafelberg direkt neben den Mittens.
- John Ford's Point — Der Aussichtspunkt, den der Regisseur für seine Western wählte. Hier kann man gegen Trinkgeld auf einem Pferd posieren.
- The Totem Pole — Eine schmale, 91 m hohe Felsnadel, die der Schwerkraft zu trotzen scheint.
Geführte Touren
Weite Teile des Valleys sind nur mit einem Navajo-Guide zugänglich — und diese Touren sind jeden Dollar wert. Die Guides führen zu versteckten Petroglyphen, erklären die spirituelle Bedeutung der Landschaft und bringen dich zu Orten, die Selbstfahrer nie sehen. Besonders empfehlenswert: Sunrise- oder Sunset-Touren (ab 75 $ pro Person, 2,5 Stunden) und die Upper Monument Valley Tour (ab 95 $, 3,5 Stunden).
Der „Forrest-Gump-Point"
21 km südlich von Monument Valley auf dem US Highway 163 liegt die Stelle, an der Tom Hanks als Forrest Gump seinen Lauf über Amerika beendet — eine schnurgerade Straße, die direkt auf die Buttes zuführt. Einer der meistfotografierten Straßenabschnitte der Welt. Vorsicht: Die Straße ist befahren! Stelle dein Auto sicher am Rand ab und achte auf den Verkehr.
Tipp
Übernachte im The View Hotel direkt am Parkeingang — die einzige Unterkunft mit Blick auf die Buttes von deinem Balkon aus. Sonnenaufgang über den Mittens direkt vom Bett: unbezahlbar. Zimmer ab ca. 200 $, frühzeitig buchen!
Achtung
Monument Valley gehört zur Navajo Nation — respektiere die Regeln. Alkohol ist verboten, Drohnen sind verboten, und es ist unhöflich, Navajo-Menschen ohne Erlaubnis zu fotografieren. Bleibe auf den markierten Wegen.
Antelope Canyon
Der Antelope Canyon nahe Page, Arizona, ist einer der meistfotografierten Orte der Welt — und wenn du ihn betrittst, verstehst du sofort warum. Jahrmillionen lang hat das Wasser enge Schlitze in den Navajo-Sandstein geschliffen und dabei Formen geschaffen, die aussehen wie von einem surrealistischen Bildhauer: fließende Wellen aus rotem, orangem und violettem Stein, durch die Sonnenstrahlen wie Scheinwerfer fallen.
Upper Antelope Canyon
Der berühmtere der beiden Schluchten liegt ebenerdig — man geht einfach hinein, kein Klettern nötig. Die Lichtstrahlen, die zwischen März und Oktober (am besten 11:00–13:00 Uhr) durch die schmalen Öffnungen fallen, erzeugen die berühmten Lichtsäulen. Die Touren dauern etwa 1–1,5 Stunden und kosten 60–90 $ pro Person. Reservierung ist Pflicht — oft Wochen im Voraus ausgebucht, besonders die Mittags-Slots.
Lower Antelope Canyon
Weniger bekannt, aber ebenso beeindruckend — und für Fotografen sogar besser. Der Zugang erfolgt über schmale Metalltreppen, die in den Schlitz hinabführen. Die Formen sind enger, verwundener und intimer. Touren: ca. 1 Stunde, 40–65 $ pro Person. Weniger überlaufen als Upper.
Horseshoe Bend
Nur 10 Minuten von Page entfernt liegt ein weiteres Naturwunder: Der Horseshoe Bend, wo der Colorado River eine perfekte Hufeisenform in 300 m tiefe Sandsteinklippen gegraben hat. Der Aussichtspunkt ist über einen einfachen Wanderweg (2,4 km hin und zurück) erreichbar. Kein Geländer! — bei Wind, Nässe oder mit Kindern ist besondere Vorsicht geboten. Der Blick ist am eindrucksvollsten am Vor- oder Nachmittag, wenn die Sonne den Fluss beleuchtet.
Eintritt Horseshoe Bend: 10 $ Parkgebühr.
Tipp
Buche die Foto-Tour im Upper Antelope Canyon, wenn du ernsthaft fotografieren willst — diese dauert länger (2 Stunden) und die Guides helfen dir mit Kameraeinstellungen und den besten Positionen. Verwende ein Stativ und stelle den Weißabgleich auf Tageslicht.
Bryce Canyon
Der Bryce Canyon National Park in Utah ist streng genommen kein Canyon, sondern eine Reihe von natürlichen Amphitheatern, die in die Kante des Paunsaugunt-Plateaus erodiert sind. Das Ergebnis: Tausende von schlanken, turm artigen Felsformationen — sogenannten Hoodoos — in leuchtenden Rot-, Orange-, Rosa- und Weißtönen. Es gibt nirgendwo sonst auf der Erde eine vergleichbare Konzentration dieser Formationen.
Die besten Aussichtspunkte
- Sunrise Point — Perfekt für (Überraschung) den Sonnenaufgang. Die ersten Sonnenstrahlen lassen die Hoodoos in flammendem Orange erglühen.
- Sunset Point — Startpunkt für den Navajo Loop Trail und der beliebteste Aussichtspunkt des Parks.
- Inspiration Point — Ein erhöhter Blick über das gesamte Bryce-Amphitheater. Der dramatischste Aussichtspunkt.
- Bryce Point — Der beste Gesamtüberblick über das Amphitheater. Auch der Startpunkt für den Peekaboo Loop Trail.
Wanderungen
Bryce Canyon bietet die einzigartige Möglichkeit, zwischen den Hoodoos hindurchzuwandern — nicht nur von oben draufzuschauen.
- Navajo Loop Trail (2,2 km, 1–2 Std.) — Der beliebteste Trail führt steil in den Canyon hinab, durch den spektakulären „Wall Street"-Slot (so eng, dass nur ein Streifen Himmel sichtbar ist) und wieder hinauf. Moderat anspruchsvoll.
- Queen's Garden Trail (2,9 km, 1–2 Std.) — Der einfachste Abstieg in den Canyon, vorbei an der „Queen Victoria" Hoodoo-Formation.
- Navajo Loop + Queen's Garden Kombination (4,6 km, 2–3 Std.) — Die beste Wanderung im Park. Hinab über den Navajo Loop, durch den Canyon zum Queen's Garden und über den Queen's Garden Trail wieder hinauf.
- Peekaboo Loop Trail (8,8 km, 3–4 Std.) — Anspruchsvoller, aber weniger überlaufen. Fantastische Perspektiven auf die Hoodoos.
Nachthimmel
Bryce Canyon hat einen der dunkelsten Nachthimmel aller Nationalparks. In klaren Nächten sind bis zu 7.500 Sterne sichtbar (in der Stadt: maximal 50). Von April bis Oktober bietet der Park Astronomy Rangers Programs mit Teleskopen und geführten Sternenbeobachtungen an — kostenlos. Die Milchstraße über den Hoodoos ist eines der unvergesslichsten Naturerlebnisse Amerikas.
Tipp
Bryce Canyon liegt auf 2.400 m Höhe — deutlich kühler als die umliegenden Parks. Selbst im Sommer können die Nachttemperaturen auf 5°C fallen. Bringe warme Kleidung mit! Im Winter verwandelt sich der Park in ein Schneewunderland mit orangefarbenen Hoodoos unter weißem Schnee.
Zion National Park
Zion ist das Gegenstück zum Grand Canyon: Statt von oben in eine Schlucht zu blicken, stehst du unten und schaust an 600 m hohen Sandsteinklippen empor. Der Virgin River hat über Millionen von Jahren einen spektakulären Canyon in das rote Gestein geschnitten, und das Ergebnis ist ein Ort von überwältigender, fast sakraler Schönheit — die mormonischen Siedler, die das Tal als Erste betraten, nannten es nicht ohne Grund „Zion" (himmlisches Paradies).
Die Top-Wanderungen
- Angels Landing — Die berühmteste und berüchtigtste Wanderung im amerikanischen Südwesten. Die letzten 800 m führen über einen schmalen Felsgrat mit Abgründen auf beiden Seiten, gesichert nur durch Ketten. Der 360°-Blick vom Gipfel ist atemberaubend. 8,7 km hin und zurück, 453 m Höhenunterschied, 4–5 Stunden. Seit 2022 Permit-Pflicht (Lottery auf recreation.gov, 6 $ Gebühr). Nur für Schwindelfreie!
- The Narrows — Du wanderst im Virgin River selbst — durch eine immer enger werdende Schlucht, deren Wände sich bis zu 300 m über dir erheben. Eines der einzigartigsten Wandererlebnisse der Welt. Neoprensocken, Wanderstöcke und wasserdichte Schuhe sind Pflicht (Verleih in Springdale, ca. 25 $). 16 km hin und zurück, 6–8 Stunden. Geschlossen bei Hochwassergefahr!
- Observation Point — Noch höher als Angels Landing, aber weniger ausgesetzt. 12,9 km, 655 m Höhenunterschied, 5–7 Stunden. Der Blick hinab auf Angels Landing und den Canyon ist spektakulär.
- Emerald Pools Trail — Einfache Wanderung (1,2–4,8 km je nach Route) zu tropfenden Felsen und kleinen Pools. Ideal für Familien.
Praktische Hinweise
Im Zion Canyon Scenic Drive (April–November) sind private Fahrzeuge verboten — du musst den kostenlosen Shuttle-Bus nehmen (fährt alle 7–15 Minuten von Springdale ins Tal). Komme vor 8 Uhr morgens, da die Parkplätze in Springdale schnell voll sind. Alternativ: Unterkunft in Springdale buchen und zu Fuß zum Parkeingang laufen.
Tipp
Die Narrows-Wanderung ist am besten von Juni bis September (wärmeres Wasser, niedrigerer Wasserstand). Prüfe unbedingt die Wettervorhersage — bei Gewittergefahr wird die Schlucht wegen Flash-Flood-Risiko gesperrt. Die tödlichen Sturzfluten kommen ohne Vorwarnung.
Achtung
Angels Landing hat bereits mehrere Todesfälle gefordert. Die Wanderung ist bei Nässe, Wind oder Eis extrem gefährlich. Gehe nur bei trockenem Wetter und mit festem Schuhwerk. Kinder unter 12 und Menschen mit Höhenangst sollten am Scout Lookout umkehren.
Sedona
Sedona liegt inmitten einer der dramatischsten Landschaften Arizonas: Massive rote Sandsteinfelsen ragen aus grünen Wäldern empor, der Oak Creek plätschert durch ein bewaldetes Tal, und das Licht — besonders bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang — taucht alles in unwirkliche Rot- und Goldtöne. Kein Wunder, dass die New-Age-Bewegung Sedona zu einem spirituellen Kraftort erklärt hat: Vier „Vortex-Punkte" sollen kosmische Energie ausstrahlen.
Die Red Rocks
Sedonas rote Felsen sind das Ergebnis von 300 Millionen Jahren geologischer Schichtung und Erosion. Die bekanntesten Formationen:
- Cathedral Rock — Sedonas Wahrzeichen, besonders bei Sonnenuntergang von der Red Rock Crossing (Crescent Moon Ranch) aus betrachtet atemberaubend. Die Wanderung zur Spitze (1,2 km, steil, Kraxelei) belohnt mit einem 360°-Panorama.
- Bell Rock — Eine glockenförmige Formation direkt am Highway 179. Einfache Wanderung um die Basis (2,4 km) oder anspruchsvolle Kraxelei auf den Gipfel.
- Devil's Bridge — Der größte natürliche Sandsteinbogen Sedonas. Die Wanderung (6,4 km hin und zurück) ist moderat und der Bogen ein fantastisches Fotomotiv — stelle dich zum „Instagram-Foto" auf den Bogen (aber nur bei Schwindelfreiheit!).
Jeep-Touren
Sedonas Hinterland ist nur per Geländewagen erreichbar. Die Pink Jeep Tours (seit 1960) sind das Original — die pinken Jeeps sind ein Sedonas-Wahrzeichen. Die „Broken Arrow" Tour (2 Stunden, ca. 110 $) führt über extreme Felsformationen und bietet spektakuläre Aussichten. Alternativ: Selbst einen Jeep mieten und die Schnebly Hill Road fahren — die staubigste, holprigste und schönste Schotterstraße Arizonas.
Oak Creek Canyon
Die Fahrt von Sedona nach Flagstaff durch den Oak Creek Canyon (Highway 89A) ist eine der schönsten Scenic Drives der USA. Der Canyon erinnert an eine Miniatur-Version des Grand Canyon, nur grüner und mit einem plätschernden Bach. Stopp am Slide Rock State Park — eine natürliche Wasserrutsche über glatte Felsen, die im Sommer ein riesiger Spaß ist (20 $ Parkgebühr).
Tipp
Sedona ist ein beliebtes Wochenend-Ausflugsziel für Phoenix-Bewohner — komme unter der Woche, um Staus auf dem Highway 179 und volle Wanderwege zu vermeiden. Die Red Rock Pass (5 $ pro Tag oder 15 $ pro Woche) ist für die meisten Trailheads Pflicht.
Route 66 Highlights
Die Route 66 — die „Mother Road", die „Main Street of America" — ist mehr als eine Straße: Sie ist ein Mythos. 1926 als eine der ersten durchgehenden Ost-West-Verbindungen angelegt, führte sie über 3.940 km von Chicago nach Santa Monica und wurde zum Symbol für Freiheit, Abenteuer und den amerikanischen Traum. 1985 offiziell durch Interstate-Highways ersetzt und „decommissioned", lebt die Route 66 heute als nostalgische Pilgerroute weiter — mit verfallenen Motels, Neon-Schildern, skurrilen Roadside Attractions und einer Atmosphäre, die direkt aus einem Springsteen-Song stammt.
Die besten Stopps im Südwesten
- Seligman, Arizona — Die „Geburtsstätte der historischen Route 66". Hier begann die Bewegung zur Erhaltung der Straße. Angel Delgadillo's Barbershop ist heute ein Museum und Souvenirladen. Die ganze Stadt ist ein nostalgisches Freilichtmuseum mit Oldtimern, Neon-Schildern und dem Snow Cap Drive-In (seit 1953), wo der Senf aus einem Loch im Deckel spritzt — absichtlich.
- Hackberry General Store — Ein ikonischer Vintage-Laden an der Route 66, vollgestopft mit Memorabilia, alten Zapfsäulen und Coca-Cola-Schildern. Der perfekte Fotostopp.
- Oatman, Arizona — Eine ehemalige Goldgräberstadt, in der heute wilde Esel durch die Straßen laufen (Nachkommen der Minenarbeiter-Esel). Täglich um 13:30 Uhr gibt es eine „Wild-West-Schießerei" auf der Hauptstraße. Kitschig, aber unterhaltsam.
- Cadillac Ranch (Amarillo, Texas) — Zehn Cadillacs, mit der Front in den Boden gerammt und mit Graffiti überzogen. Die bekannteste Roadside Attraction der Route 66. Bringe Sprühfarben mit — Besprühen ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht!
- Wigwam Motel (Holbrook, Arizona) — Übernachte in einem der 15 Beton-Tipis dieses 1950er-Jahre-Motels (ab 80 $). Original erhalten, mit Vintage-Möbeln und Neon-Schild.
- Petrified Forest National Park — Direkt an der Route 66. Versteinerte Baumstämme aus der Trias-Zeit (225 Millionen Jahre alt), die wie bunte Edelsteine in der Wüste liegen. Die Painted Desert am Nordende des Parks zeigt Felsschichten in allen Regenbogenfarben.
Planung einer Route-66-Tour
Eine komplette Route-66-Fahrt von Chicago nach LA dauert mindestens 2 Wochen. Wer nur den Südwest-Abschnitt (Albuquerque–LA) fahren will: 3–4 Tage. Die Straße ist nicht durchgehend erhalten — du wechselst ständig zwischen historischer Route 66 und modernem Interstate. Ein GPS mit Route-66-Navigation oder die EZ66 Guide (ein detailliertes Routenbuch) sind unverzichtbar. Und denke daran: Tankstellen können 100 km auseinander liegen — tanke, wenn du kannst, nicht wenn du musst.
Tipp
Die beste Route-66-Erfahrung bietet der Abschnitt von Seligman nach Oatman in Arizona — hier ist die originale Straße fast durchgehend erhalten, die Landschaft ist spektakulär, und die Atmosphäre ist am authentischsten. Plane 3–4 Stunden für die 240 km ein.
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