Neuengland
Boston★★★
Boston ist eine der ältesten und geschichtsträchtigsten Städte der USA — gegründet 1630, Schauplatz der Boston Tea Party und Wiege der amerikanischen Unabhängigkeit. Aber Boston ist weit mehr als ein Freilichtmuseum: Die Stadt pulsiert mit Studenten von über 50 Universitäten (darunter Harvard und MIT), einer erstklassigen Restaurantszene und der fanatischen Sportbegeisterung, die die Red Sox, Celtics und Bruins zu Ikonen gemacht hat.
Freedom Trail
Der Freedom Trail ist Bostons Meisterwerk der Geschichtsvermittlung: Eine 4 km lange rote Linie, in den Bürgersteig eingelassen, die dich zu 16 historischen Stätten führt — vom Boston Common (dem ältesten öffentlichen Park der USA, 1634) über das Old State House (wo 1776 die Unabhängigkeitserklärung vorgelesen wurde) bis zur Old North Church (von deren Turm das berühmte Laternensignal für Paul Reveres Mitternachtsritt gegeben wurde). Der Trail endet in Charlestown am USS Constitution, dem ältesten noch schwimmfähigen Kriegsschiff der Welt (1797). Kostenlos auf eigene Faust, geführte Touren mit kostümierten Guides der Freedom Trail Foundation kosten 18 $ für Erwachsene.
Fenway Park
Fenway Park ist das älteste noch genutzte Baseball-Stadion der USA (seit 1912) und eine Pilgerstätte für Sportfans. Die berühmte Green Monster-Mauer in der linken Feldhälfte (11,3 m hoch) ist ein Wahrzeichen. Ein Spiel der Boston Red Sox zu besuchen gehört zum Boston-Erlebnis — auch wenn man Baseball nicht versteht, die Atmosphäre ist elektrisierend. Tickets ab 30 $ (Bleachers) bis 150 $+ (Feldnähe), am besten Wochen vorher über die offizielle Website buchen. Stadiontouren auch ohne Spiel möglich: 25 $, täglich.
Harvard & MIT in Cambridge
Direkt gegenüber des Charles River liegt Cambridge, Heimat der zwei berühmtesten Universitäten der Welt. Der Harvard Yard ist frei zugänglich — spaziere durch die ehrwürdigen Backsteingebäude, berühre die Schuhspitze der John-Harvard-Statue (angeblich bringt es Glück, ist aber eigentlich gar nicht Harvard) und besuche die hervorragenden Harvard Art Museums (20 $, kostenlos samstags 10–12 Uhr). Das MIT beeindruckt mit futuristischer Architektur (Stata Center von Frank Gehry) und dem kostenlosen MIT Museum. Der Harvard Square drumherum ist voller Buchläden, Cafés und dem legendären Plattenladen Newbury Comics.
North End — Little Italy
Bostons North End ist das älteste Wohnviertel der Stadt und Amerikas authentischstes italienisches Viertel. Die Hanover Street duftet nach frischem Espresso und Cannoli — die ewige Rivalität zwischen Mike's Pastry und Modern Pastry (beide Cannoli: 5–6 $) spaltet die Stadt. Dazwischen: Trattorien mit hausgemachter Pasta (15–25 $ pro Hauptgericht), die Paul Revere House (das älteste erhaltene Gebäude Bostons, 1680, Eintritt 6 $) und die Old North Church. Am Wochenende ist das Viertel brechend voll — komme unter der Woche.
Boston Common & Back Bay
Der Boston Common (1634) und der angrenzende Public Garden (mit den berühmten Swan Boats, 4,50 $ pro Fahrt, April–September) bilden das grüne Herz der Stadt. Die Commonwealth Avenue Mall führt von hier durch Back Bay, Bostons elegantestes Viertel mit viktorianischen Brownstone-Reihenhäusern, der Newbury Street (Bostons Antwort auf die Fifth Avenue — Boutiquen, Galerien, Restaurants) und der Trinity Church am Copley Square, einem Meisterwerk der romanischen Architektur. Die Boston Public Library daneben ist die älteste öffentliche Bibliothek der USA — der prachtvolle Lesesaal ist kostenlos zugänglich und atemberaubend.
Tipp
Boston ist eine der wenigen US-Städte, die man hervorragend zu Fuß erkunden kann. Die T (Bostons U-Bahn) ist das älteste U-Bahn-System der USA (1897), aber für die Innenstadt brauchst du sie kaum. Eine CharlieCard (wiederaufladbar) kostet 2,40 $ pro Fahrt. Das Seaport District südlich der Innenstadt hat sich zum neuen Gastro-Hotspot entwickelt — Row 34 für Austern, Legal Harborside für Seafood mit Hafenblick.
Bostons Seafood-Szene
Neuengland ist Lobster-Land, und Boston ist das Epizentrum. Die große Frage: Lobster Roll — warm mit Butter (Connecticut-Style) oder kalt mit Mayo (Maine-Style)? In Boston bekommst du beides. Die besten Adressen: Neptune Oyster im North End (die beste Lobster Roll der Stadt, 38 $, lange Warteschlange), Luke's Lobster am Seaport (fairer Preis, 24 $, nachhaltig gefischt) und Legal Sea Foods (die Institution seit 1950, mehrere Standorte). Eine New England Clam Chowder (cremige Muschelsuppe) gehört ebenfalls zum Pflichtprogramm — am besten im Brotlaib serviert am Faneuil Hall Marketplace.
Cape Cod & Martha's Vineyard★★
Cape Cod ist Neuenglands Sommerspielplatz — eine 100 km lange, armförmige Halbinsel, die in den Atlantik ragt und seit Jahrhunderten Künstler, Schriftsteller und Familien anzieht. Sandige Dünenstrände, malerische Leuchttürme, Muschelkörbe voller Austern und das Licht, das schon Edward Hopper auf die Leinwand bannte. Im Sommer sind die kleinen Orte entlang der Route 6A (dem „Old King's Highway") ein einziges Postkartenmotiv aus weißen Holzhäusern, Rosenhecken und Antiquitätenläden.
Provincetown
Provincetown (kurz „P-town") an der äußersten Spitze des Cape ist einer der tolerantesten und kreativsten Orte Amerikas — eine lebhafte LGBTQ+-Hochburg mit hervorragenden Restaurants, Kunstgalerien und dem Pilgrim Monument (der höchste rein granitene Turm der USA, 77 m, Eintritt 17 $). Hier landeten die Pilgerväter 1620 tatsächlich zuerst, bevor sie nach Plymouth weiterzogen. Die Commercial Street ist das Herz der Stadt — Drag-Shows, Kabarett und Meeresfrüchte direkt am Wasser. Im Sommer verkehrt eine Schnellfähre von Boston (90 Min., ab 65 $ one-way), was P-town zum perfekten Tagesausflug macht.
Chatham & die Strände
Chatham am „Ellbogen" des Cape ist der prototypische Neuengland-Ort: ein Leuchtturm, ein Fischhafen, wo du um 14 Uhr den Fischern beim Ausladen zuschauen kannst, und Main Street mit Shops, die aussehen, als hätte sich seit 1900 nichts verändert. Die Cape Cod National Seashore (gegründet von JFK 1961) schützt 65 km unberührte Atlantikstrände — Nauset Beach, Coast Guard Beach und Race Point Beach in Provincetown sind die Highlights. Tagesparkgebühr: 25 $ pro Auto (oder kostenlos mit dem America the Beautiful Pass, 80 $/Jahr).
Martha's Vineyard & Nantucket
Martha's Vineyard ist die Sommerresidenz der amerikanischen Elite — die Obamas haben hier ihr Anwesen, und die Fähre von Woods Hole (45 Min., ab 10 $ Fußpassagier, Auto ab 85 $ im Sommer) bringt dich in eine andere Welt: viktorianische Gingerbread-Häuser in Oak Bluffs, die bunten Cliffs of Aquinnah (Lehmklippen in Rot, Orange und Weiß), und die verschlafene Eleganz von Edgartown mit seinen Kapitänshäusern aus dem 19. Jahrhundert. Fahrradverleih (30 $/Tag) ist die beste Art, die Insel zu erkunden.
Nantucket, die kleinere Schwester, liegt 50 km vor der Küste und fühlt sich an wie eine Zeitreise: Kopfsteinpflaster, Rosenkletterrosen über Zedernholzfassaden, kein Gebäude über drei Stockwerke. Das Whaling Museum (28 $) erzählt die Geschichte der Walfänger-Ära, die Herman Melville zu „Moby Dick" inspirierte. Schnellfähre ab Hyannis: 60 Min., ab 45 $.
Whale Watching
Von April bis Oktober ziehen Buckelwale durch die Gewässer vor Cape Cod — die Stellwagen Bank zwischen Cape Cod und Cape Ann ist eines der besten Walbeobachtungsgebiete der Welt. Touren starten ab Provincetown (am kürzesten, 2,5 Std., ab 55 $), Barnstable oder Boston. Die Sichtungsrate liegt bei über 95 %. Du siehst Buckelwale, Finnwale und mit Glück die seltenen Nordatlantischen Glattwale — eine der am stärksten bedrohten Großwalarten der Welt.
Tipp
Cape Cod im Juli und August ist traumhaft, aber auch voll und teuer (Hotels 200–400 $/Nacht). Die beste Zeit ist Mitte September bis Mitte Oktober: Die Massen sind weg, das Meer ist noch warm genug zum Schwimmen, und die ersten Herbstfarben erscheinen. Und die Cranberry-Ernte in den Mooren von Cape Cod ist ein einzigartiges Schauspiel.
Indian Summer & Vermont★★★
Wenn sich Ende September die Wälder Neuenglands in ein Meer aus Scharlachrot, leuchtendem Orange, tiefem Gold und warmem Kupfer verwandeln, beginnt der Indian Summer — eines der großartigsten Naturschauspiele der Welt. Keine Postkarte, kein Foto und kein 4K-Video kann einfangen, wie es sich anfühlt, durch diese Farbexplosion zu fahren. Vermont ist dabei das Epizentrum: 80 % des Bundesstaates sind bewaldet, überwiegend mit Ahornbäumen, deren Blätter die intensivsten Farben entwickeln.
Stowe
Stowe ist Vermonts postkartenreifster Ort — ein charmantes Bergdorf am Fuße des Mount Mansfield (1.339 m, Vermonts höchster Berg) mit einer weißen Kirchturmspitze, die aus den Herbstblättern herausragt, als wäre sie für ein Kalender-Cover inszeniert. Die Mountain Road (Route 108) von Stowe zum Smugglers' Notch ist eine der spektakulärsten Foliage-Strecken der USA — 16 km durch einen Tunnel aus Farben. Im Winter verwandelt sich Stowe in eines der besten Skigebiete des Ostens. Die Trapp Family Lodge (ja, die Sound-of-Music-Familie wanderte hierher aus!) bietet Unterkünfte im österreichischen Stil ab 250 $/Nacht und kostenlose Wanderwege durch die Herbstlandschaft.
Burlington & der Lake Champlain
Burlington, Vermonts größte Stadt (45.000 Einwohner — hier ist alles klein), liegt am Ufer des Lake Champlain mit Blick auf die Adirondack Mountains in New York State. Die Church Street Marketplace, eine autofreie Fußgängerzone mit Backsteingebäuden, lokalen Boutiquen und Straßenmusikern, ist der lebendigste Ort des Bundesstaates. Burlingtons Bier- und Restaurantszene ist erstaunlich gut für eine Stadt dieser Größe — die Farm-to-Table-Bewegung hat hier tiefe Wurzeln. Am Seeufer kannst du Kajaks mieten (25 $/Std.) und bei Sonnenuntergang über den See paddeln.
Green Mountains & Foliage Routes
Die Green Mountains durchziehen Vermont von Nord nach Süd und sind im Herbst ein einziges Farbenmeer. Die besten Routen für Leaf Peeping:
- Route 100 — Vermonts „Hauptstraße", 320 km von der kanadischen Grenze nach Süden durch das Herz der Green Mountains. Die schönsten Abschnitte liegen zwischen Stowe und Killington.
- Route 7A — Durch das Tal westlich der Green Mountains, vorbei an covered bridges (überdachten Holzbrücken), Antiquitätenläden und dem Norman Rockwell Museum in Arlington.
- Smugglers' Notch (Route 108) — Ein enger Gebirgspass, der im Winter geschlossen wird, im Herbst aber atemberaubend ist. Riesige Felsblöcke, dramatische Felsen und die intensivsten Farben.
Vermont hat über 100 überdachte Holzbrücken (covered bridges) — mehr als jeder andere Bundesstaat außer Pennsylvania. Die fotogensten: Emily's Bridge in Stowe (angeblich spukt es dort), der Taftsville Covered Bridge bei Woodstock (1836, die älteste noch in Betrieb) und die West Cornwall Bridge in Connecticut.
Ahornsirup & Ben & Jerry's
Vermont produziert 50 % des amerikanischen Ahornsirups — und der Unterschied zu Industrie-Sirup ist wie zwischen frisch gepresstem Orangensaft und Brause. Im März und April kannst du Sugar Houses (Ahornsirup-Farmen) besuchen und zusehen, wie der Saft aus den Bäumen gewonnen und eingekocht wird. Die Morse Farm Maple Sugarworks bei Montpelier bietet kostenlose Führungen das ganze Jahr. Ein Liter purer Vermont-Ahornsirup kostet 15–25 $ — das perfekte Mitbringsel.
Die Ben & Jerry's Factory in Waterbury ist eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Vermonts. Die 30-minütige Führung (6 $) zeigt die Produktion und endet mit einer Kostprobe. Der Flavor Graveyard auf dem Gelände — ein humorvoller Friedhof eingestellter Eissorten — ist ein urkomisches Fotomotiv.
Tipp
Die Laubfärbung beginnt in Nordvermont Mitte September und wandert nach Süden — Anfang bis Mitte Oktober ist der Peak in den meisten Gebieten. Websites wie foliagenetwork.com und Vermont.com/foliage zeigen den aktuellen Stand der Färbung. Buche Unterkünfte spätestens im Juli — während der Foliage-Saison ist Vermont restlos ausgebucht, und die Preise verdoppeln sich.
White Mountains & New Hampshire★★
Die White Mountains in New Hampshire sind Neuenglands wildeste und dramatischste Berglandschaft — schroffer, höher und rauer als die sanften Green Mountains von Vermont. Der Mount Washington (1.917 m), der höchste Berg im Nordosten der USA, hält den Weltrekord für die höchste jemals gemessene Windgeschwindigkeit auf der Erdoberfläche (372 km/h, 1934). Hier oben herrscht arktisches Klima, während unten im Tal idyllische Neuengland-Dörfer liegen.
Mount Washington
Den Gipfel des Mount Washington erreichst du auf drei Arten: zu Fuß (der Tuckerman Ravine Trail, 13 km hin und zurück, 4–5 Stunden, anspruchsvoll), mit der historischen Mount Washington Cog Railway (die zweitälteste Zahnradbahn der Welt, seit 1869, 3 Stunden Rundfahrt, 79 $ für Erwachsene) oder über die Auto Road (12 km Mautstraße zum Gipfel, 35 $ pro Auto plus 10 $ pro Passagier). Oben angekommen: ein 360°-Panorama über sechs Bundesstaaten, Kanada und den Atlantik — vorausgesetzt, das Wetter spielt mit (der Gipfel ist an über 300 Tagen im Jahr in Wolken gehüllt). Das kleine Sherman Adams Summit Building zeigt eine Ausstellung über das extreme Wetter.
Kancamagus Highway
Der Kancamagus Highway (Route 112) zwischen Lincoln und Conway gilt als eine der schönsten Bergstraßen der USA — besonders im Herbst, wenn die 55 km lange Strecke durch ein Meer aus roten und goldenen Blättern führt. Es gibt keine einzige Tankstelle und kein Gebäude entlang der Straße — nur Natur. Die besten Stopps: Sabbaday Falls (leichte 15-Minuten-Wanderung zu einem gestuften Wasserfall), die Rocky Gorge Scenic Area (eine enge Felsschlucht mit Badestelle), und die Kancamagus Pass Overlooks auf 870 m Höhe mit weitem Blick über die Wälder. Parkgebühr: 5 $/Tag (White Mountain National Forest Pass).
Franconia Notch
Der Franconia Notch State Park ist ein spektakulärer Gebirgspass zwischen den Franconia- und Kinsman-Gebirgszügen. Die Flume Gorge (Eintritt 18 $, Mai–Oktober) ist eine 250 m lange, moosbewachsene Granitschlucht mit einem Wasserfall, durch die ein Holzsteg führt — wie eine Szene aus „Herr der Ringe". Die Cannon Mountain Aerial Tramway (Seilbahn, 24 $ Rundfahrt) bringt dich in 8 Minuten auf 1.260 m Höhe mit einem grandiosen Herbstpanorama. Am Fuß des Berges liegt der kristallklare Echo Lake — perfekt zum Schwimmen im Sommer (Eintritt 4 $).
Conway Scenic Railway
Die Conway Scenic Railway bietet nostalgische Zugfahrten durch die White Mountains — besonders die Notch Train-Route (5 Stunden, 85 $ Erwachsene) durch den Crawford Notch ist im Herbst ein unvergessliches Erlebnis: Der historische Zug schlängelt sich durch enge Täler, über Eisenbrücken und vorbei an Wasserfällen, während die Berge in allen Herbstfarben leuchten. Die kürzere Valley Train-Route (55 Minuten, 25 $) eignet sich gut für Familien. Unbedingt vorbuchen — die Herbstfahrten sind oft Wochen vorher ausverkauft.
Tipp
New Hampshire hat keine Mehrwertsteuer (Sales Tax) — das macht es zum Shopping-Paradies, besonders die Outlet-Center in North Conway (Settlers Green Outlets mit über 60 Markenläden). Kombiniere einen Tag Outlet-Shopping mit einer Fahrt über den Kancamagus Highway für den perfekten Mix aus Natur und Schnäppchen.
Acadia Nationalpark★★★
Der Acadia Nationalpark an der Küste von Maine ist der einzige Nationalpark Neuenglands — und einer der meistbesuchten der gesamten USA. Auf der Insel Mount Desert Island treffen felsige Atlantikküste, dichte Wälder, glasklare Seen und der höchste Berg der US-Atlantikküste aufeinander. Acadia ist der Ort, an dem Neuengland sein dramatischstes Gesicht zeigt: Granitfelsen, an denen die Brandung zerschellt, stille Bergseen zwischen Birken und Kiefern, und Sonnenaufgänge, die dich um 5 Uhr morgens freiwillig aus dem Bett locken.
Cadillac Mountain
Der Cadillac Mountain (466 m) ist zwischen Oktober und März der Punkt, an dem die Sonne zuerst die USA bescheint — ein Fakt, der jeden Morgen Hunderte von Frühaufstehern auf den Gipfel lockt. Die Cadillac Summit Road (5,6 km) führt bis zum Parkplatz am Gipfel, von wo aus du ein 360°-Panorama über den Atlantik, die vorgelagerten Inseln und die Buchten von Mount Desert Island hast. Fahrzeugreservierung Pflicht für den Sonnenaufgang (Mai–Oktober, recreation.gov, 6 $ plus Parkeintritt 35 $ pro Auto, 7 Tage gültig). Alternative: die South Ridge Trail-Wanderung (11 km hin und zurück, 3–4 Stunden) — anstrengender, aber du hast den Gipfel fast für dich allein.
Jordan Pond & Popovers
Jordan Pond ist das Postkartenmotiv Acadias: ein kristallklarer Gletschersee, eingerahmt von den Bubbles (zwei runde Hügel), mit Spiegelungen, die wie gemalt aussehen. Der Jordan Pond Path (5,2 km Rundweg, flach, 1,5 Stunden) umrundet den gesamten See — eine der beliebtesten und einfachsten Wanderungen im Park. Danach: ein Stopp am Jordan Pond House für die legendären Popovers (warme, luftige Teigbällchen mit Butter und Erdbeerkonfitüre, 12 $), die hier seit 1893 serviert werden. Im Sommer Wartezeiten von 30–60 Minuten — lohnt sich trotzdem.
Thunder Hole & Küstenwanderungen
Thunder Hole ist eine enge Felsspalte in der Granitküste, in die das Meer bei Flut mit donnerndem Krachen einschlägt und eine Fontäne bis zu 12 m in die Höhe schießt. Am spektakulärsten 2 Stunden vor Höchstflut bei starkem Seegang — bei ruhigem Meer eher enttäuschend. Die Ocean Path (3,2 km, flach) verbindet Thunder Hole mit Otter Cliff, einer 33 m hohen Klippe über dem Atlantik, und dem Sand Beach, einem der wenigen Sandstrände Maines (Wassertemperatur: 13°C im Sommer — nur für Hartgesottene).
Carriage Roads
John D. Rockefeller Jr. ließ zwischen 1913 und 1940 ein 72 km langes Netz aus Schotterstraßen durch den Park bauen — die Carriage Roads, auf denen Autos verboten sind. Sie sind ideal zum Radfahren, Joggen oder Wandern und führen über 17 handgebaute Steinbrücken, jede ein Kunstwerk. Fahrradverleih in Bar Harbor: ab 30 $/Tag. Die schönsten Strecken: die Eagle Lake Loop (9,5 km, weitgehend flach, herrliche Seeblicke) und die Runde über die drei Bubble Pond-Brücken.
Bar Harbor
Bar Harbor ist das Tor zum Park und das touristische Zentrum von Mount Desert Island — ein charmantes Küstenstädtchen mit Restaurants, Souvenirläden und Hafenromantik. Die Lobster-Dichte pro Quadratmeter ist hier die höchste der Welt: Lobster Roll, Lobster Mac & Cheese, Lobster Bisque, Lobster Ice Cream (ja, das gibt es wirklich). Die besten Adressen: Thurston's Lobster Pound in Bass Harbor (Lobster direkt am Wasser, Marktpreis ca. 18–25 $/Pfund) und Side Street Café für Lobster Mac & Cheese (22 $). Bar Harbor ist auch Ausgangspunkt für Whale-Watching-Touren in den Golf von Maine (ab 65 $, 2–3 Stunden, Sichtungsrate über 90 %).
Tipp
Acadia ist zwischen Juni und Oktober am schönsten — aber auch am vollsten. Die beste Zeit für Herbstfarben ist Anfang bis Mitte Oktober. Der Park wird von der Island Explorer Shuttle Bus (kostenlos, Juni–Oktober) erschlossen, der die wichtigsten Punkte verbindet und das Parkplatzproblem löst. Zelten auf dem Blackwoods Campground (38 $/Nacht, reservierbar über recreation.gov) ist die stimmungsvollste Art, Acadia zu erleben.
Connecticut & Rhode Island★
Connecticut und Rhode Island, die zwei kleinsten Bundesstaaten Neuenglands, werden von den meisten Reisenden auf dem Weg zwischen New York und Boston übersehen — zu Unrecht. Hier findest du einige der prächtigsten Herrenhäuser Amerikas, lebhafte Universitätsstädte und maritime Geschichte, die selbst in Neuengland ihresgleichen sucht. Beide Staaten lassen sich hervorragend als Stopps in einen größeren Neuengland-Roadtrip einbauen.
Newport — Die Villen der Gilded Age
Newport in Rhode Island war im späten 19. Jahrhundert der Sommerspielplatz der reichsten Familien Amerikas — Vanderbilts, Astors, Belmonts. Ihre „Sommerhäuschen" (in Wahrheit Paläste) an der Bellevue Avenue gehören heute zu den beeindruckendsten historischen Gebäuden der USA. The Breakers (35 $), das 70-Zimmer-Renaissance-Palazzo der Vanderbilts, ist das prächtigste — die goldenen Decken, der 14 m hohe Speisesaal und der Blick über den Atlantik verschlagen einem die Sprache. Weitere Highlights: Marble House (nach dem Petit Trianon in Versailles modelliert) und The Elms (ein Schloss im französischen Stil). Der Cliff Walk (5,6 km) führt auf einem spektakulären Küstenpfad an den Rückseiten der Villen entlang — Paläste auf der einen Seite, zerklüftete Atlantikküste auf der anderen. Kostenlos und unvergesslich.
Mystic Seaport
Mystic in Connecticut ist eine der besterhaltenen Hafenstädte Neuenglands. Das Mystic Seaport Museum (33 $) ist das größte maritime Museum der USA: ein rekonstruiertes Seefahrerdorf aus dem 19. Jahrhundert mit dem Charles W. Morgan (dem letzten erhaltenen Holzwalfänger, 1841), einer Werft, einer Schmiede und Dutzenden historischen Gebäuden. Die Mystic Pizza (ja, der Film mit Julia Roberts von 1988 wurde hier inspiriert) gibt es wirklich — eine Pizzeria in der Main Street, die vom Filmruhm lebt (Pizza ab 14 $, durchschnittlich, aber der Nostalgiefaktor zählt).
Providence
Providence, die Hauptstadt Rhode Islands, hat sich von einer heruntergekommenen Industriestadt zu einer der kreativsten kleinen Städte der USA gewandelt. Die Rhode Island School of Design (RISD, ausgesprochen „Ris-dee") ist eine der besten Kunsthochschulen der Welt — das angeschlossene RISD Museum (20 $, Sonntag kostenlos) zeigt eine beeindruckende Sammlung von Monet bis antiker Kunst. Federal Hill ist Providences Little Italy — weniger touristisch als Bostons North End und mit besseren Restaurants. Im Sommer und Herbst finden die WaterFire-Events statt: Über 80 Feuer werden auf dem Fluss entzündet, begleitet von Musik — eine mystische Atmosphäre, die Zehntausende anzieht (kostenlos).
Yale & New Haven
New Haven in Connecticut ist die Heimat der Yale University — eine der ehrwürdigsten Universitäten der Welt (gegründet 1701). Der gotische Yale Campus ist wie ein Stück Oxford in Neuengland — spaziere durch die Hof-Anlagen, besuche die Beinecke Rare Book and Manuscript Library (kostenlos, ein architektonisches Juwel mit einer Gutenberg-Bibel) und die Yale University Art Gallery (kostenlos, Van Gogh, Monet, Hopper). Und dann: Pizza. New Haven behauptet, die beste Pizza Amerikas zu machen — Frank Pepe's (seit 1925) und Sally's Apizza streiten sich seit einem Jahrhundert um den Titel. Die kohleofengebackene, dünne, leicht verkohlte Kruste mit frischen Muscheln (White Clam Pizza, 18 $) ist tatsächlich sensationell.
Tipp
Newport ist ein perfekter Tagesausflug von Boston (75 Min. Fahrt) oder ein Zwischenstopp auf der Fahrt nach New York. Kombiniere den Cliff Walk am Vormittag mit zwei Villenbesichtigungen am Nachmittag. Der Combination Ticket für fünf Villen kostet 55 $ — deutlich günstiger als einzeln.
Stadtrundgang
Boston Freedom Trail — Rundgang durch die Wiege der Revolution
Folge der roten Linie auf dem Bürgersteig durch 400 Jahre amerikanische Geschichte — von den Anfängen der Kolonie bis zur Revolution. Unterwegs passierst du Friedhöfe, Kirchen, Versammlungshäuser und Kampfschauplätze, die Amerika verändert haben.
Boston Common
Start am ältesten öffentlichen Park der USA (1634). Hier lagerten britische Truppen vor der Revolution. Die Frog Pond ist im Sommer ein Planschbecken, im Winter eine Eisbahn.
10 Min.Massachusetts State House
Die goldene Kuppel (mit echtem 23-Karat-Blattgold überzogen) dominiert die Skyline von Beacon Hill. Das Gebäude von Charles Bulfinch (1798) ist Sitz der Regierung von Massachusetts. Kostenlose Führungen an Wochentagen.
15 Min.Park Street Church & Granary Burying Ground
Auf dem Granary-Friedhof (1660) liegen Paul Revere, Samuel Adams, John Hancock und die Opfer des Boston Massacre begraben. Die Grabsteine mit Totenkopf-Motiven sind faszinierend.
15 Min.King's Chapel & Burying Ground
Bostons ältester Friedhof (1630) und die erste anglikanische Kirche der Stadt. Die Grabsteine von John Winthrop (Gründer von Boston) und anderen Kolonisten sind hier.
10 Min.Old South Meeting House
Hier versammelten sich 1773 über 5.000 Kolonisten und beschlossen die Boston Tea Party — der Funke, der die Revolution entzündete. Heute ein Museum (10 $) mit interaktiven Ausstellungen.
15 Min.Old State House
Das älteste öffentliche Gebäude Bostons (1713). Vom Balkon wurde 1776 die Unabhängigkeitserklärung erstmals den Bürgern Bostons vorgelesen. Davor markiert ein Kreis im Pflaster den Ort des Boston Massacre (1770). Museum: 12 $.
15 Min.Faneuil Hall & Quincy Market
Faneuil Hall — die „Wiege der Freiheit" — war der Ort, an dem Samuel Adams und andere zum Widerstand gegen die britische Besteuerung aufriefen. Im benachbarten Quincy Market unbedingt eine New England Clam Chowder im Brotlaib probieren.
20 Min.Paul Revere House (North End)
Das älteste Gebäude Bostons (um 1680), Wohnhaus des Silberschmieds und Revolutionärs Paul Revere. Von hier startete er in der Nacht des 18. April 1775 seinen legendären Mitternachtsritt. Eintritt: 6 $.
15 Min.Old North Church
Von diesem Kirchturm aus wurden am 18. April 1775 zwei Laternen aufgehängt — das Signal „The British are coming — by sea!" Die Kirche (1723) ist Bostons ältestes Kirchengebäude. Eintritt: frei (Spende erbeten).
10 Min.USS Constitution & Bunker Hill (Charlestown)
Überquere die Charlestown Bridge zum Ziel des Freedom Trail: „Old Ironsides", das älteste noch schwimmfähige Kriegsschiff der Welt (1797). Kostenlose Führung durch die Marine (Ausweis nötig). Daneben das Bunker Hill Monument — 294 Stufen auf den Obelisk mit Panoramablick.
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