Kunst & Pop-Kultur
Hollywood & Film
Hollywood — ein Stadtteil von Los Angeles — ist seit den 1910er-Jahren das Zentrum der globalen Filmindustrie. Hier entstanden die großen Studios (Universal, Paramount, Warner Bros., Disney, 20th Century Fox/Studios), hier werden die Oscars verliehen, und hier wandeln Touristen auf dem Hollywood Walk of Fame über 2.700 Sterne auf dem Bürgersteig.
Die ehrliche Wahrheit: Hollywood selbst ist enttäuschend — der Hollywood Boulevard ist touristisch, kommerziell und nicht besonders glamourös. Die echte Magie passiert in den Studios:
- Universal Studios Hollywood — Themenpark + Studio-Tour (die berühmte „Tram Tour" durch aktive Filmsets, mit King Kong, Jaws und Fast & Furious-Attraktionen). Ab 109 $.
- Warner Bros. Studio Tour — Hinter-die-Kulissen-Führung (2 Stunden, 69 $) durch die Sets von „Friends", „Harry Potter", Batman und mehr. Intimer als Universal.
- Paramount Pictures Studio Tour — Das einzige große Studio, das noch in Hollywood (nicht in den Vororten) steht. 2-Stunden-Tour, 65 $.
Das TCL Chinese Theatre am Hollywood Boulevard hat die berühmten Hand- und Fußabdrücke von Stars im Beton vor dem Eingang — kostenlos zu sehen. Das Griffith Observatory (kostenlos) bietet den besten Blick auf das Hollywood Sign und die Skyline von LA.
Broadway & Theater
Broadway ist nicht nur eine Straße in Manhattan — es ist das Zentrum des Welttheaters. Die 41 offiziellen Broadway-Theater rund um den Times Square zeigen die aufwendigsten, teuersten und besten Musicals und Theaterstücke der Welt. Jedes Jahr besuchen über 14 Millionen Menschen eine Broadway-Show.
Aktuelle Dauerbrenner: „The Lion King" (seit 1997, die kommerziell erfolgreichste Show aller Zeiten), „Wicked" (seit 2003), „Hamilton" (Lin-Manuel Mirandas Hip-Hop-Musical über die Gründerväter — das kulturelle Phänomen der 2010er-Jahre) und „Chicago" (seit 1996).
Tickets: Broadway-Tickets kosten 80–350 $ für reguläre Plätze. Spartipps:
- TKTS Booth am Times Square — Rabattierte Tagestickets (25–50 % Ermäßigung) für Shows am selben Tag. Schlange ab 15 Uhr (Abendvorstellungen) oder 10 Uhr (Matineen). Nicht alle Shows verfügbar, aber die Auswahl ist gut.
- Lottery/Rush Tickets — Viele Shows verlosen täglich 20–30 Tickets für 30–40 $ über Apps (TodayTix, Show-eigene Apps). Hamilton-Lottery: 10 $ für Front-Row-Plätze!
- Standing Room Only (SRO) — Bei ausverkauften Shows manchmal Stehplätze für 25–40 $ am Tag der Vorstellung.
Off-Broadway und Off-Off-Broadway (kleinere Theater mit 100–499 bzw. unter 100 Plätzen) bieten oft experimentellere, avantgardistischere Stücke zu niedrigeren Preisen. Hier werden die Hits von morgen ausprobiert — „Hamilton" begann Off-Broadway.
Tipp
Dienstags und mittwochs sind Broadway-Tickets am günstigsten und am leichtesten verfügbar (weniger Nachfrage). Sonntagmatineen sind beliebt bei Familien. Die „Preview"-Aufführungen vor der offiziellen Premiere sind oft günstiger und das Erlebnis ist dasselbe.
Jazz & Blues
Jazz und Blues sind die wichtigsten musikalischen Beiträge Amerikas zur Weltkultur — beide entstanden aus der afroamerikanischen Erfahrung und haben praktisch jede moderne Musikform beeinflusst (Rock, Pop, Soul, R&B, Hip-Hop).
Jazz
Entstanden um 1900 in New Orleans — aus einer Mischung afrikanischer Rhythmen, Blues, Ragtime und europäischer Harmonien. Die Frenchmen Street in New Orleans (nicht die touristische Bourbon Street!) ist der beste Ort der Welt, um Live-Jazz zu hören — Club an Club, jeden Abend, meist ohne Eintritt (aber Mindestverzehr). Das Preservation Hall (seit 1961) ist die heilige Stätte des traditionellen New-Orleans-Jazz (Tickets 25–50 $, oft ausverkauft).
Weitere Jazz-Hochburgen: Harlem (New York) — das Apollo Theater und das Paris Blues; Chicago — Andy's Jazz Club, Green Mill (wo Al Capone seinen Stammplatz hatte); Kansas City — das American Jazz Museum und die 18th & Vine Historic District.
Blues
Entstanden im Mississippi-Delta aus den Arbeitsliedern (Work Songs) und Spirituals der versklavten Bevölkerung. Die Geburtsstätte: Clarksdale, Mississippi (das Delta Blues Museum, die berühmte „Crossroads" an Highway 61 und 49, wo Robert Johnson der Legende nach seine Seele an den Teufel verkaufte). Der Blues wanderte nach Norden und wurde in Chicago elektrisch — Muddy Waters, Howlin' Wolf, Buddy Guy prägten den Chicago Blues. Die Beale Street in Memphis ist heute die berühmteste Blues-Meile der Welt.
Elvis Presley entdeckte in Memphis den Blues und den Rhythm and Blues der afroamerikanischen Community, vermischte ihn mit Country — und erfand den Rock 'n' Roll. Sun Studio in Memphis (wo Elvis, Johnny Cash und Jerry Lee Lewis ihre ersten Aufnahmen machten, Tour 15 $) und Graceland (Elvis' Anwesen, ab 45 $) sind Pilgerstätten der Musikgeschichte.
Street Art
Die USA haben eine der lebendigsten Street-Art-Szenen der Welt — von den Graffiti-Anfängen in den U-Bahnen New Yorks der 1970er-Jahre über die Wandgemälde-Renaissance der 2000er-Jahre bis zu den Instagram-tauglichen Murals von heute.
Die besten Street-Art-Viertel:
- Wynwood, Miami — Die Wynwood Walls (gegründet 2009 von Tony Goldman) haben ein Lagerhausviertel in das größte Freiluft-Street-Art-Museum der Welt verwandelt. Hunderte Wandgemälde von internationalen Künstlern wie Shepard Fairey, RETNA, Os Gemeos. Kostenlos zugänglich.
- Bushwick, Brooklyn (New York) — Die „Bushwick Collective" umfasst Dutzende Wandgemälde in der Troutman und Jefferson Street. Ständig wechselnde Werke, rau und authentisch.
- Arts District, Los Angeles — Die Fabrikhallen östlich von Downtown sind mit riesigen Murals bedeckt. Besonders die Row DTLA und die Umgebung der 7th Street.
- Pilsen, Chicago — Das mexikanisch-amerikanische Viertel hat eine der ältesten Mural-Traditionen der USA (seit den 1960er-Jahren) mit politischen und kulturellen Wandgemälden.
- Mission District, San Francisco — Die Balmy Alley und Clarion Alley sind enge Gassen, deren Wände komplett mit Murals bedeckt sind — oft mit politischen Botschaften.
Museen
Die USA beherbergen einige der besten Museen der Welt — und viele davon sind kostenlos oder für einen Spottpreis zugänglich (besonders die Smithsonian-Museen in Washington, D.C.).
Die Unverzichtbaren
- Metropolitan Museum of Art (The Met), New York — Eines der drei größten Kunstmuseen der Welt. 2 Millionen Objekte aus 5.000 Jahren Menschheitsgeschichte. „Pay what you wish" für Einwohner von New York, sonst 30 $. Ein Tag reicht nicht — plane mindestens zwei Besuche.
- Smithsonian Institution, Washington, D.C. — 21 Museen und Galerien, alle kostenlos. Die wichtigsten: National Air and Space Museum (Wright Flyer, Apollo 11, Space Shuttle Discovery), National Museum of American History (Star-Spangled Banner, Dorothy's Ruby Slippers), National Museum of African American History and Culture (2016 eröffnet, das eindrucksvollste Museum Washingtons — kostenlose Zeittickets nötig), National Gallery of Art.
- MoMA (Museum of Modern Art), New York — Die beste Sammlung moderner Kunst der Welt: Picasso, Monet, Warhol, Pollock, van Gogh. 25 $, freitags 16–20 Uhr kostenlos.
- Art Institute of Chicago — Impressionismus und Post-Impressionismus auf Weltklasse-Niveau (Seurat's „Sunday on La Grande Jatte", Grant Wood's „American Gothic", Edward Hopper's „Nighthawks"). 25–35 $.
- Getty Center, Los Angeles — Spektakuläre Architektur von Richard Meier auf einem Hügel über LA. Europäische Kunst von der Renaissance bis zur Gegenwart. Eintritt kostenlos (nur 20 $ Parking).
Spezialmuseen
- National September 11 Memorial & Museum, New York — Am Ground Zero, auf dem Gelände der zerstörten Twin Towers. Zutiefst bewegend. 28 $.
- Rock & Roll Hall of Fame, Cleveland — Die Geschichte der Rockmusik in einem I.M.-Pei-Gebäude am Erie-See. 30 $.
- Country Music Hall of Fame, Nashville — Alles über Country, von Hank Williams bis Taylor Swift. 28 $.
- National Civil Rights Museum, Memphis — Im Lorraine Motel, wo Martin Luther King Jr. 1968 erschossen wurde. Das wichtigste Museum zur Bürgerrechtsbewegung. 18 $.
Tipp
Viele US-Museen haben einen „Free Day" pro Woche oder Monat — recherchiere das vor deinem Besuch. In Washington, D.C. sind ALLE Smithsonian-Museen immer kostenlos — allein dafür lohnt sich ein Besuch der Hauptstadt.
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