Getränke
Wasser — Das beste der Welt
Islands Leitungswasser ist fantastisch — kristallklares Gletscherwasser, das über Lavastein natürlich gefiltert wird und zu den reinsten Trinkwassern der Welt gehört. Kaufe KEIN Flaschenwasser — das ist rausgeworfenes Geld und Ressourcenverschwendung. Fülle einfach deine Flasche am Hahn nach.
Das kalte Wasser ist perfekt. Das heiße Wasser riecht manchmal leicht nach Schwefel (Geothermie) — harmlos, aber gewöhnungsbedürftig. Ein Trick: Lass das heiße Wasser 30 Sekunden laufen, dann verschwindet der Geruch meist.
Alkohol — teuer, reguliert, aber gefeiert
Alkohol ist auf Island extrem teuer und streng reguliert:
- Vínbúðin: Der staatliche Alkoholladen — die EINZIGE legale Quelle für Bier, Wein und Spirituosen (außer Restaurants/Bars). Es gibt ca. 50 Filialen im ganzen Land, oft mit eingeschränkten Öffnungszeiten (Montag–Samstag, keine Sonntagsöffnung)
- Supermärkte: Verkaufen nur „Bier" (Pilsner/Lager) mit maximal 2,25% Alkohol — praktisch Wasser mit Biergeschmack. Nicht verwechseln!
- Duty Free am Flughafen: Der beste Ort zum Alkoholkauf! Bei der Ankunft in Keflavík direkt die Duty-Free-Halle durchqueren und eindecken. Die Isländer stehen dort selbst Schlange
Bierverbot bis 1989!
Eine der skurrilsten Geschichten Islands: Bier war von 1915 bis 1989 verboten. Die Prohibition (1915) wurde durch eine Volksabstimmung eingeführt, aber während Wein (1921) und Spirituosen (1935) wieder legalisiert wurden, blieb Bier verboten — angeblich, weil Bier zu „dänisch" sei und die nationale Identität bedrohe. Isländer umgingen das Verbot jahrzehntelang, indem sie „Bier" aus legalem 2,25%-Dünnbier und Schnaps mischten.
Erst am 1. März 1989 wurde echtes Bier legalisiert — der Bjórdagurinn (Biertag) wird noch heute gefeiert, und an diesem Tag herrscht in Islands Bars Ausnahmezustand.
Craft Beer Szene
Trotz (oder wegen) der kuriosen Geschichte boomt Islands Craft-Beer-Szene:
- Borg Brugghús: Reykjavíks bekannteste Craft-Brauerei. „Snorri" (Ale), „Garún" (Stout), „Surtur" (Doppelbock) und saisonale Specials
- Einstök Beer: Aus Akureyri — „Arctic Pale Ale" und „Icelandic White Ale" werden mit Gletscherwasser gebraut und sind auch international verfügbar
- Kaldi: Aus Árskógssandur in Nordisland. Islands beliebtestes Craft-Lager
- Ölvisholt: Auf einem Bauernhof im Südwesten — kreative Biere mit lokalen Zutaten (Lavaltier, Birke, etc.)
Brennivín — Der „Schwarze Tod"
Islands traditioneller Kartoffelschnaps mit Kümmelgeschmack (40% Vol.) wird im Volksmund „Svarti Dauði" (Schwarzer Tod) genannt — angeblich, weil die Prohibitionsbefürworter dem Etikett absichtlich einen möglichst abschreckenden Namen gaben. Es half nichts: Brennivín ist Islands Nationalspirituose und wird traditionell zum Hákarl gereicht.
Der Geschmack erinnert an skandinavischen Aquavit oder deutschen Kümmelschnaps. Ein Glas (ca. 1.800–2.500 ISK/12–17€ in Bars, deutlich günstiger im Duty Free) gehört zu den authentischsten kulinarischen Erfahrungen Islands. Skál!
💡 Tipp
Im Duty-Free-Shop am Flughafen Keflavík bei der ANKUNFT einkaufen — nicht beim Abflug! Die Isländer stehen dort selbst Schlange. Ein Six-Pack Bier kostet im Duty Free ca. 8–10€, in einer Bar wären das 60–80€. Maximale Einfuhrmenge beachten: 1 Liter Spirituosen + 6 Liter Bier oder andere Kombinationen.