Látrabjarg — Europas westlichster Punkt★★★
Papageitaucher bis zum Horizont
Látrabjarg ist Europas westlichster Punkt (24°32'W) und eine der größten Vogelklippen der Welt: 14 km lange, bis zu 441 Meter hohe Klippen, die senkrecht ins Meer abfallen. Hier nisten Millionen von Seevögeln, und das Erlebnis ist überwältigend — der Lärm, die Bewegung, der Geruch, der schiere Umfang der Kolonie.
Die Papageitaucher (Puffins) sind der Hauptgrund für den Besuch: An keinem anderen zugänglichen Ort der Welt kommst du den knuffigen Vögeln so nahe. Die Vögel brüten in Erdhöhlen in der Klippenkante und sind an Menschen gewöhnt — sie sitzen oft nur 1–2 Meter entfernt und lassen sich in aller Ruhe fotografieren. Mit ihren bunten Schnäbeln, dem tollpatschigen Gang und den schnell flatternden kurzen Flügeln sind sie unwiderstehlich.
Neben Papageitauchern nisten hier auch Trottellummen (Guillemots), Tordalken, Dreizehenmöwen, Basstölpel und Eissturmvögel — insgesamt Millionen von Brutpaaren.
Beste Zeit: Mitte Mai bis Mitte August (Brutzeit). Die Papageitaucher sind am aktivsten morgens und abends. Die Anfahrt ist lang und mühsam (50 km Schotterstraße von Patreksfjörður), aber das Erlebnis ist es absolut wert.
Heldengeschichte: Die Rettung der Dhoon
1947 strandete das britische Frachtschiff Dhoon am Fuß der Látrabjarg-Klippen. Die Bauern der umliegenden Farmen seilten sich in einer waghalsigen Rettungsaktion die 200 Meter hohen Klippen hinunter und retteten alle 12 Besatzungsmitglieder — bei Dunkelheit und Sturm, mit nur Seilen und roher Muskelkraft. Die Rettung wurde zum Symbol für den isländischen Gemeinschaftsgeist. Ein Monument am Klippenrand erinnert daran.
Achtung
Die Klippen sind ungesichert! Der Wind kann extrem stark sein (Böen bis 100+ km/h), und der Boden an der Klippenkante ist von Papageitaucher-Höhlen durchlöchert — Einbruchgefahr! Halte mindestens 2 Meter Abstand von der Kante. Niemals bei Sturm besuchen.