Salsa, Rumba & Reggaetón
In Kuba heißt Salsa offiziell Timba — und ist aggressiver, komplexer und rhythmisch wilder als die „polierte" New Yorker oder kolumbianische Salsa. Bands wie Los Van Van, NG La Banda und Charanga Habanera sind die Stars. Die Timba verbindet Son, Jazz, Funk und afrikanische Perkussion zu einem explosiven Sound, zu dem man nicht stillsitzen kann.
Rumba
Die Rumba ist der afrikanischste kubanische Musikstil — reine Perkussion (Congas, Cajones) und Gesang, entstanden in den Armenvierteln Havannas und Matanzas unter den Nachfahren der Sklaven. Es gibt drei Formen:
- Yambú: Langsam, elegant, für ältere Tänzer
- Guaguancó: Schneller, mit dem berühmten „vacunao" — einer symbolischen erotischen Geste des Mannes, die die Frau abzuwehren versucht
- Columbia: Solo-Tanz der Männer, virtuos und akrobatisch
Die beste Rumba erlebt man sonntags im Callejón de Hamel (Centro Habana) — einer mit Santería-Kunst bemalten Gasse, in der ab 12 Uhr Rumba-Gruppen spielen und das Viertel tanzt.
Reggaetón
Die kubanische Jugend hört Reggaetón — den bassbetonten Latin-Urban-Sound, der aus Puerto Rico kam und Kuba erobert hat. Obwohl von der älteren Generation und teilweise von der Regierung kritisch gesehen, ist Reggaetón in Clubs und auf Straßen allgegenwärtig. Kubas größter Star: Gente de Zona (bekannt für „Bailando" mit Enrique Iglesias).
💡 Tipp
Für Live-Musik musst du nicht in teure Touristenbars gehen. In jeder kubanischen Stadt gibt es eine Casa de la Trova (traditionelle Musikbar) und eine Casa de la Música (Salsa/Timba). Eintritt meist 1–5 €, die Musik ist erstklassig.