Geschichte & Kultur · Abschnitt 1/3

Entdeckung & Besiedelung

🇵🇹 Madeira Reiseführer

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Entdeckung & Besiedelung

Madeira war unbewohnt, als die portugiesischen Seefahrer João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira die Insel 1419 (Porto Santo) und 1420 (Madeira) offiziell für Portugal in Besitz nahmen. Allerdings war die Insel den Europäern bereits bekannt — auf einer genuesischen Karte von 1351 ist sie als „Isola della Legname" (Holzinsel) verzeichnet. Der Name Madeira bedeutet auf Portugiesisch ebenfalls „Holz" — denn die Insel war bei der Ankunft der Portugiesen vollständig mit dichtem Lorbeerwald bedeckt.

Die große Brandrodung

Um Land für die Besiedelung und den Ackerbau zu gewinnen, setzten die portugiesischen Kolonisten die Wälder in Brand — einer Legende nach brannte das Feuer sieben Jahre lang. Auch wenn diese Zahl übertrieben ist, vernichtete die Brandrodung einen Großteil des ursprünglichen Waldes und verwandelte die fruchtbare Vulkanerde in eines der produktivsten Agrargebiete des Atlantiks. Der verbliebene Lorbeerwald im Norden — der heutige UNESCO-Weltnaturerbe Laurissilva — ist das, was von dieser urtümlichen Vegetation übrig geblieben ist.

Zuckerrohr und Wohlstand

Ab dem 15. Jahrhundert wurde Madeira zum größten Zuckerrohrproduzenten der Welt. Der Zucker machte die Insel sagenhaft reich — die Kirchen von Funchal wurden mit vergoldetem Holz (aus dem Zuckerhandel finanziert) ausgestattet, und die Madeirenser Kaufleute gehörten zu den wohlhabendsten Europas. Als die Zuckerproduktion im 16. Jahrhundert nach Brasilien abwanderte, stieg Madeira auf Wein um — und der Madeira-Wein wurde zu einem der begehrtesten und teuersten Weine der Welt.

Strategische Bedeutung

Madeiras Lage mitten im Atlantik machte die Insel zu einem strategischen Knotenpunkt: Zwischenstopp auf dem Seeweg nach Afrika, Indien und Amerika, Nachschubstation für die britische Marine (die Briten hatten jahrhundertelang großen Einfluss auf Madeira) und im Zweiten Weltkrieg ein wichtiger Stützpunkt. Der letzte österreichische Kaiser Karl I. lebte hier im Exil und starb 1922 in Monte — sein Grab in der Kirche Nossa Senhora do Monte ist bis heute ein Wallfahrtsort.

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