Was sind Levadas?
Levadas (von „levar", portugiesisch für „tragen") sind offene Bewässerungskanäle, die seit dem 16. Jahrhundert das Regenwasser der niederschlagsreichen Nordseite Madeiras auf die trockenere Südseite transportieren. Über 2.500 Kilometer durchziehen diese schmalen Wasserkanäle die gesamte Insel — von den nebelverhangenen Berggipfeln durch dichte Lorbeerwälder, über schwindelerregende Abhänge und durch in den Fels gehauene Tunnel bis hinunter zu den Bananenplantagen und Zuckerrohrfeldern an der Küste.
Das Geniale: Entlang der meisten Levadas führen schmale Wartungswege, die einst für die Levadeiros (Kanalwärter) angelegt wurden und heute als einzigartige Wanderwege dienen. Die Wege sind relativ flach (die Levadas haben ein gleichmäßiges Gefälle von nur 1–2%), sodass du stundenlang auf konstantem Niveau durch die Landschaft wanderst — ohne die steilen Auf- und Abstiege, die Bergwanderungen normalerweise mit sich bringen.
Praktische Tipps für Levada-Wanderungen
- Schuhe: Feste, rutschfeste Wanderschuhe oder Trail-Running-Schuhe. Die Wege entlang der Levadas sind oft nass, matschig und mit Moos bewachsen — Flip-Flops sind ein Rezept für Desaster.
- Taschenlampe / Stirnlampe: Pflicht für Levadas mit Tunneln (Caldeirão Verde, 25 Fontes). Manche Tunnel sind 50–200 Meter lang, stockdunkel und niedrig — eine Stirnlampe befreit die Hände.
- Regenkleidung: In den Bergen und im Norden kann es jederzeit regnen, auch bei Sonnenschein in Funchal. Ein leichter Regenschutz gehört immer in den Rucksack.
- Höhenangst: Einige Levadas führen an steilen Abhängen entlang, manchmal mit schmalen Wegen und ohne Geländer. Wer unter Höhenangst leidet, sollte sich vorher über die Route informieren.
- Wasser & Snacks: Mindestens 1 Liter Wasser pro Person, dazu Snacks. Unterwegs gibt es keine Einkehrmöglichkeiten.