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Regionen · Kapitel 5

Nordküste: Alcúdia & Pollença

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Regionen · Kapitel 5

Nordküste: Alcúdia & Pollença

Der schöne Norden Mallorcas — familienfreundliche Traumstrände, charmante Altstädte mit Geschichte, das dramatische Cap de Formentor und eines der wichtigsten Feuchtgebiete des Mittelmeers. Die Region zwischen Alcúdia und Pollença vereint das Beste der Insel auf kleinem Raum: 14 Kilometer feiner Sandstrand, mittelalterliche Gassen, spektakuläre Küstenstraßen und eine Natur, die selbst im Hochsommer Ruhe ausstrahlt.

Nordküste entdecken

Die Nordküste Mallorcas ist die familienfreundlichste Region der Insel — und gleichzeitig eine der landschaftlich vielfältigsten. Hier treffen die letzten Ausläufer der Serra de Tramuntana auf die weite, flache Bucht von Alcúdia, und das Ergebnis ist spektakulär: Im Westen die dramatischen Klippen von Cap de Formentor, im Osten die sanften Dünen von Platja de Muro, dazwischen zwei der charmantesten Städtchen Mallorcas.

Die Bucht von Alcúdia beherbergt den längsten Sandstrand der Insel — 14 Kilometer feiner, goldener Sand, der so flach ins Meer abfällt, dass Kleinkinder hier sicher planschen können. Kein Wunder, dass deutsche und britische Familien seit Jahrzehnten wiederkommen. Aber die Nordküste ist weit mehr als ein Badeziel.

Alcúdia bezaubert mit einer vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer, römischen Ruinen und einem der besten Wochenmärkte der Insel. Pollença lockt mit den berühmten 365 Calvari-Stufen, einem lebhaften Sonntagsmarkt und dem prestigeträchtigen Musikfestival im Sommer. Und dann ist da das Cap de Formentor — jene wilde Halbinsel, die wie ein Finger ins Mittelmeer zeigt und mit ihrer Serpentinenstraße, den Steilklippen und dem einsamen Leuchtturm zu den aufregendsten Orten Mallorcas zählt.

Dazu kommt mit dem Parc Natural de S'Albufera das größte Feuchtgebiet der Balearen — ein Paradies für Vogelbeobachter mit über 300 nachgewiesenen Arten. Die Nordküste ist die perfekte Region für Familien mit Kindern, aber auch für Radfahrer, Wanderer und alle, die Mallorca jenseits des Ballermann-Klischees entdecken wollen.

Plane mindestens 4–5 Tage für die Nordküste ein. Mit dem Mietwagen erreichst du alles in kurzer Zeit: Alcúdia–Pollença sind nur 10 Minuten, Alcúdia–Cap de Formentor etwa 40 Minuten.

Tipp

Die Nordküste ist ideal als Basis für einen Mallorca-Urlaub: Vom Port d'Alcúdia erreichst du Palma in 50 Minuten, die Ostküsten-Calas in 40 Minuten und die Tramuntana-Dörfer in 30 Minuten. Viele Familien buchen hier zwei Wochen und machen Tagesausflüge in alle Richtungen.

Alcúdia★★

Alcúdia ist eine der ältesten Siedlungen Mallorcas — bereits die Römer gründeten hier im Jahr 123 v. Chr. die Stadt Pollentia, deren Ruinen heute noch besichtigt werden können. Die mittelalterliche Altstadt, vollständig umgeben von einer imposanten Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert, gehört zu den besterhaltenen auf den Balearen.

Der Kontrast könnte kaum größer sein: Innerhalb der Mauern schmale Gassen mit Sandsteinpalästen, gotische Kirchen und versteckte Innenhöfe voller Bougainvillea. Vor den Toren das touristische Port d'Alcúdia mit Hotels, Restaurants und dem endlosen Strand. Beide Welten liegen nur 2 Kilometer auseinander und ergänzen sich perfekt.

Der Markt am Dienstag und Sonntag ist einer der größten und authentischsten Mallorcas. Hunderte Stände breiten sich entlang der Stadtmauer aus: Lederwaren, Keramik, Sobrasada (die mallorquinische Paprikawurst), Ensaimadas (Hefeschnecken), Oliven, Mandeln, frisches Obst. Am Sonntagsmarkt kommen auch viele Einheimische — der ist weniger touristisch als der am Dienstag.

Die römische Stadt Pollentia liegt direkt an der Straße zwischen Alcúdia und dem Hafen. Reste des Forums, eines Theaters (das einzige auf den Balearen!) und eines Wohnviertels sind freigelegt. Das kleine, aber feine Museu Monogràfic de Pollentia in der Altstadt zeigt die Fundstücke. Pollentia war einst die Hauptstadt der römischen Balearen — ein faszinierendes Stück Geschichte, das viele Touristen komplett übersehen.

Für Sportliche lohnt sich der Aufstieg zur Ermita de la Victòria (7 km östlich): eine Wallfahrtskirche auf 200 m Höhe mit Panoramablick über die gesamte Bucht. Mountainbiker lieben die Trails auf der Halbinsel La Victòria.

Altstadt & Stadtmauer

Altstadt Alcúdia, Eingang über Porta del Moll
Frei zugänglich, 24/7
Kostenlos

Die Stadtmauer von Alcúdia ist die besterhaltene mittelalterliche Befestigung Mallorcas. Im 14. Jahrhundert unter König Jaume II. erbaut, umschließt sie die gesamte Altstadt auf einer Länge von 1,5 Kilometern. An einigen Stellen kann man auf der Mauer entlanggehen und den Blick über die Dächer der Altstadt und die Bucht genießen — kostenlos und jederzeit zugänglich.

Betritt die Altstadt durch das Porta del Moll (auch Porta de Xara), das Haupttor mit seinen zwei massiven Türmen aus dem 14. Jahrhundert. Im Inneren erwarten dich verwinkelte Gassen, die Pfarrkirche Sant Jaume (14. Jahrhundert, neugotische Fassade, Rosettefenster) und die winzige Kapelle Santa Anna aus dem 13. Jahrhundert — eines der ältesten Gebäude Mallorcas.

Am schönsten ist die Altstadt morgens vor 10 Uhr, wenn die Gassen noch ruhig sind und das Licht durch die Sandsteinfassaden golden leuchtet. Abends ab 19 Uhr verwandeln sich die Plätze in Freiluft-Restaurants: Die Plaça Constitució mit ihren Cafés ist der perfekte Ort für einen Sundowner.

Tipp: Das kleine Touristenbüro am Carrer Major hat kostenlose Altstadtpläne mit einem markierten Rundgang (ca. 45 Min.).

Tipp

An Markttagen (Dienstag und Sonntag) ist die Altstadt besonders lebhaft, aber auch voller. Wer Ruhe sucht, kommt mittwochs oder donnerstags — dann hat man die Gassen fast für sich allein.

Port d'Alcúdia

Port d'Alcúdia ist das touristische Herz der Nordküste und gleichzeitig deren größter Ferienort. Die lange Uferpromenade (Passeig Marítim) zieht sich am Hafen entlang, gesäumt von Restaurants, Eisdielen und Souvenirläden. Am Hafen selbst liegen Fischerboote neben Ausflugsbooten — von hier starten Bootstouren zum Cap de Formentor, nach Cala Sant Vicenç und entlang der Nordküste.

Der Ort ist klar auf Familien und Pauschalurlauber ausgerichtet: Dutzende Hotels in allen Kategorien, Minigolfplätze, Wasserparks (Hidropark mit Rutschen und Wellenbad, Eintritt ca. 17€ für Erwachsene, 12€ Kinder), Go-Kart-Bahnen und ein Yachthafen. Es ist nicht das authentischste Mallorca, aber für Familien mit kleinen Kindern bietet Port d'Alcúdia eine perfekte Infrastruktur.

Die Strandpromenade ist ideal für abendliche Spaziergänge — besonders der Abschnitt vom Hafen Richtung Süden, wo die Hotels aufhören und die Dünen von S'Albufera beginnen. Radfahrer nutzen den gut ausgebauten Radweg, der parallel zum Strand bis nach Can Picafort führt (ca. 12 km).

Am Hafen gibt es einen kleinen Fischmarkt (Lonja del Pescado), wo morgens der frische Fang verkauft wird. Fangfrischer Fisch zum Selbstkochen — Dorade, Wolfsbarsch, Garnelen, Tintenfisch.

Tipp

Fahrradverleih gibt es überall in Port d'Alcúdia (ab 8€/Tag). Der flache Radweg entlang der Bucht ist perfekt für Familien. Für Rennradfahrer ist die Region ein Traum — im Frühjahr trainieren hier Profiteams.

Platja d'Alcúdia & Platja de Muro★★★

Der längste Sandstrand Mallorcas erstreckt sich über 14 Kilometer entlang der gesamten Bucht von Alcúdia — von Port d'Alcúdia im Norden bis Can Picafort im Süden. Feiner, goldener Sand, kristallklares, türkisfarbenes Wasser und ein so sanft abfallender Meeresboden, dass man teilweise 50 Meter hinauswaten muss, bevor es tiefer wird. Das macht diesen Strand zum besten Familienstrand Mallorcas — vielleicht sogar des gesamten westlichen Mittelmeers.

Der Strand teilt sich in mehrere Abschnitte mit unterschiedlichem Charakter:

Platja d'Alcúdia (Norden) — Der belebteste Abschnitt direkt vor Port d'Alcúdia. Sonnenschirme und Liegen (ab 8€/Set), Strandbars (Chiringuitos), Wassersportverleih, Tretboote, Bananenboote. Hotels und Restaurants direkt dahinter. Hier ist es im Sommer voll, aber die Infrastruktur ist perfekt für Familien.

Platja de Muro / Sector 1 (Es Braç) — Der berühmte Abschnitt, der in den Reiseführern steht: karibisch anmutendes Wasser über weißem Sand, Dünen mit Strandhafer, Kiefernwald als natürlicher Schattenspender. Weniger bebaut, ruhiger, naturbelassener. Parkplatz vorhanden (5€/Tag im Sommer). Hier liegt auch der beliebte Chiringuito Sa Caseta des Capellans — eine Institution für Paella und frischen Fisch direkt am Strand.

Platja de Muro / Sector 2-3 (Richtung Can Picafort) — Noch ruhiger, teilweise fast menschenleer außerhalb der Hauptsaison. Direkt angrenzend an den Naturpark S'Albufera. Perfekt für lange Strandspaziergänge. Weniger Infrastruktur, dafür mehr Natur.

Es Comú de Muro — Der naturbelassenste Abschnitt: geschütztes Dünengebiet, kein Liegenverleih, keine Strandbars. Hinter den Dünen beginnt direkt der Naturpark S'Albufera. Auch ein beliebter FKK-Abschnitt (am südlichen Ende). Für Naturliebhaber der schönste Teil des gesamten Strandes.

Das Wasser an der gesamten Bucht ist außergewöhnlich klar und erwärmt sich im Sommer auf 24–27°C. Quallen sind selten, aber im Hochsommer möglich — die Gemeinde hisst dann rote Flaggen.

Tipp

Platja de Muro Sector 1 ist der Traumstrand — aber komme im Juli/August vor 10 Uhr, sonst sind die besten Plätze unter den Kiefern belegt. Außerhalb der Hauptsaison (Mai, Juni, September, Oktober) ist der Strand herrlich leer und das Wasser immer noch warm genug zum Baden.

Pollença★★

Pollença ist das kulturelle Herz der Nordküste — ein mallorquinisches Landstädtchen, das seinen Charakter trotz des Tourismus bewahrt hat. Hier gibt es keine Bettenburgen, keine Souvenirmeilen, sondern verwinkelte Gassen aus honigfarbenem Sandstein, einen der schönsten Hauptplätze der Insel und eine lebendige Kulturszene.

Das absolute Wahrzeichen sind die 365 Stufen des Calvari (Puig del Calvari): Eine lange, von Zypressen gesäumte Steintreppe führt vom Zentrum hinauf zu einer kleinen Kapelle auf dem Kalvarienberg. Der Aufstieg dauert etwa 15 Minuten und wird mit einem atemberaubenden Panoramablick über die Stadt, die Tramuntana-Berge und die Bucht von Pollença belohnt. Besonders schön bei Sonnenuntergang, wenn die Berge golden leuchten. Am Karfreitag findet hier die eindrucksvolle Davallament-Prozession statt — die Kreuzabnahme wird auf den Stufen nachgestellt.

Die Plaça Major ist das Wohnzimmer der Stadt: ein weiter Platz mit Platanen, Cafés unter Arkaden und der Pfarrkirche Nostra Senyora dels Àngels. Jeden Sonntag findet hier einer der beliebtesten Wochenmärkte Mallorcas statt — lokaler und authentischer als der in Alcúdia. Einheimische kaufen hier Gemüse, Käse, Sobrasada und Kräuter, Touristen stöbern nach Keramik, Leinenstoffen und Olivenholz-Produkten.

Im Sommer verwandelt sich Pollença in eine Kulturhauptstadt: Das Festival de Pollença (Juli/August) bringt seit 1962 klassische Musik, Jazz und Weltmusik in den mittelalterlichen Kreuzgang von Sant Domingo — ein Konzerterlebnis der Extraklasse unter freiem Sternenhimmel. Tickets ab ca. 25€.

Unweit der Stadt liegt das Kloster Santuari del Puig de Maria (333 m): Ein kurzer, steiler Aufstieg (30 Min. ab Parkplatz) führt zu einem Kloster aus dem 14. Jahrhundert mit einer einfachen Herberge und einem der besten Aussichtspunkte der Region. Im kleinen Refektorium gibt es Pa amb Oli (Brot mit Olivenöl und Tomaten) und mallorquinische Kräuterliköre.

Tipp

Der Sonntagsmarkt in Pollença beginnt ab 8 Uhr — komme früh (vor 10 Uhr), dann findest du noch Parkplätze und der Markt ist am schönsten. Sonntags gibt es auch einen Flohmarkt am Ortsrand (Richtung Sa Pobla). Pollença ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in die Tramuntana.

Port de Pollença

Port de Pollença (Puerto Pollensa) ist der ruhigere, elegantere Cousin von Port d'Alcúdia. Statt Massentourismus gibt es hier eine entspannte, fast britisch geprägte Atmosphäre — das Städtchen ist seit den 1930er-Jahren bei englischen Künstlern und Schriftstellern beliebt (Agatha Christie schrieb hier Teile eines Romans).

Das Herzstück ist die Strandpromenade — eine der schönsten auf Mallorca. Ein breiter Gehweg führt am Meer entlang, gesäumt von Restaurants, Cafés und niedrigen Hotels. Kein Hochhaus stört die Sicht auf die dramatische Bergkulisse der Tramuntana. Der Stadtstrand ist schmal, aber angenehm: Sand und Kies, klares Wasser, Blick auf die Halbinsel Formentor. Am nördlichen Ende wird der Strand ruhiger und naturbelassener.

Der absolute Höhepunkt ist der Passeig dels Pins (Pine Walk) — eine legendäre, 1 km lange Allee aus knorrigen, über 100 Jahre alten Aleppokiefern direkt am Wasser. Die Bäume biegen sich malerisch über den Weg, das Licht filtert durch die Nadeln. Dieser Spaziergang, besonders im goldenen Licht der Abendsonne, gehört zu den romantischsten Erlebnissen auf Mallorca. Am Ende des Pine Walks liegt ein kleiner Kiesstrand (Platja de l'Illot) mit Blick auf die vorgelagerte Insel Illa de Formentor.

Wassersport spielt in Port de Pollença eine große Rolle: Die Bucht ist eines der besten Segelreviere Mallorcas, mit konstantem Wind (Embat) nachmittags. Segelschulen (ab ca. 40€/Stunde), Kajakverleih (ab 15€/Stunde), Stand-Up-Paddling (ab 12€/Stunde) und Windsurfen stehen zur Verfügung. Der Club Nàutic organisiert internationale Regatten.

Im Hafen starten Bootsausflüge zum Cap de Formentor und zur Platja de Formentor — eine der besten Möglichkeiten, die Klippen vom Wasser aus zu erleben und den Strandverkehr zu umgehen (ab ca. 15€ return). Auch Glasbodenboote fahren entlang der Küste.

Abends ist Port de Pollença angenehm belebt, ohne hektisch zu sein. Die Promenade füllt sich mit Spaziergängern, in den Restaurants wird frischer Fisch serviert, und an der Mole sitzen Angler neben verliebten Paaren. Kein Ballermann, sondern Mittelmeer-Idylle pur.

Tipp

Der Pine Walk ist bei Sonnenuntergang am schönsten — plane den Spaziergang für ca. 1 Stunde vor Sonnenuntergang. Danach ein Abendessen am Hafen. Im Frühjahr und Herbst ist Port de Pollença besonders ruhig und mild — perfekt für Rennradfahrer und Wanderer.

Cap de Formentor★★★

Das Cap de Formentor ist Mallorcas dramatischster Ort — eine 20 Kilometer lange, schmale Halbinsel, die wie ein zerklüfteter Finger ins Mittelmeer ragt. Steilklippen fallen 300 Meter senkrecht ins tiefblaue Meer, die Serpentinenstraße windet sich in haarsträubenden Kurven an Abgründen entlang, und am äußersten Ende steht ein einsamer Leuchtturm auf 210 Metern Höhe, als Wächter über das Ende der Welt. Dies ist zweifellos einer der spektakulärsten Orte im gesamten Mittelmeerraum.

Die Fahrt beginnt in Port de Pollença und führt zunächst zum Mirador de Mal Pas (auch Mirador Es Colomer) — einem Aussichtspunkt auf 300 Metern Höhe, der einen Blick bietet, den man nie vergisst: Die zerklüftete Klippe El Colomer ragt wie ein Wachtturm aus dem Meer, das Wasser schimmert in allen Blautönen von Türkis bis Tintenblau, und bei klarer Sicht sieht man bis Menorca. Es gibt einen Parkplatz und einen kurzen Fußweg zum Aussichtspunkt (5 Min.).

Weiter geht es durch dichten Kiefernwald und über haarsträubende Serpentinen zum Platja de Formentor — einem der schönsten Strände der Insel. Feiner, weißer Sand, umrahmt von Kiefern, die bis ans Wasser reichen, und kristallklares Wasser in unwirklichen Türkistönen. Das legendäre Hotel Formentor (1929 eröffnet, Gäste wie Winston Churchill, Grace Kelly, Charlie Chaplin) thront über dem Strand und verleiht dem Ort einen Hauch von Glamour vergangener Zeiten.

Der letzte Abschnitt zum Leuchtturm (Far de Formentor) ist der wildeste: Die Straße schraubt sich durch karge, windgepeitschte Landschaft zum äußersten Punkt der Halbinsel. Der Leuchtturm (1863 erbaut) steht auf einer Klippe 210 Meter über dem Meer. Der Blick bei Sonnenuntergang — wenn die Klippen golden leuchten, das Meer glüht und die Sonne langsam im Wasser versinkt — ist der beste Sunset-Spot auf Mallorca. Plane für den Sonnenuntergang aber genügend Zeit für die Rückfahrt im Dunkeln ein (Serpentinen ohne Straßenbeleuchtung!).

Der Leuchtturm selbst ist nicht begehbar, aber das Gelände drumherum ist frei zugänglich. Es gibt eine kleine Bar mit Getränken und Snacks (saisonabhängig). Die Felsenküste um den Leuchtturm ist wild und fotogen — aber Vorsicht an den unbefestigten Kanten!

Tipp

Die beste Tageszeit für Cap de Formentor: Morgens (8–10 Uhr) für den Mirador und den Strand, wenn es noch leer ist. Für den Leuchtturm zum Sonnenuntergang kommen. In der Nebensaison (Oktober–Mai) kannst du die gesamte Strecke selbst fahren — dann ist es magisch ruhig. Radfahrer lieben die Strecke im Frühjahr (Achtung: sehr steil, Rennrad-Niveau!).

Achtung

Im Sommer (15. Juni – 15. September) ist die Zufahrt zum Leuchtturm für Privatfahrzeuge ab dem Abzweig Platja de Formentor GESPERRT. Du musst den Shuttlebus ab Port de Pollença nehmen (ca. 3€, regelmäßig). Zum Strand und zum Mirador darfst du weiterhin selbst fahren. Außerhalb der Sperrzeit wird die Straße sehr eng — Gegenverkehr mit Reisebussen erfordert Nerven. Fahre nie zu schnell, es gibt enge Kurven ohne Leitplanken!

S'Albufera Naturpark

Ctra. Alcúdia-Artà, km 28, Muro
Täglich 9–18 Uhr (Sommer), 9–17 Uhr (Winter). Geschlossen am 25.12. und 01.01.
Kostenlos (Registrierung am Empfang erforderlich)

Der Parc Natural de S'Albufera ist das größte Feuchtgebiet der Baleareninseln — und eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete im westlichen Mittelmeer. Auf über 1.700 Hektar erstrecken sich Sümpfe, Lagunen, Schilfgürtel, Kanäle und Feuchtwiesen zwischen Platja de Muro und Sa Pobla. Ein stiller, grüner Gegenpol zum Strandtrubel nur wenige hundert Meter entfernt.

Über 300 Vogelarten wurden hier nachgewiesen — von der seltenen Marmelente über Flamingos, Seidenreiher und Fischadler bis hin zu Tausenden von Zugvögeln, die im Frühling und Herbst hier rasten. Vier markierte Wanderwege (1,5–11 km) führen durch den Park, vorbei an Beobachtungshütten (Hides), von denen aus man die Vögel ungestört beobachten kann. Der kürzeste Weg (Itinerari 1, ca. 1,5 km) ist auch mit einem Kinderwagen machbar.

Der Eintritt ist kostenlos, allerdings muss man sich am Empfangszentrum (Centre de Recepció, an der Brücke Sa Roca) registrieren und erhält eine kostenlose Parkerlaubnis. Das Empfangszentrum bietet eine kleine Ausstellung über das Ökosystem, Fernglas-Verleih und aktuelle Informationen zu Vogelsichtungen.

Neben Vögeln beherbergt S'Albufera auch eine reiche Flora: Orchideen (im Frühling über 30 Arten!), endemische Pflanzen und dichte Schilfwälder. Auch Schildkröten (die europäische Sumpfschildkröte) und verschiedene Libellenarten leben hier.

Besonders schön ist der Park im Frühling (März–Mai), wenn die Zugvögel durchziehen, die Orchideen blühen und das Licht weich ist. Im Hochsommer kann es heiß und mückenreich werden — dann unbedingt Mückenschutz mitbringen! Im Herbst (September–November) kommen erneut Zugvögel, und Flamingos sind dann besonders häufig.

Fahrradfahrer lieben den Park: Ein flacher Radweg führt von Platja de Muro am Parkrand entlang nach Sa Pobla (ca. 8 km). Die Kombination aus Strandtag und Naturpark-Radtour ist ein perfekter Familientag.

Tipp

Komme morgens früh (Park öffnet um 9 Uhr, April–September; 9 Uhr, Oktober–März) — dann sind die Vögel am aktivsten und das Licht am schönsten. Bringe Fernglas und Sonnenschutz mit. Der Park schließt um 18 Uhr (Sommer) bzw. 17 Uhr (Winter). Hunde sind nicht erlaubt.

Essen an der Nordküste

Die Nordküste bietet eine überraschend gute Restaurantszene — von bodenständigen Fischrestaurants am Hafen über authentische mallorquinische Gasthäuser bis hin zu gehobenen Küchen mit Meerblick. Die Region ist weniger experimentell als Palma, dafür ehrlicher und familienfreundlicher.

€ Budget (Hauptgericht unter 14€)

Ca'n Costa · Carrer d'en Serra 58, Pollença
Ehrliche mallorquinische Küche seit Generationen. Tumbet (Gemüseauflauf), Frit Mallorquí (gebratene Innereien mit Gemüse — klingt seltsam, schmeckt fantastisch), Lammschulter aus dem Ofen. Winziger Familienbetrieb, nur wenige Tische.
8–14€ · Di–Sa 12–15 & 19–22 Uhr

Bodega d'es Port · Passeig Saralegui 2, Port de Pollença
Beliebte Tapas-Bar an der Promenade. Patatas Bravas, Pimientos de Padrón, gegrillter Tintenfisch, lokale Weine. Ideal für einen schnellen, günstigen Snack vor dem Strandspaziergang.
6–12€ · Täglich 11–23 Uhr

Sa Caseta des Capellans · Platja de Muro (direkt am Strand)
Legendärer Chiringuito direkt im Sand. Paella (ab 14€ p.P., für 2 Personen bestellen!), gegrillte Sardinen, frische Salate, Sangría. Füße im Sand, Meerblick — besser wird ein Strandtag nicht. Nur Barzahlung!
10–18€ · Täglich 10–18 Uhr (nur Sommersaison April–Oktober)

€€ Mittelklasse (Hauptgericht 14–25€)

Stay Restaurant · Moll Vell s/n, Port de Pollença
Modernes Restaurant direkt am Hafen mit kreativer mediterraner Küche. Tagesfrischer Fisch, Risotto mit Meeresfrüchten, hervorragende Desserts. Terrasse mit Blick auf die Boote und die Berge.
14–26€ · Täglich 12–23 Uhr · ★★

Restaurant Alcúdia · Carrer des Moll 2, Alcúdia Altstadt
In einem historischen Stadthaus mit Innenhof. Mallorquinische Klassiker auf gehobenem Niveau: Spanferkel (Lechona), Lammkeule, Arròs Brut (mallorquinische Reissuppe). Gute lokale Weinkarte.
16–24€ · Mi–Mo 12:30–15 & 19–22:30 Uhr · ★★

Laguna Restaurant · Passeig de la Platja, Port d'Alcúdia
Familienfreundliches Restaurant am Strand mit internationaler und mallorquinischer Küche. Große Portionen, Kinderkarte, Hochstühle. Besonders gut: die Fischplatte für zwei (ca. 38€) und die Paella.
12–22€ · Täglich 10–23 Uhr

€€€ Gehoben (Hauptgericht 25€+)

Argos Restaurant · Carretera Formentor km 3.5, Port de Pollença
Elegantes Restaurant mit Panoramaterrasse und Blick über die Bucht. Mediterrane Fusionsküche auf hohem Niveau: Thunfisch-Tataki, Lammrücken mit Kräuterkruste, Zitronensorbet mit Hierbas. Perfekt für einen besonderen Abend.
28–42€ · Di–Sa 19–23 Uhr · ★★★ · Reservierung empfohlen

Restaurant 365 · Hotel & Spa Son Brull, Ctra. Pollença-Lluc km 49.8
Im eleganten Landhotel Son Brull (ehemaliges Kloster). Degustationsmenü mit mallorquinischen Produkten auf Fine-Dining-Niveau: schwarzes Schwein, Camaiot-Wurst, Tramuntana-Lamm, Zitrusfrüchte aus dem eigenen Garten. Michelin-Empfehlung.
45–75€ (Menü) · Mi–So 19:30–22 Uhr · ★★★ · Reservierung Pflicht

Cafés & Eis

Café Espanyol · Plaça Major, Pollença — Kaffee und Ensaimada auf Pollençàs schönstem Platz. Sonntags zum Markt ein Muss. Café con Leche 2,20€.

Gelateria Art · Carrer Major, Alcúdia — Artisanales Eis mit mallorquinischen Aromen: Mandeleis, Hierbas, Zitrone. Kugel 2,50€.

Cappuccino Grand Café · Passeig Marítim, Port de Pollença — Teil der bekannten mallorquinischen Kette. Guter Kaffee, Kuchen, Frühstück. Meerblick-Terrasse.

Tipp

Für Paella an der Nordküste gilt: Immer für mindestens 2 Personen bestellen (ist so üblich auf Mallorca) und 20–30 Minuten Wartezeit einplanen — frisch zubereitet, nicht aufgewärmt! Die beste Paella der Region gibt es am Strand (Sa Caseta des Capellans) oder im Stay Restaurant am Hafen.

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