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Regionen · Kapitel 6

Ostküste

Mallorca Reiseführer

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RegionenKapitel 6: Ostküste
Regionen · Kapitel 6

Ostküste

Versteckte Buchten (Calas) mit türkisem Wasser, spektakuläre Tropfsteinhöhlen, authentische Hafenstädtchen und eine Landschaft, die sich dem Massentourismus weitgehend entzogen hat. Die Ostküste Mallorcas ist ein Mosaik aus kleinen Paradiesen — jede Cala hat ihren eigenen Charakter, und hinter der nächsten Klippe wartet schon die nächste Überraschung.

Ostküste entdecken

Die Ostküste Mallorcas ist das Gegenstück zum touristisch erschlossenen Südwesten: Statt langer Strände und großer Hotelanlagen gibt es hier Dutzende kleiner, oft versteckter Buchten (Calas), die sich wie Fjorde in die Felsenküste einschneiden. Das Wasser leuchtet in unwirklichen Türkis- und Smaragdtönen, die Klippen sind von Kiefern bewachsen, und an vielen Stellen fühlt man sich wie in einer Postkarte aus den 1960er-Jahren.

Die Ostküste erstreckt sich von Cala Ratjada im Norden über Porto Cristo mit den weltberühmten Drachenhöhlen bis hinunter nach Cala Mondragó und Cala Figuera im Süden — gut 80 Kilometer Küstenlinie mit mehr als 30 verschiedenen Calas, von denen jede ihren eigenen Charakter hat.

Hinter der Küste liegt eine ländliche, sanft hügelige Landschaft mit Mandelbäumen, Feigenkakteen und alten Fincas. Das Städtchen Artà mit seiner Bergfestung gehört zu den authentischsten Orten der Insel. Felanitx und Manacor (die zweitgrößte Stadt Mallorcas, Heimat von Rafael Nadal und der Majorica-Perlenmanufaktur) bieten Einblicke ins Alltagsleben jenseits des Tourismus.

Die Ostküste ist ideal für Entdecker und Naturliebhaber: Wer bereit ist, ein paar Kilometer zu wandern oder auf Komfort zu verzichten, wird mit einsamen Traumstränden belohnt. Aber auch Familien finden hier viel — die Resorts Cala Millor und Sa Coma bieten klassischen Strandurlaub mit guter Infrastruktur.

Plane mindestens 5–7 Tage für die Ostküste ein. Ein Mietwagen ist hier unverzichtbar — viele der schönsten Calas liegen abseits der Hauptstraßen und sind ohne Auto nicht erreichbar.

Tipp

Die schönsten Calas der Ostküste sind mit dem Auto erreichbar, aber die Parkplätze sind im Sommer schnell voll (oft schon ab 10 Uhr). Komme früh oder nutze die Mittagszeit, wenn viele zum Essen zurückfahren. Für einige Calas (z.B. Cala Varques) muss man 20–30 Minuten zu Fuß gehen — festes Schuhwerk und Wasser nicht vergessen!

Cala Ratjada & Capdepera★★

Cala Ratjada (Cala Rajada) ist der nördlichste Ferienort der Ostküste — ein ehemaliges Fischerdorf, das sich zu einem lebhaften, aber nicht überlaufenen Urlaubsort entwickelt hat. Die Mischung aus Hafenatmosphäre, gutem Nachtleben und einem der besten Strände Mallorcas in unmittelbarer Nähe macht Cala Ratjada besonders bei jüngeren Urlaubern und Familien beliebt.

Der Hafen ist das Herz des Ortes: Fischerboote neben Yachten, Restaurants entlang der Mole, im Sommer Fährverbindungen nach Menorca (Illes Balears). Vom Hafen führt ein schöner Küstenweg (ca. 20 Min.) zur Cala Agulla — einem der schönsten Strände der Insel.

Die Cala Agulla ist ein Traum: 500 Meter feiner, heller Sand, umrahmt von bewaldeten Hügeln und duftenden Kiefern, kristallklares Wasser in allen Blauschattierungen. Der Strand liegt in einem Naturschutzgebiet (Àrea Natural d'Especial Interès), deshalb gibt es hier keine Hotelbauten direkt am Strand — nur natürliche Schönheit. Sonnenschirme und Liegen können gemietet werden (ca. 8€/Set), es gibt eine Strandbar und Rettungsschwimmer im Sommer. Perfekt für Familien: flach abfallend, sauberes Wasser, Blaue Flagge.

Nebenan liegt die kleinere Cala Mesquida — wilder, mit Dünen und weniger erschlossen. Ebenfalls Naturschutzgebiet, teilweise Militärgelände. Der Strand ist breiter und windiger als Cala Agulla, dafür oft leerer.

Nur 3 Kilometer landeinwärts thront die Burg von Capdepera (Castell de Capdepera) — die am besten erhaltene Festung Mallorcas. Die gewaltige Anlage aus dem 14. Jahrhundert krönt einen Hügel über dem gleichnamigen Städtchen und bietet einen 360-Grad-Panoramablick über die Ostküste, das Meer bis Menorca und die Berge der Tramuntana. Die Burg ist begehbar, man kann über die Zinnen laufen und den Wachtturm besteigen. Im Inneren liegt die gotische Kapelle Nostra Senyora de l'Esperança.

Capdepera selbst ist ein charmantes Städtchen mit Mittwochsmarkt, kleinen Cafés und einer Tradition der Korbflechterei (Llatra) — ein mallorquinisches Handwerk, das hier seit Jahrhunderten gepflegt wird. Auf dem Markt und in kleinen Läden findet man handgeflochtene Körbe, Hüte und Taschen aus Palmblättern.

Tipp

Die Burg von Capdepera ist im Sommer täglich 9–20 Uhr geöffnet (Winter bis 17 Uhr), Eintritt 3€. Komme zum Sonnenuntergang — dann leuchtet die Burg golden und der Blick aufs Meer ist magisch. Für Cala Agulla im Sommer: Parkplatz kostet 5€/Tag, komme vor 10 Uhr für einen guten Platz.

Artà★★

Artà ist eines der authentischsten Städtchen Mallorcas — ein Ort, der vom Tourismus kaum berührt wurde und seinen ländlichen, mallorquinischen Charakter vollständig bewahrt hat. Die 7.500-Einwohner-Stadt liegt auf einem Hügel im Nordosten der Insel, gekrönt vom wehrhaften Santuari de Sant Salvador, einer Wallfahrtskirche und Festung aus dem 14. Jahrhundert, die über eine monumentale Freitreppe (180 Stufen) vom Zentrum aus erreichbar ist.

Der Aufstieg zum Santuari ist ein Muss: Die breite, von Zypressen gesäumte Treppe führt an der Pfarrkirche Transfiguració del Senyor vorbei und hinauf zur Festung. Oben angekommen öffnet sich ein Panorama über die Dächer der Altstadt, die Hügel des Hinterlands und bei klarer Sicht bis zur Nordküste. Die Wallfahrtskirche selbst (Origina aus dem 13. Jahrhundert, mehrfach erweitert) beherbergt eine verehrte Marienstatue und einen stimmungsvollen Kreuzgang.

In der Altstadt gibt es verwinkelte Gassen, traditionelle Handwerksbetriebe (Keramik, Korbflechterei, Lederwaren) und einige der besten kleinen Restaurants der Region. Der Dienstagsmarkt auf der Plaça del Conqueridor ist klein, aber fein — hier kaufen Einheimische ein, nicht Touristen.

Nur 2 Kilometer außerhalb der Stadt liegt die Siedlung Ses Païsses — eine prähistorische Talaiot-Siedlung aus der Bronzezeit (ca. 1000 v. Chr.), die zu den wichtigsten archäologischen Stätten Mallorcas zählt. Die massive Zyklopenmauer (bis zu 3,5 m hoch, aus riesigen Steinblöcken ohne Mörtel gebaut) umschließt ein Dorf mit einem zentralen Wachtturm (Talaiot), Wohnhäusern und einem Versammlungsraum. Der Ort ist atmosphärisch — alte Steineichen überwuchern die Ruinen, und man ist oft ganz allein hier.

Ses Païsses: Eintritt 4€, Mo–Sa 10–17 Uhr (Sommer bis 18 Uhr). Gut ausgeschildert ab Artà Richtung Cala Torta.

Artà ist auch ein exzellenter Ausgangspunkt für Wanderungen: Die Halbinsel Llevant (Parc Natural de la Península de Llevant) bietet markierte Wanderwege durch unberührte Küstenlandschaft mit einsamen Buchten, die nur zu Fuß erreichbar sind — etwa die wilde Cala Torta oder die abgelegene S'Arenalet des Verger.

Tipp

Artà ist der perfekte Halbtagesausflug: Vormittags den Markt besuchen (dienstags), Kaffee auf der Plaça, Aufstieg zum Santuari, dann Ses Païsses. Nachmittags zur Cala Torta zum Baden (20 Min. Fahrt, unbefestigte Straße, kein Liegenverleih — aber wild und wunderschön).

Coves del Drac (Drachenhöhlen)★★★

Ctra. Coves s/n, 07680 Porto Cristo
Täglich ab 10 Uhr, letzte Führung 17 Uhr. Nov–März: eingeschränkte Zeiten, nur 10:30, 12, 14, 15:30 Uhr
17€ (Erwachsene), 10€ (Kinder 3–12), unter 3 frei. Online-Tickets empfohlen.

Die Coves del Drac (Drachenhöhlen) bei Porto Cristo sind Mallorcas meistbesuchte Sehenswürdigkeit — und eine der spektakulärsten Tropfsteinhöhlen Europas. Auf einer Länge von 1.200 Metern erstreckt sich ein unterirdisches Labyrinth aus gewaltigen Kammern, bizarren Stalaktiten und Stalagmiten, und dem Höhepunkt: dem Llac Martel (Martelsee), einem der größten unterirdischen Seen der Welt (177 m lang, 40 m breit, bis zu 12 m tief).

Der geführte Rundgang (ca. 50 Minuten) führt durch vier miteinander verbundene Kammern: die Sala Negra (Schwarze Halle), die Sala Blanca (Weiße Halle), die Sala Lluís Salvador (benannt nach dem österreichischen Erzherzog, der Mallorca berühmt machte) und die große Sala dels Francesos. Die Beleuchtung ist dramatisch inszeniert — farbige Spots setzen die bizarren Kalksteinformationen in Szene, manche sehen aus wie Orgelpfeifen, Vorhänge, Türme oder Fantasiewesen.

Das absolute Highlight kommt am Ende: Am Ufer des Llac Martel nehmen die Besucher auf einer Steintribüne Platz, die Lichter gehen aus, und aus der Dunkelheit des Sees gleiten beleuchtete Ruderboote heran, auf denen Musiker ein kurzes klassisches Konzert spielen — Chopin, Albéniz, Barcarole. Die Akustik ist unwirklich, das Lichtspiel auf dem spiegelglatten Wasser magisch. Dieses Konzert gibt es seit 1935 und es bleibt ein unvergessliches Erlebnis, auch wenn die Aufführung nur etwa 10 Minuten dauert.

Nach dem Konzert kann man optional ein kurzes Stück mit den Booten über den See fahren (im Eintrittspreis enthalten). Der Ausgang führt durch eine weitere spektakuläre Kammer mit Blick auf den See von oben.

In der Nähe der Drachenhöhlen befinden sich auch die Coves dels Hams (Angelhaken-Höhlen) — kleiner, weniger besucht und mit einem eigenen unterirdischen See. Die geologischen Formationen hier sind filigran und farbig (der Name kommt von hakenförmigen Stalaktiten). Eine gute Alternative oder Ergänzung, besonders wenn die Drachenhöhlen überfüllt sind. Eintritt ca. 21€, ähnliches Konzept mit Lichtshow.

Tipp

Kombiniere den Besuch der Drachenhöhlen mit Porto Cristo: Vormittags die Höhle (erste Führung um 10 Uhr), danach ein Mittagessen am Hafen von Porto Cristo und nachmittags den Strand Cala Mandia oder Cala Anguila besuchen. So machst du einen perfekten Tagesausflug daraus.

Achtung

Die Drachenhöhlen sind extrem beliebt — im Hochsommer (Juli/August) bilden sich Schlangen von 1–2 Stunden! Kaufe Tickets unbedingt online vor auf cuevasdeldrach.com (gleicher Preis, aber garantierter Zeitslot). Komme zur ersten Führung (10 Uhr) oder zur letzten (17 Uhr) — mittags ist es am vollsten. In der Höhle herrschen konstant 18°C — nimm eine leichte Jacke mit!

Die schönsten Calas

Die Calas der Ostküste sind das, wofür Mallorca eigentlich berühmt sein sollte: kleine, fjordähnliche Buchten, die sich tief in die Felsenküste einschneiden, umrahmt von Kiefern und Klippen, mit Wasser in surreal schönen Türkis- und Smaragdtönen. Jede Cala hat ihren eigenen Charakter — von der erschlossenen Familienbucht bis zur wilden, nur zu Fuß erreichbaren Geheimbucht. Hier sind die Highlights:

Cala Mondragó (Parc Natural)★★★

Die Cala Mondragó ist vielleicht die perfekteste Bucht Mallorcas — und seit 1992 als Naturpark geschützt (Parc Natural de Mondragó, 785 Hektar). Eigentlich sind es zwei Strände: die größere S'Amarador und die kleinere, intimere Ses Fonts de n'Alis, verbunden durch einen kurzen Klippenweg.

S'Amarador ist ein breiter Sandstrand in einer tiefen, von Kiefern bewaldeten Bucht. Das Wasser ist so klar, dass man vom Klippenrand die Fische auf dem Grund sehen kann. Dahinter erstrecken sich Dünen und ein Feuchtgebiet mit Vögeln. Ses Fonts de n'Alis ist kleiner und geschützter — perfekt für Familien mit kleinen Kindern.

Der Naturpark bietet mehrere markierte Wanderwege (1–5 km) durch Kiefernwald, Macchia und entlang der Klippen. Vogelbeobachter finden hier Fischadler, Eleonorenfalken und Zwergscharben. Trotz Naturpark gibt es am Strand Liegenverleih (ca. 8€), eine kleine Bar und Toiletten.

Parkplatz: 5€/Tag (im Sommer schnell voll, ab 10 Uhr). Von Santanyí aus 6 km. Der Park ist frei zugänglich.

Cala Varques

Cala Varques ist Mallorcas berühmtester „Geheimstrand" — eine traumhaft schöne Bucht, die nur zu Fuß erreichbar ist. Vom Parkplatz (an einer unbefestigten Landstraße zwischen Porto Cristo und Cales de Mallorca) läuft man ca. 20–25 Minuten über einen steinigen Feldweg durch Macchia und Kiefernwald, bevor sich plötzlich die Bucht öffnet: eine Halbmondbucht mit feinem Sand, türkisem Wasser und Felsenklippen, die zum Klippenspringen einladen.

Die Cala Varques fühlt sich an wie eine Piratenbucht: keine Liegen, keine Bar, keine Infrastruktur — nur Natur pur. In den Klippen gibt es mehrere Höhlen (teilweise mit Süßwasserseen im Inneren!), die Kletterer und Abenteurer anziehen. Die Atmosphäre ist entspannt bis alternativ — hier trifft man eher Backpacker und Locals als Pauschalurlauber.

Bringe unbedingt genügend Wasser, Sonnenschutz und Essen mit — es gibt nichts vor Ort zu kaufen! Auch festes Schuhwerk für den Weg ist wichtig (keine Flip-Flops). Der Strand hat keinen Rettungsschwimmer.

Parken: Am Feldwegrand (kostenfrei, aber begrenzt). Im Sommer ab 11 Uhr oft kein Platz mehr. Koordinaten Parkplatz: ca. 39.5109, 3.3529.

Tipp

Komme unter der Woche und vor 10 Uhr — dann ist die Cala Varques fast menschenleer. Am Wochenende im Hochsommer kann es überraschend voll werden. Die Höhlen links der Bucht sind faszinierend, aber nur mit Taschenlampe begehbar und auf eigene Gefahr.

Cala Llombards

Cala Llombards ist eine kleine, idyllische Bucht südlich von Santanyí — weniger bekannt als ihre berühmten Nachbarinnen, aber nicht weniger schön. Die Bucht schneidet sich als schmaler Fjord tief in die Sandsteinklippen ein, das Wasser schimmert türkis-smaragd, und die Atmosphäre ist ruhig und entspannt.

Der Strand ist klein (ca. 50 m breit), mit feinem Sand und einigen Felsen am Rand, die zum Schnorcheln einladen. Die Klippen bieten natürlichen Schatten am Nachmittag (links). Es gibt einen kleinen Kiosk mit Getränken und Eis, aber keine Liegen — Handtuch auf den Sand und genießen.

Oberhalb der Bucht liegt das Dorf Es Llombards mit einem winzigen Ortskern und einem Restaurant. Nur 2 km weiter befindet sich das berühmte Felsentor Es Pontàs — ein natürlicher Steinbogen im Meer, der zu den meistfotografierten Spots Mallorcas gehört und bei Deep-Water-Solo-Kletterern weltberühmt ist.

Parkplatz: direkt oberhalb der Bucht, kostenlos. Im Sommer früh kommen! Von Santanyí 5 km.

Cala Figuera

Cala Figuera ist kein Strand, sondern ein Fischerdorf — und eines der fotogensten auf ganz Mallorca. Die Bucht schneidet sich wie ein Y tief ins Land, an beiden Seiten klettern weiße Häuser mit grünen Fensterläden die Klippen hinauf, und am Wasser liegen die bunten Llaüts (mallorquinische Fischerboote) vertäut an den Bootshäusern.

Hier gibt es keinen Strand und keine Hotels — Cala Figuera lebt noch immer von der Fischerei. Morgens gegen 5–6 Uhr fahren die Fischer hinaus, gegen 17 Uhr kommen sie zurück. Dann ist die beste Zeit, um am Kai zu stehen und zuzuschauen, wie der Fang sortiert wird — ein Schauspiel, das seit Generationen gleich abläuft.

Entlang der Bucht gibt es einige ausgezeichnete Fischrestaurants, die direkt vom Boot kaufen: fangfrischer Fisch, Meeresfrüchte, Paella. Dazu ein Glas Weißwein mit Blick auf die Boote — das ist Mallorca von seiner schönsten Seite.

Am Ortseingang beginnt ein Küstenwanderweg (ca. 3 km, leicht) Richtung Cala Santanyí — entlang der Klippen mit spektakulären Ausblicken aufs offene Meer.

Tipp

Cala Figuera ist kein Badeort — wer schwimmen will, fährt zur nahegelegenen Cala Santanyí (3 km) oder Cala Llombards (8 km). Aber für ein Mittagessen mit fangfrischem Fisch ist Cala Figuera unschlagbar. Restauranttipp: Bon Bar am Hafen (Tintenfisch vom Grill, ca. 14€).

Cala s'Amarador

Cala s'Amarador gehört zum Naturpark Mondragó und ist der größere der beiden Strände des Parks. Ein breiter, weißer Sandstrand in einer tiefen Bucht, umgeben von niedrigen Klippen und Pinienwäldern. Das Wasser ist karibisch klar — schnorcheln am Rand der Bucht ist hervorragend (Seegras-Wiesen mit Fischen, Seesternen, manchmal Oktopussen).

Die Bucht ist nach Süden offen, was bedeutet: ganztags Sonne, aber auch Wellengang bei Südwind. Hinter dem Strand erstreckt sich ein kleines Feuchtgebiet (Ses Fonts de n'Alis), das über einen Holzsteg überquert werden kann — ein Mini-Abenteuer für Kinder. Liegenverleih (ca. 8€/Tag) und eine kleine Strandbar gibt es im Sommer.

Vom Strand führt ein wunderschöner Klippenweg (ca. 15 Min.) zur Nachbarbucht Ses Fonts de n'Alis und weiter zum Aussichtspunkt Sa Font de n'Alis, der das gesamte Mondragó-Tal überblickt. Dieser Spaziergang ist auch mit Kindern gut machbar.

Zugang: über den Parkplatz Mondragó (5€/Tag) oder zu Fuß ab Cala d'Or (ca. 30 Min. Küstenweg). Naturpark frei zugänglich.

Porto Cristo & Porto Colom

Die beiden Portos der Ostküste sind authentische Hafenstädtchen, die sich ihre mallorquinische Seele bewahrt haben — ruhige Alternativen zu den Ferienorten, mit echtem Dorfleben, Fischerbooten und Restaurants, in denen Einheimische neben Touristen sitzen.

Porto Cristo

Porto Cristo ist den meisten als Zugangsort zu den Drachenhöhlen bekannt — aber das Städtchen verdient mehr als einen kurzen Durchfahrtsstopp. Der Naturhafen ist einer der schönsten der Ostküste: eine tiefe, geschützte Bucht, an deren Ufern sich Restaurants, Cafés und kleine Geschäfte reihen. Am Hafen gibt es einen kleinen Sandstrand (Platja de Porto Cristo) — nicht der schönste der Insel, aber praktisch und familienfreundlich.

Oberhalb des Hafens erstreckt sich das Städtchen mit seinem beschaulichen Zentrum: Pfarrkirche, Wochenmarkt (sonntags), ein paar gute Restaurants. Der Passeig de la Sirena (Uferpromenade) mit der Meerjungfrauen-Statue ist der Treffpunkt am Abend. Für Kinder lohnt das Aquarium de Mallorca (Eintritt ca. 14€, Haie, Rochen, Meeresschildkröten) direkt neben den Drachenhöhlen.

Porto Cristo ist auch der Heimatort von Rafael Nadal — sein Tenniszentrum Rafa Nadal Academy liegt am Ortsrand (Besichtigung möglich, sportinteressierte Familien können dort auch Tenniskurse buchen).

Porto Colom

Porto Colom (Portocolom) liegt 15 km südlich und ist das ruhigste und authentischste Hafenstädtchen der Ostküste. Die Legende sagt, Christoph Kolumbus sei hier geboren — historisch nicht belegt, aber der Name Porto Colom deutet darauf hin. Der natürliche Hafen ist tief und geschützt, umgeben von pastellfarbenen Fischerhäusern und den bunten Bootshäusern (Escars) am Südwestufer.

Es gibt keinen nennenswerten Strand im Ort selbst, dafür aber die wunderschöne Cala Marçal (10 Min. zu Fuß) — ein breiter Sandstrand mit flachem Wasser, Liegenverleih und Restaurants. Ideal für Familien.

Was Porto Colom besonders macht, ist die Atmosphäre: Hier sitzen Einheimische abends an der Mole, Kinder spielen auf der Hafenpromenade, Fischer flicken ihre Netze, und in den Restaurants wird serviert, was morgens gefangen wurde. Kein Remmidemmi, keine Touristenshops — einfach Mallorca, wie es mal war.

Der alte Leuchtturm (Faro de Portocolom, 1861) am Hafeneingang ist ein schöner Spaziergang (ca. 20 Min. ab Hafen) mit Blick über die gesamte Bucht und die Küste.

Tipp

Porto Colom ist der perfekte Ort für einen ruhigen Abend: Abendsonne am Hafen (Westseite, Sonnenuntergang!), dann frischen Fisch im Restaurant HPC (am Hafen, Hauptgericht 16–28€). Am Sonntag hat Porto Colom einen kleinen Markt mit lokalen Produkten.

Cala Millor & Sa Coma

Cala Millor und das benachbarte Sa Coma sind die klassischen Ferienresorts der Ostküste — hier dominieren große Hotels, Apartmentanlagen, Restaurants mit deutschsprachigen Speisekarten und eine perfekte touristische Infrastruktur. Nicht das authentischste Mallorca, aber für Familien und Strandliebhaber, die Komfort und Bequemlichkeit schätzen, eine solide Wahl.

Der Strand von Cala Millor ist beeindruckend: fast 2 Kilometer feiner, weißer Sand, gesäumt von einer breiten Strandpromenade. Sonnenschirme und Liegen (ca. 8–10€/Set), Rettungsschwimmer, Strandbars, Tretboote, Bananenboote — alles vorhanden. Das Wasser ist klar, fällt aber schneller ab als in der Bucht von Alcúdia, was ihn für ältere Kinder und Erwachsene angenehmer macht. Die Promenade führt nahtlos über ins benachbarte Cala Bona — ein ehemaliges Fischerdorf mit kleinem Hafen und entspannterer Atmosphäre.

Sa Coma liegt südlich von Cala Millor und bietet einen eigenen, 800 m langen Sandstrand in einer weiten Bucht. Dahinter erstreckt sich die Punta de n'Amer — eine unbebaute Landzunge mit einem alten Wachtturm (17. Jh.) und Wanderwegen durch Kiefernwald und Macchia. Ein überraschend wilder Naturfleck direkt neben dem Touristenort. Auf der Punta de n'Amer liegt ein kleiner Naturpark mit Esel, Ziegen und Pfauen — Kinder lieben es.

Das Highlight der Region für Familien ist der Safari Zoo Mallorca (offiziell: Safari Zoo, bei Sa Coma): Ein Safaripark, den man mit dem eigenen Auto oder einem Zug durchfährt. Giraffen, Nashörner, Zebras, Antilopen, Affen und mehr in weitläufigen Gehegen. Dazu ein Fußgänger-Bereich mit Reptilienhaus, Papageienshow und Mini-Zoo. Kinder zwischen 3 und 10 Jahren sind begeistert.

Safari Zoo: Eintritt ca. 22€ (Erwachsene), 14€ (Kinder 3–12), unter 3 frei. Täglich 9:30–17 Uhr (Sommer bis 18 Uhr). Safaritour mit eigenem Auto oder Zug inklusive. An der Carretera Ma-4023 zwischen Sa Coma und Porto Cristo.

Abends bieten Cala Millor und Sa Coma eine lebhafte Infrastruktur: Die Strandpromenade in Cala Millor ist ideal für den Abendspaziergang (Eisdielen, Souvenirshops, Straßenkünstler), und es gibt zahlreiche Bars und Clubs für das Nachtleben. Familienfreundlicher ist die Promenade von Cala Bona — ruhiger, mit Restaurants am kleinen Hafen.

Tipp

Die Punta de n'Amer zwischen Cala Millor und Sa Coma ist ein lohnender Spaziergang (ca. 45 Min. hin und zurück zum Turm). Morgens oder abends am schönsten. Der Turm ist besteigbar (2€) und bietet eine fantastische Rundumsicht. Für den Safari Zoo: Komme am Vormittag, wenn die Tiere aktiver sind, und nimm genügend Wasser mit.

Essen an der Ostküste

Die Ostküste bietet eine ehrliche, bodenständige Küche — weniger Szene als Palma, dafür mehr Authentizität. Fischrestaurants in Hafenorten, traditionelle Cellers (Weinkeller-Restaurants) im Hinterland und überraschend gute Lokale in unscheinbaren Dörfern. Hier isst man noch das, was morgens gefangen oder auf dem Feld geerntet wurde.

€ Budget (Hauptgericht unter 14€)

Ses Rotges · Carrer Rafael Blanes 21, Cala Ratjada
Beliebtes Lokal mit mallorquinischen Klassikern. Pa amb Oli in vielen Varianten (das mallorquinische Nationalgericht: rustikales Brot mit Olivenöl, Tomate, Serrano oder Käse), Tumbet, Tapas. Netter Innenhof.
7–14€ · Mi–Mo 12–22 Uhr

Bar Es Tamarells · Plaça del Conqueridor, Artà
Einfache Dorfbar auf dem Hauptplatz. Tagesmenü (Menú del Día) für 12–14€ inkl. Wasser und Brot: Suppe oder Salat, Hauptgericht (oft Lamm, Fisch oder Tumbet), Dessert. So essen die Einheimischen.
8–14€ · Mo–Sa 8–22 Uhr

Chiringuito Cala Mondragó · Am Strand Ses Fonts de n'Alis
Einfache Strandbar im Naturpark Mondragó. Bocadillos, Empanadas, Ensaimadas, frische Säfte. Günstig für einen Strandtag. Nur Barzahlung!
5–10€ · Täglich 10–18 Uhr (nur Saison April–Oktober)

€€ Mittelklasse (Hauptgericht 14–25€)

Es Celler · Carrer de l'Hospital 46, Petra (30 Min. ab Ostküste)
Traditioneller Celler (Weinkeller-Restaurant) in einem Gewölbekeller aus dem 17. Jahrhundert. Mallorquinische Hausmannskost auf höchstem Niveau: Lechona (Spanferkel), Frit Mallorquí, Arròs Brut. Riesige Portionen, faire Preise. Eine Institution.
12–20€ · Di–So 12–15:30 & 19–22:30 Uhr · ★★

Sa Llotja · Carrer del Navegants 15, Cala Figuera
Eines der besten Fischrestaurants der Ostküste, direkt am Hafen des Fischerdorfs. Der Fisch kommt von den Booten, die man vom Tisch aus sieht. Dorade vom Grill, Bullit de Peix (mallorquinischer Fischeintopf), Caldereta de Langosta (Langusten-Eintopf — Spezialität, ca. 35€ p.P., 24h vorbestellen!).
16–28€ · Di–So 12:30–15:30 & 19–22:30 Uhr · ★★★ · Reservierung!

Roland · Carrer Rafal del Pont 4, Porto Cristo
Seit Jahrzehnten eine Institution am Hafen von Porto Cristo. Fangfrischer Fisch, Paella, Meeresfrüchte-Platte für zwei (ca. 45€). Terrasse mit Hafenblick. Klassisch, zuverlässig, gut.
14–26€ · Täglich 12–23 Uhr · ★★

€€€ Gehoben (Hauptgericht 25€+)

Es Racó d'es Teix · Carrer Vinya Vella 6, Artà
Gehobene mallorquinische Küche in einem restaurierten Stadthaus. Saisonale Menüs mit lokalen Produkten: Lamm aus der Tramuntana, Fisch aus Porto Cristo, Gemüse von Fincas der Umgebung. Eleganter Innenhof, exzellente Weinkarte mit Mallorca-Weinen.
30–50€ · Mi–Mo 19:30–22:30 Uhr · ★★★ · Reservierung empfohlen

Cafés & Süßes

Café Parisien · Carrer Ciutat 18, Artà — Charmantes Café in einem alten Stadthaus. Kaffee, hausgemachte Kuchen, Frühstück. Ruhige Terrasse im Hinterhof. Café con Leche 2,30€.

Pastelería Maicas · Carrer Major, Manacor — Seit 1940 die beste Bäckerei der Region. Ensaimadas, Cocarrois (Teigtaschen mit Gemüse), Robiols (Aprikosentaschen). Unbedingt probieren!

Gelateria Porto Cristo · Passeig de la Sirena, Porto Cristo — Artisanales Eis direkt am Hafen. Mandeleis und Zitrone sind die Hits. Kugel 2,50€.

Tipp

Für den besten fangfrischen Fisch fährt man nach Cala Figuera: Hier kaufen die Restaurants direkt vom Boot. Reserviere im Sommer immer vorher — besonders Sa Llotja und die Hafenrestaurants sind abends voll. Wer die echte mallorquinische Küche probieren will, sucht einen Celler: Diese traditionellen Weinkeller-Restaurants (Es Celler in Petra ist legendär) servieren deftige Hausmannskost in atmosphärischen Gewölben.

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