Palma de Mallorca
Palma entdecken
Palma ist eine Stadt der Viertel — jedes mit eigenem Charakter. Die kompakte Größe (rund 420.000 Einwohner) macht sie herrlich fußläufig: Vom hippen Santa Catalina zum mittelalterlichen Casco Antiguo braucht man keine 15 Minuten. Hier ein Überblick über die wichtigsten Stadtviertel, damit Sie sich schnell zurechtfinden.
Altstadt (Casco Antiguo)
Das historische Herz von Palma ist ein Labyrinth aus engen Gassen, gotischen Kirchen und herrschaftlichen Stadtpalästen (Palacios). Auf Schritt und Tritt stößt man auf die berühmten Patios — die Innenhöfe der Adelshäuser mit ihren geschwungenen Treppen, Säulen und Brunnen. Viele sind tagsüber öffentlich zugänglich (einfach durch die offenen Torbögen spähen). Die Altstadt erstreckt sich vom Paseo del Borne im Westen bis zur Plaça de la Porta del Camp im Osten, begrenzt im Süden durch die Kathedrale und den Parc de la Mar.
Highlight-Straßen: Carrer de Sant Miquel (Haupteinkaufsstraße), Carrer del Sindicat (quirlig, junge Szene), Carrer de Can Morey (schönste Patios). Die Altstadt ist autofrei und am schönsten am frühen Morgen, wenn die Gassen im Schatten liegen und die Cafés die Stühle rausstellen.
Santa Catalina
Das hippste Viertel Palmas — ehemaliges Fischerviertel, heute Hotspot für Foodies, Kreative und Expats. Rund um den Mercat de Santa Catalina (Markthalle) reihen sich Tapas-Bars, Concept-Stores und Weinbars aneinander. Die niedrigen, bunt gestrichenen Häuser geben dem Viertel einen fast dörflichen Charme, und die Atmosphäre ist deutlich entspannter und jünger als in der Altstadt.
Abends wird Santa Catalina zum Ausgeh-Viertel: Die Carrer de Fàbrica und die Carrer de Sant Magí sind gesäumt von Restaurants und Cocktailbars. Hier trifft sich das kosmopolitische Palma — Mallorquiner neben skandinavischen Residenten, deutsche Langzeiturlauber neben britischen Foodies.
La Lonja
Das Viertel rund um die gotische Seehandelsbörse La Llotja (15. Jahrhundert) ist Palmas Nachtleben-Zentrum. Tagsüber beschaulich mit Galerien und Antiquitätenläden, verwandelt sich La Lonja abends in eine lebendige Bar-Szene. Die Carrer d'Apuntadors ist die Ausgehmeile schlechthin — Cocktailbars, Gin-Tonics und Live-Musik bis in die frühen Morgenstunden. Tipp: Die gotische Llotja selbst ist bei freien Ausstellungen zugänglich und architektonisch ein Meisterwerk.
Paseo Marítimo
Die Uferpromenade zieht sich über 4,5 km vom Hafen bis zum Portixol-Viertel. Palma zeigt sich hier von der maritimen Seite: Yachthafen, Luxushotels, Restaurants mit Meerblick. Der Paseo Marítimo ist perfekt zum Joggen, Radfahren oder Flanieren — besonders bei Sonnenuntergang, wenn die Kathedrale im Goldlicht erstrahlt. In den letzten Jahren wurde der Abschnitt beim Hafen umgestaltet: breitere Gehwege, mehr Grün, weniger Autolärm.
Es Molinar & Portixol
Östlich vom Stadtzentrum liegen die ehemaligen Fischerdörfer Es Molinar und Portixol, die zu Palmas aufstrebenden Vierteln geworden sind. Bunte Bootshäuser, kleine Cafés am Wasser und eine wachsende Restaurant-Szene machen die Gegend zum Geheimtipp für alle, die das „echte" Palma suchen. Besonders die Hafenpromenade von Portixol mit ihren Fischrestaurants ist ein Traum — deutlich ruhiger und günstiger als die Altstadt.
Son Espanyolet
Ein ruhiges Wohnviertel nördlich des Zentrums, das sich langsam zum neuen Szeneviertel entwickelt. Hier leben vor allem Einheimische, die Mieten sind (noch) erschwinglich, und es gibt immer mehr unabhängige Cafés, Bäckereien und kleine Galerien. Die Plaça del Pont ist der inoffizielle Treffpunkt. Son Espanyolet ist ideal für alle, die eine Ferienwohnung in authentischer Umgebung suchen — zentral, aber ohne Touristenmassen.
Kathedrale La Seu★★★
Die Kathedrale von Palma — La Seu — ist eines der beeindruckendsten gotischen Bauwerke im gesamten Mittelmeerraum und Mallorcas unbestrittenes Wahrzeichen. Sie thront auf einer ehemaligen maurischen Festungsanlage direkt über dem Meer, und der erste Anblick — ob vom Flugzeug, vom Hafen oder vom Parc de la Mar aus — ist schlicht überwältigend.
Der Bau begann 1229 unter König Jaume I. nach der Rückeroberung Mallorcas von den Mauren und dauerte fast 400 Jahre. Das Ergebnis: ein 121 Meter langes, 55 Meter breites Gotteshaus mit einem der größten gotischen Rosettenfenster der Welt (Durchmesser: 13,8 m, 1.236 farbige Glasstücke). Das Fenster wird „das Auge der Gotik" (L'Ull del Gòtic) genannt.
Gaudís Handschrift: Anfang des 20. Jahrhunderts wurde niemand Geringerer als Antoni Gaudí beauftragt, den Innenraum umzugestalten. Er arbeitete von 1904 bis 1914 in der Kathedrale und hinterließ seine unverkennbare Handschrift: den schmiedeeisernen Baldachin über dem Hauptaltar mit Kronleuchter (35 Lampen, umgeben von Ähren und Weintrauben), die Umgestaltung der Chorschranken und eine innovative Lichtführung. Gaudí verlegte den Chor, der die Sicht auf den Altar versperrte, und schuf so den heutigen offenen Raumeindruck.
Miquel Barcelós Kapelle: Im Jahr 2007 gestaltete der mallorquinische Künstler Miquel Barceló die Kapelle des Allerheiligsten-Sakraments — ein modernes Keramikwerk, das das Wunder der Brotvermehrung und die Fische darstellt. Kontrovers, aber faszinierend: Die gesamte Wand scheint organisch zu leben.
Dachterrasse: Ein absoluter Geheimtipp ist die Terrassentour (Visita a les Terrasses). In einer geführten Tour steigt man auf das Dach der Kathedrale und hat einen 360°-Panoramablick über Palma, den Hafen und das Meer. Die Tour muss separat gebucht werden (ab 12 €, online vorbuchen!) und ist auf wenige Teilnehmer beschränkt.
Tipp
Morgens um 8 Uhr, kurz nach Öffnung, ist die Kathedrale fast leer. Im Februar und November findet das sogenannte „Lichtfest" (Festa de la Llum) statt: Die aufgehende Sonne scheint exakt durch das große Rosettenfenster und projiziert eine zweite Rosette aus Licht auf die gegenüberliegende Wand — ein magischer Moment.
Palast Almudaina★★
Direkt neben der Kathedrale steht der Palau Reial de l'Almudaina — ein Königspalast mit über 1.000 Jahren Geschichte. Er wurde im 10. Jahrhundert als maurische Festung (Alcázar) errichtet und nach der christlichen Rückeroberung 1229 zum Königspalast der mallorquinischen Krone umgebaut. Heute dient er als offizieller Sommersitz des spanischen Königshauses — König Felipe VI. empfängt hier im August Würdenträger.
Der Besuch lohnt sich vor allem wegen der gotischen Halle (Saló del Tinell) mit ihren Spitzbögen, den Königlichen Gemächern mit Möbeln aus dem 17.–19. Jahrhundert, der kleinen Capella de Santa Anna (romanisch-gotischer Stilmix) und dem herrlichen Blick aus den Fenstern auf den Parc de la Mar und die Kathedrale.
Die Gärten S'Hort del Rei unterhalb des Palastes sind frei zugänglich und eine schattige Oase mit arabischen Wasserbecken, Skulpturen (darunter ein Bronze-Ei von Joan Miró) und Palmen. Ideal für eine kurze Pause nach dem Kathedralen- und Palastbesuch.
Ehrlich gesagt: Im Vergleich zu Spaniens großen Palästen (Alhambra, Alcázar von Sevilla) ist die Almudaina bescheiden. Aber in Kombination mit der Kathedrale und nur 10 Minuten Gehzeit voneinander entfernt lohnt sich der Abstecher — zumal die Aussicht allein den Eintrittspreis wert ist.
Tipp
Mittwoch und Sonntag nachmittags (Okt.–März) ist der Eintritt für EU-Bürger frei. Einfach den Ausweis mitbringen!
Altstadt-Rundgang
Palmas Altstadt gehört zu den größten zusammenhängenden historischen Innenstädten Europas — über 1 km² Fläche, durchzogen von mittelalterlichen Gassen, die selbst für Google Maps eine Herausforderung sind. Am besten erkundet man das Viertel zu Fuß und ohne strikten Plan, aber die folgenden Stationen sollte man nicht verpassen.
Dauer: 3–4 Stunden gemütlich, mit Café-Stopps eher ein halber Tag.
Beste Zeit: Vormittags (9–12 Uhr), wenn die Patios geöffnet sind und es noch nicht zu heiß ist.
Start: Plaça Major | Ende: Parc de la Mar (bei der Kathedrale)
1. Plaça Major
Der große rechteckige Platz mit seinen Arkaden ist Palmas Wohnzimmer. Unter dem Platz: ein Einkaufszentrum (wenig interessant). Auf dem Platz: Straßenmusiker, Blumenmarkt (samstags), Cafés zum Ankommen. Die gelb-ockerfarbenen Fassaden mit den grünen Fensterläden sind ein klassisches Palma-Fotomotiv.
2. Can Forteza Rey
Nur wenige Schritte von der Plaça Major steht dieses Jugendstil-Juwel (1909) an der Ecke Plaça del Marquès del Palmer. Die Fassade mit ihren floralen Keramiken, dem schmiedeeisernen Balkon und dem verglasten Erker erinnert stark an Gaudís Barcelona. Tatsächlich wurde es vom Architekten Lluís Forteza-Rey im katalanischen Modernisme-Stil entworfen.
3. Arabische Bäder (Banys Àrabs)
Ein kleines, aber stimmungsvolles Überbleibsel der maurischen Herrschaft (10. Jahrhundert). Zwei Räume mit Hufeisenbögen, die auf antiken Säulen ruhen (jede Säule unterschiedlich — recycelt aus römischen und byzantinischen Gebäuden). Der angrenzende Garten mit Orangenbäumen ist ein ruhiger Rückzugsort. Eintritt: 3 €. Täglich 9:30–19 Uhr (Sommer), 9:30–18 Uhr (Winter).
4. Basilica de Sant Francesc
Die größte gotische Kirche nach der Kathedrale, mit einer prachtvollen Barockfassade und einem wunderschönen Kreuzgang (14. Jahrhundert) mit schlanken Säulen. Im Inneren: das Grab von Ramon Llull, Mallorcas bedeutendstem mittelalterlichen Gelehrten. Der Kreuzgang ist das eigentliche Highlight — schattig, ruhig, fotogen. Eintritt: 5 €.
5. Patios der Altstadt (Innenhöfe)
Palma besitzt über 80 historische Innenhöfe, die zum Weltkulturerbe vorgeschlagen sind. Die schönsten: Can Marquès (Carrer de Can Zanglada 2a, Museum, 5 €), Can Olesa (Carrer del Morey 9, imposante Treppe), Can Vivot (Carrer de Can Savellà 4, einer der prächtigsten). Viele Patios sind tagsüber frei zugänglich — einfach durch die offenen Torbögen schauen!
6. Plaça de Cort & Olivenbaum
Das Rathaus (Ajuntament) von Palma steht an der Plaça de Cort. Vor dem Gebäude wächst ein über 800 Jahre alter Olivenbaum — Palmas meistfotografiertes Nicht-Gebäude. Die überdachte Bank darunter ist ein beliebter Treffpunkt.
7. Paseo del Borne & Parc de la Mar
Die elegante Promenaden-Allee Paseo del Borne mit Platanen, Luxusboutiquen (Louis Vuitton, Loewe) und Grande-Dame-Cafés führt hinunter zum Parc de la Mar — dem Park unterhalb der Kathedrale mit einem künstlichen See, in dem sich La Seu spiegelt. Bester Fotospot, besonders bei Sonnenuntergang.
Tipp
Die beste Patio-Route: Carrer del Morey → Carrer de Can Savellà → Carrer de la Portella. Auf diesem kurzen Abschnitt (500 m) liegen über ein Dutzend historische Innenhöfe, viele davon tagsüber offen.
Santa Catalina & Markthalle€€
Santa Catalina ist Palmas kulinarisches Epizentrum. Das ehemalige Fischerviertel westlich der Altstadt hat sich in den letzten zehn Jahren zum angesagtesten Stadtteil entwickelt — ohne dabei seinen Charme zu verlieren. Hier trifft man sich zum Brunch, zum Aperitivo und zum späten Abendessen, und die Stimmung ist entspannt, international und ungezwungen.
★★★ Mercat de Santa Catalina
Die älteste Markthalle Palmas (seit 1920) ist das Herzstück des Viertels. Anders als der touristische Mercat de l'Olivar ist Santa Catalina noch ein echter Nachbarschaftsmarkt: Einheimische kaufen hier Fisch, Obst, Gemüse und Blumen. Dazwischen gibt es immer mehr Tapas-Stände und kleine Bars, an denen man frische Austern, Ibérico-Schinken, mallorquinische Sobrassada oder ein Glas Cava genießen kann.
Öffnungszeiten: Mo–Sa 7–17 Uhr. Die Tapas-Bars haben oft bis 20–21 Uhr offen.
Rund um den Markt
Die Straßen rund um die Markthalle sind gespickt mit hervorragenden Restaurants, Cafés und Shops:
- Carrer de Fàbrica: Die Hauptader — Restaurants, Weinbars, vegetarische Küche
- Carrer de Sant Magí: Cocktailbars, internationale Küche, Nachtleben
- Carrer de Cotoner: Concept-Stores, Vintage, lokales Design
Santa Catalina für den kleinen Geldbeutel
Trotz der Gentrifizierung gibt es noch bezahlbare Optionen:
- Menú del día in den traditionelleren Bars: 12–15 € für Vorspeise + Hauptgericht + Getränk
- Tapas am Markt: Einzelne Portionen ab 3–5 €, ideal zum Zusammenstellen
- Vermouth-Stunde: Viele Bars bieten vor dem Essen (12–14 Uhr) Vermouth + Olive für 3–4 €
Tipp
Samstagvormittag ist die beste Zeit für den Mercat de Santa Catalina: Volle Stände, lebhafte Atmosphäre, und man kann sich von Stand zu Stand durchprobieren. Unter der Woche ist es ruhiger — besser für ein entspanntes Tapas-Mittagessen.
Museen & Kultur
Palma hat eine überraschend reiche Museumslandschaft — von zeitgenössischer Kunst über Joan Miró bis hin zu arabischer Geschichte. Drei Häuser stechen besonders hervor.
Es Baluard — Museum für zeitgenössische Kunst★★
In einer umgebauten Renaissance-Festung (Bastió de Sant Pere, 16. Jh.) direkt am Hafen untergebracht, ist Es Baluard eines der wichtigsten Museen für zeitgenössische Kunst in Spanien. Die Sammlung umfasst Werke von Picasso, Miró, Barceló, Tàpies und vielen internationalen Künstlern. Besonders beeindruckend: die Architektur des Museums selbst — die alten Festungsmauern wurden in den modernen Bau integriert, und von der Terrasse auf dem Dach hat man einen fantastischen Panoramablick über den Hafen und die Altstadt.
Wechselausstellungen sind oft mutig und provokant. Allein die Terrasse und die Architektur lohnen den Besuch, auch wenn zeitgenössische Kunst nicht Ihr Ding ist.
Fundació Pilar i Joan Miró★★
Joan Miró lebte und arbeitete die letzten 30 Jahre seines Lebens auf Mallorca (1956–1983). Seine Frau Pilar stammte von der Insel, und Miró fühlte sich hier tief verwurzelt. Die Stiftung in Cala Major, etwa 4 km westlich des Zentrums, umfasst sein Atelier (das man fast unverändert besichtigen kann, mit Farbtöpfen, Pinseln und angefangenen Werken), eine Sammlung von über 6.000 Werken (Gemälde, Skulpturen, Grafiken) und wechselnde Ausstellungen.
Das von Rafael Moneo entworfene Hauptgebäude ist selbst ein architektonisches Highlight. Der Skulpturengarten mit Blick auf das Meer vervollständigt das Erlebnis. Planen Sie mindestens 1,5–2 Stunden ein.
Tipp
Samstags ist der Eintritt frei! Bus Nr. 3, 20 oder 46 ab Plaça d'Espanya bis Haltestelle „Joan Miró".
Museu de Mallorca
Im Palau Ayamans, einem herrschaftlichen Stadtpalast aus dem 17. Jahrhundert, erzählt das Museu de Mallorca die Geschichte der Insel von der Talayotischen Kultur (2000 v. Chr.) über die arabische Herrschaft bis zur Neuzeit. Die Sammlung umfasst Archäologie, Keramik, religiöse Kunst und ethnographische Objekte. Nach mehrjähriger Renovierung wiedereröffnet, ist das Museum ein guter Einstieg, um Mallorcas vielschichtige Geschichte zu verstehen.
Das Museum ist klein genug für einen einstündigen Besuch und liegt mitten in der Altstadt — perfekt als Zwischenstopp beim Rundgang.
Strände in Palma
Seien wir ehrlich: Palma ist eine Städtereise-Destination, keine Strand-Destination. Die Strände direkt in der Stadt sind ordentlich, aber nicht der Grund, warum man nach Mallorca fliegt. Trotzdem gibt es Optionen für eine schnelle Abkühlung zwischen zwei Besichtigungsterminen — und mit 15–20 Minuten Fahrt erreicht man wirklich schöne Buchten.
Platja de Palma (★★)
Der 6 km lange Sandstrand östlich des Zentrums ist Mallorcas bekanntester — und berüchtigtster — Strand. Der Abschnitt rund um den Balneario 6 (Ballermann) ist das, was Sie sich vorstellen: Massentourismus, Sangría-Eimer, deutsche Schlager. ABER: Die Abschnitte weiter östlich (Richtung Can Pastilla) und westlich (Richtung S'Arenal) sind deutlich ruhiger und familienfreundlicher. Der Strand selbst ist tatsächlich schön: feiner Sand, flaches Wasser, gute Infrastruktur.
Erreichbar: Bus 25 ab Plaça d'Espanya (20 Min.).
Can Pere Antoni (★)
Der stadtnächste Strand, direkt unterhalb der Kathedrale am Paseo Marítimo. Schmal, steinig-sandig, mäßige Wasserqualität. Aber: Schwimmen mit Blick auf La Seu ist schon ziemlich spektakulär. Eher zum Sonnen als zum Baden — für einen kurzen Abstecher nach dem Sightseeing akzeptabel.
Cala Major (★★)
Etwa 4 km westlich des Zentrums, ein mittelgroßer Stadtstrand mit feinem Sand und klarerem Wasser als Can Pere Antoni. In der Nähe der Miró-Stiftung, also kombinierbar. Im Sommer voll, aber angenehmer als Platja de Palma.
Bus 3 oder 46 ab Plaça d'Espanya (15 Min.).
Illetes / Platja de Illetes (★★★)
Nur 8 km südwestlich von Palma, aber gefühlt eine andere Welt: türkisblaues Wasser, felsige Buchten, Pinienwälder bis ans Ufer. Illetes ist der schönste leicht erreichbare Strand von Palma aus — karibisches Feeling, nur 20 Minuten Fahrt. Es gibt mehrere kleine Buchten, manche mit Beach-Clubs (Purobeach, Balneario Illetas), andere naturbelassen.
Bus 3 ab Plaça d'Espanya (25 Min.) oder 15 Min. mit dem Auto/Taxi (ca. 12–15 €).
Tipp
Für wirklich spektakuläre Strände sollten Sie Palma verlassen: Cala Mondragó (Südosten, 1h), Es Trenc (Süden, 50 Min.) oder die Buchten der Ostküste sind alle als Tagesausflug machbar.
Essen & Ausgehen in Palma
Palma hat sich in den letzten Jahren zur kulinarischen Hauptstadt der Balearen entwickelt — mit mehreren Michelin-Sternen, einer blühenden Tapas-Szene und immer mehr Restaurants, die mallorquinische Traditionen mit modernen Techniken verbinden. Von der 3-Euro-Ensaimada in der Bäckerei bis zum 200-Euro-Degustationsmenü ist alles möglich.
€ Budget — Tapas & Snacks
Bar España · Carrer de Sant Miquel, 2 — Institution seit 1935. Stehbar, Vitrine voller Tapas, die Einheimischen drängeln sich an der Theke. Tortilla, Pimientos de Padrón, Croquetas. 2–5 € pro Tapa.
La Rosa Vermutería · Carrer de la Rosa, 5 — Hipster-Vermouth-Bar in der Altstadt. Hauseigener Vermouth, dazu Conservas (Dosenfisch, bewusst retro), Oliven, Anchovis. Perfekt vor dem Abendessen. 3–8 €.
Fornet de la Soca · Carrer dels Paraires, 9 — Handwerksbäckerei, die alte mallorquinische Rezepte wiederbelebt. Die Ensaimada (das Nationalgebäck Mallorcas, ein spiralförmiges Hefegebäck mit Schweineschmalz) ist hier die beste der Stadt. Ab 3 €.
€€ Mittelklasse — Mallorquinisch & Modern
Celler Sa Premsa · Plaça del Bisbe Berenguer de Palou, 8 — Der Klassiker für mallorquinische Hausmannskost. Riesige Portionen Tumbet (Gemüseauflauf), Frito Mallorquín (Innereien mit Gemüse, besser als es klingt), Lomo con Col (Schweinefleisch mit Kohl). In einem alten Weinkeller mit Eichenfässern an den Wänden. 12–20 € Hauptgericht.
Mercat 1930 · Carrer de la Missió, 15a — Food-Market-Konzept mit verschiedenen Ständen: Sushi, Tacos, Pasta, mallorquinische Tapas. Modern, lebhaft, ideal für Gruppen mit verschiedenen Geschmäckern. 10–18 €.
Ca'n Eduardo · Contramuelle Mollet, 3 (3. Etage) — Legendäres Fischrestaurant direkt im Hafen, seit 1943. Frischer Fisch nach Tagesangebot, Paella für zwei, Meerblick vom Balkon. 20–35 €.
€€€ Gehoben — Fine Dining
DINS Santi Taura · Carrer d'en Morey, 7 — 1 Michelin-Stern. Santi Taura ist Mallorcas berühmtester Koch und interpretiert traditionelle Inselrezepte auf höchstem Niveau. Degustationsmenü ab 95 €. Nur abends, Reservierung Wochen vorher.
Adrián Quetglas · Paseo Mallorca, 20 — Der moldawisch-mallorquinische Koch bietet ein sensationelles Menú del día für 25 € (inkl. Wein!) mittags. Abends à la carte 30–50 €. Eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse in dieser Kategorie.
Marc Fosh · Carrer de la Missió, 7a (Hotel Convent de la Missió) — Britischer Koch, Mallorca-Veteran, Michelin-erfahren. Mediterrane Küche mit saisonalen Zutaten. Menü ab 85 €.
Nachtleben
Palmas Nightlife konzentriert sich auf drei Zonen:
- La Lonja: Cocktailbars und Gin-Tonics entlang der Carrer d'Apuntadors. Stylish, 25–35 Altersgruppe. Barón Rampante, Café Atlantico, Ginbo.
- Santa Catalina: Eher Weinbars und entspannte Drinks. Bodega La Rambla, Wineing, Vandal.
- Paseo Marítimo / Hafen: Clubs und Großraumdiskotheken. Tito's (Institution seit 1923), Pacha, Social Club.
Im Sommer verlagert sich das Nachtleben zusätzlich in die Beach-Clubs: Purobeach (Cala Estancia), Anima Beach (direkt am Paseo Marítimo), Zhero Beach (Illetes).
Tipp
Die Ensaimada gehört zu Mallorca wie die Brezel zu Bayern. Für die beste Ensaimada der Stadt: Fornet de la Soca (handwerklich, modern), Horno Santo Cristo (traditionell, seit 1910), oder Can Joan de s'Aigo (ältestes Café Palmas, seit 1700!).
Praktische Tipps Palma
Fortbewegung in Palma
Zu Fuß: Die beste Art, Palma zu erkunden. Die Altstadt, Santa Catalina, La Lonja und der Paseo Marítimo sind bequem fußläufig erreichbar. Vom Plaça d'Espanya zur Kathedrale: 15 Minuten.
Bus (EMT Palma): Das Busnetz ist gut ausgebaut und günstig. Einzelfahrt 2 €, Tageskarte (Tarjeta Ciudadana) lohnt sich ab 3 Fahrten. Wichtige Linien:
- Linie 3: Zentrum → Cala Major → Illetes (Strand + Miró-Stiftung)
- Linie 25: Zentrum → Platja de Palma
- Linie 1: Flughafen → Zentrum (Plaça d'Espanya)
- Linie 46: Runde durch die westlichen Vororte
Fahrrad / E-Scooter: Palma ist flach und hat ein wachsendes Radwegenetz, besonders entlang des Paseo Marítimo. Leihräder: Bicipalma (städtisches Leihradsystem, App erforderlich, erste 30 Min. frei), Donkey Republic (App-basiert, ab 3 €/h). E-Scooter: Tier, Lime.
Parken in Palma
Ein einziges Wort: schwierig. In der Altstadt und Santa Catalina gibt es praktisch keine Parkplätze. Tipps:
- Parkhaus Parc de la Mar: Direkt unter dem Park bei der Kathedrale. Zentral, aber teuer (2,50 €/h, max. 25 €/Tag).
- Parkhaus Plaça Major: Unter dem Platz, bequem für die Altstadt. Ähnliche Preise.
- Parkhaus s'Escorxador: Etwas günstiger (1,80 €/h), 10 Minuten zu Fuß zur Altstadt.
- Blaue Zonen (ORA): Straßenparken mit Parkschein. Max. 2 Stunden, ca. 1 €/h.
Palma als Tagesausflug-Basis
Palma ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Tagesausflüge in alle Richtungen:
- Valldemossa: 30 Min. (Bus 210 ab Busbahnhof)
- Sóller: 1h mit dem historischen Zug (Erlebnis!), 30 Min. per Auto
- Es Trenc (Strand): 50 Min. per Auto
- Cala Mondragó: 1h per Auto
- Alcúdia/Pollença: 1h per Auto oder Bus (Bus 351)
- Höhlen von Drach: 1h 10 Min. per Auto
Der Busbahnhof (Estació Intermodal) an der Plaça d'Espanya ist Knotenpunkt für alle TIB-Überlandbusse. Hier fährt auch der Zug nach Sóller und Inca ab. Fahrpläne: tib.caib.es
Flughafen-Transfer
Der Aeropuerto de Palma de Mallorca (PMI) liegt nur 8 km östlich des Zentrums.
- Bus 1: Flughafen → Plaça d'Espanya (Zentrum). Alle 15 Min., 5 €, 20–25 Min.
- Taxi: 20–25 € ins Zentrum, Festpreis (Tarifzone).
- Mietwagen: Alle großen Anbieter am Flughafen. TIPP: Nur buchen, wenn Sie die Insel erkunden wollen. Für Palma allein brauchen Sie kein Auto.
Achtung
Palma hat eine strenge Touristenvermietungs-Regelung: Ferienwohnungen in Mehrfamilienhäusern sind seit 2018 verboten. Buchen Sie nur über offizielle Plattformen und prüfen Sie, ob die Unterkunft eine Lizenznummer (ETV) hat. Illegale Vermietung kann hohe Strafen nach sich ziehen — auch für Gäste.
Stadtrundgang
Altstadt-Rundgang: Vom Plaça Major zur Kathedrale
Der klassische Rundgang durch Palmas historisches Herz — von mittelalterlichen Innenhöfen über arabische Bäder bis zur gotischen Kathedrale. Ideal vormittags, wenn die Patios geöffnet sind.
Plaça Major
Start auf Palmas großem Platz mit Arkaden und Straßenmusikern. Kaffee in einem der Terrassencafés zum Ankommen.
15 Min.Can Forteza Rey
Wenige Schritte südwestlich: Das Jugendstil-Juwel an der Plaça del Marquès del Palmer. Florale Keramiken, Schmiedeeisen — Gaudí lässt grüßen.
10 Min.Banys Àrabs (Arabische Bäder)
Durch die Gassen nach Süden zu den maurischen Bädern (10. Jh.). Hufeisenbögen auf antiken Säulen, ruhiger Orangenbaumgarten. Eintritt 3 €.
20 Min.Basilica de Sant Francesc
Gotische Kirche mit dem schönsten Kreuzgang Palmas (14. Jh.). Grab von Ramon Llull. Der Innenhof allein ist den Umweg wert. Eintritt 5 €.
25 Min.Patios der Carrer del Morey
Die „Patio-Meile" Palmas: Can Olesa (Nr. 9) mit der berühmten Treppe, Can Marquès und weitere Innenhöfe. Einfach durch die offenen Torbögen schauen.
20 Min.Plaça de Cort & der alte Olivenbaum
Das Rathaus und davor der über 800 Jahre alte Olivenbaum — Palmas meistfotografiertes Wahrzeichen nach der Kathedrale.
10 Min.Paseo del Borne
Die elegante Allee mit Platanen und Luxusboutiquen. Flanieren wie die Palmesanos. Zwischenstopp im Café Bosch möglich.
15 Min.Kathedrale La Seu & Parc de la Mar
Finale: Die gotische Kathedrale von außen und innen bestaunen (9 € Eintritt). Danach im Parc de la Mar den Blick auf La Seu genießen, die sich im künstlichen See spiegelt.
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