Madeira · Abschnitt 8/9

Essen & Poncha

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Essen & Poncha

Taberna da Poncha: Sítio da Serra de Água, Ribeira Brava
Taberna: Di–So 11–22 Uhr
Poncha 2,50–4 €, Espetada ab 12 €, Espada ab 13 €

Madeiras Küche ist deftig, meeresfrüchtereich und überraschend eigenständig — deutlich anders als auf dem Festland. Die Insel hat ihre eigenen Spezialitäten entwickelt, geprägt von der Abgeschiedenheit im Atlantik, dem subtropischen Klima und den Einflüssen der Seefahrer, die auf ihren Reisen exotische Gewürze und Zutaten mitbrachten.

Das Nationalgericht Madeiras ist Espetada — große Rindfleischstücke, mariniert in Knoblauch, Lorbeer und grobem Salz, aufgespießt auf einen Lorbeerzweig und über offener Flamme gegrillt. In traditionellen Restaurants wird die Espetada an einem Haken über dem Tisch aufgehängt, und das Fleisch tropft auf Bolo do Caco (Süßkartoffelbrot). Ein unvergessliches Erlebnis — Hauptgerichte ab 12–16 €.

Der Schwarze Degenfisch (Espada) ist Madeiras kulinarisches Wahrzeichen — ein Tiefseefisch aus über 800 m Tiefe, der nachts mit Langleinen gefangen wird. Er sieht angsteinflößend aus (lang, schwarz, mit riesigen Augen), schmeckt aber fein und buttrig. Die klassische Zubereitung: Espada com banana — panierter Degenfisch mit gebratener Banane und Maracuja-Soße. Klingt seltsam, schmeckt fantastisch. Ab 13 €.

Bolo do Caco ist das inoffizielle Nationalbrot — ein rundes Fladenbrot aus Weizenmehl und Süßkartoffel, auf einem heißen Basaltstein gebacken und mit Knoblauchbutter bestrichen. An Straßenständen ab 1,50 €, im Restaurant als Beilage meist kostenlos. Lapas (Napfschnecken) werden mit Knoblauchbutter gegrillt und sind ein beliebter Snack zum Bier (6–8 € die Portion).

Und dann ist da die Poncha — Madeiras Nationalgetränk: frisch gepresster Zitronensaft, Honig und Aguardente de Cana (Zuckerrohrschnaps), verrührt mit einem speziellen Holzquirl (Caralhinho). Die klassische Poncha ist scharf-süß-stark und gefährlich lecker. Varianten mit Maracuja, Orange oder Tangerine sind milder. Ein Glas kostet 2,50–4 €. Die beste Poncha der Insel gibt es angeblich in der Bar „O Velho" in Câmara de Lobos und in der Taberna da Poncha im Bergdorf Serra de Água — ein winziger Tresen, seit 1954 in Familienhand, wo Tausende Besucher ihre Unterschrift an den Wänden hinterlassen haben.

💡 Tipp

Bestelle die Poncha niemals als „Cocktail" — das beleidigt den Barkeeper. Es ist ein Traditionsgetränk, kein Mixgetränk. Die Taberna da Poncha in Serra de Água ist ein Umweg wert: Das Bergdorf liegt 40 Minuten nördlich von Funchal, und die Bar ist seit 1954 eine Institution. Probiere die „Poncha Regional" mit Maracuja — süßer und zugänglicher als die klassische Zitronen-Poncha. Und: Nach drei Poncha merkt man den Aguardente nicht mehr — Vorsicht!

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