Cagliari & der Süden · Abschnitt 4/4

Nora & Sant'Antioco

🇮🇹 Sardinien Reiseführer

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Nora & Sant'Antioco

Nora, 35 km südwestlich von Cagliari, ist die älteste Stadt Sardiniens — gegründet von den Phöniziern im 8. Jahrhundert v. Chr. und später von Karthagern und Römern ausgebaut. Die Ausgrabungsstätte liegt spektakulär auf einer Landzunge, die auf drei Seiten vom Meer umgeben ist. Die Überreste umfassen ein römisches Theater (das einzige auf Sardinien, noch heute für Aufführungen genutzt), Mosaike, Thermen, einen Tempel und Teile des phönizischen Tofet (Heiligtum). Vor Nora wurde die berühmte Stele von Nora gefunden — die älteste phönizische Inschrift im westlichen Mittelmeer, die erstmals den Namen „Sardinien" (SRDN) erwähnt.

Die Lagune von Nora (Laguna di Nora) ist ein Umweltbildungszentrum, das geführte Kayak-Touren, Schnorchelerlebnisse und Führungen durch das Feuchtgebiet mit Flamingos, Kormoranen und Seidenreihern anbietet — ideal für Familien. Der Strand von Nora direkt neben der Ausgrabung ist klein, aber malerisch, mit Blick auf die Ruinen und den normannischen Turm.

Sant'Antioco, die viertgrößte Insel Italiens, ist über eine römische Brücke mit dem sardischen Festland verbunden — die älteste noch befahrene Brücke des Mittelmeerraums. Die gleichnamige Stadt hat einen atmosphärischen Hafen, die frühchristliche Basilika mit Katakomben (5.–6. Jh.) und das faszinierende Museo Etnografico, das die traditionelle Lebensweise der Fischer und Weber dokumentiert. Im Süden der Insel liegt die Spiaggia di Cala Lunga — ein traumhafter Strand mit feinem Sand und türkisem Wasser, überraschend ruhig selbst im August.

Die benachbarte Isola di San Pietro (erreichbar per Fähre ab Calasetta, 30 Min., 5€) ist ein kulinarischer Geheimtipp: Die Bewohner stammen von ligurischen Korallenfischern aus Tabarka (Tunesien) ab und sprechen einen eigenen Dialekt (Tabarchino). In Carloforte, dem einzigen Ort der Insel, dreht sich alles um den Thunfischfang — die Mattanza (ritueller Thunfischfang) findet jeden Mai/Juni statt, und der frische Tonno di Carloforte ist eine Delikatesse. Dazu kommen wilde Küstenlandschaften, einsame Buchten und eine Atmosphäre, die eher an ein ligurisches Fischerdorf als an Sardinien erinnert.

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