Su Nuraxi — UNESCO-Welterbe★★★
Die Nuraghe Su Nuraxi in Barumini ist Sardiniens wichtigstes archäologisches Monument und seit 1997 UNESCO-Welterbe. Der gewaltige Turmkomplex aus der Bronzezeit (ca. 1500 v. Chr.) ist die besterhaltene und imposanteste der über 7.000 Nuraghen auf der Insel — und eines der faszinierendsten Rätsel der europäischen Vorgeschichte.
Die Anlage besteht aus einem zentralen Turm (ursprünglich über 18 Meter hoch, heute noch 14,1 m) und vier Ecktürmen, verbunden durch massive Basaltmauern. Um den Zentralkomplex erstreckt sich ein Dorf aus Dutzenden runder Hütten — hier lebte eine Gemeinschaft von mehreren hundert Menschen. Die Bauweise ist verblüffend: Tonnenschwere Basaltblöcke wurden ohne Mörtel, nur durch präzise Steinmetzkunst, zu Kraggewölben geschichtet, die 3.500 Jahre überdauert haben. Die nuraghische Zivilisation hatte keine Schrift, keinen bekannten Namen und hinterließ keine schriftlichen Aufzeichnungen — ihre Architektur spricht für sich.
Der Besuch ist nur mit geführter Tour möglich (alle 30 Min., ca. 45 Min., auch auf Englisch). Die Guides sind hervorragend und bringen die Steine zum Sprechen. Das benachbarte Centro Giovanni Lilliu ergänzt den Besuch mit einem modernen Museum, das die nuraghische Kultur anschaulich erklärt — von den berühmten Bronzetti (kleine Bronzefiguren von Kriegern, Priestern und Tieren) bis zu den Handelsbeziehungen mit Phöniziern und Mykenern.
Barumini selbst ist ein verschlafenes Dorf in der Marmilla-Hügellandschaft, ca. 60 km nördlich von Cagliari. In der Umgebung liegen weitere Nuraghen (Nuraghe Arrubiu bei Orroli — die größte der Insel mit 5 Türmen) und das faszinierende Giara di Gesturi: eine Hochebene aus Basalt, auf der die letzten wilden Pferde Sardiniens (Cavallini della Giara) in Freiheit leben. Im Frühling ist die Giara ein Blütenmeer mit temporären Seen — ein magischer Ort.