Valencia & Costa Blanca
Ciudad de las Artes y las Ciencias
Die Stadt der Künste und Wissenschaften ist Valencias Wahrzeichen und eines der spektakulärsten Architektur-Ensembles Europas. Entworfen vom valencianischen Stararchitekten Santiago Calatrava (und Félix Candela für das Oceanogràfic), erstreckt sich der Komplex über 2 km im trockengelegten Flussbett des Turia — ein futuristisches Gesamtkunstwerk aus weißem Beton und Wasser, das aussieht wie aus einem Science-Fiction-Film.
Der Komplex besteht aus fünf Hauptgebäuden, die man einzeln oder mit einem Kombiticket besuchen kann. Plane mindestens einen halben Tag ein, für alles einen ganzen.
Tipp
Kombitickets (Oceanogràfic + Hemisfèric + Museo de las Ciencias) kosten 38,70€ (Erwachsene) und sparen ca. 15€ gegenüber Einzeltickets. Online-Kauf ist günstiger und vermeidet Schlangen. Die Gebäude sind abends spektakulär beleuchtet — abendlicher Spaziergang lohnt sich auch ohne Eintritt.
L'Oceanogràfic★★★
★★★ L'Oceanogràfic
Das größte Aquarium Europas (110.000 m², 42 Millionen Liter Wasser) ist das Herzstück des Komplexes und allein einen Besuch in Valencia wert. In Gebäuden, die wie gigantische Seerosenblätter geformt sind (Félix Candela), leben über 45.000 Tiere aus 500 Arten in Nachbildungen der wichtigsten Ökosysteme der Erde.
Highlights: der Unterwassertunnel durch das Haibecken (70 m lang), das Delfinarium (die Shows sind umstritten, aber die Anlage selbst ist beeindruckend), die Belugawale, die Pinguinkolonie und das Rote-Meer-Aquarium mit lebenden Korallen. Im Restaurant Submarino speist man umgeben von 10.000 Fischen — kitschig, aber unvergesslich (Menü ab 35€, reservieren!).
Eintritt: 37,40€ (Erwachsene), 28€ (Kinder 4–12), frei unter 4. Täglich 10–18 Uhr (Winter) / 10–21 Uhr (Sommer). Mindestens 3 Stunden einplanen.
Hemisfèric & Museo de las Ciencias
★★ L'Hemisfèric
Das auffälligste Gebäude des Komplexes — ein riesiges Auge, das sich im Wasserbecken spiegelt. Im Inneren: ein IMAX-Kino, Planetarium und Laserium mit einer 900 m² großen konkaven Leinwand. Die Dokumentarfilme (meist Natur und Weltraum) sind beeindruckend, besonders für Familien.
8,80€. Vorstellungen alle 45–60 Min.
★★ Museo de las Ciencias Príncipe Felipe
Ein interaktives Wissenschaftsmuseum in einem Gebäude, das wie das Skelett eines Wals geformt ist (250 m lang). Drei Etagen mit Hands-on-Ausstellungen zu Physik, Biologie, Technologie und Weltraum. Besonders gut für Kinder und Jugendliche — aber auch Erwachsene verbringen hier leicht 2 Stunden.
8,80€ (Erwachsene), 6,80€ (Kinder). Täglich 10–19 Uhr (bis 21 Uhr im Sommer).
★ Palau de les Arts Reina Sofía
Valencias Opern- und Konzerthaus — ein 75 m hoher helmförmiger Bau, der wie ein außerirdisches Raumschiff aussieht. Innen vier Säle für Oper, Konzerte und Ballett. Kartenpreise: ab 25€ für Ballettaufführungen, ab 40€ für Opern. Führungen durch das Gebäude: 12€.
Umbracle
Ein offener Skulpturengarten mit 55 Palmenbögen, zeitgenössischen Skulpturen und Panoramablick über den gesamten Komplex. Frei zugänglich. Nachts verwandelt sich der Umbracle im Sommer in eine Open-Air-Diskothek (Mya Club).
Altstadt & Mercado Central
Valencias Altstadt (Ciutat Vella) ist ein faszinierendes Labyrinth aus gotischen Palästen, Barockkirchen, engen Gassen und lebhaften Plätzen. Sie gehört zu den größten historischen Innenstädten Europas und ist überraschend unberührt vom Massentourismus — anders als die Altstädte von Barcelona oder Sevilla hat man hier oft noch ganze Gassen für sich allein.
Die wichtigsten Viertel: El Carmen (das Szeneviertel mit Street Art, Boutiquen und Bars), La Seu (rund um die Kathedrale) und El Mercat (rund um den Zentralmarkt). Alles ist zu Fuß erreichbar.
Mercado Central★★★
★★★ Mercado Central
Einer der größten und schönsten Lebensmittelmärkte Europas. Die Jugendstil-Halle (1928) aus Eisen, Glas und bunten Keramikkacheln beherbergt über 1.200 Stände auf 8.000 m². Hier pulsiert das kulinarische Herz Valencias: pyramidenförmig aufgetürmte Tomaten, glänzende Makrelen auf Eis, bergeweise Oliven, frisch gepresster Orangensaft (1,50€), Jamón Ibérico, 50 Sorten Käse.
Am Central Bar (im Markt, Konzept von Starkoch Ricard Camarena) bekommt man exzellente Tapas aus Marktprodukten — Austern (3€/Stück), Sardinen, Croquetas. Ideal für ein spätes Frühstück oder einen Tapas-Lunch.
Mo–Sa 7:30–15 Uhr. Sonntags geschlossen. Am lebhaftesten samstags gegen 11 Uhr.
Tipp
Der Mercado Central ist morgens ab 10 Uhr am schönsten, wenn die Stände voll bestückt sind. Gegen 14 Uhr beginnen die Händler abzubauen. Probiere unbedingt: frisch gepressten Orangensaft (1,50€), Horchata de Chufa (2€, die Spezialität Valencias) und eine Ración Jamón Ibérico (ab 8€).
Kathedrale, Lonja & Torres de Serranos
★★ Kathedrale von Valencia & Heiliger Gral
Valencias Kathedrale (13.–15. Jh.) vereint romanische, gotische, Renaissance- und Barockstile. Die Besonderheit: In der Capilla del Santo Cáliz wird ein Achatkelch aus dem 1. Jahrhundert aufbewahrt, der von der katholischen Kirche als der echte Heilige Gral anerkannt wird (Papst Benedikt XVI. trank daraus bei einer Messe 2006). Ob man daran glaubt oder nicht — der Kelch ist faszinierend.
Den Miguelete (Glockenturm, 51 m) besteigen: 207 Stufen, keine Rampen, aber der beste Blick über Valencia.
Kathedrale: 9€ (inkl. Audioguide und Miguelete). Mo–Sa 10–18:30 Uhr, So 14–18:30 Uhr.
★★★ La Lonja de la Seda (Seidenbörse)
Valencias UNESCO-Welterbe (1996) und eines der schönsten Beispiele ziviler Gotik in Europa. Die Sala de Contratación (Vertragssaal) mit ihren acht schraubenförmigen Säulen, die sich 17 m hoch wie Palmen entfalten, ist atemberaubend. Hier wurde im 15. Jahrhundert Seide gehandelt, als Valencia eine der reichsten Städte des Mittelmeerraums war.
Frei (Sonntags und Feiertags), sonst 2€. Di–Sa 10–19 Uhr, So 10–14 Uhr. Montags geschlossen.
★★ Torres de Serranos
Eines der zwei erhaltenen Stadttore der mittelalterlichen Stadtmauer (1398). Die mächtigsten gotischen Tortürme Europas — von oben grandioser Blick über die Altstadt und den Turia-Park. Hier wird jedes Jahr am letzten Mittwoch im Februar das Fallas-Festival (Valencias größtes Fest) eröffnet.
2€, sonntags frei. Di–Sa 10–19 Uhr, So 10–14 Uhr.
El Carmen: Das Szeneviertel
★★ Barrio del Carmen
Valencias lebendigstes Viertel erstreckt sich zwischen den Torres de Serranos und den Torres de Quart. Tagsüber durchstreift man enge Gassen mit Street Art (Valencia ist eine der besten Street-Art-Städte Europas), unabhängigen Boutiquen und kleinen Galerien. Das IVAM (Institut Valencià d'Art Modern, 6€) zeigt wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.
Abends verwandelt sich El Carmen in das Ausgeh- und Barviertel. Die Plaza del Tossal und die Calle Caballeros sind die Zentren des Nachtlebens. Cocktailbars, Craft-Beer-Kneipen und Flamenco-Bars wechseln sich ab. Am Wochenende ist hier bis 3 Uhr morgens Leben auf den Straßen.
Einige Bars und Restaurants im Carmen:
- Café de las Horas — Barockes Dekor, berühmt für die Agua de Valencia (Cocktail aus Cava, Orangensaft und Wodka, ab 8€)
- La Pilareta — Seit 1917 die beste Bar für Clóchinas (kleine valencianische Miesmuscheln, 4€/Teller) und Vermouth
- Bodega Casa Montaña — Seit 1836, eine der ältesten Bodegas Spaniens, exzellente Tapas und Weine
Tipp
Agua de Valencia — der Signature-Drink der Stadt — ist trügerisch süß und überraschend stark (Cava + Orangensaft + Wodka + Gin). Maximal zwei Gläser empfohlen. Bestelle es im „Café de las Horas" für das volle Erlebnis.
Turia-Gärten (Jardí del Túria)★★
Wo einst der Fluss Turia durch Valencia floss, erstreckt sich heute Europas größter Stadtpark: 9 km lang, 110 Hektar grün, vom Bioparc im Westen bis zur Ciudad de las Artes y las Ciencias im Osten. Nach der verheerenden Flut von 1957, die Valencia verwüstete, wurde der Fluss umgeleitet und das Flussbett in einen Park verwandelt — eine visionäre Stadtplanung, die Valencia bis heute prägt.
Der Park ist das Wohnzimmer der Valencianos: Jogger, Radfahrer, Familien, Picknick-Gruppen, Fußballspieler, Inline-Skater — alles auf Wegen unter Orangenbäumen, Palmen und über historische Brücken hinweg, die jetzt einen Park statt einen Fluss überspannen.
Highlights im Turia-Park
★★ Gulliver-Spielplatz
Ein riesiger liegender Gulliver (70 m lang), auf dem Kinder (und Erwachsene) auf Rutschen, Rampen und Treppen klettern können — als wären sie die Liliputaner aus Jonathan Swifts Roman. Einzigartig, kostenlos und bei Kindern unglaublich beliebt. Am Wochenende nachmittags sehr voll.
Frei. Täglich 10–20 Uhr (Sommer bis 21:30 Uhr). Im Parkteil zwischen Puente del Ángel Custodio und Puente del Reino.
★★ Bioparc Valencia
Am westlichen Ende des Turia-Parks liegt einer der besten Zoos Europas. Das Konzept der „Zoo-Immersion" verzichtet auf sichtbare Barrieren — die Tiere leben in naturnahen afrikanischen Landschaften (Savanne, Äquatorialwald, Madagaskar, Feuchtgebiete), und die Besucher fühlen sich, als wären sie mittendrin. Gorillas, Elefanten, Leoparden, Lemuren und Flusspferde in beeindruckenden Gehegen.
26,60€ (Erwachsene), 20€ (Kinder 4–12). Täglich 10–18 Uhr (Winter) / 10–21 Uhr (Sommer). Mindestens 3 Stunden einplanen.
Radfahren & Spazieren
Den ganzen Park auf dem Rad zu durchqueren dauert ca. 45 Minuten. Valenbisi (Valencias Leihrad-System) hat Stationen entlang der Route: Wochenkarte 13,30€, erste 30 Min. kostenlos. Alternativ: E-Roller überall verfügbar (Lime, Bolt), ca. 0,25€/Min.
Tipp
Der Turia-Park ist perfekt für einen Sonnenuntergangs-Spaziergang oder eine Jogging-Runde. Am Wochenende picknicken die Valencianos unter den Orangenbäumen — schließe dich an! Decke und Baguette vom Mercado Central mitbringen.
Albufera & der Ursprung der Paella
Nur 10 km südlich von Valencia liegt der Parc Natural de l'Albufera — eine 21.000 Hektar große Lagune, umgeben von Reisfeldern und Pinienwäldern. Dies ist der Geburtsort der Paella: Hier, in den Reisfeldern am Ufer der Lagune, erfanden Bauern und Fischer im 18. Jahrhundert das Gericht, das Spanien definiert.
Die Albufera ist auch ein wichtiges Vogelschutzgebiet mit über 300 Arten — Flamingos, Reiher, Stelzenläufer, Seeadler. Eine Bootsfahrt bei Sonnenuntergang über die stille Lagune ist einer der magischsten Momente, die man in der Region Valencia erleben kann.
Albufera besuchen€
★★★ Bootsfahrt bei Sonnenuntergang
In El Palmar, dem kleinen Dorf am Ufer der Lagune, starten traditionelle Barqueta-Boote zu halbstündigen Fahrten über die Albufera. Bei Sonnenuntergang, wenn die gesamte Lagune in Gold und Orange getaucht ist und Hunderte von Vögeln zur Nachtruhe einfliegen, ist es schlicht magisch.
Bootfahrten: 5€/Person (ca. 30 Min.). Abfahrt ab El Palmar, mehrere Anbieter am Embarcadero. Reservierung nicht nötig.
★★★ Paella in El Palmar
El Palmar ist der Ort, um Paella zu essen — hier wurde sie erfunden, hier wird sie am besten zubereitet. Die Restaurants am Dorfrand kochen Paella über offenem Holzfeuer in riesigen Pfannen. Die echte Paella Valenciana enthält: Reis (Bomba-Reis aus den umliegenden Feldern), Hähnchen, Kaninchen, grüne Bohnen (Bajoqueta und Garrofón), Tomate, Safran, Rosmarin und Olivenöl. Keine Meeresfrüchte — das ist Paella de Marisco, ein anderes Gericht.
Restaurant-Empfehlungen:
- Restaurante Bon Aire — Seit 1960 eine Institution, direkt am Kanal. Paella für 2 ab 25€. Reservierung am Wochenende nötig.
- Casa Salvador — Gehobener, mit eigener Barke für Bootsfahrten. Paella für 2 ab 28€.
- Restaurante Mateu — Familienbetrieb, authentisch, etwas günstiger. Paella für 2 ab 22€.
Wichtig: Paella wird traditionell nur mittags gegessen (13–15 Uhr), nie abends. Mindestbestellung immer für 2 Personen. Zubereitungszeit ca. 20 Min.
Tipp
Perfekter Halbtag: Gegen 12 Uhr Bus 25 ab Valencia-Zentrum nach El Palmar (30 Min., 1,50€). Paella-Mittagessen um 13:30 Uhr. Danach Spaziergang durch die Reisfelder. Um 18 Uhr Bootsfahrt bei Sonnenuntergang. Um 19:30 Uhr Bus zurück.
Alicante
Alicante (340.000 Einwohner) ist die zweite Stadt der Region Valencia und das Tor zur Costa Blanca. Sie wird oft als reiner Flughafentransfer abgetan — ein Fehler, denn Alicante hat mehr zu bieten als die meisten Küstenstädte: eine beeindruckende Festung, die marmorgepflasterte Explanada de España, eine kompakte Altstadt mit guten Tapas-Bars und einen der besten Stadtstrände Spaniens.
Alicante ist auch deutlich günstiger als Valencia oder Barcelona — ein Caña-Bier kostet 1,50€, Tapas-Portionen 3–6€, und ein gutes Mittagsmenü (Menú del Día) gibt es ab 10€.
Sehenswürdigkeiten
★★★ Castillo de Santa Bárbara
Die mächtigste Burg an der spanischen Mittelmeerküste thront 166 m über dem Meer auf dem Felsen Monte Benacantil. Ursprung: 9. Jahrhundert (maurisch), ausgebaut im 16. Jahrhundert. Drei Ebenen mit Ausstellungen, Kasematten und dem besten Panoramablick der gesamten Costa Blanca — bei klarer Sicht bis zur Insel Tabarca.
Hinauf kommt man über einen Aufzug (2,70€, durch einen in den Felsen gesprengten Tunnel, Eingang an der Playa del Postiguet) oder zu Fuß (ca. 30 Min., steil).
Burg: Eintritt frei. Aufzug: 2,70€. Täglich 10–22 Uhr (Sommer), 10–20 Uhr (Winter).
★★ Explanada de España
Alicantes berühmte Flaniermeile am Hafen: 500 m lang, mit 6,6 Millionen dreifarbigen Marmorfliesen in einem Wellenmuster gepflastert, gesäumt von Palmen. Abends promenieren hier alle — Eisverkäufer, Straßenmusiker, Familien. An der Explanada die Hafenterrassen mit Blick auf Yachten und das Mittelmeer.
★★ Barrio de Santa Cruz
Die Altstadt unterhalb der Burg: weiße Häuser, bunte Fassaden, steile Treppen, kleine Plazas mit Tapas-Bars. Weniger touristisch als die Altstädte von Sevilla oder Granada, dafür authentischer. Die Plaza del Puente und die Gassen um die Iglesia de Santa María (14. Jh., älteste Kirche der Stadt) sind am schönsten.
★ MARQ (Archäologisches Museum)
Eines der besten archäologischen Museen Spaniens (Europäischer Museumspreis 2004). Interaktive Ausstellungen zur Geschichte Alicantes von der Steinzeit bis zur Gegenwart, mit herausragenden ibero-römischen Funden.
3€. Di–Sa 10–19 Uhr, So 10–14 Uhr.
★ Playa del Postiguet
Alicantes Stadtstrand — 700 m feiner Sand direkt unter der Burg Santa Bárbara. Sauberes Wasser, gute Infrastruktur (Duschen, Toiletten, Rettungsschwimmer), Chiringuitos. In 5 Minuten zu Fuß vom Stadtzentrum.
Costa Blanca: Die besten Strände
Die Costa Blanca (Weiße Küste) erstreckt sich über 200 km von Dénia im Norden bis Pilar de la Horadada im Süden. Ihren Namen verdankt sie den hellen Klippen und dem feinen, weißen Sand. Mit über 300 Sonnentagen im Jahr und Wassertemperaturen von 17°C (Winter) bis 28°C (August) ist sie eines der beliebtesten Strandziele Europas — und bietet weit mehr als die Bettenburgen von Benidorm.
Orte & Strände
★★★ Jávea (Xàbia)
Das schönste Küstenstädtchen der Costa Blanca. Jávea hat drei Gesichter: die mittelalterliche Altstadt auf dem Hügel (Casco Histórico), den Hafen (El Puerto) mit Fischrestaurants und den Strand Arenal mit seinem türkisfarbenen Wasser und der Promenade. Die Cala Granadella (2 km südlich) wurde mehrfach zum schönsten Strand Spaniens gewählt: eine kleine Felsbucht mit kristallklarem Wasser, ideal zum Schnorcheln.
Granadella im Sommer nur mit Reservierung (kostenlos, über die Website des Ayuntamiento de Jávea). Parkplätze sehr begrenzt.
★★ Calpe (Calp)
Dominiert vom Peñón de Ifach, einem 332 m hohen Kalksteinfelsen, der wie ein Mini-Gibraltar aus dem Meer ragt. Die Wanderung auf den Gipfel (ca. 1 Std., Klettersteig-Abschnitte, Genehmigung nötig) wird mit einem spektakulären Blick belohnt. Am Fuß: die Playa de la Fossa mit dem Felsen als Kulisse.
★★ Altea
Das St. Tropez der Costa Blanca: ein hübsches Künstlerdorf mit einer blau-weißen Kuppelkirche auf dem Hügel, Galerien, Kunsthandwerk und einer Strandpromenade. Deutlich ruhiger und geschmackvoller als das nahe Benidorm. Perfekt für einen Abend mit Sonnenuntergang und Meeresfrüchten.
★★ Isla Tabarca
Spaniens kleinstes bewohntes Eiland, 22 km vor Alicante gelegen. Kristallklares Wasser (Meeresschutzgebiet), ein winziges befestigtes Dorf aus dem 18. Jahrhundert, hervorragende Fischrestaurants. Das Caldero Tabarquino (Reis mit Fisch, 14€/Person) ist Pflicht. Fähre ab Alicante (1 Std.) oder Santa Pola (25 Min.), Hin und zurück ca. 20€.
★ Benidorm
Ja, Benidorm. Die Wolkenkratzer-Skyline schreckt viele ab, aber die Stadt hat ihren Platz: Die Strände Levante und Poniente sind tatsächlich exzellent (breiter, feiner Sand, sauberes Wasser), die Infrastruktur perfekt, und die Altstadt (Casco Antiguo) auf dem Felsvorsprung mit dem Mirador del Castillo hat überraschend viel Charme. Und: Benidorm hat die höchste Dichte an Restaurants pro Kopf in Spanien.
Die schönsten Buchten (Calas)
- Cala Granadella (Jávea) — Die Königin: türkis, von Pinien umrahmt, fantastisch zum Schnorcheln
- Cala del Moraig (Benitatxell) — Dramatische Klippen, Höhle mit Zugang zum Meer
- Cala Finestrat (bei Benidorm) — Klein, geschützt, ruhiger als die Hauptstrände
- Cala Barraca (Jávea) — Kieselstrand, karibisches Wasser, weniger überlaufen als Granadella
- Les Rotes (Dénia) — Felsbuchten zum Schnorcheln mit Blick auf den Montgó
Tipp
Die Costa-Blanca-Strände sind im August brechend voll — Juni und September sind ideal (Wasser 24–26°C, weniger Touristen). Viele der schönsten Calas haben nur begrenzte Parkplätze; früh kommen (vor 10 Uhr) oder das Auto im Ort lassen und zu Fuß gehen.
Valencianische Küche: Die echte Paella & mehr
Valencia ist das kulinarische Herz der spanischen Mittelmeerküste. Die Region produziert 60% des spanischen Reises (D.O. Arroz de Valencia), die besten Orangen des Landes, Mandeln, Artischocken und Meeresfrüchte. Hier versteht man Reis wie nirgendwo sonst — und die Paella ist nur die Spitze des Eisbergs.
Paella: Der ultimative Guide€€
★★★ Die echte Paella Valenciana
Vergiss alles, was du über Paella zu wissen glaubst. Die echte Paella Valenciana — das Originalgericht — enthält:
- Bomba-Reis (aus der Albufera oder Calasparra)
- Hähnchen (aus Freilandhaltung)
- Kaninchen
- Bajoqueta (flache grüne Bohnen)
- Garrofón (weiße Riesenbohnen)
- Tomate, gerieben
- Safran und Rosmarin
- Olivenöl
- Wasser (kein Brühe!)
Was NICHT hineingehört: Meeresfrüchte, Chorizo, Erbsen, Paprika, Zwiebeln. Das sind Zutaten anderer Reisgerichte, aber nicht der Paella Valenciana. Valencianos nehmen das sehr ernst.
Das Socarrat — die knusprige, karamellisierte Reiskruste am Pfannenboden — ist das Zeichen einer perfekt zubereiteten Paella. Wer das Socarrat bekommt, hat gewonnen.
★★★ Andere Reisgerichte
Neben der Paella Valenciana gibt es Dutzende Reisvariationen:
- Arroz a Banda — Reis in Fischbrühe gekocht, Fisch separat serviert. Dazu Alioli.
- Arroz del Senyoret — „Reis für den feinen Herrn": Meeresfrüchte-Reis, bei dem alles schon geschält ist
- Arroz Negro — Schwarzer Reis, eingefärbt mit Tintenfischtinte. Spektakulär aussehend und schmeckend.
- Arroz al Horno — Im Ofen gebackener Reis mit Kichererbsen, Blutwurst und Kartoffeln. Hausmannskost.
- Fideuà — Wie Paella, aber mit kurzen Nudeln statt Reis. Spezialität aus Gandía.
Wo man Paella isst
In Valencia Stadt:
- La Pepica — Am Strand, seit 1898, Hemingways Stammlokal. Touristisch, aber die Paella ist exzellent. Paella für 2: ab 28€.
- Casa Roberto — Einheimischen-Favorit, hervorragend und fair. Paella für 2: ab 22€.
- Restaurante Levante — In Benimaclet (Studentenviertel), authentisch und günstig. Paella für 2: ab 18€.
In El Palmar (Albufera): Bon Aire, Casa Salvador, Mateu — siehe Abschnitt Albufera.
Tipp
Paella wird in Valencia IMMER mittags gegessen (13–15:30 Uhr), nie abends. Ein Restaurant, das abends Paella anbietet, ist für Touristen. Mindestbestellung: 2 Personen (Paella wird nicht für eine Person gekocht). Zubereitungszeit: 20–25 Min. — wenn sie sofort kommt, war sie vorher fertig (schlechtes Zeichen).
Weitere Spezialitäten€
★★ Horchata de Chufa & Fartons
Valencias einzigartigstes Getränk: Horchata (Erdmandelmilch) ist ein erfrischendes, süßliches Getränk aus Chufas (Erdmandeln), die nur hier in der Huerta de Valencia angebaut werden. Dazu gibt es Fartons — längliche, glasierte Hefeteigstangen zum Eintunken. Am besten in einer der traditionellen Horchaterías:
- Horchatería Daniel — Am Mercado de Colón, die berühmteste der Stadt. Horchata: 3,50€.
- Horchatería Santa Catalina — Seit 1820, die älteste. Horchata + Fartons: 5€.
- Horchatería El Siglo — An der Plaza Santa Catalina, charmantes Art-Déco-Interieur.
★★ Esgarraet
Typische valencianische Vorspeise: geröstete rote Paprika mit Bacalao (Stockfisch), Knoblauch und Olivenöl. Einfach und köstlich. In fast jeder traditionellen Bar.
★★ All i Pebre
Aal in Knoblauch-Paprika-Sauce — das traditionelle Fischer-Gericht der Albufera. Klingt gewöhnungsbedürftig, schmeckt fantastisch. Am besten in El Palmar probieren.
★ Buñuelos de Calabaza
Kürbiskrapfen, die traditionell während der Fallas (März) gegessen werden — aber in guten Bäckereien ganzjährig erhältlich. Frittiert, mit Zucker bestäubt und zusammen mit heißer Schokolade serviert. Valencianisches Comfort Food.
★ Clóchinas
Kleine valencianische Miesmuscheln (Juni–September), gedämpft mit Zitrone. Kleiner und zarter als normale Muscheln. In „La Pilareta" (seit 1917) für 4€ pro Teller eine Institution.
Menú del Día
Valencias bestes kulinarisches Geheimnis: Das Tagesmenü (Menú del Día) gibt es mittags in fast jedem Restaurant für 10–15€: Vorspeise, Hauptgang, Dessert, Brot, Getränk und oft Kaffee inklusive. Die Qualität ist oft erstaunlich hoch — viele Einheimische essen mittags auswärts statt zuhause.
Tipp
Horchata muss frisch sein — die industrielle Version aus der Flasche ist ein anderes Getränk. In einer echten Horchatería wird sie vor Ort hergestellt und kühl serviert. Frage nach „horchata artesanal". Saison: Mai–Oktober, wenn die Chufas frisch sind.
Stadtrundgang
Valencia: Altstadt & Turia-Park
Vom lebhaften Markt durch die gotische Altstadt zum futuristischen Architekturpark — Valencia in all seinen Kontrasten.
Mercado Central
Start am schönsten Markt Europas. Frisch gepressten Orangensaft (1,50€) und Horchata probieren. Durch die Jugendstil-Halle flanieren. 30–45 Min.
40 Min.La Lonja de la Seda
Direkt gegenüber dem Markt: das UNESCO-Welterbe. Die schraubenförmigen Säulen der Vertragshalle bewundern. 15 Min.
15 Min.Kathedrale & Heiliger Gral
5 Minuten zu Fuß. Die Kathedrale mit dem Heiligen Gral besichtigen, dann den Miguelete besteigen (207 Stufen) für den Panoramablick. 40 Min.
40 Min.Plaza de la Virgen
Der schönste Platz Valencias zwischen Kathedrale und Basilika. Kurze Pause im Schatten mit Blick auf den Turia-Brunnen.
10 Min.Torres de Serranos
Durch die Gassen zum mächtigen Stadttor. Hinauf für den Blick über die Altstadt und den Turia-Park. 20 Min.
20 Min.Turia-Park & Gulliver
Hinunter in den Park und Richtung Osten spazieren. Am Gulliver-Spielplatz Halt (mit Kindern), sonst weiter durch Orangenhaine und unter historischen Brücken.
30 Min.Ciudad de las Artes y las Ciencias (Ende)
Am östlichen Ende des Turia-Parks öffnet sich der Blick auf Calatravas futuristische Bauten. Spaziergang durch den Komplex, optional ins Oceanogràfic. Abendliche Beleuchtung ab Sonnenuntergang.
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