Die Medina von Tunis
★★★ Medina von Tunis (UNESCO-Welterbe)
Die Medina von Tunis ist eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte der islamischen Welt. Gegründet 698 n. Chr. unter den Aghlabiden, erlebte sie ihre Blüte im 12.–15. Jahrhundert unter den Hafsiden. Auf einer Fläche von 270 Hektar befinden sich über 700 historische Monumente: Moscheen, Medresen (Koranschulen), Zaouias (Heiligengräber), Hammams, Fondouks (Karawansereien) und Paläste.
Das Besondere: Die Medina ist lebendig. Anders als in manchen marokkanischen Städten, wo die Medina musealisiert wurde, wohnen und arbeiten hier noch tausende Tunesier. Die Souks sind keine Touristenfallen, sondern echte Einkaufsstraßen für Einheimische — neben den Händlern, die natürlich auch Touristen bedienen.
★★★ Ez-Zitouna-Moschee (Olivenbaum-Moschee)
Die älteste und wichtigste Moschee von Tunis, gegründet 732 n. Chr., ist das spirituelle und geografische Zentrum der Medina. Der Innenhof mit seinen antiken Säulen (viele stammen aus Karthago!) ist auch für Nicht-Muslime zugänglich — das Gebetshaus selbst nicht. Der quadratische Minarett-Turm ist von überall in der Medina sichtbar und dient als Orientierungspunkt.
Rue Djemaa ez-Zitouna. Innenhof frei zugänglich (außer während des Gebets). Angemessene Kleidung!
★★★ Die Souks
Die Souks der Medina sind nach Handwerken organisiert — eine Tradition, die Jahrhunderte zurückreicht:
- Souk el-Attarine (Parfümhändler) — direkt neben der Moschee, betörende Düfte aus Jasmin, Rose, Amber und Oud
- Souk el-Trouk (Tuchhändler) — prachtvolle Stoffe und traditionelle Kleidung (Jebba, Safsari)
- Souk el-Berka — historisch der Sklavenmarkt, heute Goldschmiede und Juweliere
- Souk el-Leffa — Wolldecken und Teppiche aus dem ganzen Land
- Souk el-Blaghdjia — die berühmten tunesischen Babouche-Pantoffeln in allen Farben
- Souk el-Chaouachiyin — die Chéchia-Macher, die traditionelle rote Filzmütze wird hier seit dem 17. Jahrhundert hergestellt
★★ Dar Ben Abdallah (Volkskundemuseum)
Dieses prächtige Stadtpalais aus dem 18. Jahrhundert gibt einen Einblick in das Leben der wohlhabenden Tunesier Oberschicht. Geschnitzte Stuckdecken, bemalte Holzdecken, Innenhof mit Marmorbrunnen — und eine Ausstellung über traditionelle Kleidung, Schmuck und Alltagsgegenstände.
Impasse Ben Abdallah. 3 TND. Di–So 9:30–16:30 Uhr.
★★ Dar el-Haddad
Ein weiterer wunderschön restaurierter Palast in der Medina, heute ein Museum für traditionelles Kunsthandwerk. Die Kachelarbeiten und Stuckverzierungen sind atemberaubend.
★★ Tourbet el-Bey
Das prächtigste Mausoleum von Tunis — die Grabstätte der Husseiniden-Dynastie (1705–1957), Tunesiens letzte Herrscher. Italienischer Marmor, andalusische Fliesen und osmanische Kalligraphie vereinen sich in einem architektonischen Meisterwerk.
Rue Tourbet el-Bey. 2 TND. Mo–Sa 9:30–16:30 Uhr.
💡 Tipp
Verlaufe dich absichtlich! Die Medina ist sicher, und das Verirren ist die beste Art, sie zu entdecken. Wenn du genug hast, gehe einfach bergab — du landest immer an der Hauptstraße. Oder frage einen Händler freundlich nach dem Weg zur Ez-Zitouna-Moschee.