Kultur & Gesellschaft · Abschnitt 2/5

Merengue & Bachata

🇩🇴 Dominikanische Republik Reiseführer

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Merengue & Bachata

Musik ist der Herzschlag der Dominikanischen Republik — und zwei Genres definieren das Land wie kein anderes Element:

Merengue — Der Nationalrhythmus

Merengue ist schnell, energetisch und unmöglich, stillzusitzen. Der 2/4-Takt wird von der Tambora (Trommel), der Güira (Metallraspel) und dem Akkordeon getragen. Merengue entstand im 19. Jahrhundert auf dem Land — die genauen Ursprünge sind umstritten, aber die Verbindung zur afrikanischen Trommelmusik ist offensichtlich.

Der Diktator Trujillo machte Merengue paradoxerweise zum Nationalgenre: Er zwang Radiostationen, Merengue zu spielen, und nutzte die Musik als Propagandainstrument. Nach seinem Tod wurde Merengue zur Musik der Befreiung. Juan Luis Guerra, der berühmteste dominikanische Musiker aller Zeiten, revolutionierte den Merengue in den 1980ern mit seinem Album „Bachata Rosa" und gewann vier Grammy Awards. 2016 wurde Merengue zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Der Tanz: Eng umschlungen, schnelle Hüftbewegungen, die Füße bewegen sich in einem simplen Seitwärts-Schritt. Einfach zu lernen, schwer zu meistern. In jeder Bar, jedem Colmado und auf jeder Straße wird Merengue getanzt.

Bachata — Die Musik der Sehnsucht

Bachata ist langsamer, sinnlicher und melancholischer als Merengue. Ursprünglich als „Musik der Armen" verachtet (Bachata bedeutet wörtlich „Party/Feier der unteren Klassen"), entstand der Stil in den 1960ern in den Bars und Bordellen der Unterschicht. Die Texte handeln von verlorener Liebe, Sehnsucht und Herzschmerz — begleitet von elektrischer Gitarre, Bongos und Güira.

Romeo Santos (ehemals Aventura) machte Bachata ab den 2000ern zum weltweiten Phänomen — heute wird Bachata in Tanzschulen von Berlin bis Tokio unterrichtet. Der romantische Bachata-Tanz mit seinem charakteristischen Hüftschwung auf dem vierten Schlag ist zu einem der populärsten Paartänze der Welt geworden.

In der Dominikanischen Republik tanzt man Bachata allerdings anders als in europäischen Tanzschulen: weniger figurenbetont, enger, direkter, instinktiver. Lass dir von einem Dominikaner den „echten" Bachata zeigen — das ist ein anderes Erlebnis als der Kurs zu Hause.

💡 Tipp

Wenn du nur eine musikalische Erfahrung in der Dominikanischen Republik mitnimmst, dann diese: Geh in einen Colmado (Tante-Emma-Laden mit Musikbox) an einem Samstagabend und tanz Bachata mit den Einheimischen. Kein Club, kein Resort, kein Touristen-Programm — nur Rum, Musik und Lebensfreude.

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