Dominikanische Identität
Die dominikanische Identität ist ein faszinierender Mix aus drei Wurzeln: Taíno (indigene Urbevölkerung), spanisch (Kolonialherren) und afrikanisch (versklavte Menschen). Das Ergebnis ist eine der vielfältigsten und lebendigsten Kulturen der Karibik.
Dominikaner sind berühmt für ihre Lebensfreude — selbst in schwierigen Umständen wird getanzt, gelacht und gefeiert. Das Motto „No hay problema" ist nicht nur eine Floskel, sondern eine Lebensphilosophie. Zeit ist flexibel (die berühmte „hora dominicana" — alles beginnt 30–60 Minuten später als angekündigt), Gastfreundschaft ist heilig, und Musik durchdringt jeden Winkel des Alltags.
Gleichzeitig ist die Gesellschaft von tiefen Widersprüchen geprägt: ein stark ausgeprägter Katholizismus neben afrokubanischen Santería-Elementen, eine offizielle Ablehnung der haitianischen Nachbarn bei gleichzeitiger kultureller Vermischung, und eine Hautfarben-Hierarchie, die das Erbe der Kolonialzeit widerspiegelt. Viele Dominikaner bezeichnen ihre Hautfarbe als „indio" (braun) und vermeiden aktiv das Wort „negro" — ein Phänomen, das Soziologen als anti-negritud beschreiben.
Für Reisende bedeutet das: Dominikaner sind unglaublich offen und herzlich. Du wirst zum Essen eingeladen, zum Tanzen aufgefordert und in Gespräche verwickelt. Ein Lächeln und ein paar Worte Spanisch öffnen jede Tür.